Wie der Preis von Wein dessen Geschmack (gerade bei Frauen) verändert.

Einer Studie zur Folge lassen sich Frauen eher von Angaben zum Preis eines Produktes beeinflussen als Männer:

We designed an experiment that examines how knowledge about the price of a good, and the time at which the information is received, affects how the good is experienced. The good in question was wine, and the price was either high or low. Our results suggest that hosts offering wine to guests can safely reveal the price: much is gained if the wine is expensive, and little is lost if it is cheap. Disclosing the high price before tasting the wine produces considerably higher ratings, although only from women. Disclosing the low price, by contrast, does not result in lower ratings. Our finding indicates that price not only serves to clear markets, it also serves as a marketing tool; it influences expectations that in turn shape a consumer’s experience. In addition, our results suggest that men and women respond differently to attribute information.

Quelle: „When Does the Price Affect the Taste? Results from a Wine Experiment“ aus American Association of Wine Economists, Working Papers

Es wäre interessant, inwieweit dies bei Frauen über den Wein hinaus auch auf andere Bereiche zutrifft. Vielleicht besteht eine Verbindung dazu, dass Status allgemein für Frauen wichtiger ist. Ich fände den Gedanken auch im Zusammenhang mit „Frauen, Kapitalismus und Luxus“ interessant.

Wieder arbeiten, wenn die Kinder aus dem Haus sind

Eine Freundin hat es wieder in die Heimat verschlagen, wo sie eine neue Arbeitsstelle angetreten hat. Da alles recht schnell ging, ist sie erst einmal wieder bei ihren Eltern eingezogen. Als junge Karrierefrau regt sie sich dann bei einem Treffen über die Freundinnen ihrer Eltern auf:

Da sind die Kinder längst aus dem Haus, ich verstehe nicht, warum die nicht alle wieder arbeiten gehen. Geht ja aber auch nicht, Montag ist Nordic-Walking, Dienstag ist Frauenrunde und so geht das weiter. Dabei verdienen die Männer teilweise gar nicht so viel. Die sollten mal lieber an ihre Rente denken! Von einer Rente kann man doch heute nicht mehr leben! Was ist, wenn der Mann mal nicht mehr arbeiten kann?

Ich gebe es mal so weiter.

„Frauen wollen gar nicht an die Spitze“

Auf ARD.de findet sich ein Interview mit Managementberater Dr. Reinhard K. Sprenger zu Frauen in Führungspositionen.

Ein paar Auszüge:

Die Frauen wollen gar nicht. Das ist ein Wille. Und für diesen Willen gibt es eine Fülle von Motivationen, die so unterschiedlich sind wie Menschen. Die Idee von irgendwelchen männerbündnerischen Verschwörungen, die den Aufstieg von Frauen verhindern, hat einen gewissen Unterhaltungswert, aber das entspricht überhaupt nicht der Realität. Ganz im Gegenteil. Ich kenne sehr viele Manager, die händeringend versuchen, Frauen für bestimmte Positionen zu gewinnen und es nicht schaffen.(…)

Es gibt eine Attraktivität der zweiten und dritten Reihe. Viele Frauen sagen: „Weißt du was, ganz nach oben will ich gar nicht. Schlagt ihr euch da mal den Schädel ein, dafür müsst ihr auch ein bisschen früher sterben.“ Der zweite Punkt ist: Frauen sind in Bezug auf ihre Interessen meist erheblich breiter aufgestellt als die allermeisten Männer. Und man muss auch sagen, dass die meisten Männer erheblich wettbewerbsorientierter sind.(…)

Wenn Frauen überhaupt eine Karriere machen, dann nur, weil sie ein Spiel „off the records“ spielen, ein Spiel, das mit ihnen gar nichts zu tun hat.

