Warum die sexuelle Identität biologisch sein muss

Wenn man sich fragt, ob die sexuelle Identität biologisch oder gesellschaftlich bedingt ist, dann kommt man meiner Meinung nach nicht an evolutionären Betrachtungen vorbei.

1. Das Entstehen der Geschlechter und erste Fortpflanzung

Die Entwicklung der Geschlechter an sich ist irgendwann geschehen. In Das egoistische Gen vermutet Dawkins, gestützt auf andere Überlegungen, dass es erst einen Trend dazu gab, größere Abstammungszellen zu erstellen, weil diese dank besserer Ressourcen bessere Startmöglichkeiten hatten. Was dann dazu führte, dass es sich gleichzeitig lohnen konnte, kleinere Abstammungszellen zu bilden, die die Kosten der großen Zellen nicht hatten, wenn diese sich irgendwie mit den größeren Zellen anderer verbinden konnten, um deren Ressourcen zu nutzen. (Dawkins, S. 142) Ein paar Millionen Jahre gegenseitigen Wettlaufs führen schließlich dazu, dass die Zellen eine Kooperation eingehen, was an den großen Vorteilen eines Genpools liegen dürfte, der unterschiedlich kombiniert werden kann.

2. Probleme der geschlechtlichen Vermehrung und Partnerwahl

Die Lebewesen wurden immer komplizierter und damit auch die Fortplanzungsmechanismen. Reichte es Anfangs im Wasser noch aus, einfach beide Zellen im richtigen Moment ins Wasser abzusondern, wurde der Mechanismus im Laufe der Zeit immer komplexer. Aber bereits bei der Abgabe ins Wasser stellten sich die ersten Probleme. Das Lebewesen musste zumindest eine rudimentäre Vorstellung davon haben, dass das andere Lebewesen von seiner Art war, dem anderen Geschlecht angehörte und ebenfalls Zellen ins Wasser abwandern wollte. Ein Lebewesen, dass diese Fähigkeiten nicht entwickelte, musste erheblich mehr Zellen produzieren und hatte auch erheblich weniger Nachkommen. Laichzeiten und Orte mögen der erste Weg zur Umgehung dieses Problems gewesen sein, aber um so entwickelter das Lebewesen wurde und um so kostspieliger einer Schwangerschaft wurde, um so dringender wurde das Problem, die richtigen Momente und Partner abzupassen.

3. Erhöhung der Kosten am Land und durch Schwangerschaft

Das Problem verschärfte sich noch für Landlebewesen. Sie können ihren Nachwuchs nicht einfach dem Meer überlassen und müssen ein Austrocknen verhindern, was dazu geführt hat, dass Landlebewesen üblicherweise schützende Mechanismen für ihren Nachwuchs entwickelt haben und dieser häufiger im Leib der Mutter bleibt, so dass auch der Vater sein Sperma zielgerichteter übermitteln muss (das kann auch bei Wasserbewohnern der Fall sein, aber es geht ja nur um die grundsätzliche Darstellung des Problems).

Dieser Mechanismus kann recht grob ausgestaltet, wie etwa bei der Aga-Kröte, der ein Schuh, ein plattgefahrener Angehöriger der eigenen Art oder irgendetwas entfernt krötenähnliches  reicht. Die Aga-Kröte kümmert sich allerdings nicht um ihren Nachwuchs und eine weibliche Kröte produziert mehrer tausend Eier, so dass es ein Massengeschäft ist.

4. Selektionsdruck auf Erkennen eines andersgeschlechtlichen Partners

Um so unmittelbarer die Übergabe der Genpakete erfolgt und um so höher die Kosten einer Schwangerschaft sind, um so entscheidender wird es, den richtigen Partner zu erkennen. Die Lebewesen, die am besten erkennen, wem sie ein Genpaket übergeben und von wem sie es annehmen, werden mehr Nachwuchs haben, allein aufgrund der Tatsache, dass auch ihre Nachkommen die passende Ausstattung erhalten, um die richtigen Genpakete anzunehmen.

