Feminismus als Verstärkung des Männlichen in der Frau

Ein interessanter Ansatz findet sich in dem Artikel „How Feminism Hurt Our Love Lives„. Die Autorin beklagt, dass der Feminismus es Frauen erschwert weiblich zu sein und dies zu genießen, weil sie nunmehr eben auch männliche Eigenschaften übernehmen müssen und dadurch härter und weniger kompromissbereit geworden seien.

I think the whole feminist movement is a bit of a misnomer anyway — feminism didn’t liberate femininity. Feminism liberated masculine energy in women. It was a masculinist movement. This is a good thing. Because of masculism, er, I mean feminism, we can now procure income in the male dominated marketplace and buy ourselves any kind of life we want. Those of us who aren’t completely fulfilled baking cookies can now choose to fly jets, put out fires, or handcuff bad guys. We can also look for a cure for cancer, design computer programs, and sink basketballs, if those things suit our fancy.

But make no bones about it, feminism did not liberate femininity. In fact, I think it did the opposite. It pushed femininity in the closet, turning feminine traits into embarrassingly weak elements of our personality — a side that we began to show to fewer and fewer people.

(…)

Finally, feminism did a disservice to many women who weren’t (and aren’t) unhappy with traditional gender roles. Feminism robbed them of their identities by devaluing their job description. Millions of women whose self esteem was derived from their role as a great mother or supportive wife were suddenly left with a low-ranking title. There are still many women, (indeed, the backbone of our country) who cringe at a cocktail party when that inevitable small-talk query pops up, “And, what do you do?”

Somehow it seems awkward to say, “I take pride in my soufflé, kiss plenty of boo boos, find joy in my garden, and I spend a lot of time helping my family with their emotional struggles.” No, instead, the woman who does those very things everyday is forced, in public, to extol the merits of the part-time office job that brings her income and not much more.

Die Beschreibung ist etwas einfach, hat aber sicherlich ein paar wahre Elemente. Man muss wohl mal wieder unterscheiden: Während es in Beauvoirs „Das andere Geschlecht“ an vielen Punkten recht deutlich wird, dass sie es gerne hätte, wenn Frauen ihre „zimperliche Art“ ablegen und sich wie Männer benehmen würden gibt es natürlich auch den „Mutter Kult“-Feminismus, der diese Rolle gerade hochhält.

Zudem wird eine Dekonstruktionistin nach Butler einwenden, dass es im Feminismus nach ihrer Denkart gerade nicht darum geht, dass feminine abzuschaffen, sondern die Rollen an sich und sich daher in einer feministischen Welt jeder benehmen könnte wie er es möchte. Es würde eben nicht unweibliches Verhalten abgewertet werden, sondern der Zwang sich nach Rollenbildern zu verhalten. Einer Frau, die wegen einer Situation weinen will, würde also nicht vorgehalten, dass sie nicht hart genug ist.

Das verkennt aber wiederum, dass es immer ein gewisses Normverhalten gibt und mit einer Auflösung eines Geschlechterverhaltens sich diese Norm eher zur Mitte oder zu dem für diesen Bereich praktischeren Bereich wendet. Weinen ist ein Zeichen von Emotionen und eben auch von einer gewissen Schwäche, weil es deutlich macht, dass einen die Situation belastet und es als Zeichen einer gewissen Hilflosigkeit angesehen wird, im Vergleich zu einem „männlicheren Hinnehmen“ und davon werden die Menschen sich meiner Meinung nach auch nicht ohne weiteres frei machen können, genauso wenig wie man die Bedeutung von Lachen in ihr Gegenteil verkehren kann.

Das Feminismus  gerade für männlichere Frauen interessant ist, weil gerade diese die Geschlechterrollen eher als einengend wahrnehmen ist ja auch eine meiner Thesen. Die Aussage an sich, dass Feminismus auch eine Verstärkung des Männlichen in der Frau ist hat daher etwas für sich.

Was es natürlich nicht zu einem Maskulismus macht. Das würde bedeuten, dass man auch das männlichere im Mann stärkt bzw. ihn wählen lässt und das man Interessen von Männern vertritt.