Der Wille zur Macht, der müsste wirklich stärker ausgeprägt sein, auch der Wille zum Wettbewerb. Aber dann erleben sich Frauen sofort als unweiblich, und natürlich werden sie dann auch von den Männern sehr häufig als unweiblich erlebt. Das sind alles Aspekte, die Millionen Jahre alt sind, und wir können ja nicht so tun, als könnte man unser biologisches Erbe mal eben an die Wand werfen. (…)

[Zur Kinderbetreuung im Betrieb]

Ja, das mag auch eine Rolle spielen, aber selbst da, wo Sie Kinderbetreuung haben, haben Sie ja statistisch nur ganz unwesentlich höhere weibliche Populationen im Topmanagement. (…)

Viele Mädchen wollen dieses Spiel nicht spielen, das die Männer spielen. Und das ist eben überbieten, überbieten, überbieten. Da können Sie nicht einfach sagen, hätte ich gerne anders. Träumen Sie weiter!

Ich denke mal er wird zumindest Pinker, Das Geschlechterparadox gelesen haben, da stehen ein Großteil seiner Thesen. Aber ich vermute mal, dass noch eigene Erfahrung hinzukommt.

Sexuelle Orientierung und leichte Asymmetrien bei Männern und Frauen

Ein Abstract zu der These, dass die sexuelle Identität gerade wenn sie vom Phänotyp abweicht auf gewisse „Störungen“ der normalen Abläufe zurückgeht.

Previous research suggests that individuals’ sexual orientation may be affected by developmental instability (DI) induced by exposure to prenatal stresses. We tested this relationship using fluctuating asymmetry (FA), the small random deviations from symmetry that arise in otherwise bilaterally symmetrical traits as a consequence of developmental noise and developmental instability. Differences among individuals reflect variation in their exposure to and ability to accommodate for stresses experienced during development as well as to developmental noise that arises due to cellular stocasticity. FA measurements for 156 heterosexual and 132 homosexual men and women participants provided strong support for the developmental instability hypothesis: FA was significantly higher in both male and female homosexuals (men: four of seven bilateral traits and composite FA values (cFA); women: five of seven bilateral traits and composite FA values). Although finger-length ratios (FLRs), an indirect marker for prenatal hormones, were sex-atypical (e.g., feminized) for homosexual men, we failed to detect any relationship between FA levels and 2D:4D finger-length ratios (FLRs). Hence, although elevated levels of developmental stress appear to be linked to shifts in sexual orientation, the underlying mechanism does not seem to be connected to sex-atypical prenatal hormones. Additional analyses with sex atypical individuals are needed to confirm this.

Quelle: Sexual Orientation and Fluctuating Asymmetry in Men and Women

Ich würde mir die Ergebnisse so erklären, dass die Chance, dass bei jemanden, der bestimmte andere Unregelmäßigkeiten bei der Ausführung des „Bauplans“ hat, auch eine höhere Chance hat, dass bei der Ausführung des Bauplans „Sexuelle Identität“ ein anderer Plan als üblich zur Anwendung kommt. Wenn aber ein anderer Plan zur Anwendung kommt (über das Produzieren von mehr oder weniger Testosteron oder indem dies nicht erkannt wird), dann kann es auch gut sein, dass dies „fehlerfrei“ ausgeführt wird. ZB bei CAIS Frauen besteht wegen der Nichterkennung von Testosteron ja kein Anlass für Unregelmäßigkeiten, auch wenn man die fehlerhaften Rezeptoren als Unregelmäßigkeit sehen könnte.

Andrea Dworkin zur Transsexualität

Aus „Women hating“ von Andrea Dworkin (via):

Transsexuality is currently considered a gender disorder, that is, a person learns a gender role which contradicts his/her visible sex. It is a „disease“ with a cure: a sex-change operation will change the person’s visible sex and make it consonant with the person’s felt identity.

Since we know very little about sex identity, and since psychiatrists are committed to the propagation of the cultural structure as it is, it would be premature and not very intelligent to accept the psychiatric judgement that transsexuality is caused by a faulty socialization. More probably, transsexuality is caused by a faulty society. Transsexuality can be defined as one particular formation of our general multisexuality which is unable to achieve its natural development because of extremely adverse social conditions.