Ein Männchen, dass beständig versucht andere Männchen zu besteigen, wird sowohl durch die Besteigung, das Sperma und auch durch das Wehren des anderen Männchens Ressourcen verbrauchen und zudem geeignete Fortpflanzungsmöglichkeiten mit Weibchen übersehen bzw. nicht nutzen, also im ganzen weniger Nachkommen haben.

Es liegt damit ein hoher Selektionsdruck auf der Erkennung des anderen Geschlechts und dem Wunsch, mit diesem Sex zu haben.

5. Selektionsdruck auf Erkennung eines „guten“ Partners

Hinzukommt mit den steigenden Kosten der zweite Faktor: Nicht nur Erkennen, dass überhaupt ein Wesen des anderen Geschlechts vorhanden ist, sondern dessen genetische Qualitäten bewerten. Auch hier liegt ein hoher Selektionsdruck vor: Wer die Fruchtbarkeit des Wesens des anderen Geschlechts richtig beurteilt, der hat eine höhere Chance auf Nachwuchs als jemand, der dies nicht hat. Die Gene eines solchen Wesens und seiner Nachkommen werden sich daher im Genpool anreichern.

Dabei kann man auf verschiedene Weisen vorgehen:

Beide Geschlechter haben ein „Interesse“ daran, dass die Zuordnung einfach ist (die Evolution kennt natürlich kein Interesse, aber es ist sprachlich einfacher, von Interesse zu sprechen, wenn man eigentlich meint, dass diesbezügliche Mutationen vorteile bieten). Erkennungsmerkmale für eine geschlechtliche Zuordnung können sich daher leicht entwickeln. Dies kann ein besonderes Merkmal wie die Primären oder sekundären Geschlechtsorgane oder ein Geweih oder eine Farbe sein, aber auch ein Verhalten, wie etwa ein Balztanz oder ein bestimmter Gesang (sozusagen der extended Phenotyp). Diese Merkmale sind noch erfolgreicher, wenn sie nicht nur das Geschlecht identifizieren, sondern gleichzeitig noch etwas über die Qualität des potentiellen Partners aussagen, beispielsweise indem sie genetische Qualität darstellen oder ein Handicap, dass Stärke ausdrückt. Schönheit ist damit letztendlich nur ein unterbewusstes Erkennen des anderen Geschlechts und eine Bewertung in Hinsicht auf Fortpflanzungschancen.

Um so stärkere Bindung zwischen den Paaren besteht und um so höher die Kosten des Nachwuchs, um so besser müssen auch die Auswahlkriterien sein.

6. Folgen einer rein kulturellen Auswahl

Gleichzeitig ist eine rein kulturelle Regelung dieser Auswahlkriterien sehr unzuverlässig. Zum einen kann ein solches System leicht verfälscht werden und dazu führen, dass fehlerhafte Kriterien ausgewählt werden. Zum anderen kann eine Trennung von den Eltern und der Kultur erfolgen. Nur vererbbare Kriterien stellen sicher, dass sowohl die Person selbst die passenden Kriterien kennt, die auch bereits seine Eltern und deren Eltern erfolgreich zu Nachwuchs verholfen haben und dies ebenso bei seinen Kindern der Fall ist. Vererbbare Attraktivitätsmerkmale verhindern zudem ein zu starkes Auseinanderdriften der Art und erleichtern damit auch deren Ausbreitung. Bei lediglich kultureller Absicherung des Schönheitsmerkmals könnte eine Gruppe der Spezies die Ausprägung des Merkmals in Richtung +10 und die andere Gruppe die Ausprägung des Merkmals in Richtung -10 attraktiv finden. Damit würden sich diese Gruppen gleichzeitig ein eigenes Zuchtprogramm schaffen, da in der einen Gruppe die „+10″er mehr Nachkommen hätten und in der anderen Gruppe die „-10″er. Demnach würde sich auch der Genpool der Gruppen entwickeln, die sich dann je nach Wichtigkeit des Merkmals bzw. der Merkmale in vollkommen andere Richtungen entwickeln. Um so einheitlicher eine Spezies also bleibt, um so geringer müsste der Anteil an rein kulturellen Schönheitsmerkmalen sein (wer also davon ausgeht, dass die menschlichen Rassen  geringe Unterschiede aufweisen ist bei der abgespeicherten Schönheitsidealen besser aufgehoben).

