Kalte, erfolgsgeile Business-Lady vs. schurrende liebevoll Miezekatze

Gerade auf dem Blog „Mein Singlebuch“ gelesen:

Ich will keine knallharte, erfolgsgeile und kalte Business-Lady zu Hause haben, keine dieser „Kampflesbe“ – da könnte ich ja gerade mit einem Mann ins Bett! Sondern eine schnurrende, liebevolle Miezekatze. Natürlich soll sie selbstbewusst sein, Charakter und ihren eigene Willen haben, eben alles Attribute welche eine Katze besitzt.

Ich könnte mir vorstellen, dass viele Männer da durchaus zustimmen. Genauso wie viele Frauen keine Softies wollen. Es ist nicht das selbstbewußte, was Männer nicht mögen, oder der eigenen Willen, es geht also nicht in Richtung „sei dem Patriarchat Untertan“, sondern – da würde ich dem Verfasser zustimmen – das harte, kalte, was einer Frau nicht steht.

102 Gedanken zu “Kalte, erfolgsgeile Business-Lady vs. schurrende liebevoll Miezekatze

  1. Dank Dir! Ich mag sehr wohl selbstbewusste Frauen, sehr sogar. Ich will keine Frau, welche immer das macht wo ich will, eine welche Ja-und-Amen sagt zu allem. Oh nein, ganz und gar nicht. Aber wie Du so schön schreibst, es ist die warme Art, welche immer mehr verloren geht. Daran sind wir Männer, die Gesellschaft und wohl auch die anderen Frauen „mitschuld“… Das Frauen nicht auf metrosexuelle Softies stehen ist wohl klar. Sie wollen ja auch (meistens) keine Frau im Bett 😉 Aber Männer welche Gefühle zeigen können, mögen sie. Jedenfalls nach meinen Erfahrungen 😉

      • Sorry, aber mit PUA kann ich nix anfangen. Ich habe darüber auch einen Artikel geschrieben. Ich vermute ich weiss auch warum. Da ich mich u.a. nebenberuflich mit Psychologie beschäftige, habe ich eine ähnliche Art/Strategie einfach schon „entwickelt“ im Umgang mit Frauen… ohne das ich wusst, was ich da tue. PUA selbst finde ich irgendwie verdammt gefährlich für die eigene Psyche. Meine persönliche Meinung.

      • @Micha

        Es kommt ja hier jedenfalls zum gleichen Ergebnis.

        Solange man seinen eigenen Weg gefunden hat und es mit dem klappt ist ja alles wunderbar.
        Um noch mal auf deine Geschichte zurück zu kommen: Erstaunlich, dass sie dir direkt eine geknallt hat. So hart war der Spruch ja auch nicht.

      • Na ja, Micha, was Sie so auf Ihrer Seite zum Besten geben, da ist mir ja PU noch lieber 🙂

        Zum Thema:
        Meine Erfahrung ist auch, dass Frauen eher auf „männliche“ Männer stehen und letztlich, falls ein Mann zu „devot“ ist, es oft in Hass münden kann.

        Hierzu interessant die Aussagen von Astrid von Friesen:

      • > Ich habe hier schon des Öfteren betont, dass ich in meinem Leben noch keinen Menschen getroffen habe, der, wenn er mit einem homosexuellen Bekannten von mir zusammentreffe, Angst-wimmernd zusammenbrechen, phobisch reagieren würde.

        Nicht Angstwimmernd. Agressiv. (So ein Angstwimmern steht ja auch keinem Mann, könnte ja sonst selbst für eine „Schwuchtel“ gehalten werden). Die daraus erfolgenden Angriffe werden oft mit einem Weltbild rationalisiert. Der Religiöse meint, dass es der Bibel und damit Gottes Wille widerspreche, der Evolutionsfan dass es nicht mit der Evolution vereinbar wäre… und einige greiffen nur zu bösen Worten und Mobbing, andere zu Waffen.

    • @ BHD
      Sie sind wirklich gut, im Umdeuten von Sachverhalten. Wenn jemand aggressiv reagiert, ist er per definitionem dann ja nicht phobisch. Eine Phobie wird sich dahingehend in Vermeidungsverhalten äußern. Nicht umsonst wird die Phobie ja im DSM-IV unter Angststörungen klassifiziert. Des Weiteren argumentieren Sie hier im Sinne Freuds. „mit einem Weltbild“ „rationalisiert“?

      Soll das letztlich heißen, dass irgendwann ein Evolutionstheoretiker, der auf Basis der Erkenntnisse der Hirnforschung davon ausgeht, dass Homosexualität mit durch eine pränatale Hormon“störung“ konstituiert ist/war, seine „Homophobie durch sein wissenschaftliches Weltbild zu rationalisieren“ sucht?

      Gefährliche Ideologie, die Sie da vertreten; hervorgebracht von Pr-Strategen der LBGT-Anhängerschaft. Leute zum Schweigen zu bringen, indem man Ihnen „Ängste“ „Krankheitsbilder“ und/oder im schlimmsten Falle „hate crimes“ bei freier Meinungsäußerung unterstellt.

      Ich schließe mich der „Opposition“ im wikipedia-Artikel an:
      http://en.wikipedia.org/wiki/Homophobia

      • > Wenn jemand aggressiv reagiert, ist er per definitionem dann ja nicht phobisch

        Unsinn. Wenn die Angst mit Agression verarbeitet wird, ist das keine Widerlegung. Das Ängste durch Agression ausgedrückt werden ist nun wirklich kein auf dieses Thema begrenztes Phänomen.

      • Aber ein herrliches Beispiel für das Kästchendenken („The boxes don’t touch)
        Wenn in der Schublade Phobien was von Angst steht und unter dem Label Phobie bei ihnen Angst gesetzt ist, darf beides nichts miteinander zu tun haben.

        Wie aus dem Lehrbuch 😛

      • „Unsinn. Wenn die Angst mit Agression verarbeitet wird, ist das keine Widerlegung.“

        Firlefanz. Hier muss die Angst erstmal vorausgesetzt werden, um phobisch klassifiziert werden zu können, ob sich eine solche Angst, falls vorhanden, dann etwa in Agression entlädt ist sekundär.

        Ja, definieren wir uns die Begriffe, wie wir es grad‘ brauchen, erhalten dabei die negative Konotation und alle sind zufrieden.

        Ich weiß nicht, warum Sie Christian und mir immer wieder den Vorwurf des Kästchendenkens machen, nur weil Sie definierte Begriffe je nach Belieben einmal so und dann wieder so verwenden.

        Wie beim vorigen Beispiel mit Empathie. Immer derselbe Brösel. Dann schreiben Sie wieder drei Wörter. Sie sollten einmal das und das lesen. Dann fragt man nach, was das für Relevanz hat, und dann entgegnen Sie, Sie möchten die Leute zum Selbstdenken anregen????

      • @Bad Hair Day

        „Aber ein herrliches Beispiel für das Kästchendenken“

        Ich glaube du überbewertest das Kästchendenken etwas. Es gibt ja genug Männer, die Zusammenhänge bei verschiedenen Sachverhalten erkennen.
        Ich denke mit dem Kästchendenken ist eher gemeint, dass Männer Sachen eher trennen, insbesondere emotional und stärker auf eine Sache gleichzeitig fokussiert sind, nicht, dass sie unfähig sind Verbindungen herzustellen, wie du es nahezulegen scheinst.

        Und nur weil wir den Streit mit der Stiefmutter nicht mit dem vergessenen Valentinsgeschenk in Verbindung setzen, sondern beide ordentlich trennen, bedeutet es nicht, dass wir überhaupt keine Verbindungen herstellen können.

        Schließlich wurden und werden die meisten wissenschaftlichen Zusammenhänge nach wie vor von Männern entdeckt.

      • > ob sich eine solche Angst, falls vorhanden, dann etwa in Agression entlädt ist sekundär

        Nein, darauf beruht ja die ganze Ablehnung meiner Aussage. Alles andere als Sekundär. Sie meinen, weil die Angst nicht direkt als solche zeigt, wäre sie nicht existent.

        Der Zusammenhang zwischen Angst und Agression ist recht klar.

        z.B.:
        http://www.sciencedaily.com/releases/2010/03/100318113255.htm
        http://www.mediation-berlin-blog.de/soziale-akzeptanz-angst-aggression-neurologie-paedagogik-disziplin-schul/2010/02/22/

      • Also gut, auf deine direkte Kritik bezogen:

        > Ich glaube du überbewertest das Kästchendenken etwas. Es gibt ja genug Männer, die Zusammenhänge bei verschiedenen Sachverhalten erkennen.

        Ich behaupte ja auch nicht, das jeder Mann einen SQ von 150 hat (gibts das überhaupt?) Aber wenn mir solche Beispiele auf dem Silbertablett serviert werden, führe ich sie auch an.

        > Schließlich wurden und werden die meisten wissenschaftlichen Zusammenhänge nach wie vor von Männern entdeckt.

        Empirische Wissenschaft ist erstmal wirklich Hoch SQ. Katalogisieren, Kategorisieren.

        Aber ich sehe so oft, wo das zu Problemen führt, weil man sich aus der Kategorisierung kaum noch löst und anfängt die Dinge völlig getrennt zu betrachten. Wo dieses Verhalten geradezu gefährlich ist, ist in der Medizin.

      • Was soll man Ihnen noch entgegnen BHD? Sie zimmern sich die Begrifflichkeiten zusammen, wie sie gerade wollen.

        Aber Sie haben natürlich wie immer Recht. Ein Arachnophobiker läuft auch direkt auf die Spinne zu und zertritt sie, da ja dieses Aggressionsverhalten viel besser in ein Angstmuster passt, als die Situation zu meiden oder wo möglich die Flucht zu ergreifen. Darum gibt es auch hier die Konfrontationstherapie, dass der Arachnophobiker lernt, nicht gleich auf die Spinne loszustürmen um sie zu zertreten, sondern sich ihr langsam, gemächlich lernt zu nähern. So ist es auch bei den Homophoben. Sie haben eine Angststörung, die sie mit Aggression zu kompensieren suchen. Sie empfinden keine Angst, aber das macht nichts, wir haben ja den guten alten Freud, hier können wir ihn benutzen und bezeichnen dies als Rationalisierung. Ohne Worte!