There is no doubt that in the culture of male-female discreteness, transsexuality is a disaster for the individual transsexual. Every transsexual, white, black, man, woman, rich, poor, is in a state of primary emergency as a transsexual. There are 3 crucial points here.

One, every transsexual has the right to survival on his/her own terms. That means every transsexual is entitled to a sex-change operation, and it should be provided by the community as one of its functions. This is an emergency measure for an emergency condition.

Two, by changing our premises about men and women, role-playing and polarity, the social situation of transsexuals will be transformed, and transsexuals will be integrated into community, no longer persecuted and despised.

Three, community built on androgynous identity will mean the end of transsexuality as we know it. Either the transsexual will be able to expand his/her sexuality into a fluid androgyny, or, as roles disppear, the phenomenon of transsexuality will disappear and that energy will be transformed into new modes of sexual identity and behavior.

Alice Schwarzer scheint Dworkins gelesen zu haben. Sie sagt ja in etwa das Gleiche. Wobei sich aus einem genderfeministischen Ansatz diese Meinung ja auch fast zwangsläufig ergibt.

„Fun & Care“-Kindergarten und geschlechtssensible Pädagogik II

In dem Beitrag „„Fun & Care“-Kindergarten und geschlechtssensible Pädagogik“ wurde über die dortigen Praktiken diskutiert, allerdings war nach der Homepage vieles über den dortigen Ablauf unklar.

Ein Bericht bietet weitere Informationen:

Die BetreuerInnen ertappten sich immer wieder bei scheinbar banalen Alltags-„Fehlern“ wie ein unterschiedliches Begrüssen von Kindern nach dem Wochenende. Buben wurden gefragt, was sie am Wochenende gemacht haben, Mädchen für ein schönes neues Kleid gelobt. Wenn es darum geht, Spielsachen schnell einzuräumen, wendet sich das Personal automatisch an die Bereitwilligen, was natürlich meistens Mädchen sind. Vom Raumkonzept her haben die meisten Kindergärten eine Puppen- und eine Bauecke, in die sich das jeweils andere Geschlecht selten verirrt, auch wenn solche Besuche erwünscht sind. Zudem spielen die Buben in der Puppenecke in der Regel Vater, der weggeht, um zu arbeiten, oder sie sind der Hund. Bei Fun & Care gibt es solche Spielecken nicht, sondern der Zugang zu unterschiedlichen Spielsachen ist offen. Durch Puppenwickelkurse sind die Buben nun später sicher in der Lage, ihre eigenen Kinder perfekt zu wickeln. (…)

Zum Kindergartenangebot gehören auch empfehlenswerte Bücher, wobei sich auch in schönen Bilderbüchern Geschlechtsrollenstereotype verbergen können. Ein guter Anlass aber, die erzählte Geschichte mit den Kindern zu thematisieren und andere Verläufe vorzuschlagen. Wichtig war im Projekt auch, Sensibilität für Sprache zu wecken, wobei die Kinder mit Begeisterung mitmachten. Die Eltern wurden soweit möglich einbezogen und auch hier darauf verzichtet, sich automatisch an die Mutter zu wenden. Immerhin ist die Väterbeteiligung bei Fun & Care grösser gewesen als in einem in der Evaluation herangezogenen Kontrollkindergarten. Mädchen sollten lernen, Nein zu sagen, offensiv auf etwa zugehen, sich zu wehren und zu verteidigen. Buben hingegen, ihren Körper positiv wahrzunehmen, Frustrationen zu ertragen und auch mal Hilfe zu holen, da sie nicht alles alleine schaffen müssen.

Interessanterweise waren die in diesem Projekt erzielten Effekte mitunter gar nicht so deutlich im Vergleich zur Kontrollgruppe. Dies erklärt sich aber zum einen daraus, dass Kinder nur zum Teil vom Kindergarten beeinflusst werden, zum anderen resultiert es aus einer erst späteren Ausprägung von Geschlechtsrollen. Dennoch waren in beiden Gruppen die Mädchen eher bereit von Stereotypen abzugehen als die Burschen.

