Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 31. März 2011

Feministische Einigkeit

Das neue Emma-Titelblatt zieren Jungfeministinnen und Altfeministinnen: Alice Schwarzer zusammen mit Teilen der Mädchenmannschaft und des Missymagazins:

Alice Schwarzer weiß auch wer eigentlich schuld an der bisherigen Spaltung war:

Die Generationen gegeneinander auszuspielen, das ist ja bei Frauen ein vielschichtiges Spiel. Erstens sagt man der jungen Frau: Vergiss alles, was war und fang wieder bei Null an. Zweitens spekuliert man damit auf die gesellschaftliche Abwertung der älteren Frau. Drittens ­bietet man der (noch) jungen Frau den lohnenden Verrat an – bis auch sie 40 ist.

Ein Komplott also, um die Frauen gegeneinander auszuspielen. Nicht etwa ein Konkurrenzdenken, dass Alice Schwarzer ja auch ansonsten vollkommen fremd ist. Interessant, dass sie ja anscheinend darauf hereingefallen ist und sich hat lenken lassen, denn sie hat ja durchaus gegen die „Alphamädchen“ ausgeteilt.

Ich gehe jedenfalls davon aus, dass dieser Artikel nicht ohne ihr Wissen erschienen ist:

„Wir Alphamädchen“ von Meredith Haaf, Susanne Klingner und Barbara Streidel sei mit „einer guten Portion Wut geschrieben“, so die Verfasserinnen im Vorwort. Davon merkt man nichts. In einem gut gelaunten Pfadfinderinnenstil spart das Buch alles Politische weitestgehend aus und erklärt den jungen Frauen von heute unter anderem, dass sie niemand zum Sex zwingen kann, Gewalt gegen Frauen keine Lappalie ist und die Parole von einst „Mein Bauch gehört mir“ noch immer gilt. Das ist natürlich richtig, aber alles andere als neu, übersetzt es doch nur, was seit über 30 Jahren in der EMMA steht, in eine jugendkompatiblere Sprache. (…) „Warum Feminismus das Leben schöner macht“ lautet der Claim der Alphamädchen, den sich die EMMA so auch schon seit langem auf die Fahnen geschrieben hat, nur dass wir wohl eher „besser und gerechter“ sagen würden. Etwas einfach nur verschönern wollen ist vom Verzieren und noch schnell ein putziges Schleifchen dranbinden nicht so arg weit entfernt. Dabei hätten die Autorinnen doch – wenn sie schon einen neuen Feminismus ausrufen wollen – einfach mal alles fordern können. Alice Schwarzer und die EMMA wollen schon seit 30 Jahren mehr, als einfach nur etwas schöner machen und Spaß haben.

Also eh schon alles besser in der Emma, die Jungen Dinger eben noch nicht ganz reif. Ein klassischer Statusaufbau. Im Gegenzug sollen sich die Alphamädchen ja dann wieder an Schwarzer abgearbeitet haben, ich habe ihr Buch aber nicht gelesen.

Dem Anreißer auf der Homepage ist nicht so viel an Informationen zu entnehmen. Mal sehen wie sich die Zusammenarbeit in Zukunft entwickelt.

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Responses

  1. @ Christian

    Feministische Einheitsfront Deutschlands?

    FED?

    VeteranInnen, die ihr Gebiß wieder finden, können es auch ruhig SED aussprechen.

    Auch schön, dem Vater des Genderfeminismus:

    Ja, ja, die neue MenschIn.

    Ich liebe den Binnen-Strap-On der feministischen SprachbereichererInnen, diesen real existierenden Erektionismus, um das Weibliche sichtbar zu machen.

    Leider ist die Idee nicht von mIr.

    Jetzt ist, glaube ich, neuerdings _Parterre_ angesagt.

    Stimmt mich ein wenig depressiv, diese Durchhänger nach dem Höhepunkt.

  2. @Roslin

    Ich finde an dem kurzen so lesbaren Abschnitt einfach unterhaltsam, dass da schon wieder ein Opfermythos der manipulierten Frau vorkommt, und das bei Schwarzer und anderen Feministinnen selbst.
    Wenn noch nicht einmal diese sich dagegen wehren können, dass „die Medien“ sie mißbrauchen, sie zu einem Streit aufhetzen, dann kann man für den Rest der Frauenwelt ja eigentlich nichts mehr machen.

    Ein einfaches „Wir haben verschiedene Ansichten und uns etwas gestritten, das hätte auf die Art nicht sein müssen, aber jetzt wollen wir für die gemeinsame Sache mal an einem Strang ziehen“ hätte ich da emanzipierter gefunden.