7. Umsetzung

Der Körper von Lebewesen wird im wesentlichen über Instinkte oder bei höher entwickelten Lebewesen über Wünsche gesteuert. Wenn wir lange Zeit nichts gegessen haben signalisiert dies der leere Magen an das Gehirn und ein Hungergefühl, also der Wunsch nach Essen entsteht.

Dieses System ist leicht auf die Auswahl von Sexualpartnern zu übertragen. Immer wenn an einem artgleichen Wesen ein Merkmal des anderen Geschlechts feststellt, muss ein Wunsch nach Fortpflanzung mit dieser Person entstehen. Dieser kann dann je nach Ausgestaltung der Merkmale (hohe oder niedrige Qualität) höher oder niedriger ausfallen. Der Wunsch kann dabei bei einfacheren Tieren einfach dazu führen, dass eine Begattungsstellung eingenommen wird oder aber ein Besteigen versucht wird (männliche Enten versuchen regelmäßig weibliche Enten zu vergewaltigen) oder eben lediglich als gemäßigter Wunsch zu einem Balzverhalten motivieren (der Pfau stellt seinen Pfauenschwanz auf, der Mensch versucht seine Ressourcen darzustellen, indem er die Frau auf einen Kaffee einlädt oder sonst wie zu beeindrucken versucht bzw. die Frau fährt sich durchs Haar, um durch die Bewegung Aufmerksamkeit auf sich zu lenken). Lust und Begehren sind evolutionstechnisch als reine Steuerungsmechanismen zur richtigen Partnerwahl anzusehen. Ein Grund, aus dem sie sich sonst entwickelt haben könnten und nach dem sie einen evolutionären Vorteil geboten hätten ist nicht ersichtlich. Sie dienen eben dazu, Lebewesen trotz der ansonsten nicht bestehenden Nützlichkeit und damit verbundenen Gefahren (über Viren etc) dazu zu bewegen, ein Körperteil in den Körper eines anderen Lebewesens zu stecken und Genmaterial abzugeben bzw. zu akzeptieren und dies auch noch als vollkommen natürlichen Wunsch zu akzeptieren und sich dabei erheblicher Gefahren (durch Feinde etc) auszusetzen und Ressourcen zu verbrauchen. Sex ist – wenn man die vom Körper bereit gestellten Belohnungen nicht berücksichtigt – eine relativ bizarre Angelegenheit.

8. Der Mensch

Das Tiere eingespeicherte Merkmale haben, anhand derer sie das andere Geschlecht erkennen und anhand dessen sie deren Qualitäten einschätzen ist recht allgemein akzeptiert. Es ist auch eine der Grundlagen der sexuellen Selektion, die auf solchen vererbbaren Attraktivitätsmerkmalen aufbaut.

Wenn man aber

  • davon ausgeht, dass Tiere eingespeicherte Attraktivitätsmerkmale haben, die vererbbar sind
  • der Mensch sich durch Evolution entwickelt hat und insoweit die gleichen Grundlagen der Tiere teilt

dann bleibt nur der Schluss, dass auch der Mensch bzw. dessen Vorfahren eingespeicherte, vererbbare Attraktivitätsmerkmale gehabt haben muss, die eine Auswahl der passenden Partner unterstützt haben.