Aus einem Interview mit der Leiterin:

dieStandard.at: Ist bei fun&care tatsächlich zu beobachten, dass hier Geschlechterrollen aufbrechen?

Rosenlechner: Ja. Aber das Raumkonzept allein kann hier gar nichts bewirken. Das gesamte Konzept des Kindergartens steht auf vier Säulen, da gibt es auch ein Personalkonzept, das Männer und Frauen in unterschiedlichen hierarchischen Ebenen vorsieht, aber im Alltag integriert, als tägliches Vorbild. Damit die Kinder sehen, dass auch Männer Fürsorgearbeit leisten können, dass auch Frauen in höheren Positionen sitzen können.

(…)

Einerseits haben wir einmal in der Woche einen Buben- und Mädchentag, an dem wir geschlechtshomogene Gruppen bilden, die ihren jeweils eigenen Raum bekommen. Die Mädchen werden von Frauen betreut, die Buben von Männern.

So werden Reflexionsebenen eingezogen. Die Geschlechtshomogenität erlaubt ihnen, auch gewisse Bereiche anzugreifen, sich in gewissen Ebenen zu bewegen, die in geschlechtsgemischten Gruppen nicht da sind. Wenn es nämlich darum geht, das eigene Geschlecht zu entdecken, ist es oft notwendig, sich vom anderen zu distanzieren: „Wenn ich ein Bub bin, bin ich auf keinen Fall ein Mädchen“. Im geschlechtshomogenen Bereich ist das nicht notwendig.

Bei den Buben wirkt da auch die Vorbildwirkung des männlichen Pädagogen, des Helfers sehr gut. Da arbeiten wir mit Massagebällen, intensivieren das Puppenspiel, wir schauen, wo die Kinder eigentlich stehen, was brauchen sie noch, um dann im geschlechtsgemischten Bereich gut zusammenarbeiten zu können. Wenn wir davon ausgehen, dass das „Bubenspielzeug“ nur einen Teil des Entwicklungsbereiches abdecken kann, muss ich eruieren, was sie noch brauchen, um den Rest des Kuchens erleben zu können. Genau das gilt auch für die Mädchen.

Mädchen – und Bubenarbeit passiert aber auch ganz einfach auch bei Situationen im Alltag. Das fängt bei Wickelsituationen in der Krippe an, wo es für die Kinder ganz wichtig ist, Männer und Frauen dabei zu erleben, die mit den Kindern gut arbeiten, dass sie lernen, sich abzugrenzen, eigene Regeln aufzustellen.

Interessant finde ich natürlich wieder mal den Aspekt, dass es wenig zu ändern scheint. Und natürlich die Idee,  Geschlechterrollen aufzubrechen, die ja für mehr als beobachten spricht.

DEN Feminismus gibt es nicht

In Diskussionen taucht immer wieder das Argument auf, dass es DEN Feminismus nicht gibt und man daher auch keine Kritik an DEM Feminismus äußer könne, allenfalls an einzelnen Ideen oder Varianten des Feminismus.

Ich denke allerdings, dass man vieles Zusammenfassen kann und die Vielfalt auch teilweise durchaus Gemeinsamkeiten zeigt.

Ein großer Unterschied wäre sicherlich:

  • Gleichheitsfeminismus
  • Differenzfeminismus

Weitere Unterfälle wären

  • Dekonstruktionsfeminismus (G)
  • Marxistischer Feminimus (G)
  • Individualfeminimus (G)
  • Militanter Feminismus (D)
  • Gynozentrischer Feminismus (D)
  • Kultureller Feminismus (D)
  • Magischer/Neuheidnischer Feminismus (D)
  • Psychoanalytisch orientierter Feminismus  (G)
  • „Staatsfeminismus“ (G)

Strömungen, die eher unter Differenzfeminimus zu sehen sind, habe ich mit einem D und Strömungen die eher Gleichheitsfeminimus sind mit einem G gekennzeichnet.