    Noch interessanter hätte ich es gefunden, wenn sie ihre Differenzen einfach mal auf den Tisch gelegt hätten und die Unterschiede herausgearbeitet hätten. Kann man ja auch sachlich machen.

  3. „“Am Anfang haben wir noch brav mädchenmäßig überlegt, wie wir diese Frage beantworten. Dann haben wir sie einfach komplett abgeschmettert, weil es eben nicht den 1970er Jahre-Feminismus und den neuen Feminismus gibt. Es hat ja im Feminismus immer schon verschiedene Strömungen nebeneinander gegeben.““

    Ach sooooo, na gut, dass das mal gesagt wurde. Gaaanz verschiedene Strömungen im Feminismus, den es ja gar nicht gibt. Gääääääääähn.

    Die Trockenpflaumen und die Gören vertragen sich also wieder. Wurden aufgehetzt. Sauerei sowas! Na Göttin sei Dank, jetzt reden sie miteinander, sind die besten Freundinnen geworden. Und wie sie auf dem Bild lachen, alle wie ein Herz und eine Seele. Ach, ist das nicht schöööööön.

  4. War irgendwie klar, dass das hier kommt.

    Die gemeinsame Aktion war ein symbolisches Zeichen und sagt recht wenig über eine gemeinsame Zusammenarbeit in Zukunft aus. Klar gibt es verschiedene feministische Strömungen, die müssen sich nicht unbedingt grün sein. Auch jetzt nicht.
    Neben den „internen“ Auseinandersetzungen verschiedener feministischer Positionen und FeministInnen gab und gibt es immer auch die mediale Vermarktung derselben. Unter Ignoranz funktionierender Zusammenarbeit (jedenfalls wär mir nichts bekannt über das in großen Medien berichtet würde)

    Du hast die EMMA nicht gelesen, das Buch der Alphamädchen ebensowenig und wünscht dir jetzt eine Herausarbeitung der Differenzen?
    An der Stelle würde ich dir vorschlagen, erst mal in bestehendem Material danach zu forschen, bevor du Ansprüche stellst äh… Wünsche äußerst.

    • @Khaos.Kind

      Ich habe einiges an Geplänkel zwischen den beiden Gelesen, insofern ist mir durchaus bewußt, dass es da Differenzen gibt. Schwarzer hat sich meiner Meinung nach recht deutlich angegriffen gefühlt.

      Ich finde in dieser Hinsicht auch das Foto recht interessant. Schwarzer natürlich in der Mitte, wie es ihrem Stand als ungekrönte Königin des Feminismus gebührt, lässig den Arm auf eine der anderen Frauen gestützt (übrigens auch eine nette Dominanzgeste). Die beiden Frauen links und recht sind auf sie bezogen, rahmen sie ein, weil sie ihr zugewandt sind, die unteren gucken bis auf die Linke (auch von der Emma) nicht in die Kamera, das ganze Foto ist auf Schwarzer zentriert. Hat sie gut gemacht/ausgesucht.

      Das Schwarzer eine andere feministische Einstellung als die Alphamädchen (wobei ja erst einmal nur Kathrin da war, wenn ich es jetzt mal genauer lese) finde ich recht deutlich.

      Oder meinst du ihre Ansichten sind kompatibel?

    • @Christian
      Das das Bild im Artikel nicht das offizielle Titelbild ist, hast du schon gemerkt, oder?
      Und bei Fotoshootings gibts genug Momente, die lustig sind, die Stimmung auflockern oder eben mal total daneben gehen.
      Da würde ich jetzt nicht so viel reininterpretieren.

      Ich habe einiges an Geplänkel zwischen den beiden Gelesen, insofern ist mir durchaus bewußt, dass es da Differenzen gibt. Schwarzer hat sich meiner Meinung nach recht deutlich angegriffen gefühlt.
      Wie gesagt – Auseinandersetzungen gibt es und das weiß jedeR, der/die sich mit Feminismus beschäftigt.
      Du meinst aber ja, dass der Sinn dieser gemeinsamen Aktion jetzt auf Einigkeit hindeuten würde gegen die „böse mediale Hetze“ bzw. liest du das so raus.
      Die Aktion vertuscht eben nicht die interne Auseinandersetzung, sondern setzt ein symbolisches Zeichen gegen den Aspekt der einseitigen Berichterstattung. Den es nun mal gibt.