„Sprache als ein Fenster in die Natur des Menschen“ (Steven Pinker)

Steven Pinkers Ausführungen zur direkten und indirekten Sprache sowie den verschiedenen Ebenen menschlichen Zusammenseins (Dominance, Communality, Reciprocity), graphisch illustriert.

Es zeigt meiner Meinung nach auch den Wert der indirekten Rede und der verschleierten Formulierung oder auch einfach des „Nicht-Deutlich -Aussprechens“ für Rückzugsmöglichkeiten von einer eigentlichen Absicht. Vielleicht auch für „Nein heißt Nein“ ganz interessant.

Hindernisse von Frauen in Führungspositionen

In einem Bericht in der Süddeutschen ist ein Bericht über nach wie vor bestehende Hindernisse von Frauen in Führungspositionen.

Trotzdem fühlt sie sich oft nicht ernst genommen. Zum Beispiel als sie vor kurzem eine Werksführung mit einem Kunden machte. „Als ein männlicher Mitarbeiter auftauchte, war ich plötzlich Luft für den Kunden. Er richtete all seine Fragen an den Mitarbeiter“, erzählt Wagner. Wie sie sich in solchen Situationen verhalten soll, weiß sie nicht. „Mir sagt ja niemand offen, dass er meine Kompetenz anzweifelt. Das ist unterschwellig, dagegen kann man sich schlecht wehren.“

Wie Claudia Wagner geht es vielen Frauen in Spitzenpositionen. Sie werden unterschätzt und in Frage gestellt. „Vielen Männern ist gar nicht klar, dass sie es den Frauen so schwermachen“, sagt Christiane Flüter-Hoffmann, Expertin für betriebliche Personalpolitik am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Nach oben zu kommen, das ist mittlerweile leichter geworden. Laut einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Hoppenstedt hat sich der Anteil von Frauen in Führungspositionen zwischen 1995 und 2010 auf knapp 20 Prozent verdoppelt. Aber wie ist es, wenn man es nach oben geschafft hat? (…)

Mit der ersten Frau änderte sich der Führungsstil: Wagner senior war autoritär, die Tochter ist behutsamer, kooperativer. Sie hat ein besseres Betriebsklima, bekommt aber weniger Respekt. Manchmal denkt sie, sie müsste „mal richtig auf den Putz hauen“. Tut sie dann aber doch nicht, weil sie so nicht führen möchte. Also sucht sie nach anderen Lösungen.(…)

Interessant wäre, inwieweit der weniger autoritäre Führungsstil auch mit den anderen Punkten in Verbindung steht. Auch Autorität ist meiner Meinung nach eine Eigenschaft, die nicht zufälligen Regelungen unterliegt, sondern deren Grundpunkte bereits von Geburt an anprogrammiert sind. Wir reagieren daher auf bestimmte Autoritätsmerkmale indem wir die Leute, wenn es uns authentisch erscheint, mit mehr Respekt behandeln. Viele dieser Autoritätsmerkmale lassen sich wohl leider eher mit der klassischen männlichen Rolle vereinbaren. Hier muss wohl ein neuer Weg gefunden werden solche Autorität auch für Frauen durchsetzbar zu machen. Ein wichtiger Punkt dürfte dabei aber auch das Alter sein. Alter bringt eher einen gewissen Respekt mit sich oder macht es einfacher eine gewisse Autorität auszustrahlen.

Der wichtigste Schritt zur Selbstbehauptung ist laut Leiterin Birgit Steinhardt die Abkehr von männlichen Vorbildern: „Es bringt nichts, männliches Führungsverhalten zu imitieren.“ Stattdessen müsse jede ihren eigenen Weg gehen. Bei Kleinigkeiten sollte man aber manchmal einfach mitspielen: „Der Firmenwagen zum Beispiel ist bei manchen Unternehmen ein typisches Symbol der Macht. Da sollte man nicht sagen: ‚Nein danke, mein Smart reicht mir'“, erklärt Steinhardt.(…)

Das ist sicherlich ein interessanter Punkt. Ich würde auch sagen, dass es wenig bringt, sich zu verbiegen und unauthentisch zu wirken. Allerdings sollte man auch die Wirkung seines Handelns nicht davon frei machen, wie bestimmte Gesten ausgelegt werden und insoweit beachten, dass die Darstellung von Status und Selbstsicherheit und das Einfordern von Respekt eben wahrgenommen werden und das Verhalten prägen. Wer dies nicht macht, der wird eben auch anders behandelt.