Danneben noch ein paar Strömungen:

  • Riot Grrl – im wesentlich eine musikalische Richtung
  • Alphamädchen – Gleichheitsfeminimus ohne Theorie

Wer hat weitere, die man noch anführen könnte?

Inwiefern kann man die Theorien auf einen Nenner bringen?

Beckmann, Basha Mika und „Scheitern Frauen an sich selbst?“

Bsha Mikas Buch wirbelt bereits einiges auf. Jetzt war sie zu Gast bei Beckmann. ich habe bisher weder das Buch gelesen noch habe ich den Auftritt bei Beckmann gesehen.

Aber immerhin den Bericht in der Süddeutschen gelesen:

„In dem Bereich, wo sie ganz viel selbst entscheiden können, nämlich im privaten Bereich, sind Frauen feige“, so Bascha Mika, weil sie „in einer Liebesbeziehung ganz schnell zurückstecken, die Bedürfnisse der Männer zu ihren eigenen machen, sich von ihnen die Hausarbeit aufdrücken lassen und ganz viel ihrer Zeit in eine unproduktive Arbeit stecken, die auch gesellschaftlich keine Anerkennung hat.“ Dass viele Frauen, die sich Hausarbeit eigentlich mit den Männern teilen wollten, sie am Ende selber übernähmen, habe „etwas mit Konfliktscheu zu tun“, so Mika.

Meiner Meinung nach etwas viel Feindbild in Richtung Mann. Und auch etwas viel Opferdenken, wenn auch immerhin mit einer Aufforderung zu handeln. Frauen machen nicht nur die Bedürfnisse der Männer zu ihren eigenen und handeln hier selbstlos zugunsten des Mannes. Um es mal mit Beauvoir zu sagen „Die Frau mit Altruismus identifizieren heißt dem Mann absoluten Anspruch auf ihre Ergebenheit garantieren, heißt der Frau ein kategorisches Seinsollen aufzuzwingen“ (Beauvoir, Das andere Geschlecht S. 3220/321). Sie verfolgt damit genauso ihre Interessen, ermöglicht es ihr doch auch ein von ihr angestrebte Tätigkeit durchzuführen, während der Mann sie teilweise/umfassend von der Berufstätigkeit freistellt. Interessant für den Punkt der Selbstbestimmung wäre hier, inwieweit die Frauen möglichst kurzfristig wieder anfangen zu arbeiten und die Kinderbetreuung auf Dritte verlagern. Hier zeigt sich, dass Männer, die allein erziehend sind, dies wesentlich früher machen als Frauen und wesentlich schneller an den Arbeitsplatz zurückkehren. Der Staatsdienst ist bei Frauen unter anderem genau deswegen so beliebt als Arbeitsplatz, weil er sich hiermit gut vereinbaren lässt.

Doris Schröder-Köpf zum Thema:

Natürlich erkenne sie sich in dieser Beschreibung wieder, so Doris Schröder-Köpf, denn das angestrebte selbstbestimmte Leben einer Frau ändere sich in Deutschland mit der Geburt des ersten Kindes. Sie selbst habe außerdem „zweimal attraktive Jobs und schöne Wohnungen aufgegeben, um Männern ins Unbekannte zu folgen“, zum Beispiel ihre Anstellung beim Münchner Nachrichten-Magazin Focus, weil sie einen gewissen Herrn Schröder kennengelernt hatte, der sich damals anschickte, Bundeskanzler zu werden.

„Ich bereue nichts“, sagt die 47-jährige Gattin des Ex-Kanzlers, „aber wenn meine 20-jährige Tochter das heute machte, würde ich sie schon fragen: Mensch, Mädchen, hast du dir das gut überlegt?“ Sie würde weiblichem Nachwuchs raten: „Überlege dir, ob du mit 40 oder 50 alleine da sein willst. Nicht jeder hat das Glück, Unterhalt zu bekommen, oder dass Vermögen da ist. Man muss sich heute anders verhalten als vor 20, 30 Jahren.“

Das Frau Schröder-Köpf hier einem Alphamann hinterher ist (das Schröder ein solcher ist hat seine Karriere denke ich bewiesen) und insoweit auch einen weiteren Aspekt aufzeigt, der zu den klassischen Geschlechterunterschieden beiträgt, kommt nicht zur Sprache, ist aber durchaus interessant. Recht hat sie aber natürlich damit, dass das Baby nach wie vor kein Feminist ist.