      • Sie kennen immer genügend Leute, die irgendetwas, Ihren Aussagen zu Gute Kommendes tun oder machen. Ungeachtet dessen lege ich Ihnen dann Nahe, dies den, für den Wortlaut Verantwortlichen der diversen Manuals in der Welt zu unterbreiten.

        Dann wird aus der „Angst vor der Nähe“ und einem daraus resultierenden, vermeidenden Verhalten eben ein aggressiv darauf zugehendes Verhalten.

        „F 40.2 Spezifische (isolierte) Phobien

        Definition

        Phobien, die auf eng umschriebene Situationen wie Nähe von bestimmten Tieren, Höhen, Donner, Dunkelheit, Fliegen, geschlossene Räume, Urinieren oder Defäkieren auf öffentlichen Toiletten, Genuss bestimmter Speisen, Zahnarztbesuch oder auf den Anblick von Blut oder Verletzungen beschränkt sind. Obwohl die auslösende Situation streng begrenzt ist, kann sie Panikzustände wie bei Agoraphobie oder sozialer Phobie hervorrufen.“

        http://www.dimdi.de/static/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlgm2011/block-f40-f48.htm

      • @skeptiker & BHD
        Dröseln wir das mal kurz auf.
        1. Als Phobien werden pathologische Angststörungen bezeichnet.
        Wikipedia: Phobische Störungen
        2. Aber nicht jede Phobie ist pathologisch. Homophobie gehört dazu.
        Wiki Liste der Phobien

        Angst kann prinzipiell 3 Verhaltensweisen auslösen, die meist mit den 3 F (fight, flight, freeze) bezeichnet werden.

        Nun die ersten beiden Punkte zusammendenken und „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ googlen. Unter die fällt nämlich Homophobie.
        Auch wenn das in Wikipedia so nicht steht, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wird oft versucht mit rationalisierten Begründungen zu rechtfertigen. Auch mit Biologie/Evolution.
        Und das sollte mensch erwähnen dürfen, ohne dass sich jemand angegriffen fühlt. Ich motz ja auch nicht gleich rum, wenn jemand über Feminismus herzieht, da gibts nämlich auch genug spinnerte – und das weiß ich.

        @BHD
        Ich hoffe, ich hab in etwa das noch erläutern können, was du gemeint hast. Irgendwie scheint was an Kommentaren auf die du dich beziehst zu fehlen.

      • @ Khaos.Kind
        Ich bedanke mich immer wieder, für deine weisen Erläuterungen – hier, indem du sozialwissenschaftliche, von Minderheiten über die PR-Maschinerie erfunden Begrifflichkeiten an psychologisch-medizinische Begrifflichkeiten ankoppelst. Bravo!

        Wenn Phobien per definitionem als pathologische Angststörungen bezeichnet werden, der erfundene Begriff der Homophobie aber nicht pathologisch ist, ist der erfundene Begriff Homophobie keine pathologische Angststörung und dann folglich auch keine Phobie.

        Jetzt begriffen oder lernt man keine Logik als Sozialwissenschafterin? Ach ich vergaß, Logik ist eine männliche Domäne um über logozentrische Erklärungsweisen Macht über die Frauen auszuüben. Sorry, mein Fehler.

        „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wird oft versucht mit rationalisierten Begründungen zu rechtfertigen.“

        Freud läßt grüßen. Habe ich das nicht schon einmal gelesen: Wenn man gegen die Psychoanalyse ist, ist man ja auch automatisch ein Opfer der Verdrängung oder neuerdings ein Opfer von Rationalisierungsmechanismen. Solch Pseudoscience zieht bei mir nicht.

      • @skeptiker
        Wenn Phobien per definitionem als pathologische Angststörungen bezeichnet werden, der erfundene Begriff der Homophobie aber nicht pathologisch ist, ist der erfundene Begriff Homophobie keine pathologische Angststörung und dann folglich auch keine Phobie.
        Und jetzt lies mal, was ich geschrieben habe.
        Ich sagte ja, dass Homophobie keine pathologische Phobie ist, sondern eben unter „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ fällt.

        Jetzt begriffen oder lernt man keine Logik als Sozialwissenschafterin?
        Bevor du abstruse Überlegungen über meine Eignung oder Logikfähigkeit anstellst – lies wie gesagt genauer, was ich schreibe.
        Sonst stelle ich auch mal Überlegungen an, ob man nicht lesen können sollte, bevor man in den Geisteswissenschaften promovieren will.

        Dass Freud nicht ganz sauber im Kopf war, weiß ich übrigens auch, danke.

      • @ Khaos.Kind
        „@skeptiker & BHD
        Dröseln wir das mal kurz auf.
        1. Als Phobien werden pathologische Angststörungen bezeichnet.
        Wikipedia: Phobische Störungen
        2. Aber nicht jede Phobie ist pathologisch. Homophobie gehört dazu.
        Wiki Liste der Phobien“

        Du erliegst hier einem Fehlschluss, in dem du „Phobie“ äquivok verwendest.

        Beispiel:
        1. Als Bank wird ein mit Geld handelndes Unternehmen bezeichnet. (Duden)
        2. Aber nicht jede Bank handelt mit Geld. Die Sitzbank gehört dazu.

        Ergo:
        Wenn nicht jede Phobie pathologisch ist, Phobien aber pathologische Angststörungen sind, ist nicht jede Phobie eine Phobie. Also ist Homophobie in diesem Sinne keine Phobie.

        oder aber auch:
        Wenn Phobien per definitionem als pathologische Angststörungen bezeichnet werden, Homophobie aber nicht pathologisch ist, dann ist Homophobie auch keine Phobie.

      • @skeptiker
        Wenn du so viel Wert auf korrekten Sprachgebrauch legst, hätte ich das genauer ausführen sollen.
        Punkt 2 bezog sich darauf, dass eben nicht alles, was im allgemeinen Sprachgebrauch als „Phobie“ bezeichnet wird, eine pathologisch-definierte Phobie ist.
        Wie das Beispiel mit der Bank, das du gebracht hast.

        Homophobie ist keine pathologische Phobie. Warum es trotzdem so heißt, fragt du besser eine/n SprachwissenschaftlerIn.

  2. Würde mir jemand den Gefallen tun und bitte mal ausformulieren, was jetzt „kalt, knallhart“ sein soll? Und wieso das mit Weiblichkeit nicht vereinbar ist?
    (ich halte es nämlich durchaus für Möglich, zwischen Business und privatem Leben zu „switchen“)

    • „Würde mir jemand den Gefallen tun und bitte mal ausformulieren, was jetzt „kalt, knallhart“ sein soll?“

      Kampflesbisch und männlich halt. 😉
      Hoch sollen sie leben, die Stereotypen und Klischees! 🙂

      • @Onyx
        Na na, wer wird denn ein Stereotyp mit einem anderen erklären? 😉
        Eine Katze ist ein Tier mit Fell und langem Schwanz, dass gern mit Mäusen spielt, bis diese vor Erschöpfung tot umfallen. *g*

      • Liebes Khaoskind,

        was ist denn ein Stereotyp und was ist daran etwas Schlechtes?

        Könntest Du das mal erklären?

        Feministinnen mißbrauchen diesen Begriff oft. Also, was ist damit gemeint.

        Und worin besteht genau die Kritikwürdigkeit?

        Bitte keine Ausflüchte und unverbindliches Blabla.

        Wenn Männer und Frauen sich überwiegend geschlechtsspezifisch verhalten, man dies gewohnt ist und es auch sympathisch findet, was ist daran zu kritisieren?

        Ich bin immer wieder empört über diese ideologische Verblendung, wie sie bei vielen feministisch angehauchten Menschen zu finden ist.

      • @Mutter Theresa
        Stereotyp
        Die ersten zwei bitte.

        Stereotypen sind zu vereinfachend.
        Dass heißt nicht, dass es sie nicht gibt oder dass es Menschen gibt, die sich stereotyp verhalten. Das heißt nur, dass es zu vereinfachend ist.
        (und das lehne ich ab – Kritik genug?)

      • Schlechte Antwort.

        Generalisierende Beschreibungen sind unerläßlich und bedeuten keineswegs, daß es keine individuellen Unterschiede gibt.

        Der Vorwurf der Stereotypie ist reine Phantasie und Bestandteil feministischer Verblendung.

      • „Stereotypen sind zu vereinfachend.
        Dass heißt nicht, dass es sie nicht gibt oder dass es Menschen gibt, die sich stereotyp verhalten. Das heißt nur, dass es zu vereinfachend ist.
        (und das lehne ich ab – Kritik genug?)“

        Liebes Khaoskind,

        das ist übrigens eine typische feministische Antwort. Man merkt irgendwie, daß das Gegenüber Argumente hat und gibt ihm irgendwie recht, um halbwegs den Eindruck geistiger Zurechnungsfähigkeit zu hinterlassen, und dann widerspricht man noch mal dem Gegenüber und bringt zum Ausdruck, daß man doch irgendwie recht hat.

        Ich frage Dich nicht nach Stereotypen, weil ich hier Defizite habe, sondern weil ich den Ideologiecharakter Deiner Argumentation entlarven möchte.

        Die Antworten, die meine Fragen provozieren, wenn man halbwegs bei Verstand ist, sind halt nicht so angenehm. Sie sind eben entlarvend. Dies erkennt nur nicht jeder.

        Du solltest mal begründen, inwieweit die Verwendung des Begriffs „Stereotyp“ in bezug auf die Äußerungen von Christian berechtigt ist.

        Dies gilt natürlich auch für Onyx. Also begründe doch mal, warum das negative Prädikat Stereotyp gerechtfertigt ist. Ich freue mich gerne auf Argumente. Das wäre wirklich nett, wenn Leute wie Du und Onyx solche Bezeichnungen einmal begründen würden, statt sie einfach zu verteilen und die Argumentationen anderer Leute in Mißkredit zu bringen.

        Das war eine Kurzeinführung in das Wesen und die Funktionsweise von Ideologien, ganz ohne Google, liebes Khaoskind. Vielleicht lernst Du ja noch was daraus.

      • @ Mutter Teresa
        Es scheint doch klar zu sein, dass bestimmte machtbehaftete Begriffe, wie diverse „-phobien“, „Stereotypen“, „-ismen“, aus einer Marketingwerkstatt stammen. Ich habe hier schon des Öfteren betont, dass ich in meinem Leben noch keinen Menschen getroffen habe, der, wenn er mit einem homosexuellen Bekannten von mir zusammentreffe, Angst-wimmernd zusammenbrechen, phobisch reagieren würde. Reine Propagandabegriffe, wie PC auch. Nur leider oder besser Gott-sei-Dank, funktioniert das nicht mehr.