Viele Verbesserungsvorschläge beziehen sich auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sprich: flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle, Kinderbetreuungsangebote. Schwieriger ist es, die Einstellung der Mitarbeiter zu verändern. Oft kommt ein Umdenken erst durch persönliche Erfahrung: „Erst wenn die eigene Tochter oder Frau von Problemen im Beruf erzählt, fangen viele Männer an, über ihre eigene Haltung nachzudenken“, sagt Christiane Flüter-Hoffmann vom IW. (…)

Das zeigt meiner Meinung nach auch, dass die „Interessengemeinschaft Patriarchat“ nicht so einfach herzustellen ist. Wir sind weniger daran interessiert unserem Geschlecht, sondern eher unseren Genen zu helfen.

Sie würde sich wünschen, mit ihren männlichen Kollegen und Vorgesetzten offener über Schwächen sprechen zu können. „Ich habe gelernt, es für mich zu behalten, wenn ich sehr viel Stress habe, da eine offene Ansprache von Überlastung oft falsch interpretiert wird.“

Hier sind wir wieder bei den unterschiedlichen Stressverarbeitungsmechanismen von Mann und Frau. Es ist eben die Frage, ob man die Bewertung dieser einfach abstellen kann.

Unklare Gefühle können auf Frauen attraktiv wirken

Eine interessante Studie befasst sich damit, inwieweit Unsicherheit über die Meinung bestimmter Männer über Frauen Auswirkungen auf die Bewertung der Attraktivität dieser Männer durch diese Frauen hat (via Roissy):

It turns out there may be something to „playing hard to get.“ A study published in Psychological Science, a journal of the Association for Psychological Science, finds that a woman is more attracted to a man when she is uncertain about how much he likes her.

On the one hand, a lot of psychological research has found that person A usually likes person B about as much as they think person B likes them. „If we want to know how much Sarah likes Bob, a good predictor is how much she thinks Bob likes her,“ write the authors of the paper, Erin R. Whitchurch and Timothy D. Wilson of the University of Virginia and Daniel T. Gilbert of Harvard University. „But what if Sarah is not sure how much Bob likes her?“ This might lead Sarah to spend a lot of time thinking about Bob, wondering how he feels, and she might find him more attractive the more she dwells on him.

Forty-seven female undergraduates at the University of Virginia participated in the study. Each student, who believed that the experiment was designed to study whether Facebook could work as an online dating site, was told that male students from two other universities had viewed her profile and those of 15 to 20 other females. Then the women were shown four men’s Facebook profiles that they thought were real, but were actually fictitious. Some of the women were told they’d seen the four men who liked them the most; others were told these were four men who rated them about average. A third group were told the men could be either the ones who liked them most or the ones who liked them about average—so those women didn’t know about the level of the men’s interest in them.

As other research has found, women who believed the men liked them a lot were more attracted to the men than women who thought the men liked them only an average amount. However, the women who found the men most attractive were the ones who weren’t sure whether those men were into them or not.

internet dating site, which is common these days. „When people first meet, it may be that popular dating advice is correct: Keeping people in the dark about how much we like them will increase how much they think about us and will pique their interest.““Numerous popular books advise people not to display their affections too openly to a potential romantic partner and to instead appear choosy and selective,“ the authors write. Women in this study made their decisions based on very little information on the men—but in a situation not unlike meeting someone on an

Einer Frau zu zeigen, dass man sie mag, kann damit Vorteile haben. Noch mehr Vorteile kann es allerdings  haben, sie hierüber im unklaren zu lassen. Das ist einer der Grundmechanismen auf denen beispielsweise der Neg oder Push/Pull aufbauen.