Und eine Unternehmensberaterin:

„Frauen sind sensibel, zweifeln an sich selbst und reden darüber. Lauter gute Eigenschaften – mit denen Frauen im Beruf schlechte Karten haben“, so Höhler. „Die Frau weiß nicht, dass sie Männer ermutigen muss, sie zu fördern.“ Im Übrigen hätten Frauen zu Recht die Idee, dass Karriere knechtet. „Sie drängen sich nicht so nach diesen Jobs, was ich ehrenhaft finde – und dann beschweren sie sich.“

Sie spricht einen nach meiner Meinung sehr wichtigen Punkt an: Frauen haben ein anderes Verhältnis zur Karriere und sehen die belastende Seite daran wesentlich deutlicher, was eben auch an dem höheren Wert von Status für Männer liegen dürfte und sich auch in Wochenarbeitsstunden von Männern und Frauen niederschlägt. Susan Pinker hat ein ganzes Buch dazu geschrieben. Sexuelle Selektion hat hier eben andere Prämissen verankert.

„Fun & Care“-Kindergarten und geschlechtssensible Pädagogik

In den Kommentaren zu dem Artikel „Warum Darwin wichtig ist“ kam eine Debatte zum Fun & Care Kindergarten auf. Die eine Seite sieht es als Abbau von Ängsten vor zu engen Geschlechterrollen, die andere Seite als Umerziehung der Kinder gegen ihre Biologie.

Ich zitiere mal aus der Selbstdarstellung des Kindergartens:

Geschlechtssensible Pädagogik basiert auf der Kenntnis, dass das Geschlecht eines Menschen Einfluss auf die Lerngeschichte hat und die Ausbildung von Fähigkeiten und Fertigkeiten beeinflusst. Kinder lernen von Geburt an, ihrer Geschlechterrolle zu entsprechen. Daher sind wir bestrebt, bei Buben und Mädchen zu beobachten, inwiefern sie bereits in Hinblick auf gesellschaftliche Rollenvorstellungen sozialisiert sind.

Unsere Ziele:

Wir wollen bewusst die Handlungsspielräume der Mädchen und Buben erweitern und dadurch wirkliche Chancengleichheit schaffen (in Hinblick auf Fähigkeiten und Fertigkeiten, Berufswahl, PartnerInnenschaft, Kindererziehung..). Wenn Kinder bestimmte geschlechtsuntypischen Vorkenntnisse nicht schon früh spielerisch sammeln, ist es für sie als Erwachsene oft schwierig, Alternativen zu einer vorgegebenen Rolle zu finden, selbst, wenn sie dies wollen.

Wir wollen den Kindern auch neue und v.a. zum gängigen Rollenstereotyp alternierende Möglichkeiten bieten. So können Sie ihr Leben eher nach ihren persönlichen Vorlieben und Talenten gestalten, anstatt weitgehend den gesellschaftlich vorgegebenen Modellen von Männern und Frauen zu folgen. Dies bedeutet, dass sie aus einer größeren Vielfalt von Möglichkeiten wählen können, weil sie über mehr Fertigkeiten und über ein offeneres Bild von Männern und Frauen verfügen.

Unser Ziel ist allerdings nicht die Gleichmacherei, wir wollen nicht Buben verweiblichen und Mädchen vermännlichen. Für uns steht die Individualität des jeweiligen Kindes im Vordergrund. Dies bedeutet vor allem, dass wir versuchen Einschränkungen des Denkens oder des Handelns, die rein das Geschlecht des Kindes betreffen, zu vermeiden.