Die Bedeutung dieser eingespeicherten, vererbbaren Attraktivitätsmerkmale wird dabei mit steigenden Kosten der Schwangerschaft und der Aufzucht immer höher. Da Menschenbabies im Rahmen der „Menschwerdung“ immer unselbständiger wurden, wäre nicht damit zu rechnen, dass diese eingespeicherten, vererbbaren Attraktivitätsmerkmale nachteilhaft wurden. Im Gegenteil: Es dürfte eher ein selektiver Druck in Richtung einer Verfeinerung gegeben haben. Menschen, die keine eingespeicherten, vererbbaren Attraktivitätsmerkmale (aber einen Sexualtrieb) besaßen würden dies dementsprechend ausgelebt haben und demnach weniger Nachkommen gehabt haben. Ihre Gene werden daher im Genpool nicht beherrschend geworden sein. Wie daher ein Abbau der eingespeicherten, vererbbaren Attraktivitätsmerkmale erfolgt sein soll, ist meiner Meinung nach mit Evolution, dem einzigen Weg für eine Veränderung des Menschen, nicht zu erklären (was die Queer Theorie nicht berücksichtigt). Dabei einfach auf die Intelligenz des Menschen abzustellen geht fehl. Denn auch (oder gerade) mit dieser sind die für eine optimale Fruchtbarkeit vorhandenen Merkmale nicht als bekannt vorauszusetzen. Es wäre demnach ein schlechterer Effekt erzielt worden als bei einem Bestehenbleiben der Attraktivitätsmerkmale. Aus gleichen Gründen haben wir immer noch ein Hungergefühl, obwohl es heute eher hinderlich ist und unsere Fortpflanzungschancen aufgrund der hohen Verfügbarkeit von Essen eher verschlechtert.

9. Exkurs: Homosexualität

Gegen die obigen Ausführungen könnte man einwenden, dass diese ja durch das bestehen von Homosexualität beim Menschen widerlegt werden. Wenn der sexuelle Selektionsdruck so stark in Richtung einer Heterosexualität wirkt, wie können dann immer noch homosexuelle Vorhanden sein?

Die biologischen Grundlagen der Homosexualität und der diesbezüglichen evolutionären Vorteile sind komplex, ich will sie hier nur anreißen (und nach Möglichkeit einen eigenen Artikel schreiben, sobald ich es schaffe).

Es gibt auch innerhalb der Evolution gute Gründe für das Entstehen und Fortbestehen der Homosexualität.

  • Einer ist, dass etwas falsch läuft, das System ist in der Steuerung über Testosteron zwar grundsätzlich einfach, aber wenn ein Fehler auftritt, dann kann es dazu kommen, dass das „falsche Programm“ ausgeführt wird und die eigentlich für einen anderen Phänotyp bestimmten Attraktivitätsmerkmale eingespeichert werden. Dies liegt daran, dass der „Bauplan“ für Mann und Frau nicht einfach auf dem Y-Chromosom gespeichert ist, sondern ein Großteil beider Baupläne über die Gene verteilt sind und bei Mann und Frau vorhanden sind. Welcher Bauplan aktiviert wird hängt dann pränatalen und postnatalen Testosteron ab. Ein Grund, warum Testosteron eine androgene, also vermännlichende  Wirkung hat und einem Mann bei der Einnahme von Östrogenen Brüste wachsen etc. Der Effekt kann an äußeren Faktoren liegen, wie etwa im Tierreich beobachtet oder auch an anderen Ursachen haben, zB, dassdie Testosteronmenge zu niedrig bzw. zu hoch (bei AGS-Mädchen) ist oder nicht erkannt werden kann (wie bei CAIS).. (Disclaimer: Damit meine ich nicht, dass Homosexuelle „feherhaft“ sind. Welcher Bauplan ausgeführt wird sagt nichts über die Wertigkeit eines Menschen aus).
  • Diese Umstände können auch bestimmte Vorteile haben, etwas
    • für die mitochondriale DNA,
    • unter dem Gesichtspunkt der Verwandtenselektion
    • oder auch einfach für Gene auf dem X-Chromosom.
  • Es kann auch ein Nebenprodukt des „Kampfes“ zwischen den Interessen der Mutter (die Möglichkeit erhalten auch andere Kinder nach diesem zu bekommen) und den Interessen des Fötus (soviel wie möglich aus der Mutter herausholen um stark zu werden) sein, was bei der „Fraternal Birth Order“ Theory von einigen vermutet wird (Spätere Jungen sind eher schwul, weil die Mutter in vorherigen Geburten bestimmte Antikörper gebildet hat)

34 Gedanken zu “Warum die sexuelle Identität biologisch sein muss

  1. @ Christian

    Es sollte ja alleine die Tatsache der Existenz zweier Geschlechter Soziokulturalisten verstören.