Der Mensch und freier Wille

Ein interessantes Interview zum freien Willen in der Süddeutschen:

Dass es keinen freien Willen im klassischen Sinn gibt, heißt ja noch lange nicht, dass unser Gehirn so vorhersagbar ist wie ein Räderwerk. Auch die betreffenden Neurobiologen lassen etwas Freiheit und Raum für Kreativität. Nein, ich denke, das Einzige, wogegen sie zu Recht Sturm laufen, ist die dualistische Idee, derzufolge es einen von der Materie losgelösten Geist gibt, der Entscheidungen treffen kann. (…)

Die Physik weiß seit hundert Jahren, dass die Welt nicht streng deterministisch ist. In jedem System gibt es ein Hintergrundrauschen, teils durch Quanteneffekte bedingt, immer aber auch durch die thermische Bewegung. Das macht es prinzipiell unmöglich, den Lauf der Welt exakt vorauszuberechnen. Wir glauben nun, in unseren Versuchen Hinweise gefunden zu haben, dass das Gehirn dieses Hintergrundrauschen nutzt und je nach Bedarf verstärken kann. Wie das funktioniert, wissen wir bisher nicht, aber ich stelle es mir im Prinzip als eine Art Zufallsgenerator mit regelbarem Verstärker vor.(…)

Zum Zufallsgenerator kommt eine Selektionsebene hinzu. Entscheidung wäre dann ein zweistufiger Prozess: Erst werden Verhaltensoptionen generiert, dann wird mit Hilfe des Willens eine Auswahl getroffen.(…)

Studien zeigen, dass auch viele menschliche Entscheidungen hinterher vom Bewusstsein rationalisiert werden. Da wir nicht wissen, wie das Bewusstsein funktioniert, können wir auch nicht wirklich sagen, welchen Einfluss es hat. Klar ist nur, dass manches schon wegen der Laufzeiten bestimmter Nervensignale längst entschieden ist, bevor das Bewusstsein eingreifen kann. Aber hier wird nun noch mal der Unterschied von meinem Begriff und dem landläufigen Verständnis deutlich: Freier Wille nach meiner Definition ist unabhängig vom Bewusstsein!(…)

Mit der Willensfreiheit haben wir einen Begriff, der ausdrückt, dass wir Verhaltens- oder Entscheidungsoptionen haben. Andere Kollegen bezweifeln, dass das Rauschen eine zentrale Rolle spielt. Es Freiheit zu nennen, sei doch reichlich übertrieben. Ich hoffe allerdings, dass wir mit unseren Forschungen zeigen können, dass es eine zentral ins Gehirn eingebaute Funktion ist. Wenn ich neuronale Mechanismen für die Variabilitätskontrolle finde, dann wäre das ein Hinweis darauf, dass es eben kein Nebeneffekt ist, sondern ein von der Evolution selektiertes, bedeutsames Merkmal. Meine Hypothese ist sogar, dass es die Hauptaufgabe des Gehirns ist, die Balance zwischen Freiheit und Determinismus zu finden.(…)Wahrscheinlichkeiten sind äußerst selten genau null oder eins. Wie groß Ihre Chance war, hängt natürlich davon ab, ob Sie zum Beispiel schokoladensüchtig sind oder jemand mit der Pistole Sie gezwungen hat. Aber ganz auszuschalten ist die Variabilität nie.

Also im Endeffekt eine Vorauswahl aufgrund unbewußter Prozesse und eine Entscheidung zwischen diesen, wobei wir durch bestimmte Wünsche noch etwas „in eine Richtung geschubst werden“ (indem der Entscheidungsspielraum größer oder kleiner ist).

„Mutter Mythos“-Feminismus

Eine Spielart des Feminismus ist der „Mütterverherrlichungsfeminismus“. Er wird meiner Meinung nach eher von sehr weibliche denkenden Personen, häufig eben Müttern, vertreten.

Kennzeichen sind eine verherrlichung der Mutter und Frau als Quelle alles Guten und Schöpferin des Lebens, die auch gerne in eine spirituelle Sichtweise abdriftet und einen Göttinenkult begründet.