      Oder meinst du ihre Ansichten sind kompatibel?
      Natürlich. Themenbezogen.

      • „Das das Bild im Artikel nicht das offizielle Titelbild ist, hast du schon gemerkt, oder“

        ja, da gucken alle in die Kamera. Aber das ändert ja nichts daran, dass sie mit dem Foto klarstellt, wie es ist, wenn der offizielle Teil vorbei ist.
        Ich denke Schwarzer versteht schon genug von Selbstinzenierung um sich das Foto bewußt auszusuchen

        „setzt ein symbolisches Zeichen gegen den Aspekt der einseitigen Berichterstattung“

        Würde ich nicht so sehen. Das es da Streit gab, war ja richtig. Und darüber wurde auch nicht übertrieben berichtet.

        „Natürlich. Themenbezogen.“

        Das sie selbe Themen haben mag sein. Aber das haben genug Gruppen, die sich innerhalb der Themen nicht einig sind.
        Wie sieht es Theoriebezogen bzw. bezüglich der vertretenen Ideologien aus?

      • @Christian
        ja, da gucken alle in die Kamera. Aber das ändert ja nichts daran, dass sie mit dem Foto klarstellt, wie es ist, wenn der offizielle Teil vorbei ist.
        Oder mittendrin.
        Ich finde immernoch, dass du da zuviel reindeutest.

        Würde ich nicht so sehen. Das es da Streit gab, war ja richtig. Und darüber wurde auch nicht übertrieben berichtet.
        Dann vergleich das mal mit den Berichten darüber, wie toll sich doch die FeministInnen verschiedener „Lager“ oder Generationen verstehen.
        Wie gesagt, ich kenne keinen einzigen.

        Wie sieht es Theoriebezogen bzw. bezüglich der vertretenen Ideologien aus?
        Und woher soll ich jetzt wissen, welche Theorien/Ideologien welche dieser Personen vertritt?

      • „Und woher soll ich jetzt wissen, welche Theorien/Ideologien welche dieser Personen vertritt?“

        Das kann man doch recht einfach nachlesen und einordnen, es bewegt sich ja niemand in einem kulturellen Vakuum.

        Selbstverständlich kommt man dabei ohne eine Kategorisierung nicht aus.

        (man hat ja manchmal den Eindruck, dass eine Kategorisierung von Feminismus eine unzulässige Verkürzung sei, wobei andererseits wiederum Feminismus beliebig kategorisieren darf)

      • „setzt ein symbolisches Zeichen gegen den Aspekt der einseitigen Berichterstattung“

        Soweit ich mich erinnere, hat man damals weitgehend die Protagonistinnen selbst zu Wort kommen lassen.

        Natürlich war das sehr einseitig 😉

      • @Khaos.Kind

        „Dann vergleich das mal mit den Berichten darüber, wie toll sich doch die FeministInnen verschiedener „Lager“ oder Generationen verstehen.
        Wie gesagt, ich kenne keinen einzigen.“

        Artikel, in denen keine Unterschiede zwischen den feministischen Lagern gemacht werden und einheitliche Forderungen dargestellt werden sind denke ich wesentlich häufiger, als solche, in denen auf Unterschiede zwischen den Lagern eingegangen wird. In der Berichterstattung über Kristina Schröder beispielsweise wurde nicht auf Unstimmigkeiten eingegangen, etwa eine Differenzfeministin eingeladen. Die Medien berichten gerne auch positiv über feministische Anliegen. Man schaue sich nur die Berichte zum Frauentag oder zum Equal Pay Day an. Schwarzer selbst hat eine Kolumne in der Bild. Das „die Medien“ einen Keil zwischen die Feministinnen treiben wollen sehe ich nicht. Allenfalls interessiert sie eine Story.

        „Und woher soll ich jetzt wissen, welche Theorien/Ideologien welche dieser Personen vertritt?“

        Wenn du es gar nicht weißt, warum antwortest du dann auf die Frage, ob sie kompatibel sind mit „Natürlich“. Die richtige Antwort wäre dann doch „Ich habe keine Ahnung, ich kenne ihre Positionen nicht“.

      • @Christian
        Artikel, in denen keine Unterschiede zwischen den feministischen Lagern gemacht werden und einheitliche Forderungen dargestellt werden sind denke ich wesentlich häufiger, als solche, in denen auf Unterschiede zwischen den Lagern eingegangen wird.
        Dass alle Feminismen in einen Topf geworfen werden ist keine Berichterstattung über eine gute Zusammenarbeit.

