Wonach man Anführer auswählt

Eine Studie dazu, wie kreative Ideen sich auf die Bewertung der Anführereigenschaften auswirken:

Drawing on and extending prototype theories of creativity and leadership, we theorize that the expression of creative ideas may diminish judgments of leadership potential unless the charismatic leadership prototype is activated in the minds of social perceivers. Study 1 shows creative idea expression is negatively related to perceptions of leadership potential in a sample of employees working in jobs that required creative problem solving. Study 2 shows that participants randomly instructed to express creative solutions during an interaction are viewed as having lower leadership potential. A third scenario study replicated this finding showing that participants attributed less leadership potential to targets expressing creative ideas, except when the “charismatic” leader prototype was activated. In sum, we show that the negative association between expressing creative ideas and leadership potential is robust and underscores an important but previously unidentified bias against selecting effective leaders.

Quelle: „Recognizing creative leadership: Can creative idea expression negatively relate to perceptions of leadership potential?“ (Journal of Experimental Social Psychology.)

Es scheint also als würde der Mensch sich eher an dem Modell „Bekannt und bewährt“ orientieren, es sei denn die Person, die die neuen Ideen vertritt, erscheint uns besonders charismatisch, was wiederum die Chance erhöht, dass auch andere ihr folgen.

40 Gedanken zu “Wonach man Anführer auswählt

    • @Bad Hair Day

      Da wäre dann noch die Frage, ob du Frauen für kreativer hältst als Männer. Wenn sie mehr Zusammenhänge erkennen….

      Interessant finde ich es dennoch, dass die Bewertung so unterschiedlich ausfällt. Es spielt meiner Meinung nach auch in unsere Diskussion hinein, wie Führungspersönlichkeiten oder hochrangige Politiker ausgewählt werden.

    • Was ist schon Kreativität?

      Man kann aus einer mathematischen Gleichung sehr wohl Kreativität herauslesen. Oder würdest du einem Gödel, Neumann, Perelman oder „aktuell“ Altoumaimi (http://www.welt.de/vermischtes/article3825271/Junger-Iraker-knackt-uraltes-Rechen-Raetsel.html) keine Kreativität unterstellen? Diese Form der Kreativität, die du beschreibst, „er“schafft imho nicht, sie „schafft“ – das ist ein Unterschied. Und komm mir jetzt nicht wieder mit Asperger und der Pahologisierung alles Männlichen!!!!

      Wenn man in den künstlerischen Bereich, in die Pop-Art geht, hast du zwar viele weltbekannte KünstlerInnen; wenn du dann aber nach deren „angenommenen“ IQ-Werten, abgeleitet durch College Eignungstests, SAT’s etc. googelst, sieht die Welt wieder ganz anders aus. http://www.oleoleole.de/blogg/?p=30

      Nein, nein. Das Erschaffende, Innovative ist zum größten Teil der männlichen Kreativität geschuldet.

      • Wenn ich so eine Schwarz-Weiß-Malerei höre, dass die Männer die kreativeren sind, stellen sich mir die Nackenhaare hoch.
        Wie, bitte wird den Kreativität gemessen? An Patentanmeldungen? So ein Unsinn. Es gibt genügend kleine Dingen im Leben, die gerade von Frauen beeinflusst werden und die in der Gemeinschaft helfen, besser mit einander zurecht zu kommen. Nur misst dies keiner.
        Ich sehe, dass die mir bekannten Frauen logistisch viel besser organisieren als Männer um mich herum. Auch in der Kommunikation untereinander sind sie uns überlegen, weil sie die Sprache virtuoser und kreativer Nutzen. Und da Frauen zudem nicht nur die Gehirnhälfte nutzen, die für Logik zuständig ist, sonder im Gegensatz zu Männer stärker auch die Hälfte nutzen, in denen die Gefühle zu Hause sind, sind sie uns auch in der Intuition überlegen.
        Also bitte etwas mehr auf die nicht gemessenen Vorzüge schauen.
        Übrigens scheint mir die These bzgl. der Patentanmeldungen auch zu kippen, wenn Frauen vermehrt in die technischen Disziplinen vordringen. Denn kein Wunder, dass mehr Männer Patente anmelden, wenn hier bisher deutlich weniger Frauen angelangt sind.

