Feminismus, Maskulismus und Sex

Nochmal Sascha Lobo. In seinem Beitrag zur Frauenblogrollquote wollte er noch etwas provozieren und schrieb daher:

Bezeichnenderweise kommen die heftigsten antifeministischen Argumente in meinem weiteren Umfeld von Männern, die mit Frauen wenig bis nichts am Hut und anderen Körperteilen haben, sogar Extremfälle misogyner Jungfräulichkeit sind vorhanden. Das ist natürlich nur eine anekdotische Beobachtung, die wenig beweist. Aber dafür interessant ist. Sex scheint mir bei antifeministischer Verwirrung ein hochwirksames Mittel gegen Frauenfeindlichkeit, vielleicht finden sich ja hier wie dort Freiwillige für Feldstudien, “Fuck for Feminism” oder so.

Das nur auf Männer zu beziehen ist natürlich politisch korrekter, aber es findet sich natürlich genauso in der Damenwelt. Wenn die Beziehung zum anderen Geschlecht gestört ist, sei es weil man keinen Sex bekommt oder (gerade bei Frauen) zwar Sex bekommt, aber sich dabei benutzt fühlt bzw. eigentlich eine Beziehung will, dann kann man dies natürlich kompensieren, indem man das andere Geschlecht dafür verantwortlich macht (vgl. auch Feministinnen und besserer Sex).

Ich denke also, dass in beiden Gruppen ein gewisser Anteil an Menschen vorhanden sind, die dort ihre persönlichen Probleme mit dem anderen Geschlecht behandeln. Ich denke allerdings nicht, dass dies der einzige Grund ist, warum Menschen sich diesem Thema widmen. Vielleicht ist der Anteil sogar höher als in der übrigen Bevölkerung. Wer sehr gut mit dem anderen Geschlecht zurechtkommt, eher weiß, wie es tickt, der schließt eher Frieden mit den Geschlechtern. Wer mit dem anderen Geschlecht nicht zurechtkommt und sich von diesem nicht angenommen fühlt, der wird auch weniger bereit sein Kompromisse zu machen. Aus dem gleichen Grund mag der Anteil lesbischer Frauen in der Frauenbewegung recht hoch sein: Sie haben zum einen weniger Anlass Rücksicht auf Männer zu nehmen, zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie eher ein männliches(eres) Gehirngeschlecht haben höher, so dass sie Rollenanforderungen als belastender wahrnehmen.

Weder Männer- noch Frauenhass ist meiner Meinung nach allerdings das richtige Mittel um voran zu kommen.

6 Gedanken zu “Feminismus, Maskulismus und Sex

  1. @Bartonitz

    Das Matriarchat scheint aber die Frauen nicht anzuziehen. Vielleicht leben sie lieber in der Moderne. Auch in der heutigen Gesellschaft scheinen mir die Leute größtenteils nicht unzufrieden damit zu sein, eine Frau oder ein Mann zu sein. Dass es Verbesserungsmöglichkeiten gibt ist klar, die gibt es immer.

    Aber ich glaube, dass du die Vorteile des Matriarchats überbewertest und die Nachteile ausblendest.

  2. @ M. Bartonitz

    Warum, Herr Bartonitz, glauben Sie völlig unkritisch Berichte über ferne Gemeinschaften?

    Fürchten Sie nicht, hier getäuscht zu werden von begeisterten, blauäugigen Beobachtern, die nur sehen, was sie sehen wollen?

    Objektiv feststellbar ist, dass die umliegende Bevölkerung die Matrirachate, besser matrilinearen Geslellschaften so attrkaiv nicht findet, sonst erlebten diese Gesellschaften Zuwanderung.

    Im Gegenteil, sie sterben eines langsamen Todes, auch ohne dass man sie umbringt.

    Die Menschen wandern ab.

    Sind die alle blöd?

  3. Es gab doch da vor gar nicht langer Zeit einen argentinischen Autor, der ein Jahr bei einem matriarchalischen Stamm in China verbracht hat. Darüber hat er dann natürlich auch ein Buch geschrieben. Er beschreibt das Matriarchat durchweg positiv und kommt zu dem Schluss, dass das die optimale Gesellschaft sei.
    Das ging natürlich durch die Presse, auch in Deutschland, und so gab er verschiedenen Zeitungen ein Interview. Im Spiegel wurde er, berechtigterweise, gefragt, warum er denn nicht da geblieben sei, wenn da Alles so schön ist. Darauf hin sagte er: „Dableiben? Und mich den ganzen Tag von Frauen anschreien lassen? Auf keinen Fall.“

    • @ Salvatore

      *Es gab doch da vor gar nicht langer Zeit einen argentinischen Autor, der ein Jahr bei einem matriarchalischen Stamm in China verbracht hat.*

      Er schrieb ein Buch über die Mosuo. Lucia hat den Schmarrn auf ihrer Webseite verlinkt.

      Der gleiche Autor entdeckte vor Jahren in den Anden das Dorf der ewigen Jugend.

      Da blieb er auch nicht.

      Mei, sowas lesen die Leuts halt gern.

      Transzendenz in der Immanenz.

      Wenn man schon nicht mehr an Gott und das Paradies glaubt, dann doch wenigstens an den Urkommunismus oder das Matriarchat.

      Wir sind ja schließlich aufgeklärt.

      Wie’s im Paradies der starken Frauen und der freien Liebe

      http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/das-paradies-der-freien-liebe/

      wohl wirklich zugeht, erahnt man hier: Denkmalschutz für die Mosuo-Gesellschaft, die wohl zerfällt im Angesicht des umgebenden, ganz unparadiesischen Patriarchates.

      *Mosuo Culture has attracted a lot of interest in recent years. There have been books written about them, documentaries produced about them, and scores of anthropologists coming to study them. Yet, for all of this, much of the information that is out there about the Mosuo is misleading at best, and at times damaging. We hope to provide more accurate information here, to help people understand this unique and fascinating culture!*

      http://www.mosuoproject.org/mosuo.htm

      Um Spenden wird gebeten.

      http://www.mosuoproject.org/main.html

      Auch dieses Matriarchat muss unter Denkmal schutz gestellt werden, überlebt, wenn überhaupt, nur unter Schutzfolie und Sauerstoffzufuhr von außen, von dorther, wo das böse Patriarchat des marxistisch lackierten, konfuzianischen Kapitalismus lauert.

      Ach ja, die Mosuo kennen die Todesstrafe für Mord und Vergewaltigung.

      Paradies?

  4. Pingback: „Warum Feministinnen besseren Sex haben“ « Alles Evolution

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