    Die Vorteile der sexuellen Fortpflanzung hätte die Spezies auch nutzen können bei Zwittern.
    Dann hätte sogar die gesamte erwachsene Population schwanger werden können > numerische Vorteil.

    Dass der nicht genutzt wurde (will man nicht auf göttliche Willkür abstellen), lässt sich vernünftig nur erklären durch den Optimierungsvorteil, den Arbeitsteilung bietet, der so groß ist, dass er den numerischen Nachteil der Aufteilung der Geschlechter auf verschiedene Individuen, auf Mann und Frau, überwog.

    Diese Aufteilung machte gar keinen Sinn, wenn Mann und Frau sich identisch verhielten, gleichartige Verhaltensmuster/-programme zeigten, dann hätten sie ja auch Zwitter werden können und den numerischen Vorteil nutzen.

    Daraus ergibt sich auch, dass es funktionalen, evolutionären Sinn macht, bei Männern die Attraktivität weiblicher Frauen abzuspeichern, bei Frauen die Attraktivität männlicher Männer, denn diese Dichtotomisierung unterstützt die Entwicklung und Optimierung der erfogreichen Arbeitsteilung, beschleunigt ihre Ausbildung.

  2. @Roslin

    Zwitter scheint es aber recht selten zu geben, auch bei Tieren ohne direkte Arbeitsteilung.
    Vielleicht sind die Vorhaltekosten zu groß für beide Systeme. ich meine auch in „The Red Queen“ stand was dazu, vielleicht finde ich es noch mal.

    Mit Arbeitsteilung verschärft sich das Problem aber natürlich noch einmal. Denn jetzt kann man den Körper auf die verschiedenen Arbeiten hin optimieren, das ist denke ich in jedem Fall ein erheblicher Vorteil, gerade bei langen Tragzeiten, wie sie bei Menschen vorhanden sind und danach noch langer Unselbständigkeit.
    Und es lohnt sich dann auch noch mehr sexuell zu selektieren, wofür sich abgespeicherte Attraktivitätsmerkmale (zB beim Mann körperliche oder geistige Eigenschaften, die auf einen guten Versorger hindeuten) anbieten.

    • @ Christian

      Ich glaube nicht, dass die zusätzliche Produktion von Samenzellen (wenn denn ohnehin schon Eier gebildet werden), so aufwendig ist als dass das ein großer Nachteil sein könnte.

      Viel aufwendiger könnten da Paarungskämpfe zwischen Zwittern werden, wenn beide versuchten, sich nur als Männchen fortzupflanzen und sich die zehrende Schwangerschaft zu ersparen.

      Ich glaube, bei einigen Wurmarten gibt es das.

      Der Verlierer wird Weibchen.

      Fast wie im richtigen Leben.

      • Meine Damen und Herren, wieder einmal zeigt Herr Roslin sehr schön, dass er keinerlei verallgemeinernde Vorbehalte gegenüber dem weiblichen Geschlecht hegt. Wer auch immer ihn also als frauenfeindlich bezeichnet hat Unrecht! (ironie off)

      • @Roslin

        „Viel aufwendiger könnten da Paarungskämpfe zwischen Zwittern werden, wenn beide versuchten, sich nur als Männchen fortzupflanzen und sich die zehrende Schwangerschaft zu ersparen.“

        Ja, das könnte in der Tat der Grund sein. Zwischen Zwittern müsste jeder versuchen nach Möglichkeit die Kosten der Schwangerschaft an den anderen abzugeben. Ich werde es aber noch mal nachschlagen

        @Maren

        Ich würde es eher als ironische Anspielung auf die von Roslin ja schon wiederholt angeführte Betrachtung der Frau als Opfer sehen.

      • @ Maren

        *Wer auch immer ihn also als frauenfeindlich bezeichnet hat Unrecht! (ironie off)*

        Wo hätte ich das denn behauptet?

        ICH BIN FRAUENFEINDLICH!

        • @ muttersheera

          *Mit solchen Aussprüchen biste aber zurückhaltender geworden, wa?

          Man wird ja so leicht missverstanden. Bzw. wörtlich.*

          Findest Du?

          Ich hoffe, das täuscht.

          Ich will doch nicht zum Lila Pudel mutieren!

      • Ich würde gar nicht sagen, daß „Arbeitsteilung“ bei Tieren so selten ist (bei Pflanzen schon, aber da dominieren ja auch die Zwitter). Fälle wie Glühwürmchen oder Stechmücken, wo Männchen und Weibchen ganz unterschiedliche Strategie verfolgen, sind gewiß eher die Ausnahme, aber bei einem großen Anteil der Tierarten ist das Weibchen schließlich größer als das Männchen, d.h., die Arbeitsteilung sieht so aus, daß es Mänchen gibt, die schnell heranwachsen, klein bleiben und höhere Risiken eingehen (nicht unbedingt vom Verhalten her, auch „klein bleiben“ ist riskant) und Weibchen, die sich mit der Fortpflanzung mehr Zeit lassen, in dieser jedoch größer werden.

        • @ Wafthrudnir

          Tach auch!
          Bist neu hier, oder?
          Wollt Dich nur flux begrüßen, wo Christian dafür schon keine Zeit zu haben scheint vor lauter Barbie/He-Man-Debatte.

          „bei einem großen Anteil der Tierarten ist das Weibchen schließlich größer als das Männchen“

          sag doch sowas nicht 😉

          „auch “klein bleiben” ist riskant“

          Ich wusste es!

          Äh, warte… wäre es möglich, dass diese Aussage sich dann (lt. wem eigentlich?) nur auf Männchen bezieht?

  3. Da Du Dich damit auskennst – wie ist das eigentlich bei den Homosexuellen, welche Erklärungsmöglichkeit wird denn dort häufiger vertreten? Die biologische oder die kulturelle? Letztere bedeutet ja Zwangsheterosexualität, also muß man davon ausgehen, daß Butler und Gender-Stormtroopers von einer kulturellen Erklärung ausgehen.

    Man hört aber ebenso häufig oder zumindest doch auch, daß Homosexualität biologisch bedingt sei.

    Was wird denn nun offiziell vertreten? Und wie begegnen sich diese Denkrichtungen? Also wie diskutieren die untereinander? Was sagt Butler?

    Das ist ja für Außenstehende schon ziemlich absurd.

    Die müssen sich doch mal irgendwann einigen bzw. sagen, was nun am plausibelsten ist.

    • @Mutter Theresa

      Was nun von welcher Denkrichtung wie vertreten wird kann ich dir auch nicht sagen. Im Genderfeminismus muss wohl eine biologische Erklärung ausscheiden, da man dort ja von einer gesellschaftlichen Konstruktion ausgeht.

      Aber welche Untermeinungen es nun wieder zur gesellschaftlichen Konstruktion gibt…

  4. Der Verlierer wird Weibchen.
    @Roslin
    Nachfolgend sind ein paar ausgewählte Zahlen zur Differenz der Lebenserwartung
    zwischen Männern und Frauen.
    Deutschland 5,3 Jahre
    Östereich 5,5 Jahre
    Schweiz 5,8 Jahre
    Frauen werden älter als Männer, obwohl Frauen einen größern Ressourcenverbrauch benötigen insbesondere während der Schwangerschaft.
    Hier könnte man zu dem Schluß kommen, Frauen sind von Natur aus intelligenter bei der Ressourcenverwaltung.
    Der Verlierer ist das Männchen.

    • @Transgenetic

      Mit „Verlierer“ ist eine evolutionäre Betrachtung gemeint. Denn das Weibchen trägt die Kosten. Wenn sich die beiden eh paaren wollen ist es „billiger“, das Männchen zu sein. Es würden daher bei Zwittern die Gene stärker verbreitet werden, die ein Verhalten bzw. einen Körper erzeugen, der die Kosten nicht tragen muss. ZB in dem man nur Männchen ist. Dann wird im Gegenzug allerdings auch die Spezialisierung auf Weibchen wieder attraktiver, weil man dann eine große Auswahl hat. Die Gefahr, dass sich Zwitter auseinander entwickeln und es zwei Geschlechter gibt, ist damit recht groß.

    • @ Transgenetic

      *Hier könnte man zu dem Schluß kommen, Frauen sind von Natur aus intelligenter bei der Ressourcenverwaltung.
      Der Verlierer ist das Männchen.*

      Auf der Langstrecke (was Lebenserwartung-Fortpflanzungserfolg anlangt) schon.

      Liegt nicht an der Intelligenz der Frauen (es ist ja kein bewusst gewähltes Verhalten), sondern an ihrer Postion als das Geschlecht, das das höhere, minimale, parentale Investment leisten MUSS, will es sich fortpflanzen, das deshalb sorgfältiger wählen MUSS, weshalb Frauen die begrenzende Ressource der menschlichen Fruchtbarkeit sind, der Zugang zu Frauen das knappe Gut (für „normale“ Männer > weshalb vom Feminismus Hochstatus-Männer und junge, sexuell attraktive Frauen profitieren, Durchschnittsmänner und Frauen über 45 verlieren sowie Mütter).

      Das hat zur Folge, dass der intrasexuelle Wettbewerb der Männer über Leistungsmerkmale läuft (sie müssen beweisen, dass sie „potent“ sind, indem sie andere Männer überwinden, sich als die „Stärkeren“ erweisen in der ewigen Turniersituation) und darum sehr viel anstrengender ist als der intrasexuelle Wettbewerb unter Frauen, der eher über „Seinsmerkmale“ läuft (Jugendlichkeit, Schönheit), an denen sich durch Leistung nicht viel ändern lässt (entweder man ist es oder nicht/nicht mehr – Leistung hilft da nicht viel).

      Das ersprart den Frauen den scharfen Wettbewerb, weshalb sie mit Wettbewerb auch weniger gut zurechtkommen als Männer und Frauenschachligen, Quoten, Sonderzonen, Spielecken, Frauenförderräume etc. brauchen, um mit Männern auf „Augenhöhe“ konkurrieren zu können.

      Der Feminismus befreit die „Haremsbildungsneigung“ von Hochstatusmännern (polygyn sind viele Männer, aber nur Hochstatusmänner können das problemlos umsetzen) und die hypergamen Instinkte von schönen, jungen Frauen (die viele Frauen haben, aber nur schöne, junge Frauen können sie problemlos umsetzen).

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  8. Schon gelesen?

    „Eine Prinzessin wird gesucht. Denn der Kronprinz soll heiraten. Aber keine gefällt ihm – nicht die aus Texas, nicht die aus Grönland, nicht die aus Indien. Dann wird Prinzessin Liebegunde vorstellig, und der Prinz verliebt sich in ihren Bruder Prinz Herrlich. Eine prächtige Hochzeit wird ausgerichtet. Gemeinsam regieren König und König das Land. Diese Geschichte für Kinder von vier Jahren an steckt mit anderen Büchern in einem Koffer, der nach den Sommerferien in diesem Jahr erstmals in Berliner Grundschulen eingesetzt werden soll. Schon vor seiner Ingebrauchnahme führt der Koffer zu Erregung: „Schulfach Schwul“, ätzte das Berliner Boulevardblatt „BZ“. … Zusammengestellt wurde der Koffer von „Queerformat“, einer Verbindung der zwei Berliner Vereine „KomBi“ und „ABqueer“, die über „lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Lebenweisen“ aufklären und beraten.“

    http://www.faz.net/p/Rub867F03D44419425ABE6DCC0E9D5A8505/Dx1~E2467D1BABA0490351689AEA0C38CA085~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Dass „die Handreichung bei Lehrern auf mäßiges Interesse stößt“, wundert nicht.

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