      • @Mutter Theresa

        „Ich frage Dich nicht nach Stereotypen, weil ich hier Defizite habe, sondern weil ich den Ideologiecharakter Deiner Argumentation entlarven möchte.“

        Wir hatten das doch schon ein paar Mal: Sachliche Antworten ohne Beleidigungen.
        Und deine Fragespiele finde ich auch nach wie vor eher ermüdend.

      • @Mutter Teresa
        das ist übrigens eine typische feministische Antwort.
        Hui, ich bin Feministin. Das hab ich noch gar nicht gewusst.

        Ich frage Dich nicht nach Stereotypen, weil ich hier Defizite habe, sondern weil ich den Ideologiecharakter Deiner Argumentation entlarven möchte.
        Du stellst dich dumm, also bekommst du entsprechende Antworten.
        Wenn du nicht diskutieren willst, dann lass es. Mir irgendwas „zu beweisen“ oder „aufzudecken“ geht nämlich genau in die Richtung, die du kritisierst und die sich durch
        „Du hast zwar Recht aber meine Meinung gefällt mir besser“
        selbst disqualifiziert.

        „Das ist böse feministische Verblendung“ ist kein Argument.
        Und weil du nicht argumentierst, ist die „Diskussion“ für mich an dieser Stelle beendet.

      • @Chrisitan
        Naja, die Berufsbezeichnung ist etwas verkürzt. Aber „angehende Fachfrau für sozialwissenschaftliche Analysen in Bezug auf die Kategorie Geschlecht“ hat nicht in den Untertitel gepasst 😉

        Oben hab ich eigentlich Puntk 8 meiner Liste nicht beachtet. Ich dachte, so pragmatisch und mal schauen, mit wem er/sie/es da spricht, wird Mutter Teresa schon sein. *g*

      • Liebes Khaoskind,

        begründe doch mal bitte, warum Du Christians Ausführungen mit dem Begriff Stereotyp belegst. Mehr verlange ich nicht.

        @Christian: Schalte einfach mal Deinen Verstand ein. Dann kapierst Du, was ich meine. Ich beleidige niemanden und mache auch keine Fragespiele. Stell‘ Dich bitte nicht so dumm.

    • @Khaos.Kind

      Buinessleben färbt immer auch etwas ab. Die warmherzigen können nicht kalt genug werden und die kaltherzigen nicht mehr warm genug.
      Ein komplettes Switchen gelingt da glaube ich nicht unbedingt oder es nimmt einen auf Dauer sehr mit.
      Klar kann jeder Mensch bei bestimmten Sachen sachlich und geschäftlich sein, aber grundlegende Charaktereigenschaften kann man nicht dauerhaft trennen.

      • Seh ich ganz anders. Es ist nicht nur sehr gut möglich, sondern sogar sehr wichtig und völlig natürlich, zwischen Business und Privatleben zu switchen. Andersfalls wird man komplett irre. Diesen emotionalen Ausgleich brauchen viele Menschen, um ihre innere Balance zu halten. Kein Mensch ist auf Dauer NUR knallhart oder NUR soft.

      • @Onyx

        Natürlich benimmt man sich zuhause anders als bei einem Geschäftskontakt. Und natürlich ist man nicht nur knallhart und nur soft. Aber wer tagsüber knallhart ist verliert etwas von dieser Leichtigkeit und stumpft etwas ab. Man kann das dann nicht voll rüberretten ins Privatleben.
        Vielleicht konnte auch ich es nur nicht.

      • @Christian
        Klar kann jeder Mensch bei bestimmten Sachen sachlich und geschäftlich sein, aber grundlegende Charaktereigenschaften kann man nicht dauerhaft trennen.
        Niemand IST kalt- oder warmherzig, sondern Menschen verhalten sich so oder anders.
        Verhalten ist keine Charaktereigenschaft.

        Meine Frage nach Unvereinbarkeit ist übrigens noch nicht beantwortet. Ist jetzt „weiblich“=warmherzig? Und knallhartes Verhandlungsgeschick = männlich? Oder was ist sonst „kalt, knallhart“?

      • @Khaos.Kind

        „Verhalten ist keine Charaktereigenschaft.“

        Aber es beruht auf Charaktereigenschaften. Klar kann man eine Rolle spielen, aber das ist dann eine Frage der Authentizität bzw. eine Frage, ob man sich in dieser wohl fühlt.

        „Ist jetzt „weiblich“=warmherzig? Und knallhartes Verhandlungsgeschick = männlich? Oder was ist sonst „kalt, knallhart“?“

        Frauen können hart sein und Männer weich. Im Schnitt allerdings neigen Frauen zu einer höheren „agreeableness“

        https://allesevolution.wordpress.com/2010/10/22/big-5-personality-traits-unterschiede-mann-frau/

        Cross-cultural research from 26 nations (N = 23,031 subjects) and again in 55 nations (N = 17,637 subjects) has shown a universal pattern of sex differences on responses to the Big Five Inventory. Women consistently report higher Neuroticism and Agreeableness, and men often report higher Extraversion and Conscientiousness. Sex differences in personality traits are larger in prosperous, healthy, and egalitarian cultures in which women have more opportunities that are equal to those of men; both men and women tend to grow more extraverted and conscientious and less neurotic and agreeable as cultures grow more prosperous and egalitarian, but the effect is stronger for men

        Kalt und hart lässt sich eben besser mit einer „Fight or flight“-Reaktion als einer „Tend and befriend“ Reaktion vereinbaren und ein hoher SQ neigt dazu, Sachen härter darzulegen als ein hoher EQ.

        Ursache dafür, dass uns bestimmte im Schnitt bei den Geschlechtern häufiger vorkommende Charakterzüge bei diesen besser gefallen dürfte wiederum die sexuelle Selektion sein. Denn ein Charakter, der auf eher männliche Züge schließen lässt birgt aufgrund der hormonellen Entstehung dieser auch das Risiko einer geringeren Fruchtbarkeit und eines schlechteren Überlebens der Nachkommen (unter steinzeitlichen Bedingungen , heute ist das egal). Auf typische Eigenschaften zu selektieren bringt damit einen evolutionären Vorteil, was zu einer Verfestigung des Systems führt und eine „run away selection“ begünstigen kann.

        Ob man damit dann sagt, dass weiblich=warmherzig oder eher sagt „Frauen, die warmherzig sind sind im Schnitt attraktiver für Männer als Frauen, die hart sind“ wäre sicherlich eine andere Frage.

        Genug Kommentatoren hier werden dir sagen, dass sie Frauen keineswegs als warmherzig ansehen, dass sie sie eher als kalt, hart und berechnend ihnen gegenüber empfinden. Insofern können Frauen natürlich kalt, hart und berechnend sein, gerade wenn die passenden Emotionen involviert sind.

      • @Christian
        Selbst wenn Verhalten auf Charaktereigenschaften beruht, vom Verhalten auf den Charakter zu schließen ohne die Situation des Verhaltens zu berücksichtigen, ist ein fataler Fehler.

        Nehmen wir ein Beispiel, dass dir sicher gut bekannt ist.
        Du kommentierst auf irgendeinem Blog und dann im Laufe der Zeit wirst du gesperrt, weil du für den/die BlogbetreiberIn unter die Kategorie „Troll“ fällst. Oder „Maskulist“. Begründet wird das damit, dass du dich mit Pick-up, (abstrusen) biologischen Theorien beschäftigst und dich in antifeministischen Gruppen rumtreibst. Dann kommt jemand anderes mit einem Blog auf dem du mal kommentiert hast und bestärkt diese Ansicht. Und noch jemand.
        Und irgendwann hast du den Ruf als „Troll“ weg, auch wenn es von deiner Sicht gar nicht so ist. Und du deine Kommentare nicht so gemeint hast.
        Bist du denn ein „Troll“, wenn „alle“ das sagen?
        Ich glaube, du würdest mir da vehement widersprechen.

        Verhalten hängt immer von der Situation ab. Und wenn sich bei Frauen keine „Warmherzigkeit“ zeigt, dann heißt das nicht, dass sie nicht warmherzig sein können. Sondern dass sie es einfach nicht als relevant erachten, einer anderen Person ihre Warmherzigkeit zu zeigen.
        Oder es ist ein Schutzmechanismus.
        Wirklich „kalt“ wäre eine Person nur unter pathologischen Einflüssen wie Depression oder dem Urbach-Wiethe-Syndrom

      • @Khaos.Kind

        „Selbst wenn Verhalten auf Charaktereigenschaften beruht, vom Verhalten auf den Charakter zu schließen ohne die Situation des Verhaltens zu berücksichtigen, ist ein fataler Fehler.“

        Das ist richtig.
        Aber es ändert nichts daran, dass wir es machen. Der erste Eindruck kann wichtig sein und er ist mitunter schwer wieder zu korrigieren, weil wie eben darauf angelegt sind uns schnell ein Bild über Personen zu machen, sie in Freund und Feind, interessanter für die Fortpflanzung und weniger interessant für die Fortpflanzung, einzuordnen. Das gibt es bei Männern und Frauen und wird auch nicht abzuschalten sein. Schon die Körpersprache, die ja auch situationsbedingt sein kann, verleitet uns zu vielen unterbewußten Schlüssen. Und Logik hat damit häufig nichts zu tun: Frauen bewerten ja zB heute noch sportliche Männer mit V-Körper im Schnitt als interessanter, obwohl die steinzeitlichen Vorteile lange nicht mehr bestehen. Männer stellen ebenso auf überholte Kriterien ab.
        Und da können „harte Frauen“ demnach durchaus Minuspunkte sammeln. insbesondere, wenn eine Langzeitbeobachtung hinzukommt, die dies bestätigt.

        „Verhalten hängt immer von der Situation ab.“

        Du meinst nicht, dass die Reaktion einer Person auch stark von ihrem Verhalten abhängt? Da vertrittst du ja fast einen Bahviorismus. Die Situation erfolgt das Verhalten.
        Ich würde schon auch eine Einbeziehung der handelnden Person vornehmen. Ein Choleriker reagiert auf eine Situation anders als ein sehr gelassener Mensch. Ein harter Mensch mag an einem Bettler vorbeigehen, während der weichherzige Mensch ihm ein paar Cent in den Pappbecher wirft.