        Man schaue sich nur die Berichte zum Frauentag oder zum Equal Pay Day an.
        Also die Berichterstattung zum Frauentag in Österreich war eine kleine Randnotiz in einer Tageszeitung, die eher höhere Milieus lesen. In den kostenlosen Tageszeitungen war REIN GAR NICHTS. Und das, obwohls die größte Frauendemonstration seit 1911 war.
        Equal Pay Day feiert Österreich erst Mitte April. Viel mehr erwarte ich mir dazu allerdings auch nicht.

        Wenn du es gar nicht weißt, warum antwortest du dann auf die Frage, ob sie kompatibel sind mit „Natürlich“. Die richtige Antwort wäre dann doch „Ich habe keine Ahnung, ich kenne ihre Positionen nicht“.
        Du verwechselst Position mit der dahinterstehenden Theorie.
        Die Position kann ich in etwa abschätzen aus dem, was so publiziert wurde und wird.
        Auf welche Theorie die Menschen sich berufen, erfahre ich nur, wenn sie 1. explizit darauf zurückgreifen (übrigens schwer bei Menschen, die selbst Theorie publizieren aber gut) oder ich sie 2. explizit danach frage.

      • „Auf welche Theorie die Menschen sich berufen, erfahre ich nur, wenn sie 1. explizit darauf zurückgreifen (übrigens schwer bei Menschen, die selbst Theorie publizieren aber gut) oder ich sie 2. explizit danach frage.“

        Naja, Positionen beruhen immer auf ein System von Ideen, Vorstellungen, Werturteilen und Begriffen.

        Die „Alphamädchen“ wirst du zumeist vergeblich fragen, sie wissen es eher nicht. Im ideologischen Vakuum bewegen sie sich deshalb beileibe nicht.

    • @ Khaos.Kind

      Gemeinsam haben alle Feminismen, dass ihr Zweck alleine und ausschließlich das Wohlergehen der Frau ist, das des Mannes ist zweitrangig, wird nur bedacht, wenn es Mittel zum Zweck ist („Hilfe, wir Alpha-Mädchen bekommen keine adäquaten Männer mehr“ und dergleichen). Der Mann, sein Wohlergehen, sie sind ausschließlich Mittel zum Zweck, nicht Zweck in sich selbst.

      Femismen sind die Transzendierung eines ganz ordinären weiblichen Egoismus in’s scheinbar Erhabene, der sich auch noch anmaßt, die Männerrolle zu definieren, natürlich nur zu deren Wohle, in Wahrheit um Männer in die Rolle eines Nutztieres für die weibliche SELBSTVERWIRKLICHUNG herabzuwürdigen.

      Feminismus, das ist für mich die Idelogisierung des weiblichen Narzissmus, seine Einigelung in wohligem Solipsismus, eine Ideologie, die in welcher Form auch immer, das Geschlechterverhältnis bis in die Fundamente hinein vergiftet.

      Männer sollen sich gefälligst dem „Wünsch-Dir-was“ der Frauen anpassen, ohne dass FeministInnne ihnen ein Recht zugestünden, ihrerseits Ansprüche an Frauen zu stellen, denn das wäre ja einengend, frauenunterdrückend, patriarchal.

      Dem müssen Männer einen eigenständigen Egoismus entgegensetzen, denn kein Egoismus verzichtet auf Expansion, solange ihm nicht schmerzhafter Widerstand begegnet, der ihn einhegt, zu Kompromssen zwingt, auch der Egoismus von Frauen nicht.

      Ehe das nicht geschieht, ehe es Frauen nicht weh zu tun beginnt, werden sie die Diskriminierung und Entrechtung der Männer zu ihrem Vorteil vorantreiben und den Männern wird Recht geschehen.

      • @Alexander Roslin
        Das du was gegen Feminismus (im Schnitt ;)) hast, weiß ich. Danke.

  5. @ Khaos.Kind

    *Danke.*

    Bitte sehr.

    Du musst mir aber doch nicht danken.

    Da bin ich ungewöhnlich freigebig.

    • @Alexander Roslin
      Soll ichs wieder zurück nehmen? 😉
      Das wär sicher unhöflich.

  6. […] erinnert mich dieser Stil an Alice Schwarzer. Suggestivfragen, die schreckliches Andeuten. Möglichkeiten unter dem Vorwand, sie aufklären zu […]

  7. […] hatte ich sogar etwas geschrieben. Da war es noch ein Komplott, mit dem die Feministinnen gegeneinander ausgespielt werden sollten. […]


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