In Folgenden werden dann „besondere Förderungen“ dargestellt, bei denen es um Prinzessinnenkleider und Nagellack für Jungs und Selbstbewußtseinskurse für Mädchen geht.

Meiner Meinung nach baut die geschlechtssensible Pädagogik zunächst erst einmal auf falschen Grundlagen auf. Ich denke der Satz „Daher sind wir bestrebt, bei Buben und Mädchen zu beobachten, inwiefern sie bereits in Hinblick auf gesellschaftliche Rollenvorstellungen sozialisiert sind“ macht deutlich, dass man das Geschlecht eher sozial herleitet als sich über die Wirkung von pränatalen Testosteron und anderen biologischen Faktoren Gedanken zu machen. Die Ausrichtung dürfte hier in den Erklärungen für die Geschlechterrolle eher beim Genderfeminismus sein, was dann natürlich bei einigen Leuten die Warnglocken anspringen lässt.

Die Frage bei der Bewertung wird aber letztendlich sein, inwieweit das Konzept praktisch durchgesetzt wird. Wenn den Kindern die Möglichkeit gegeben wird, so zu sein, wie sie wollen, auch wenn dies der gesellschaftlichen Erwartung entspricht, dann spricht für mich nichts dagegen, wenn sie auch mal ausprobieren, wie es ist sich die Nägel zu schminken.

Wenn hingegen ein gewisser Druck aufgebaut wird – und sei es durch subtile, freundliche Art, doch bitte rosa Kleider als Junge schön zu finden, dann ist es etwas anderes.

Natürlich sind viele Geschlechterpositionen kulturell bedingt. Rosa könnte auch eine Männerfarbe sein und auch Männer haben als Adelige stark verzierte Kleidung und Absatzschühchen getragen um ihren Status, ihren Reichtum und dem Umstand, dass sie nicht laufen oder arbeiten müssen, zu betonen (sowie sich größer zu machen).

Aber dennoch sollte man gleichzeitig noch bedenken, dass Geschlechtszugehörigkeit, auch kulturelle, nicht per se schlecht ist. Sie geben halt und dieser Halt kann sich dann in einer entspannteren Haltung dem Geschlecht gegenüber auswirken. Ich hatte den passenden Abschnitt in „geschlechtsneutrale Erziehung“ zitiert.

Hinzu kommt, dass sexuelle Selektion dazu geführt hat, dass uns von der (auch kulturellen) Norm abweichende Verhalten stark auffallen. Anziehend auf das andere Geschlecht wirkt normalerweise bei Männern männliches Verhalten und bei Frauen weibliches Verhalten. Das ist bei Kindern noch relativ egal, aber ein Junge, der mit 14 in einem rosa Kleid in der Schule rumläuft müsste schon ansonsten unglaublich männlich rüberkommen oder entsprechenden Status haben, um von den Mädchen als interessant wahrgenommen zu werden (Peacocking ist ein Konzept, dass etwas in diese Richtung geht).

Damit will ich nicht sagen, dass man Jungs noch mehr in die Geschlechterrolle drücken soll. Man sollte sich nur bewusst machen, dass es keineswegs nur Vorteile hat, wenn er lernt sich auf eine sehr weibliche Art zu verhalten. Zumal es aufgrund der biologischen Vorprägung eh eher schief gehen wird.

Wenn ein Kind natürlich Präferenzen in diese Richtung hat, dann soll es sie allerdings meiner Meinung nach durchaus ausleben können.

Der Kindergarten bietet damit durchaus einige interessante Seiten: Männliche und weibliche Betreuung, die Möglichkeit zu experimentieren und zu schauen, was einem gefällt. Wenn das sensibel gehandhabt wird und nicht zuviel „Umerziehung“ geplant ist und das ganze unter Berücksichtung der biologischen Grundlagen erfolgt, dann kann es durchaus neue Erfahrungen bieten, gerade wenn Kinder, die vom Geschlechtsschema abweichen, hier untergebracht werden.