        “ Und wenn sich bei Frauen keine „Warmherzigkeit“ zeigt, dann heißt das nicht, dass sie nicht warmherzig sein können.“

        Natürlich nicht. Aber die negative Wertung kann trotzdem entstehen. Und eine Person, die sehr häufig hartherzig sein muss, wird, wenn sie sonst eher großzügig ist, wahrscheinlich wesentlich unzufriedener sein. Zudem wird sie dadurch auch abstumpfen. Sieht man ja zB an Kindersoldaten.

        „Sondern dass sie es einfach nicht als relevant erachten, einer anderen Person ihre Warmherzigkeit zu zeigen.“

        Klar, das kann der Fall sein.

        „Oder es ist ein Schutzmechanismus.“

        Klar, Kälte wird gerne als Schutz verwendet. Im Pickup auch ihr „Bitch shield“ genannt.

        „Wirklich „kalt“ wäre eine Person nur unter pathologischen Einflüssen wie Depression oder dem Urbach-Wiethe-Syndrom“

        Du meinst, dass alle Menschen eine Grundwärme haben, die gleich hoch ist?
        Dass das Urbach-Wiethe-Syndrom eine Generkrankung ist, deutet ja darauf hin, dass auch soziale Systeme (natürlich) eine biologische Komponente haben. Warum soll es da keine verschiedenen Ausprägungen geben?

      • @ Christian und Khaos.Kind
        „Bist du denn ein „Troll“, wenn „alle“ das sagen?“

        So einfach scheint es für mich nicht zu sein. Nehmen wir ein Beispiel aus dem klinischen Bereich. Dort wird in der Regel dem subjektiven Empfinden und dem nach Außen sichtbaren Verhalten in der Diagnostik zurecht großer Raum gegeben.

        Ein Psychopath empfindet sich subjektiv nicht als „krank“. Er ist zumeist voll funktionstüchtig und mit seinem Leben zufrieden. Der Großteil der Menschen um ihn herum empfindet ihn als „gestört“, manipulativ etc.

        Ist der Psychopath nun eurer Meinung nach gestört oder nicht?

      • @Christian
        Aber es ändert nichts daran, dass wir es machen.
        Und das wir es machen, ändert nichts daran, dass es ein falscher Schluss ist. 😉

        Du meinst nicht, dass die Reaktion einer Person auch stark von ihrem Verhalten abhängt? Da vertrittst du ja fast einen Bahviorismus. Die Situation erfolgt das Verhalten.
        Ich vertrete, wenn, dann einen toleranten Pragmatismus. Das kann sogar mit Biologie einhergehen.
        Hab da was gefunden, dass dich interessieren könnte: Gehirn, Gefühle und Verhalten

        Ein harter Mensch mag an einem Bettler vorbeigehen, während der weichherzige Mensch ihm ein paar Cent in den Pappbecher wirft.
        Oder ein Mensch wirft ihm nichts in den (Papp)Becher, weil er genau weiß, dass es dauerhaft nichts bringt. Ein intelligenter offener Mensch läd eine bettelnde Person zum Reden und Essen ein (sofern Zeit, Geld und gegenseitiges Einverständnis da ist).

        Natürlich nicht. Aber die negative Wertung kann trotzdem entstehen.
        Das fällt unter situative Verblendung.
        Ja, hart und kalt agierende Menschen werden weniger sympathisch wahrgenommen als warmherzige. Natürlich mag ich jemanden lieber, der/die nett zu mir ist als jemanden, der/die mich anpflaumt.
        Was nicht heißt, dass die mich anpflaumende Person auch ihre netten Seiten haben kann. Die spreche ich ihr ja deswegen nicht ab.

        Und in Fortpflanzungs-Jargon:
        Wer mir nicht sympathisch ist, der fällt nicht in mein Beuteschema. Das kann an genetischen Faktoren liegen, die nicht passen. Oder auch daran, dass diese Person nicht in mein Beuteschema fallen will.
        Es wäre also nahezu vermessen zu sagen, „Frauen seid weicher und warmherziger, dann kommt ihr besser bei den Männern an“. Eine heterosexuelle Frau will gar nicht JEDEM Mann gefallen. Ein heterosexueller Mann will auch nicht JEDER Frau gefallen.
        Was beide Geschlechter durchaus noch lernen müssen, ist sich in entsprechenden Situationen adäquat zu verhalten. Wenn ich etwas von einem Menschen möchte, sollte ich nett zu ihm sein. Wenn ich meine Interessen in einer Verhandlung durchsetzen will, dann sollte ich entsprechend „hart“ dafür kämpfen. Unabhängig davon, ob da jetzt potentielle Sexualpartner drin sitzen oder nicht.

        Du meinst, dass alle Menschen eine Grundwärme haben, die gleich hoch ist?
        Nein, ich meine, Menschen haben Kompetenzen, die sie nicht immer und überall zeigen.
        Du weißt von mir auch nur das, was ich hier und auf meinem Blog zeige. Und nicht, was ich sonst noch alles kann oder will. Geht mir andersrum auch so.
        Ich meine, dass man Menschen, die etwas nicht zeigen ihnen diese Fähigkeit dann trotzdem nicht absprechen sollte. Man sieht sie halt nicht.

        @skeptiker
        Ist der Psychopath nun eurer Meinung nach gestört oder nicht?
        „Gestört“ ist keine klinische Bezeichnung 😉
        Wenn du schon Beispiele aus dem klinischen Bereich nimmst.

        Und nein, ich würde einen Psychopathen nicht als „gestört“ bezeichnen, nur als teilweise mit in der Gesellschaft vorherrschenden Normen und Gepflogenheiten inkompatibel. (denn das berücksichtigt die Veränderbarkeit von Normen und Vorstellungen)

      • @ Khaos.Kind
        Darum ja auch die Anführungszeichen bei „gestört“. Tz.

        „Und nein, ich würde einen Psychopathen nicht als „gestört“ bezeichnen, nur als teilweise mit in der Gesellschaft vorherrschenden Normen und Gepflogenheiten inkompatibel. (denn das berücksichtigt die Veränderbarkeit von Normen und Vorstellungen)“

        Das hört sich meiner Meinung nach sehr nach einem postmodernen, konstruktivistisch, relativistischen Gedankengut an. Gefährliches Spiel, dass du spielst.

        Du verkennst total die Tatsache, dass wir alle irgendwie sozialisiert wurden. Aus der Behauptung, dass in einem Bergvolk in Guinea – als Beispiel – Inzest kulturell erlaubt war, abzuleiten, dass es keine allgemeingültigen Normen diesbezüglich gilt, und letztlich zu konkludieren, dass dadurch unsere Normen ebenfalls relativ sind, halte ich kurz gesagt für einen fatalen Fehler. Oder anders:

        „Man begeht vielmehr eine naturalistischen Fehlschluß, wenn man aus dem emprisch-prinzipiellen R. einen normativen R. ableitet, nach dem die verschiedenen Prinzipien gleicherweise sittl. richtig sind“ Höffe: Lexikon der Ethik, 216 (oder nur kulturinvariant richtig oder falsch sind).

        Wenn ich böse wäre, würde ich sagen: Darüber kannst du dann mit den Eltern missbrauchter Kinder sprechen, wenn ein Sexualstraftäter nicht mehr in Sicherungsverwahrung kommen kann/darf, weil das gegen Menschenrechte verstoßen würde 😉

      • @skeptiker
        Du verkennst total die Tatsache, dass wir alle irgendwie sozialisiert wurden.
        Sagst du der Sozialwissenschaftlerin. Ahja.
        Nur weil ich Veränderbarkeit berücksichtige und wirklich glaube, dass es keine allgemeingültigen Normen gibt, heißt das nicht, dass ich keine Normen und Werte hätte, die durchzusetzen ich präferiere.

        Wenn ich böse wäre, würde ich sagen: Darüber kannst du dann mit den Eltern missbrauchter Kinder sprechen, wenn ein Sexualstraftäter nicht mehr in Sicherungsverwahrung kommen kann/darf, weil das gegen Menschenrechte verstoßen würde
        Wenn du die Thematik verfolgt hast:
        Die Kritik war, dass die Sicherheitsverwahrung nach einer festgelegten Frist automatisch verlängert wurde. DAS verstößt gegen die Menschenrechte.

      • @ Khaos.Kind
        „Sagst du der Sozialwissenschaftlerin. Ahja.“
        Du willst also deinen Status als Mittel gegen meine Behauptung miteinbringen. Interessant. Stell‘ dir vor, ich habe sogar an der GEIWI promoviert. Und was sagt uns das – ich würde meinen: Gar nichts!

        „Nur weil ich Veränderbarkeit berücksichtige und wirklich glaube, dass es keine allgemeingültigen Normen gibt, heißt das nicht, dass ich keine Normen und Werte hätte, die durchzusetzen ich präferiere.“

        Wenn du glaubst, dass es keine allgemeingültigen Normen gibt, auf welcher Grundlage erdreistest du dich dann, deine Normen, die du persönlich präferierst, durchzusetzen?

        „Wenn du die Thematik verfolgt hast:
        Die Kritik war, dass die Sicherheitsverwahrung nach einer festgelegten Frist automatisch verlängert wurde. DAS verstößt gegen die Menschenrechte.“

        Wenn du die Thematik richtig erfasst hättest, wüsstest du, dass eine Sicherheitsverfahrung, nach abgeleisteter Strafe!! in generi gegen Menschenrechte verstößt.

      • @skeptiker
        Du willst also deinen Status als Mittel gegen meine Behauptung miteinbringen.
        Ich dachte, Status beeindruckt Männer 😉
        Nein Scherz.
        Ich schreib hier oft genug davon, wie wichtig Sozialisation ist und dass die nicht unter den Tisch fallen darf in den Überlegungen. Da hatte es einfach was ziemlich groteskes MIR zu sagen, ich würde nicht bedenken, dass wir alle sozialisiert werden.

        Wenn du glaubst, dass es keine allgemeingültigen Normen gibt, auf welcher Grundlage erdreistest du dich dann, deine Normen, die du persönlich präferierst, durchzusetzen?
        Wie das eben alle machen: Ich find sie richtig und wichtig.
        So funktioniert Politik.