Ein Beispiel zeigt sich meiner Meinung nach gerade in einem Gastartikel bei der Mädchenmannschaft von Kirsten Armbruster

Ich zitiere einfach mal:

Wenn du als Mutter, dein Maul aufmachst, um bittere Wahrheiten auszusprechen, die aber im Patriarchat niemand hören will, kriegst du eine auf´s Maul.
Mütter, die unsichtbare Macht hinter allem Leben! Denn kommt durch unsere Fotze nicht das neue Leben in die Welt und nähren wir mit unseren Titten nicht eben dieses neue Leben? Diese Diskrepanz zwischen der wahren Lebensmacht von Müttern und ihrer gleichzeitigen Machtlosigkeit im Patriarchat, das ist das, was uns zu Recht bitter macht!

Oder auch:

Mütter und Macht, scheint das nicht ein Widerspruch an sich? Ach wie gut, dass keine weiß, dass Macht ursprünglich ein altes Wort für Scheide, also Fotze ist. Wir kennen diese alte Bedeutung kaum mehr, und nur noch indirekt begegnen wir sprachlich dieser uralten Müttermacht, nämlich in dem Wort Gemächte für das männliche Glied.

Oder eben:

Schon der Begriff work-life-balance in Verbindung mit Müttern ist eine patriarchale Lüge, tatsächlich müsste es heißen: work-work-imbalance, denn Mütter arbeiten doppelt und bekommen besonders wenig Geld: als Teilzeitkräfte, aus geschlechtlicher Benachteiligung bei den Löhnen und weil ihre Familienarbeit als nicht geldwert erachtet wird. Würde es sich wirklich um work-life-balance handeln, würden Männer Schlange stehen beim Putzen, Bügeln, Kochen, Einkaufen, Kinder und ältere Menschen Versorgen! Doch da hilft nur eins, liebe Mütter: Werdet euch endlich wieder eurer Lebensmacht bewusst, der Macht neues Leben zu gebären. Streikt und weigert euch unter diesen Bedingungen Kinder zu bekommen und die, die bereits Kinder haben, nutzt euren weiteren Machtbereich, die Arbeitsmacht.

Und im spirituellen Bereich:

Boykottiert patriarchale Strukturen, tretet endlich aus den Kirchen aus, holt euch unsere uralte mütterliche Geschichte zurück, denn die erste Kulturstufe des Menschen war eine mütterliche Kulturstufe und dort finden wir auch die Wurzeln einer richtigen Religion, die sich mit der Erde und der Landschaft zurückbindet, denn von religio kommt das Wort Religion. Tretet in den Gebärstreik und fangt mit einem Arbeitsstreiktag pro Woche an. Diese neu gewonnene Zeit verwendet darauf euch wieder mit unseren menschlichen Wurzeln zu beschäftigen. Dann werdet ihr wieder starke,lebensmachterfüllte Mütter sein, und die Ohnmacht hinter euch lassen.

Mir persönlich wird dabei erst einmal schlecht, wenn ich diesen Lobgesang auf die selbstlose Mutter lese. Die Übertragungsleistungen der Männer, die gerade in der Ehe enorm sind (Unterhalt, Zugewinn, Versorgungsausgleich) bleiben ausgeblendet, ebenso der Anteil der Arbeit, den Männer kostenlos erledigen. Ich hatte dazu schon mal etwas in „Unbezahlte Arbeit in der Familie“ geschrieben. Aber nicht nur das, auch „die Macht der Fotze“ und die Rückbesinnung auf den idyllischen Urzustand des Matriarachats tragen dazu bei. Als Atheist habe ich eh nicht viel für Religionen übrig, insofern macht  eine neue Frauenreligion, in der „das Weibliche“ bzw. „die Mutter“ angebetet wird, da auch keinen Unterschied.

Immerhin regt sich auch in den Kommentaren bei der Mädchenmannschaft einiges an Widerstand.