Geschlechtssensible Pädagogik scheint drei Ansätze zu haben, die verschieden sind:

Differenzansätze: Frauen und Männer werden als grundsätzlich verschieden angesehen: Aus sozialer Sicht gesehen, durch unterschiedliche Lebensbedingungen und Sozialisation. (Bsp.: Buben bekommen blaue Kleidung, Mädchen bekommen rosa Kleider.) Differenzansätze wenden sich gegen Strukturen die Ungleichheit herstellen.

Gleichheitsansätze: Frauen und Männer sind aus Sicht der Geschlechtssensiblen Pädagogik gleich. Schlussfolgernd aus dieser grundsätzlichen Gleichheit der Geschlechter wird männliche Herrschaft kritisiert, Gleichberechtigung und gleicher Zugang zu gesellschaftlichen Machtpositionen gefordert. Gleichheitsansätze beziehen sich auf die rechtliche Ebene und bekämpfen Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts.

Konstruktivistische Ansätze: Konstruktivistische Ansätze kritisieren die Zweigeschlechtlichkeit als Konstrukt aus der Erfahrung heraus, dass es immer wieder Menschen gäbe, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht (siehe Transgender) zuordnen ließen. Die Kernaussage ist, dass Frauen und Männer Konstrukte sind. Das Geschlecht eines Menschen wird zwar mit der Geburt zugewiesen (biologisches Geschlecht), doch die Zuweisung zu einem Geschlecht ist ein lebenslanger Prozess der tagtäglich aktiv inszeniert wird über: Haltung, Gang, Kleidung, Schmuck, Sprache und anderes. Dekonstruktivistische Ansätze wollen den engen Rahmen weiblicher und männlicher Eigenschaftszuschreibung aufspüren und sprengen.

Der erste Ansatz scheint mir dabei zwar falsch (siehe oben) aber auch nicht zwangsläufig gefährlich zu sein, der zweite und der dritte sind hingegen durchaus gefährlich, weil sie eben gerade auf eine Umgestaltung aufbauen. Man müsste hier mehr über die Art des Ansatzes und die Praxis in dem Kindergarten wissen, um ihn genauer einordnen zu können.

Allerdings sehe ich bei dem konkreten Ansatz nach den Informationen von der Homepage durchaus die Gefahr der Umerziehung, die dann auch nachteilig für die Kinder sein kann. Das Prinzip scheint mir nach dem, was man dort liest, etwas zu sehr auf eine bewusste Aufweichung der Geschlechterrollen ausgelegt zu sein (was bei den allermeisten Kindern nicht klappen wird) und vieles männliche eher negativ zu sehen.

Ein Versuch der Dekonstruktion dieser Kinder ist sicherlich nicht in ihrem Interesse.

Status macht attraktiv: Justin Bieber

Justin Bieber ist was das Äußere angeht ein relativ normaler Junge. Ich würde ihn persönlich als eher lieb aussehend beschreiben. Gleichzeitig ist er der Schwarm vieler junger Mädchen.

Justin Bieber

 

Warum spricht gerade er Mädchen so an? Ich denke es ist gerade das nette, nicht zu sexuelle, was hier wirkt. Er kann angeschmachtet werden und gibt eine Reflexionsfläche für Gefühle ohne das damit gleich das für Mädchen in diesem Alter noch nicht so entscheidende sexuelle hinzukommt.

Gleichzeitig wird er durch das Anschmachten durch so vieler Frauen wiederum attraktiv. Der Mechanismus, dass ein Mann kreischende Ohnmachtsanfälle und vollkommendes Gefühlschaos auslöst, wird meiner Meinung nach durch den Statusoverkill in der Peer-Group ausgelöst. Ich bezweifele, dass Männer diese Euphorie für einen Star erleben können, die viele Mädchen in diesem Alter zu überfallen scheint.

Dabei ist Status abhängig von der Bewertung der Peer Group. Teenager-Mädchen brauchen insoweit einen anderen Star als ältere Mädchen und pushen daher bei anderen Stars den Status.

Auswirkungen sind z.B. Videos wie das Folgende:

vgl. auch: