100.000 Aufrufe

Heute hat der Blog 100.000 Aufrufe erreicht. Finde ich ganz ordentlich für die bisherige Zeit.

Zudem steigen die Zugriffszahlen auch (abgesehen vom Weihnachten und Neujahrabfall) kontinuierlich an.

Damit es so weiter geht: Nie war der Zeitpunkt günstiger um den Blog in Blogrolls aufzunehmen, anderweitig zu verlinken oder aber Facebookfan zu werden!

Danke an alle Leser und insbesondere an alle Kommentatoren!

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Kalte, erfolgsgeile Business-Lady vs. schurrende liebevoll Miezekatze

Gerade auf dem Blog „Mein Singlebuch“ gelesen:

Ich will keine knallharte, erfolgsgeile und kalte Business-Lady zu Hause haben, keine dieser „Kampflesbe“ – da könnte ich ja gerade mit einem Mann ins Bett! Sondern eine schnurrende, liebevolle Miezekatze. Natürlich soll sie selbstbewusst sein, Charakter und ihren eigene Willen haben, eben alles Attribute welche eine Katze besitzt.

Ich könnte mir vorstellen, dass viele Männer da durchaus zustimmen. Genauso wie viele Frauen keine Softies wollen. Es ist nicht das selbstbewußte, was Männer nicht mögen, oder der eigenen Willen, es geht also nicht in Richtung „sei dem Patriarchat Untertan“, sondern – da würde ich dem Verfasser zustimmen – das harte, kalte, was einer Frau nicht steht.

Testosteron, Soziales Verhalten und Fairness

Eine interessante Studie zur Wirkung von Testosteron:

Both biosociological and psychological models, as well as animal research, suggest that testosterone has a key role in social interactions. Evidence from animal studies in rodents shows that testosterone causes aggressive behaviour towards conspecifics. Folk wisdom generalizes and adapts these findingsto humans, suggesting that testosterone induces antisocial, egoistic, or even aggressive human behaviours. However, many researchers have questioned this folk hypothesis, arguing that testosterone is primarily involved in status-related behaviours in challenging social interactions, but causal evidence that discriminates between these views is sparse. Here we show that the sublingual administration of a single dose of testosterone in women causes a substantial increase in fair bargaining behaviour, thereby reducing bargaining conflicts and increasing the efficiency of social interactions. However, subjects who believed that they received testosterone—regardless of whether they actually received it or not—behaved much more unfairly than those who believed that they were treated with placebo. Thus, the folk hypothesis seems to generate a strong negative association between subjects’ beliefs and the fairness of their offers, even though testosterone administration actually causes a substantial increase in the frequency of fair bargaining offers in our experiment.

Testosteron führt also im menschlichen Bereich dazu, dass insbesondere auf einen gerechten Austausch geachtet wird und bestimmte Regeln der Fairness eingehalten werden.

Ich vermute, dass der Effekt insbesondere aufgetreten ist, um intrasexuelle Aggression, also Aggression unter Männern, zurückzuschrauben. Männliche Aggression wurde häufig durch solche Regeln im Saum gehalten. Beispiele sind Ehrenkodexe bei Duellen, fairer Kampf etc. Testosteron mag zwar mit mehr Neigung zum Wettbewerb in Verbindung stehen, aber es schärft auch das Statusbewußtsein und das Hierarchiebewußtsein, was ebenfalls der Konfliktkontrolle gilt.

„Feeling Style“ und „Thinking Style“

Leser Martin Bartonitz weist in einem Kommentar auf den Artikel „Gefühlsquote und Frauenquote“ hin.

Der Autor dort nimmt eine Einteilung in Thinking Style und Feeling Style vor.

Grob gesprochen tendieren zwei Drittel der Frauen zu „Feeling Style“, dagegen aber zwei Drittel der Männer zu „Thinking Style“. Worum handelt es sich dabei genau?

„Thinking“: Objektiv, entschlossen, klar, gerade heraus, analytisch, strukturiert, distanziert von der Sache, entscheidet nach Regeln, Gesetzen, „Policies“.

„Feeling“: Subjektiv, mitfühlend, weichherzig, menschlich, auf Harmonie und Einvernehmen bedacht, hat soziale Werte, ist verständnisvoll, anerkennungsbereit, setzt auf Bereden und Überzeugen statt auf Befehle, berücksichtigt die Umstände und geht nicht rücksichtslos nach Regeln vor, ist in der Sache mit dem Herzen involviert.

Also eine Einteilung, die sich an den Grundsätzen „Fühlen“ und „Analysieren“ orientiert und die sich so ja recht häufig als Abgrenzung zwischen Mann und Frau finden lässt und in die Richtung von „Systematisches Gehirn“ und „Empathisches Gehirn“ geht.

Der Autor stellt dann darauf ab, dass momentan der „Thinking Style“ vorherrschend ist und Personen mit dem „Feeling Style“, unabhängig davon, ob es Männer oder Frauen sind, nicht erwünscht sind.

In Politik, Management und in Teilen der Wissenschaft haben wir ein implizites „Feeling-Style“-Verbot. Eine Frauenaversion besteht doch überhaupt nicht! Es gibt nur eine kulturelle Ächtung des „Feeling-Styles“ in allen Führungsetagen. Auch Männer mit „Feeling-Style“ werden nicht respektiert, und zwar weniger als „Feeling-Style“-Frauen. Denn der Feeling-Style gilt als schwach, was Männer sich nun gar nicht leisten dürfen.

Daraus ergäbe sich die Frage, ob wir mehr „Feeling Style“ Leute haben wollen. Etwas zu kurz kommt mir dabei der Punkt, ob sie in einem Unternehmen eben auch gut einsetzbar sind.

Der Autor verweist darauf, dass die gleichen Personen, die diesen Führungsstil für die Firma ablehnen zuhause von ihrer Frau nach genau diesem Führungsstil beherrscht werden und trotzdem nicht dessen Effizienz erkennen. Allerdings ist die „Führung“ einer kleinen Gruppe von Personen, die alle entweder über Gefühle oder gar Verwandtschaft miteinander verbunden sind und zudem teilweise dauerhaftes Kapital in die Bildung dieser Gemeinschaft investiert haben, aus dem sie nicht aussteigen können (=Kinder) vielleicht einfach nur auf einen gefühlsbetonteren Führungsstil zugeschnitten. Dies muss aber für eine Ansammlung einer zu weit weniger verbundenen Leuten, die starke Eigeninteressen haben und gleichzeitig die Interessen anderer an einer Wertmaximierung verwalten sollen , nicht der Fall sein (Mitarbeiter sind einer Firma weit weniger verbunden als Ehegatten bzw. Eltern und Kinder untereinander und Shareholdervalue ist etwas anderes als der Aufbau einer Familie).

Aber dennoch finde ich die Betrachtung interessant, dass von einer Frauenquote die Frauen, die eher dem Thinking Style verfolgen (und deswegen wahrscheinlich eher „männlich denkendere Frauen“ sind, die Profiteure der Frauenquote sein werden. Denn solche Frauen werden eher Interesse an der Karriere haben und demnach auch eher bereit sein, den schwierigen Weg nach oben anzutreten. Viele der Umstellungen, die sich die Leute durch eine höhere Frauenbeteiligung erhoffen werden daher wahrscheinlich nicht oder abgeschwächter erfolgen.