Diskriminierung von Frauen im wissenschaftlichen Bereich

Eine interessante Studie zur Diskriminierung von Frauen im wissenschaftlichen Bereich (abstract/full text) (via):

Explanations for women’s underrepresentation in math-intensive fields of science often focus on sex discrimination in grant and manuscript reviewing, interviewing, and hiring. Claims that women scientists suffer discrimination in these arenas rest on a set of studies undergirding policies and programs aimed at remediation. More recent and robust empiricism, however, fails to support assertions of discrimination in these domains. To better understand women’s underrepresentation in math-intensive fields and its causes, we reprise claims of discrimination and their evidentiary bases. Based on a review of the past 20 y of data, we suggest that some of these claims are no longer valid and, if uncritically accepted as current causes of women’s lack of progress, can delay or prevent understanding of contemporary determinants of women’s underrepresentation. We conclude that differential gendered outcomes in the real world result from differences in resources attributable to choices, whether free or constrained, and that such choices could be influenced and better informed through education if resources were so directed. Thus, the ongoing focus on sex discrimination in reviewing, interviewing, and hiring represents costly, misplaced effort: Society is engaged in the present in solving problems of the past, rather than in addressing meaningful limitations deterring women’s participation in science, technology, engineering, and mathematics careers today. Addressing today’s causes of underrepresentation requires focusing on education and policy changes that will make institutions responsive to differing biological realities of the sexes. Finally, we suggest potential avenues of intervention to increase gender fairness that accord with current, as opposed to historical, findings.

Ich vermute mal, dass die alten Studien dennoch unkritisch weiter publiziert werden.

Dass das daran festhalten sogar schädlich für Frauen sein kann spielt dabei eine geringere Rolle als die Aufrechterhaltung der Ideologie.

Stressreaktionen bei Mann und Frau

Anne Moir, Mitautorin des sehr guten Buches „Brain Sex“ stellt auf ihrer Seite einige interessante Unterschiede in der Reaktion auf Stress von Mann und Frau zusammen.

Im wesentlichen geht es darum, dass Männer bei Stress für „Kämpfen oder Fliehen“ („Fight or Flight“) und Frauen für „Sorge und Befreunde“ (Tend and befriend“) vorbereitet werden. Diese Einstellung erfolgt wohl im wesentlichen durch ein unterschiedliches Hormonsystem.

Die Unterschiede werden dort wie folgt dargestellt:

Sex differences in stress response

When challenged, level of epinephrine/adrenaline in males is double that in females. Men have a consistently higher response to most, but not all, challenging situations than do women. By contrast, women show more of an adrenaline high in emotionally demanding situations than do men. Cortisol is also a measure of our ’stress levels. If it remains high for a long time it creates that feeling of anxiety. Again, there are differences in the way it presents in men and women.

Cortisol Response

  • Cortisol in short bursts helps in demanding situations by sharpening concentration
  • If cortisol is too high for too long it harms the body and the brain
  • In women the cortisol reaction is stronger and remains longer than in men

The key behavioural mechanism underlying the ‚tend and befriend‘ theory in women draws heavily on the attachment/bonding/care giving system and our old friend from research news: Oxytocin.

Oxytocin and sex differences in stress reduction

Female oxytocin and her stress response:

  • The adrenaline response triggers the release of oxytocin
  • The female hormone oestrogen enhances the action of oxytocin
  • Oxytocin induces relaxation and lowers cortisol
  • Oxytocin reduces the stress

A woman can relieve her feelings of anxiety by caring for others

Under stress she is neurologically primed to tend

As we learned in the news section, oxytocin is the primary hormone oiling the social networking wheels. It’s much more the female pattern when coping with stressful situations.

His pattern of response is different:

  • Male vasopressin is a hormone related to aggression and the male stress response
  • The adrenaline response triggers the release of vasopressin
  • The male hormone testosterone enhances the action of vasopressin and inhibit oxytocin
  • Vasopressin increases the aggressive response in males
  • Under stress he is neurologically primed for fight or flight

Moir legt dann dar, dass dies auch zu klassischen Unterschieden zwischen Mann und Frau führt.

Frauen brauchen bei Stress soziale Kontakte, müssen darüber reden, brauchen keinen Wettbewerb in diesem Moment, er verstärkt eher den Stress (vgl. auch „Frauen, Wettbewerb und Adrenalin„)

Männer hingegen brauchen bei Stress eher Ruhe als Frauen (vielleicht auch der Grund, warum Männer eher dazu neigen, sich bei klassischen Männerhobbys wie Modellbau oder Briefmarkensammeln zu entspannen).