        Wenn du die Thematik richtig erfasst hättest, wüsstest du, dass eine Sicherheitsverfahrung, nach abgeleisteter Strafe!! in generi gegen Menschenrechte verstößt.
        Mir war das Thema damals ziemlich wurst. Das deutsche System hat nen Fehler gemacht und muss sehen, wie es damit klar kommt.

      • @ Khaos.Kind
        „Wenn du glaubst, dass es keine allgemeingültigen Normen gibt, auf welcher Grundlage erdreistest du dich dann, deine Normen, die du persönlich präferierst, durchzusetzen?
        Wie das eben alle machen: Ich find sie richtig und wichtig.
        So funktioniert Politik.“

        Ah ja, du weißt, dass diese Normen, deine Normen nicht verallgemeinert werden können versuchst sie aber dennoch zu politisieren. Interessant.

        Das begegnet mir öfter, wie die liberalsten Menschen der Welt sehr schnell zu Absolutismen neigen, wenn es um ihre Belange geht. Fein, dass du dies so klar darstellst.

      • @skeptiker
        Das begegnet mir öfter, wie die liberalsten Menschen der Welt sehr schnell zu Absolutismen neigen, wenn es um ihre Belange geht. Fein, dass du dies so klar darstellst.
        Schön, dass ich dir helfen konnte 🙂

      • @Khaos.Kind

        „Ich vertrete, wenn, dann einen toleranten Pragmatismus. Das kann sogar mit Biologie einhergehen.“

        Toleranter Pragmatismus ist keine Erklärung, wie die Geschlechter funktionieren. Vielmehr neigt eine solche Einstellung eher dazu sich das praktische rauszusuchen.

        „Oder ein Mensch wirft ihm nichts in den (Papp)Becher, weil er genau weiß, dass es dauerhaft nichts bringt. Ein intelligenter offener Mensch läd eine bettelnde Person zum Reden und Essen ein (sofern Zeit, Geld und gegenseitiges Einverständnis da ist).“

        Echt? Hast du das schon mal gemacht? ich muss ehrlich sagen, dass ich da wenig Lust zu hätte.

        „Wer mir nicht sympathisch ist, der fällt nicht in mein Beuteschema. Das kann an genetischen Faktoren liegen, die nicht passen. Oder auch daran, dass diese Person nicht in mein Beuteschema fallen will.“

        Und Sympathie entsteht deiner Meinung nach bewußt oder unterbewußt? Und nach welchen Kriterien bildet sich eine evtl unterbewußte Sympathie wohl aus?

        „Es wäre also nahezu vermessen zu sagen, „Frauen seid weicher und warmherziger, dann kommt ihr besser bei den Männern an“. Eine heterosexuelle Frau will gar nicht JEDEM Mann gefallen.“

        Soll sie auch gar nicht wollen. Aber sie darf sich dann eben nicht beschweren, wenn sie ihre Chancen mindert, dass sie jemanden nicht gefällt, den sie gut findet.

        „Unabhängig davon, ob da jetzt potentielle Sexualpartner drin sitzen oder nicht.“

        Menschliche Interaktion hat glaube ich viele unterbwußte Komponenten. Und da unser Unterbewußtsein durch Evolution geformt wurde werden da eben viele Kriterien wie „attraktiv – unattraktiv“ mit hineingebracht. Wir handeln da nicht unbedingt logisch.

        „Ich meine, dass man Menschen, die etwas nicht zeigen ihnen diese Fähigkeit dann trotzdem nicht absprechen sollte. Man sieht sie halt nicht.“

        Das schließt aber andererseits nicht aus, dass sich eher weiche Menschen einen Beruf suchen, in dem sie nicht hart sein müssen.

      • @Christian
        Toleranter Pragmatismus ist keine Erklärung, wie die Geschlechter funktionieren. Vielmehr neigt eine solche Einstellung eher dazu sich das praktische rauszusuchen.
        Mir gehts nicht darum, was „praktisch“ ist, sondern was am ehesten wissenschaftlich fundiert ist. Eben weil ich keine Lust habe, mich nach irgendwelchen Glaubensgrunsätzen diverser „Denkschulen“ zu richten.
        Pragmatismus soll auch keine Erklärung sein, wie die Geschlechter funktionieren, so btw.

        Echt? Hast du das schon mal gemacht? ich muss ehrlich sagen, dass ich da wenig Lust zu hätte.
        Sagen wir so, ich hab in meiner alten Studienstadt schon viele interessante Gespräche mit unseren Obdachlosenzeitungs-VerkäuferInnen geführt.
        Und ja, ich hab auch schon manchen was zu Essen spendiert. Oder kenne einige, die das getan haben.

        Und Sympathie entsteht deiner Meinung nach bewußt oder unterbewußt? Und nach welchen Kriterien bildet sich eine evtl unterbewußte Sympathie wohl aus?
        Ich würde sagen, es gibt verschiedene Arten von Sympathie. Manche davon bewusst, andere weniger bewusst.
        Das kann sich nach biologischen oder sozialen oder psychologischen Komponenten richten. Ich mag Menschen, die ich zufällig an einem anderen Ort kennen lernen und die aus derselben Gegend kommen, aus der ich stamme. Erst mal unabhängig davon, ob wir überhaupt diesselben Interessen haben.
        Manche Menschen fallen in mein biologisches Beuteschema und ich mag sie darum. Oder eben nicht, wenn sie nicht reinpassen. Und da ich viele Menschen übers Internet kenne/kennengelernt habe – da spielen unbewusste psychologische Faktoren mit rein und weniger Biologie, würde ich annehmen.

        Soll sie auch gar nicht wollen. Aber sie darf sich dann eben nicht beschweren, wenn sie ihre Chancen mindert, dass sie jemanden nicht gefällt, den sie gut findet.
        Seh ich auch so.

        Und da unser Unterbewußtsein durch Evolution geformt wurde werden da eben viele Kriterien wie „attraktiv – unattraktiv“ mit hineingebracht. Wir handeln da nicht unbedingt logisch.
        Das psychologische Unbewusste und das biologische Unbewusste würde ich an dieser Stelle trennen. Es gibt viele biologische Aspekte, die uns nicht bewusst sind. Das ist aber nicht unbedingt Freuds „Unbewusstes“.
        Hast du dir meinen Link mal angesehen? Wie findest du ihn?

        Das schließt aber andererseits nicht aus, dass sich eher weiche Menschen einen Beruf suchen, in dem sie nicht hart sein müssen.
        Es gibt keine rein harten oder rein weiche Berufe. In jedem Berufsfeld musst du dich an die Situation anpassen und mal „hart“ oder mal „weich“ sein.
        (zumal du „hart“ noch immer nicht definiert hast, soweit ich es überblicke und ich finde es schwierig zu diskutieren, wenn ich raten muss, ob ich auch das anspreche, was du überhaupt meinst)

      • „Mir gehts nicht darum, was „praktisch“ ist, sondern was am ehesten wissenschaftlich fundiert ist.“

        Okay, das würde ich dann aber nicht Pragmatismus nennen.

        „Eben weil ich keine Lust habe, mich nach irgendwelchen Glaubensgrunsätzen diverser „Denkschulen“ zu richten.“

        Das funktioniert ja nur, soweit die Grundannahmen nicht in die konkrete Situation hineinspielen. Was häufig der Fall sein wird. Letztendlich ist ja auch das System am wissenschaftlichsten, dass in das beste Denksystem eingebettet ist. Gesellschaftliche Begründungen für die Geschlechteridentität funktionieren beispielsweise für Personen, die sich nicht typisch verhalten, sondern eher dem anderen Geschlecht oder einer mittleren Ausrichtung entsprechen ganz gut. Man hat sich eben von der Geschlechterrolle frei gemacht. Es funktioniert allerdings bei CAIS, CAH un Transsexuellen weniger gut. Hingegen erklärt die biologische Theorie alle Konstellationen.
        Natürlich bleibt aber auch bei dieser noch ein Kulturanteil, aber das ändert nichts daran, dass man diesen vor dem Hintergrund der biologischen Theorie besser versteht.

        „Hast du dir meinen Link mal angesehen? Wie findest du ihn?“

        Finde ich interessant. Wobei er da ja auch davon ausgeht, dass es bestimmte Charaktereigenschaften gibt, die sozusagen vorgegeben sind.

        „Es gibt keine rein harten oder rein weiche Berufe. In jedem Berufsfeld musst du dich an die Situation anpassen und mal „hart“ oder mal „weich“ sein.“

        Nun, ich denke ein Rechtsanwalt wird andere Formen von hart haben als ein Kindergärtner.

        „zumal du „hart“ noch immer nicht definiert hast“

        Sicherlich nicht einfach zu definieren. Vielleicht die Bereitschaft in Konflikten nicht nachzugeben und sich auch gegen Widerstand durchzusetzen? Das muss zwar auch ein Kindergärtner, aber seine „Gegner“ sind Kinder während zB bei einem Anwalt andere Anwälte die Gegner sind (was wohl eine direktere Form des Widerstandes ist).

      • @Christian
        Okay, das würde ich dann aber nicht Pragmatismus nennen.
        Sondern? Über Wortfindungshilfen freu ich mich immer.

        Letztendlich ist ja auch das System am wissenschaftlichsten, dass in das beste Denksystem eingebettet ist.
        Wissenschaft hat feste Prinzipien. Am Besten ist da, wer diese am Besten erfüllt. Die Prinzipien variieren ein bisschen, je nach Denksystem. Aber eine grundlegende Basis gilt für alle.
        Beispiele mit Biologie vrs. Sozialisation bringen hier gar nichts. Denn beides wirkt immer mit rein.

        Nun, ich denke ein Rechtsanwalt wird andere Formen von hart haben als ein Kindergärtner.
        Der eine wird eine andere Definition von hart haben als der andere. Was nicht besagt, dass nicht beide auch mal „weich“ sein müssen.
        Der eine, wenn er Gewaltopfer vertritt und sich deren Geschichte anhören muss, der andere, wenn ein Kind sich die Knie aufgeschürft hat.

        Vielleicht die Bereitschaft in Konflikten nicht nachzugeben und sich auch gegen Widerstand durchzusetzen? Das muss zwar auch ein Kindergärtner, aber seine „Gegner“ sind Kinder während zB bei einem Anwalt andere Anwälte die Gegner sind (was wohl eine direktere Form des Widerstandes ist).
        In der Definition, würde ich einem Kindergärtner aber mehr „Härte“ zusprechen. Im Gegensatz zum Anwalt hat der nämlich „Gegner“, die rationale Argumentation nicht unbedingt zugänglich sind. 😉
        Und keine Gesetzestexte, die ihm sagen, wann was wie zutrifft , welche Bedingungen erfüllt sein müssen und welche Konsequenzen daraus entstehen.

      • @Khaos.Kind

        „Sondern? Über Wortfindungshilfen freu ich mich immer.“

        Wenn du das nimmst, was am wissenschaftlichen fundiert ist, dann würde ich das rational nennen.
        Wenn du dich versucht nach Möglichkeit kein Gesamtkonzept zu bevorzugen, dann wohl eher: unentschlossenheit 😉

        „Wissenschaft hat feste Prinzipien. Am Besten ist da, wer diese am Besten erfüllt. Die Prinzipien variieren ein bisschen, je nach Denksystem. Aber eine grundlegende Basis gilt für alle.“

        Das ist im Grundsatz richtig. Aber nicht jeder Wissenschaftsbereich setzt alle wissenschaftlichen Erkenntnisse um. Um so eher eine Ideologie in den Bereich hineinspielt, um so eher werden bestimmte Bereiche ausgeblendet. Die evangelische Kirche beispielsweise hat deswegen erhebliche Probleme mit Gerd Lüdemann.
        Und die Gender Studies und der Feminismus in weiten Teilen eben mit Biologie.

        „Beispiele mit Biologie vrs. Sozialisation bringen hier gar nichts. Denn beides wirkt immer mit rein.“

        Das ist so falsch und richtig. Sie wirken zwar beide mit hinein. Aber die Biologie gibt dabei die Regeln vor und lässt lediglich Raum an bestimmten Stellen und bei der Ausprägung bestimmter Punkte.
        Weil Männer zB einen wesentlich höheren Testostoernspiegel haben als Frauen werden Männer auch immer ein anderes Verhältnis zu Sex haben als Frauen. Es ist durch Erziehung für die Maßen meiner Meinung nach nicht umkehrbar. Jede Theorie, die daher die Biologie in diesem Punkt nicht berücksichtigt wird einfach falsch sein. Eine Theorie, die die Sozialisation nicht berücksichtigt kann dennoch in der Tendenz richtig sein.
        Aber natürlich kann man darüber, was nun Natur und was Sozialisation ist stark unterschiedlicher Auffassung sein und natürlich gilt die nicht bezüglich des einzelnen Menschen (dort gibt es allenfalls eine Wahrscheinlichkeit vor).

        „Der eine, wenn er Gewaltopfer vertritt und sich deren Geschichte anhören muss, der andere, wenn ein Kind sich die Knie aufgeschürft hat.“

        Selbst das Vertreten eines Gewaltopfers wird mehr Härte erfordern, da die Gegenseite eben die Tat bestreiten wird etc.

        „In der Definition, würde ich einem Kindergärtner aber mehr „Härte“ zusprechen. Im Gegensatz zum Anwalt hat der nämlich „Gegner“, die rationale Argumentation nicht unbedingt zugänglich sind.“

        Aber er hat auch eine erhebliche geistige und körperliche Überlegenheit und zudem gibt seine Sicht der Dinge vor, was richtig ist. Er muss sich nicht geistig abhärten um seine Position vertreten zu können, was der Anwalt sicherlich des häufigeren tun muss. Wenn du mit Härte eine gewisse Stressresistenz meinst, die braucht sicherlich auch ein Kindergärtner. Aber es ist doch etwas anderes einem Kind zu verbieten dem anderen die Schaufel über den Kopf zu schlagen/keinen Sand zu essen/nicht da hinaufzuklettern als moralisch berechtigte Forderungen abzulehnen, weil sie juristisch nicht gegeben sind/Zwangsvollstreckungen einzuleiten, die den Leuten ihre Existienzgrundlage rauben/unter dem Druck von gegnerischen Argumenten um das Recht seiner Mandanten zu kämpfen.

        „Und keine Gesetzestexte, die ihm sagen, wann was wie zutrifft , welche Bedingungen erfüllt sein müssen und welche Konsequenzen daraus entstehen.“

        Ich glaube die meisten Regelungen im Kindergarten sind leicht aus den gesellschaftlichen Gewohnheiten und einfacher Risikovermeidung ableitbar. Da dürfte der Gesetzesdschungel weniger Sicherheiten bieten.

      • @Christian
        Wenn du das nimmst, was am wissenschaftlichen fundiert ist, dann würde ich das rational nennen.
        Wenn du dich versucht nach Möglichkeit kein Gesamtkonzept zu bevorzugen, dann wohl eher: unentschlossenheit 😉

        Dann falle ich wohl unter „rationale Unentschlossenheit“ *g*
        Toleranter Pragmatismus klingt da aber viel besser.

        Das ist im Grundsatz richtig. Aber nicht jeder Wissenschaftsbereich setzt alle wissenschaftlichen Erkenntnisse um. Um so eher eine Ideologie in den Bereich hineinspielt, um so eher werden bestimmte Bereiche ausgeblendet.
        Wissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehen und wissenschaftlich fundiert arbeiten sind zwei Paar Schuhe.
        Mein Biolehrer hat früher immer gesagt, dass wir eigentlich jedes Jahr einen neuen Satz Bücher bräuchten, so schnell verändern sich die Erkenntnisse oder werden neue getroffen.
        Und trotzdem mussten wir mit Büchern arbeiten, die 10-20 Jahre alt sind.

        Für das Problem der Einbeziehung aktuellen Wissens würde ich vermehrte interdisziplinäre/intersektionelle Arbeit bevorzugen. Die kommt ja auch langsam aber es dauert seine Zeit. Und das Geld. Und engagierte Menschen.

        Selbst das Vertreten eines Gewaltopfers wird mehr Härte erfordern, da die Gegenseite eben die Tat bestreiten wird etc.
        Mhm… ob das so viel einfacher/weniger hart ist, wenn zwei Kinder sich streiten und „er/sie hat mich gehauen“ – „hab ich nicht“ – „hast du wohl“ … 😉

        Aber er hat auch eine erhebliche geistige und körperliche Überlegenheit und zudem gibt seine Sicht der Dinge vor, was richtig ist. Er muss sich nicht geistig abhärten um seine Position vertreten zu können, was der Anwalt sicherlich des häufigeren tun muss.
        Ich würde mal darauf tippen, dass du nicht viel mit Kindergärten zu tun hast. Gerade im Sozialbereich ist Selbstreflexion und die Nähe-Distanz-Thematik das A und O. Und das können viele nicht aber genau das macht die Arbeit so schwer. Man muss ein Verhältnis finden, das einem selbst Autorität gegeben wird und trotzdem die zu Erziehenden und deren Entwicklung im Vordergrund stehen. Kinder brauchen Grenzen und testen diese gerne aus. Moralisches Verstehen, junge Menschen darin unterstützen sich in dieser Gesellschaft zurrecht zu finden, mit Verlusten umgehen, eine Balance zwischen Normen und eigenen Wünschen zu finden etc.
        Meine sehr vage These wäre ja, dass gerade so wenig Männer im Sozialbereich arbeiten wollen, weil es so anspruchsvoll und hart ist. Das Einlassen auf andere Menschen ohne sie zu bevormunden oder selbst darin unterzugehen halte ich für einen härteren Job als Militär-Kampfeinsätze oder 60h-Managerposten.
        Wenn es um den Sozialbereich geht, höre ich viel öfter „Das kann ich nicht“, von beiden Geschlechtern, als wenn es um Technik oder Gruppenführung geht.
        Mach doch darüber mal nen Blogeintrag 😉 Würde mich mal interessieren. (weil das jetzt auszuführen, halte ich für ähm… es wird halt extrem ausschweifen, da wär mir ein neuer Blogeintrag lieber)

  3. Nachtrag:
    Ich habe mir die Mühe gemacht, und die Feministin auf dem verlinkten Video nach deiner Zeigefinger/Ringfinger-Theorie zu analysieren gesucht.

    Das Ergebnis:

    Du hattest wieder einmal Recht – Hut zieh!!

  4. @ Khaos.Kind

    „Niemand IST kalt- oder warmherzig, sondern Menschen verhalten sich so oder anders.
    Verhalten ist keine Charaktereigenschaft.“

    Richtig. Verhalten ergibt sich situationsbedingt. Ich kann (oder muß) mich auch im Beruf und im Privatleben bestimmten Situationen anpassen und entsprechend kalt- oder warmherzig auftreten. Also eine Katze, die schon mal ihre Krallen ausfahren kann. 😉

    • @ onyx

      Das Verhalten rein situationsbedingt ist, halte ich für einen Irrtum.
      Grundlegende Charaktereigenschaften scheinen erblich „voreingestellt“ und disponieren Verhalten.

      Wer eher warmherzig-weich-empathisch ist wird in konkurrenzbetonten Umwelten kaum reüssieren, ein eher kühl-aggressiver Mensch kaum im Kindergarten.

      Deshalb ist ein Switchen auch nur unvollkommen möglich.

      Der eher kühl-aggressive Mensch wird auch in anderen Umwelten nicht zum warmherzigen Empathen mutieren.
      Er kann nur das ohnehin Voreingestellte betonen oder besänftigend herunterregeln, aber der Tiger wird seine Streifen nicht verlieren und das Schäfchen nicht seine Wolle.

      Ich persönlich mag auch lieber warmherzige, sanfte Frauen als die eher „männlich“konnotierten Charaktertypen.

      Ich glaube, dass „Männlichsein“ Männern besser steht als Frauen, dass Frauen mehrheitlich „männliche“ Männer und Männer mehrheitlich „weibliche“ Frauen begehren.

      Darin sehe ich einen weiteren Irrtum der Feministinnen, die eher vom „männlichen“ Ende der weiblichen Charakterdispositionsnormalverteilung kommen und ihr „Extremsein“ für den weiblichen Normalfall halten, davon ausgehen, dass im Grunde genommen alle Frauen so sein könnten/sein wollten wie sie sind und in ihrer Überzeugung von den „weiblicheren“ Frauen nicht gestört werden, gerade weil diese „femininer“ sind (weniger selbstbewusst, weniger zu öffentlicher Rede befähigt, weniger auf streitige Diskussionen gepolt usw.).

      Es sind eher „männlich“ disponierte Frauen, die den Feminismus öffentlich verfechten, eine Ideologie, die ihrer Charakterdispositon entspricht, aber nicht der der „weiblicher“ disponierten Frauen, die eine leider schweigende, eher stille Mehhrheit darstellen, gerade weil sie „weiblicher“ sind.

      Eine fatale Entwicklung, für viele Männer und Frauen.

      • @roslin

        gut formuliert.

        im moment würde ich noch einen schritt weitergehen und das, was wir an feminismus sehen, als eine variante zur selbstbereicherrung ansehen.

        wenn es diesen personen ernst wäre mit dem gesagten, könnten sie nicht das leid ignorieren, das frauen unter der islamischen weltanschauung zu ertragenhaben. (die einzige stimme die mir bisher bekannt ist ist frau schwarzer)

    • @Onyx

      „Richtig. Verhalten ergibt sich situationsbedingt.“

      Natürlich können auch warmherzige Menschen in bestimmten Situationen kaltherzig sein. Die Frage ist eben, ob sie sich wohlfühlen, wenn sie es die ganze Zeit sein müssen. Insbesondere dann, wenn sie keine besondere gefühlsbezogene Situation haben, die sie dazu veranlasst.

      • Meinst du ein eiskalter Geschäftsmann fühlt sich nicht wohl, wenn er abends nach einem langen kaltherzigen Tag ein warmherziger und liebevoller Vater und Partner sein „muß“?

      • @Onyx

        Vielleicht ist er es ja gar nicht. Ich kenne, zumindest einen, der der Auffassung ist, dass es ja ganz nett ist Kinder zu haben, aber im Büro wird man mehr gebraucht, die Kinder sind da bei der Mutter schon in guten Händen.
        Wäre mal eine interessante Studie, wie weit sie sich auf die Kinder einlassen oder eher distanziert bleiben

      • dass es ja ganz nett ist Kinder zu haben, aber im Büro wird man mehr gebraucht, die Kinder sind da bei der Mutter schon in guten Händen.

        Wäre er eine Frau würde er im Brustton der Empörung gefragt werden, warum er überhaupt Kinder hat.

  5. Skeptiker,

    sach mal Deinen Blog. Ich bin auch Klimakritiker, allerdings eher in Richtung Björn Lomborg.

    Es geht also eher darum, einen rationalen Umgang mit dem Problem zu finden und nicht auf Gutmensch zu machen.

    Der zweite Aspekt ist allerdings, daß ich es sogar für sehr wahrscheinlich halte, daß in ein paar Jahren oder ein bißchen mehr das CO2-Problem als wesentlich weniger brisant eingeschätzt wird.

    Ich denke, es wird darauf hinauslaufen, daß der menschliche Einfluß deutlich geringer bewertet wird und daß es mehr als natürliche Zyklik betrachtet wird.

    Das Problem bei der Sache ist wie üblich und wie bei unserem tollen Feminismus, daß eine bestimmte Erklärungsmöglichkeit oder Denkrichtung nicht erwünscht ist und diese Leute zwanghaft nur in eine Richtung denken. Grüße hier an Onyx, Khaoskind und all die anderen.

    Es geht also gar nicht primär um die Plausibilität der Erklärungsmöglichkeiten, sondern darum, daß man erst mal geistig frei und unabhängig ist. Das ist bei diversen Gutmenschen natürlich nicht der Fall, Grüße hier auch an Richard Dawkins und seine religiöse Bewegung.

    Aber das wird bestimmt noch.

  6. „Vielleicht ist er es ja gar nicht.“

    Vielleicht, oder vielleicht nicht. Alles Spekulation, und eine ziemlich männerfeindliche noch dazu, denn sie impliziert, dass harte Geschäftsleute privat keine liebevollen Männer sind. Genau wie die Unterstellung, dass erfolgreiche Frauen keine liebevollen Partnerinnen sind, frauenfeindlich ist.

    • Tja und wenn nicht, dann eben nicht. Und weiter?
      Meine These hast du damit nicht widerlegt und dein Einzelbeispiel hat meine Frage auch nicht beantwortet. Denkst du, ein erfolgreicher Geschäftsmann fühlt sich nicht wohl, wenn er abends für seine Frau und Kinder da ist? Weil es irgendwie genetisch in seinem Verhalten verankert sein soll, dass er eben hart, kalt und männlich sein muß? (wobei sich mir die Gleichung hart, kalt = männlich nicht erschließt)

  7. Da habe ich ja in ein richtiges Wespennest gestochen, oder geht das hier immer so ab? 😉

    @Christian: Du hast recht. Das war nicht böse gemeint. Hat aber wohl in diesem Moment einfach getroffen. Wenn ich denke was sich Frauen alles sonst im Ausgang gefallen lassen (müssen) – war das wohl nichts. Mit den Methoden hast Du recht. Noch lieber ist es mir aber, dass nicht „Methode“ zu nennen sondern einfach ein normales Verhalten… sobald da Spielchen dabei sind, wird es meistens bei einem „Spielchen“ (… was auch mehr sein kann als nur reden *g*) bleiben.

    @Div: Grundsätzlich bin ich der Meinung das ein teilweise Switchen von Job & Privat ohne Probleme geht. Ich bin ein ganz gutes Beispiel. Im Business bin ich sehr „hart“, privat im Normalfall jedoch ein Switcher (so würde ich das nennen). Je was die Situation betrifft und nach meiner Stimmung. Ganz ablegen kann man solche Eigenschaften nicht, finde ich. Das zeigen auch meine Erfahrung – ich arbeite in einer Liga mit solchen „harten“ Menschen. Bei mir brechen diese z.B. in einem Streit oder in einem Konflikt privat durch, was aber wiederum im Business nicht passiert (wenig Gefühle, viel Sachlichkeit). Also sehr Widersprüchlich. Warum das so ist, habe ich noch nicht herausgefunden 😉

    • @Micha
      Da habe ich ja in ein richtiges Wespennest gestochen, oder geht das hier immer so ab? 😉
      Ach, das ist noch harmlos *g*
      Bin ja mal gespannt, wie es dir ergeht, wenn du dich hier öfter einbringst.

      „Komplett“ switchen halte ich auch für Utopie. Aber muss mensch ja auch gar nicht.

  8. @Khaos.Kind

    „“2. Aber nicht jede Phobie ist pathologisch. Homophobie gehört dazu.““

    Ach ja ?

    „“Eine Phobie (von altgriechisch φόβος phóbos ‚Furcht‘, ‚Schrecken‘),[1] auch phobische Störung, ist eine krankhafte, das heißt unbegründete und anhaltende Angst vor Situationen, Gegenständen, Tätigkeiten oder Personen…“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Phobische_St%C3%B6rung

    Das, was im gesellschaftspolitischen Diskurs als Homophobie bezeichnet wird, ist in den meisten Fällen schlicht und einfach die Überzeugung, dass gleichgeschlechtlicher Sex eine krankhafte Veranlagung sei. Diese Auffassung mag man als altbacken bezeichnen, ist aber nicht per se Symptom einer Krankheit. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich bin nicht der Auffassung, dass Homosexualität eine Krankheit ist, die geheilt werden sollte.

    Die Pathologisierung unerwünschter Meinungen ist ein altbekanntes Mittel der Diffamierung und Ausgrenzung Andersdenkender.
    Du behauptest, nicht jede Phobie sei pathologisch. Das ist ein Scheinargument. Die grundsätzlich Ablehnende Haltung gegenüber Homosexualität als Phobie zu klassifizieren bedeutet, dass die Ablehnung keine rationalen Gründe habe, sondern nur durch irrationale Ängste verursacht werde.

    Salopp ausgedrückt: Wer nicht denkt wie ich ist krank im Kopf.

    • Danke Peter, ich habe schon auf die logischen Inkonsistenzen hingewiesen. Es scheint ja klar zu sein, dass hier „sozialwissenschaftliche“ – sprich feministische – Programmatik mit wissenschaftlich/psychologischer Terminologie verbunden wurde, um bestimmte unbewußte Wirkmechanismen generieren zu können – denkt ja jeder normale Mensch, wenn er „Phobie“ hört erstmal an ein Krankheitsbild. Ein anderes Beispiel: sprachliche Gewalt.

      Ein einfaches googeln hätte gereicht, um zu sehen, dass „Homophobie“ ein Kampfbegriff ist.

      Ich für mich stelle klar, dass ich eindeutig für die Rechte der Homosexuellen eintrete, es jedoch vehement ablehne, in irgendeinem gefälligen Sinne staatlich umerzogen zu werden, wie ich auch dafür kämpfe, dass meinen homosexuellen Mitbürgern solche Maßnahmen nicht mehr aufgezwungen werden können.

      • @ Peter Bosshard
        „Die grundsätzlich Ablehnende Haltung gegenüber Homosexualität als Phobie zu klassifizieren bedeutet, dass die Ablehnung keine rationalen Gründe habe, sondern nur durch irrationale Ängste verursacht werde.“

        Ich glaube der Satz bräuchte generell eine Erläuterung.

    • @Peter Bosshard
      Hab ich 1.52pm an skeptiker geschrieben:
      Punkt 2 bezog sich darauf, dass eben nicht alles, was im allgemeinen Sprachgebrauch als „Phobie“ bezeichnet wird, eine pathologisch-definierte Phobie ist.
      Wie das Beispiel mit der Bank, das du gebracht hast.

      Homophobie ist keine pathologische Phobie. Warum es trotzdem so heißt, fragt du besser eine/n SprachwissenschaftlerIn.

      Ich glaube, ich lasse es besser, mich in andere Diskussionen einzumischen und die Menschen darauf hinzuweisen, dass sie aneinander vorbeireden.

  9. > Die grundsätzlich Ablehnende Haltung gegenüber Homosexualität als Phobie zu klassifizieren bedeutet, dass die Ablehnung keine rationalen Gründe habe, sondern nur durch irrationale Ängste verursacht werde.

    Denkst du, es gibt rationale Gründe für die ablehnende Haltung gegenüber Homosexualiät?

  10. „“Denkst du, es gibt rationale Gründe für die ablehnende Haltung gegenüber Homosexualiät?““

    Ja natürlich. Wer von der Prämisse ausgeht, dass die Sexualität untrennbar mit der Fortpflanzung verbunden sein sollte, der wird Homosexualität ablehnen.

    Rational heisst in diesem Zusammenhang lediglich „nachvollziehbar“, d.h für den Laien nachvollziehbar, den „Nichtpsychiater“. Andere Definitionen sind natürlich möglich.

    Der Begriff „Rationalität“ verweist auf normative Grundsätze. Wer diese nicht akzeptiert, der spricht dann in der Regel von Irrationalität. Allerdings sollte es doch möglich sein, den Kern der Sache anzusprechen, in diesem Fall also die Ablehnung des normativen Grundsatzes (der oben genannte ist nur als Beispiel gedacht, nicht ausführlich dargelegt), und sich vergegenwärtigen, dass an seine Stelle ein neuer normativer Grundsatz gestellt werden soll, der sich ebenso nicht ableiten lässt (gewissermassen ein Axiom, ein Glaubensgrundsatz).

      • BHD, das hatten wir doch schon einmal. Weißt du noch die Diskussion, wo es um biologische Schemata, Einordnungsmuster ging?

        Ich vertrat die Meinung, dass ein homosexueller Mann, der wie ein heterosexueller Mann auftritt, weniger Probleme hat, als ein homosexueller Mann, der weiblich auftritt.

        Ich würde Teile dieser „Aufregung“ biologisch erklären können. Ein solches Verhalten ist ein dauernder Irritationsfaktor für die Mehrheit. Und seien wir einmal ehrlich, andere abweichende Verhaltensweisen würden genauso verfolgt werden, sind jedoch in der Regel privat.

        Was meinst du was los wäre, wenn jeder Sadist mit seiner Sklavin – jede Sadistin mit ihrem Sklaven – an der Leine durch die Innenstadt spazieren würde. Die Feministinnen würden sturm laufen.

        Abweichungen werden generell nicht gern gesehen. Sitz gerade! Warum isst du nachdem du einen Kuchen hattest, saure Gurken? …

        Btw als heterosexueller Mann in einem mehrheitlich homosexuellen Freundeskreis zu sein, kann mitunter auch Probleme mit sich bringen. Da geht man halt einmal schnell daran die „Hete“ umzukehren. Als heterosexueller Mann in einem Freundeskreis wo Lesben sind, geht auf Dauer imho mit den Butch unter ihnen auch nicht gut.

      • > Ich vertrat die Meinung, dass ein homosexueller Mann, der wie ein heterosexueller Mann auftritt, weniger Probleme hat, als ein homosexueller Mann, der weiblich auftritt.

        Also gleich mal, weil gemeinsame Positionen viel zur selten zur Sprache kommen, das ist auch meine Erkenntnis.

        > Abweichungen werden generell nicht gern gesehen. Sitz gerade! Warum isst du nachdem du einen Kuchen hattest, saure Gurken? …

        Ja, aber andere, Dinge werden doch auf, nicht hofiert, gutiert, vielleicht nichtmal Akzeptiert, aber doch toleriert?

        Sammelleidenschaften z.B., wenn sie nicht gerade Tiere betreffen.

      • wir hatten das Thema schon mal hier in den Kommentaren:
        https://allesevolution.wordpress.com/2010/12/10/wann-ist-ein-mann-eine-frau-ein-mann-eine-frau/

        Ich denke auch, dass ein Teil der Reaktion einfach unterbewusst ist, weil wir im Wege der sexuellen Selektion auch darauf selektiert worden sind, wie gut wir solche Abweichungen erkennen können. Es sind ja in gewisser Weise auch Fruchtbarkeitskriterien bzw. Kriterien für eine bessere Überlebenswahrscheinlichkeit des Nachwuchs.

        Vielleicht fühlen Männer da noch einen stärkeren Druck, weil auf sie stärker selektiert wurde (es findet sich nur noch etwa das Genmatierial von 40% der Männer im Genpool im Gegensatz zu 80% der Frauen, wenn ich mich recht erinnere)

        Sammelleidenschaften sind aus Sicht einer evolutionären Selektion weit weniger problematisch als Partnerwahl

  11. „“Warum wird aber dann nicht jede Abweichung von normativen (als Mehrheitsverhalten) so stark verfolgt?““

    So allgemein lässt sich das nur schwer beantworten. Vielleicht wäre ein konkretes Beispiel hilfreich.

    Wichtig ist sicher, wie weit ein Verhalten von der gesellschaftlichen Norm abweicht, wie häufig sie auftritt, wie sichtbar die Abweichung ist und als wie wichtig die Norm angenommen wird.
    Ich sehe die Norm hier übrigens nicht notwendigerweise als Mehrheitsverhalten, obwohl sie das in vielen Fällen ist. Es ist mehr die von einer grossen Mehrheit bejahte Vorstellung des „so sollte es sein“.

    • Also eine Erfahrung, die ich gemacht habe, ist die, dass, je selbstvertändlicher z.B. Homosexualität, in der öffentlichkeit ist, desto weniger wird es als Abnorm betrachtet. Aber es muss gewissermassen eine Solbruchstelle überwinden.

      Homosexualität hat das zum grössten Teil getan. Und ich verrate ihnen ein kleines Geheimnis: Als ich zum ersten mal zwei offensichtlich verliebte Männer Händchen halten sah, fand ich das auch auf eine Uebelkeit erregende Art. (Klar, dass das hier, wo ich geoutet bin, vielleicht noch mehr auf unverständnis stösst).

      Ein mal… vor 2 Jahren habe ich eine Doku über homosexuelle flüchtliche aus dem Iran gesehen, und ich sah nur noch die Liebe, nicht mehr deren Ungewöhnlichkeit. Ein Schockeffekt musste überwunden werden, den hatte ich auch.

      Aber dann sehe ich halt X Leute, die Krampfhaft dran festhalten.

      • Diese Sollbruchstelle zu überwinden, ist, denke ich, für mein spezielle Thema kaum zu erreichen. Wie sind um mindestens den Faktur 100 weniger als Homo- und Bisexuelle und ins Rampenlicht gezerrt werden nunmal die schrillen Persönlichkeiten, uns Normalen bleibt nicht viel, ausser dem möglichst gutem verstecken vor Medien. Kommt es dann raus, sind wir die grossen Lügner, weil andere unpassende Dinge in uns hineininterpretieren.

        Ich bin durchaus dankbar, in diesem Kreis, selbst dann wenn meine Person oder mein Diskussionsstil infrage gestellt wird, nicht auf diesem Hintergrund herumgehackt wird und nehme das sehr positiv wahr.

      • @ BHD
        Also ich persönlich halte es so: Sexualität sollte in der heutigen Zeit größtenteils Privatsache sein. Es gibt so viele Verhaltensweisen die anecken könnten, dass ich persönlich es für ratsam halte, den öffentlichen Raum weitestgehend frei davon zu halten. Privat bin ich der Meinung, erlaubt ist, was gefällt, mit den minimalsten Einschränkungen einer Sexualethik. Hier hat der Staat für mich Eingriffsrecht, soll heißen: Körperliche, seelische Gesundheit muss garantiert sein, Konsensualität darf vorausgesetzt werden, eine Gleichberechtigung der Teilnehmer muss gewährleistet sein.

        „Ja, aber andere, Dinge werden doch auf, nicht hofiert, gutiert, vielleicht nichtmal Akzeptiert, aber doch toleriert? Sammelleidenschaften z.B., wenn sie nicht gerade Tiere betreffen.“

        Ja, aber Sexualität ist doch etwas Anderes, basales, Grundlegendes.

        „Sollbruchstelle“
        Ich persönlich sehe keine Berechtigung eine solche Sollbruchstelle herbeizuführen andererseits vertrete ich aber auch obige Meinung. Diskriminiere ich homosexuelle Paare, wenn ich sage, ich muss nicht unbedingt in jeder zweiten Sitcom das „Quotenpaar“ betrachten?

        „Ich bin durchaus dankbar, in diesem Kreis, selbst dann wenn meine Person oder mein Diskussionsstil infrage gestellt wird, nicht auf diesem Hintergrund herumgehackt wird und nehme das sehr positiv wahr.“

        Ich diskutiere eigentlich auch ganz gern mit Ihnen, wenn ich Sie glaube manches mal verstehen zu können. Ich wünsche Ihnen, dass Sie eine Partnerin, einen Partner finden – wenn Sie nicht schon eine/n haben. Ansonsten kann ich Ihnen nur sagen, Partnerlosigkeit ist ja nicht nur ein Phänomen, welches Transsexuelle betrifft.

      • > Körperliche, seelische Gesundheit muss garantiert sein, Konsensualität darf vorausgesetzt werden, eine Gleichberechtigung der Teilnehmer muss gewährleistet sein.

        Aber sie sind doch immer so empfindlich gegen BDSM?

      • @Bad Hair Day

        „Als ich zum ersten mal zwei offensichtlich verliebte Männer Händchen halten sah, fand ich das auch auf eine Uebelkeit erregende Art. “

        Händchenhalten hat mich nie gestört. Aber küssende Männer, da hat man irgendwie trotzdem ein merkwürdiges Gefühl, obwohl ich absolut nichts gegen Homosexualität habe. Und es wirkt um so merkwürdiger um so männlicher beide aussehen, keine Ahnung warum. Vielleicht weil einen das sexuelle anspricht und man gleichzeitig eine gewisse Hineinversetzung macht, es einen aber nicht anspricht?
        Umgekehrt habe ich (und wohl die meisten Männer) kein Problem damit, wenn sich zwei Frauen küssen. Das würde ja vielleicht auch dafür sprechen, dass es irgend etwas mit „hineinversetzen“ also einer gewissen Empathie zu tun hat.

        Wobei ich auch alle Staffeln von Queer as folk (US) gesehen habe und es da dann vollkommen normal fand. Also ist vielleicht auch einfach ein Gewöhnugnsfaktor (bezüglich bestimmter Personen?) dabei.

  12. > Partnerlosigkeit ist ja nicht nur ein Phänomen, welches Transsexuelle betrifft“

    Ähm. Das war wohl eine Annahme, die aus der Hüfte geschossen kam. Ich habe einen Freund, der mich gerade ganz stolz einem anderen Präsentiert hat.

    • Und zwei Stunden zuvor hat mir gerade mein Nachbar ein paar Erdbeeren vorbeigebracht. Und mir dabei Erzählt, dass er seit zwei Jahren seine Kinder nicht gesehen hat. Werden sie es mir mir vorwerfen, wenn ich ihn und andere, alte Freunde, in zukünfitgen Beispielen anführen werde, als Leute die ich kenne (und damit eben nicht „Online“ meine?)

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