      • @ Martin Bartonitz
        „Wenn ich so eine Schwarz-Weiß-Malerei höre, dass die Männer die kreativeren sind, stellen sich mir die Nackenhaare hoch.“

        Das tut mir Leid für Sie, wenn Sie bei einer solchen Aussage bereits körperlich reagieren. Das kann nicht gesund sein.

        „Ich sehe, dass die mir bekannten Frauen logistisch viel besser organisieren als Männer um mich herum.“

        Und, was sagt das über den Schnitt aus?

        „Auch in der Kommunikation untereinander sind sie uns überlegen, weil sie die Sprache virtuoser und kreativer Nutzen.“

        Ihre, Ihnen bekannten Frauen „uns“, allen Männern oder nur „Ihnen“ und den Männern in „Ihrem“ Umfeld. Dass Frauen generell mit Sprache virtuoser umgehen können, dagegen spricht schon allein die Tatsache, dass wir bis dato (2010) 95 Literaturnobelpreisträger und nur 12 -preisträgerinnen haben (http://de.wikipedia.org/wiki/Nobelpreis_für_Literatur ). Aber da ist sicher auch das sexistische Patriarchat schuld.

        „Und da Frauen zudem nicht nur die Gehirnhälfte nutzen, die für Logik zuständig ist, sonder im Gegensatz zu Männer stärker auch die Hälfte nutzen, in denen die Gefühle zu Hause sind, sind sie uns auch in der Intuition überlegen.“

        Gibt es dazu Studien oder sagt Ihnen das Ihr Gefühl?

        „Übrigens scheint mir die These bzgl. der Patentanmeldungen auch zu kippen, wenn Frauen vermehrt in die technischen Disziplinen vordringen. Denn kein Wunder, dass mehr Männer Patente anmelden, wenn hier bisher deutlich weniger Frauen angelangt sind.“

        Scheint Ihnen das? Mir scheint dies bis dato 95 zu 5% eher nicht der Fall zu sein, wenn man noch dazu bedenkt, dass seit den 70ern vermehrt Frauenfördermaßnahmen dahingehend greifen. Vielleicht müssen wir noch 100 Jahre weiterfördern und Diplomandinnen bereits zu Professorinnen machen, dann wirds schon klappen – sonst schreiben wir halt den Namen zu einer Gruppenanmeldung einfach dazu 🙂

  1. @ Christian

    Solche Studien sind mir etwas schwammig.

    Wenn „kreative“ Ideen als „Herumspintisieren“ wahrgenommen wird, ist ein Punkteabzug bei der Bewertung von Führungsqualitäten unausweichlich.

    Wenn kreative Ideen mit rhetorischem Schwung und Autorität in der Stimme vorgetragen werden, ist das dann Charisma, auch wenn sie genauso spinnert sind?

    Das erlaubte dann weniger ein Urteil über die Kreativität in ihrem Einfluss auf die Beurteilung von Führungsqualitäten als ein Urteil über schauspielerische Fähigkeiten und deren Einfluss auf die Berurteilung dieses Merkmales.

  2. @Alexander: Ich finde das Ergebnis glaubwürdig. Die Kreativen und Innovatoren sind selten Führungspersönlichkeiten. Was zum Teil daran liegt, dass sich wirklich neue Ideen schwer vermitteln lassen und die klare Kommunikation des eigenen Willens nun mal die Voraussetzung von Führungsqualitäten schlechthin ist.

  3. Dass das Umsetzen neuer Ideen schwierig ist, zeigt sehr gut eine kleine Geschichte mit fünf Schimpansen auf:
    http://faszinationmensch.wordpress.com/2010/12/23/wie-uns-eine-geschickte-uber-funf-affen-lehrt-warum-wir-von-gewohnheiten-so-schlecht-lassen-konnen/
    Wir haben in unserer Firma gerade einige Strukturen eingerichtet, um mehr Kreativität/Innovation zu fördern. Dabei wird darauf gesetzt, dass die Ideen von der Basis entwickelt werden, also von jenen Personen, die die wertschöpfende Arbeit durchführen:
    http://www.saperionblog.com/was-ist-eine-innovation/3655/
    Ich bin gespannt darauf, wer hier kreativ wirken wird und ob wir es schaffen werden, Ideen aufzugreifen und zur Innovation zu führen, sprich Annahme durch die Mitarbeiter oder Marktes, je nachdem, was verbessert oder produziert werden soll.

  4. „“Auch in der Kommunikation untereinander sind sie uns überlegen, weil sie die Sprache virtuoser und kreativer Nutzen. Und da Frauen zudem nicht nur die Gehirnhälfte nutzen, die für Logik zuständig ist, sonder im Gegensatz zu Männer stärker auch die Hälfte nutzen, in denen die Gefühle zu Hause sind, sind sie uns auch in der Intuition überlegen.““

    Da Sie ja offensichtlich ein Mann sind, der sein Gehirn gemäss eigener Aussage nur geringfügig zu nutzen weiss, brauch ich Sie auch nicht sonderlich ernst zu nehmen. Ich werde mich also künftig über derlei – ganz in ihrem Sinne – mit Frauen unterhalten.

  5. @ Martin Bartonitz

    *Wie, bitte wird den Kreativität gemessen? *

    Durch einen Blick auf die Realität: Wer hat was gestaltet, erfunden, entdeckt usw.

    Es sind ja nicht nur die Patentanmeldungen.

    Die sind nur ein Pegel, der den Wasserstand anzeigt.

    Wieviele weibliche Komponisten gibt es, die einem Bach, Mozart, Beethoven usw. das Wasser reichen können?

    Nicht einen einzigen, bis heute nicht.

    Ich kann ihnen mühelos ein Dutzend zeitgenössischer Architekten nennen, die in der Liga eines Santiago Calatrava spielen, darunter aber nur eine Frau, Zahah Hadid.

    Schauen Sie sich an, welches Geschlecht die großen Improvisateure des Jazz stellt, überhaupt der Jazz.

    Warum haben schwarze Männer die Musik revolutioniert, verachtet, kaum der Sklaverei entronnen, Männer die nicht lesen und schreiben konnten, geschweige denn Noten lesen, die kein Klavier zu Hause stehen hatten, geschweige denn einen Flügel?

    Und nicht all die vielen bürgerlichen Frauen, die seit gut 200 Jahren auf diesem Gebiet bereits einen riesigen Bildungsvorsprung vor Männern hatten, weil es zur Ausbildung fast eines jeden bürgerlichen Mädchens gehörte, Klavier spielen zu lernen und damit auch Noten zu lesen.

    Mehr braucht es nicht, um zu komponieren: ein Klavier und die Fähigkeit, seine musikalischen Gedanken festhalten zu können, also ein Blatt Papier und einen Bleistift.

    Und natürlich den Willen, etwas zu schaffen und die Begabung dazu.

    Waren Frauen, bürgerliche Frauen, so unterdrückt, dass sie nicht mal Bleistift und Papier organisieren konnten, wenn sie doch bereits einen Flügel im Salon stehen hatten?

    Um wenigstens eine Komponistin hervorzubringen, die es mit all den Wagner, Verdi, Bruckner, Brahms, Dvorak, Smetana, Tschaikovsky usw., usw., usw., aufnimmt?

    Die Realität beantwortet Inen die Frage rasch, welches Geschlecht das kreativere (und das zerstörerischere) ist, seit Jahrtausenden.

    Natürlich, das ist alles Folge der diabolischen Boshaftigkeit der Männer, die Frauen seit Jahrtausenden mit ungeheurer Energie an der Entfaltung ihrer Persönlichkeit hindern.

    Der Feminismus wurde ja u.a. erfunden, um für die Tatsache des höchst unterschiedlichen Anteiles am Schöpfertum der Menschheit eine für weibliches Selbstbewußtsein schonende Rationale zu entwickeln.

    Es ist angenehmer, sich für unterdrückt zu erklären als sich für im Schnitt unbegabter halten zu müssen.

  6. Ich will gar nicht abstreiten, dass es viele Männer gab, die Herausragendes geleistet haben. Aber haben die im Sinne der Verbesserung der Gesellschaft gewirkt?
    Wenn sich die Frage stellt, wer sinnvolleres für die Gesellschaft geleistet hat, ohne sich gleich stolz in die Brust zu werfen sondern weil es einfach gut so ist, da sehe ich ganz klar, dass Frauen hier wesentlich positiver gewirkt haben.
    Was haben wir davon, dass irre gute Musik gespielt wird?
    Dass wir auf dem Mond gewesen sind?
    Dass wir mit unseren Atombomben gleich zig-mal unsere Erde auslöschen können?
    Oder dass wir mit tollen Rennwagen super im Kreis rumfahren können?
    Oder dass wir mit den riesigen Flugzeigen und Schiffen Waren durch die Gegend bewegen, die wir doch eigentlich auch in unserer Nähe erzeugen?
    Ja, das sind sicherlich alles Sachen, die richtig gut auffallen und meist von Männer erfunden wurden.
    Aber haben sie uns wirklich gesellschaftlich weitergebracht?
    Ich sehe unsere Welt aus den Nähten platzen, weil so viel unnütze Waren erfunden werden und per Bedürfnissweckung auch gekauft werden.
    Und unsere väterlich, religiösen Patriarchen lenken auch nicht gegen.
    Ich glaube nicht, dass wir uns wirklich auf unsere so männliche Brust schlagen können, bei all dem Leid, was wir auf der anderen Seite auf dieser Welt hinterlassen haben. Wir müssen nur mal schauen, was da gerade in den Ländern passiert, wo die Menschen gegen von Männern verursachten Unterdrücken aufbegehren. Und ich könnte noch reichlich so weiterschreiben.
    Ja, es gab viele tolle Männer, aber im Schnitt haben sie mehr kaputt gemacht.
    Und wenn man diese Seiten alle aufwiegt, dann sieht das Bild schon etwas anders aus.

  7. @ M. Bartonitz

    *Oder dass wir mit den riesigen Flugzeigen und Schiffen Waren durch die Gegend bewegen, die wir doch eigentlich auch in unserer Nähe erzeugen?*

    Eine Grundvoraussetzung dafür, dass hier ca. 250 Menschen/km² überleben können, dass auf diesem Planeten 6 Milliarden Menschen leben können, bald 7, bald 8 Milliarden.

    Uns steht nur die Flucht nach vorne offen, denn das überleben wir nur mit technologischen Lösungen.

    Die liefern uns Matriarchate nicht, die liefern uns Frauen (im Schnitt!) nicht.

    Schön, sie können argumentieren, mit Matriarchaten wären wir nie so weit gekommen.

    Aber dazu ist es zu spät,

    Der Zug ist aus dem Bahnhof.

    • Wo leben hier 7 Milliarden? 1 Milliarde hungert, eine weitere so gut wie. Richtig gut lebt es sich nur für eine Milliarde Menschen! Und wenn da noch mehr hinzukommen, wird es richtig eng. Wie wir gerade durch die Revolten sehen. Diese sind angefacht von Hunger, weil die Nahrungsmittel schon knapp werden.
      Und wer meint, dass Fortschritt hier allein helfen wird, fällt mit voller Wucht sehend an den Baum!
      Viele Möglichkeiten für noch mehr Nahrungsanbau gibt es nicht mehr.
      Nehmen Sie sich mal einen Atlas und malen alles schwarz an, was Wasser ist, wo Eis das ganze Jahr über ist, was Hochgebirge ist, was Wüste ist und was Urwald ist. Dann sehen sehr schnell, dass da nicht mehr viel Potential ist.
      Gut, wir können noch auf das Essen von Fleisch verzichten. Dann würden viele Futtermittel nicht noch verdelt werden und damit 10-14-fach mehr verbrauchen.
      Aber die Wenigsten mögen ja auf komplett vegetarisch umsteigen.
      Und die Rohstoffe gibt es auch nicht beliebig. Besonders wenn die 6 Milliarden Menschen, die bisher mit wenig zufrieden sind, das gleiche verlangen, was wir eine Millarde für uns beanspruchen.

      • @ BHD

        Die Alternative ist das Heruntersterbenlassen von sagen wir ca. 8 Milliarden Menschen auf ökologisch verträgliche 2 Milliarden in sehr kurzer Frist, eine Epoche, die weder Sie noch ich erleben wollen und matriarchal, das kann ich Ihnen versichern, wird die gewiss nicht sein.

        Die Flucht nach vorn ist die angenehmste Perspektive und gar nicht so unrealistisch.

        Zentral ist die Lösung des Energieproblems.

        Das verschaffte uns genügend Zeit, das Wachstum der Menschheit sanft abzufangen.

        Schließlich können wir vielleicht in wenigen Jahrezhnten Bakterien gentechnisch so manipulieren, dass wir aus Erdöl oder organischen Ausgangsmaterialien synthetische Proteine und letzten Endes Muskelfasern synthetisieren können, also synthetisches Fleisch, dann hätten wir schon um den Faktor 10 Luft bei der Getreideproduktion, den Bartonitz erwähnte.

        Ich habe ja nichts gegen Matriarchatsträumereien (in meinen Augen, mit Verlaub -spinnereien), es ist ja niemand daran gehindert, eines zu gründen.

        Ich komm‘ dann nach 30 Jahren als rüstiger Rentner vorbei und werde nicht überrascht sein, wenn ich vor „Rudis Resterampe“ stehe.

        Aber ich lass‘ mich ja gerne verzaubern vom Unerwarteten, also vom Erfolg eines Unternehmens, das ich für absolut irreal halte.

        Nur SEHEN MÖCHTE ICH ES.

        Mein Glaubenskapital ist schon mündelsicher investiert in die Katholische Kirche.

        Die kriegt seit 1700 Jahren niemand kaputt, nicht mal die Päpste selbst.

        Allerdings, sollte sie auf die Idee verfallen, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, dann ist auch ihr Niedergang besiegelt genau wie der Niedergang jener Kirchen, die diese Idee schon umgesetzt haben.

        Denn auch hier vollzieht sich das matriarchale Gesetz des Niederganges mit dem Auszug der Männer.

      • Allerdings, sollte sie auf die Idee verfallen, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, dann ist auch ihr Niedergang besiegelt genau wie der Niedergang jener Kirchen, die diese Idee schon umgesetzt haben.

        Och in der evangelischen Kirche funktioniert das ganz gut….
        Aber lt. ihrem Chef sind wir ja sowieso quasi Heiden.

  8. @Martin Bartonowitz

    Nehmen wir mal an sie haben recht:

    Was soll den mit den Menschen passieren, die auf der Welt sind? Wir können ja unter einem globalen Krieg nicht weniger Leute werden.

    Und meinst du, dass wir mit einer Umstellung weg vom „patriarchalischen Prinzip“ mehr oder eher weniger Leute ernähren können? Würde eine Umstellung dazu führen, dass mehr oder weniger Leute hungern?

    Das ist es doch, auf was Roslin hinauswollte.

  9. Das Patriarchat sieht die Vermehrung von Eigentum vor, sprich ist auf Wachstum ausgerichtet, was sich u.a. in der Bewertung unseres Glücks auf Basis des BIB ausmachen lässt.
    Ein Matriarchat ist auf Teilen angelegt, u.a. weil hier Keiner Macht über den anderen ausübt.
    Wenn das Prinzip des Teilens gelebt wird, braucht keiner zu hungern. Es gibt keinen Neid und damit Verbrechen und keinen Krieg.
    Wenn der Sinn des Lebens nicht die Vermehrung von Eigentum ist sonder im Glücklichsein durch das gleichberechtige Zusammenleben, dann müssten wir nicht auf Teufel komm raus immer mehr produzieren und konsumieren.
    Das muss nicht heißen, dass es keinen Fortschritt gibt. Den gibt es dann für die lebenswichtigen Dinge und nicht für Bedürfnisse, die geweckt wurden, die ich eigentlich gar nicht haben wollte.
    Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird eine immer kleinere Menge Menschen besitzen und der Rest am Rad drehen. Und wie schon erwähnt, das Ergebnis sieht man in den aktuellen Revolten.
    Und wir müssen uns nichts vormachen. Noch ein paar Finanzkrisen weiter und wir werden ähnliches bei uns sehen. Es sei denn, wir setzen unsere Intelligenz ein und steuern richtig um.

    • @Martin Bartonitz

      „Das Patriarchat sieht die Vermehrung von Eigentum vor, sprich ist auf Wachstum ausgerichtet, was sich u.a. in der Bewertung unseres Glücks auf Basis des BIB ausmachen lässt.“

      Wachstum zu wollen bzw. in einem Land mit einem hohen Wohlstand zu leben ist allerdings auch ein menschliches Bedürfnis. Ich sehe es bei Männern und Frauen.

      „Ein Matriarchat ist auf Teilen angelegt, u.a. weil hier Keiner Macht über den anderen ausübt.“

      Auch wenn man teilt muss erst einmal etwas dasein, was man verteilen kann. Und auf welcher Basis soll es verteilt werden? Es ist ja nicht so, dass die Lebensmittel gleich bleiben, wenn wir beschließen die Hälfte unserer Lebensmittel nach Afrika zu verschiffen. Denn dann müssten wir jemanden bezahlen, der diese Lebensmittel produziert und wir würden den örtlichen Markt vollkommen zerstören und die Leute abhängig von diesen Leistungen machen.

      Wie also soll die Praktische Ausführung aussehen und warum sollte man sich in der „1.Welt“ darauf einlassen?

      „Wenn das Prinzip des Teilens gelebt wird, braucht keiner zu hungern. Es gibt keinen Neid und damit Verbrechen und keinen Krieg.“

      Das ist eine sehr idealistische Welt. Im Prinzip eine Art Kommunismus, den jedem soll ja wohl nach seinem Bedürfnissen gegeben werden. Du hast ja recht viel über Biologie gelesen. Da steht dazu einiges, zB bei Dawkins, das egoistische Gen. Wir sind keine Ameisen oder Bienen, ein solch umfassender Altruismus steckt nicht in uns. Es wird immer Leute geben, die nicht einsehen, dass sie etwas hart erarbeitetes Teilen sollen (Männer und Frauen) und es wird immer Leute geben, die nicht einsehen, dass sie arbeiten sollen, wenn man eh mit ihnen teilt. Und es wird immer Leute geben, die bereit sind für ein größeres Stück vom Kuchen bestimmte Sachen zu tun, sich also zB mit Leuten zusammen zu tun, die den Kuchen verwalten.

      „Das muss nicht heißen, dass es keinen Fortschritt gibt. Den gibt es dann für die lebenswichtigen Dinge und nicht für Bedürfnisse, die geweckt wurden, die ich eigentlich gar nicht haben wollte.“

      Es hat sich bisher gezeigt, dass Konkurrenz zu dem größten Wachstum führt. Wie meinst du diesen Mechanismus aushebeln zu können?

      „Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird eine immer kleinere Menge Menschen besitzen und der Rest am Rad drehen. Und wie schon erwähnt, das Ergebnis sieht man in den aktuellen Revolten.“

      Die Revolten stammen meiner Meinung nach eher daher, dass die Leuten etwas dagegen haben, dass einzelne Herrscher sich ein zu großes Stück vom Kuchen abschneiden und die Verteilung einschränken. Die Leute wollen die Möglichkeit haben eine Verteilung auf eine Weise zu regeln, die weniger von „Good Will“ abhängt. Damit wollen sie aber nicht unbedingt ein Matriarchat oder eine reines Prinzip des Teilens.

      Wie soll deiner Meinung nach die Umverteilung organisiert werden in der von dir vorgestellten Gesellschaft?

  10. @ Martin Bartonitz

    *Ein Matriarchat ist auf Teilen angelegt, u.a. weil hier Keiner Macht über den anderen ausübt.*

    In meinen Augen ist das hanebüchene Romantik.

    Auch hier wieder das Denken „Es ist ja eigntlich von allem genug da, man muss es nur richtig verteilen“.

    Dass das, was verteilt werden soll, erst einmal erschaffen werden muss, fehlt in dieser Rechnung.

    Dazu braucht es Anreize.

    Anstrengung muss sich lohnen, sonst strengen sich Männer nicht sonderlich an.

    MENSCHEN SIND EGOISTEN!

    Das ist eine Realität, mit der Sie hantieren müssen, sonst wird „Gut gemeint“ tatsächlich auf katastrophale Weise zum Gegenteil von „Gut gmacht“.

    6 Milliarden Menschen leben auf diesem Planeten bereits jetzt.

    Dass es mehr werden, verhindern weder Sie noch ich.

    Selbst wenn Sie morgen eine erfolgreiche matriarchale Kommune gründen sollten, wird die in 50 Jahren durch ihr sicher leuchtendes Beispiel bestenfalls ganz Deutschland in ein Matriarchat verwandelt haben.

    Nur fallen die paar Hanseln (60 Mio werden wir dann vielleicht noch sein, darunter vielleicht 15 Mio. Muslime, also ein Viertel der Bevölkerung, die sicher ganz besonders begeisterte Insassen eines Matriarchates sein werden) im Weltmaßstab von dann sicher 8 Milliarden Menschen nicht in’s Gewicht.

    Und dabei ist die sicher sehr unwahrscheinliche Möglichkeit, dass ihre Matriarchatskommune nicht recht erfolgreich sein könnte, nicht mal einkalkuliert.

    Damit alle einigermaßen gut leben, muss mehr produziert werden, nicht weniger.

    Wenn Sie den Wassermangel ansprechen – wir können Meerwasser entsalzen.

    Um das in größtem Stil zu machen brauchen wir billige Energie.
    Um an die umweltverträglich zu kommen, brauchen wir neue Techologien.

    Und sei es die Kernfusion.

    Wenn Sie den Mangel an Land ansprechen: Wir können Hydrokulturen entwickeln, wir können die Wüste kultivieren.
    Wir müssen nur genügend Menschen und Kapital für diesen Zweck einsetzen und den politischen Willen dazu haben.

    Warum, Herr Bartonitz, sind Matriarchate so monumental erfolglos, warum sind es kleine absterbende Gemeinschaften auf niedrigem zivilisatorischen Niveau in den abgelegensten Teilen der Welt ?

    Halten Sie das für Zufall oder wird da eine Gesetzmäßigkeit deutlich, wie ich glaube?

    Nämlich die Gesetzmäßigkeit, dass Matriarchate ihre Männer = das Geschlecht, das das Gros des materiellen Wohlstandes erwirtschaftet, nicht sonderlich gut motivieren können, so dass Männer nicht zu jenem Maß an selbstausbeutendem Engagement bereit sind, zu dem sie das Patriarchat motiviert hat durch die Sicherstellung, dass die meisten Männer in monogamen Gesellschaften für IHRE EIGENEN KINDER arbeiten können/müssen und die MÜTTER IHRER KINDER.

    In Matriarchaten arbeiten ja Frauen härter als in Patriarchaten, Männer weniger, Ergebnis: Stagnation, Verfall, niedrige Produktivität, kein Fortschritt.

    Für fremde Kinder zu arbeiten, für Kinder, die nicht biologisch die eigenen sind, scheint für Männer nicht sonderlich spannend zu sein.

    Sie machen sich darum einen lauen Lenz.

    Übrigens, genau das passiert in wachsendem Maße gerade in den westlichen Gesellschaften, die „matriarchalisieren“, seit Jahrzehnten.

    • Ja, wir sind Egoisten. Wir sind aber auch gleichzeitig kooperativ, sonst wäre wir nicht da, wo wir sind sondern schon längst wieder vom Erdboden verschwunden.
      Ich empfehle dringend, mal die Bücher von Richard Davi Precht oder Prof. Dueck, Chefarchitekt bei IBM Deutschland, zu lesen. Übrigens von letzterem gibt es eine sehr schöne Beoachtung, wo die Stärke der Frauen liegt und wo wir besser hin sollten. Und das hört sich relativ ähnlich zu dem an, was ich hier schon mehrfach angebracht habe: Leben und Arbeiten im Konsens: http://www.omnisophie.com/day_135.html

      • @ Bartonitz
        Wenn wir Egoisten sind und gleichzeitig kooperativ, dann wird es Ihre – entschuldigen Sie – neuromantische Welt niemals geben können. Ich wage einmal die Behauptung, dass Precht und Dueck – ohne ihre Werke zu kennen – sich nicht ganz im Klaren darüber sind, dass dies nur kurfristig, auf den Schultern derer, die den Unterbau geschaffen haben, funktionieren kann. Eine solche „Zwangsteilung“ führt zum Verlust von Innovation und geht ganz klar gegen die Männer.

        Es wird wahrscheinlich so sein, wie ein Beispiel, das ich jetzt anführe:

        Letztens habe ich in einem Bericht, mit einem Schmunzeln und Lächeln auf den Lippen, erfahren, dass sich jetzt die Frauen eine der letzten Bastionen – das hört man oft – der Männer erkämpft haben, nämlich: als Türsteherin.

        Es war dann schön anzusehen, wie die Damen die Herren kontrollieren durften, oftmals gegen! deren Willen – Türsteher sind sehr vorsichtig im Durchsuchen von Frauen, Feminismus sei Dank – unter Beschimpfungen von Freundinnen und Begleiterinnen, es war schön anzusehen wie bei Eskalationen die Türsteher herbeieilten, denn das müssen die Damen dann doch nicht leisten. Langer Rede kurzer Sinn: Überall wo Frauen in solche Bereiche Einkehr halten, geht es zu Lasten der Männer und die Männer müssen zusätzlich noch Bereiche abdecken, die im Normalfall andere Männer abdecken sollten. Warum sind die meisten Todesopfer, unangemessen viele gemessen an der Anzahl, von Polizisten männlich? Müssten nicht auch vermehrt die weiblichen Kolleginnen darunter sein?

        Meine Behauptung: Je mehr Frauen in solche Bereiche eintreten, desto mehr Männer werden sterben. So einfach ist das. Was nützt mich deren deeskalierende Wirkung – wers glaubt; lässt sich doch jeder junge Mann gern, vor seinen Freunden und seiner Freundin, von einem weiblichen Security betatschen -, wenn bei einer Verfolgung, einem Sprint, bei einem Handgemenge etc. die Frau nicht ihren Mann stehen kann. Dann steht der Kollege alleine da. Prost, Mahlzeit sage ich da.

      • @Skeptiker

        Ich kenne eine Bar, die mit weiblichen Türstehern gute Erfahrungen gemacht hat. Sie wirken wohl deeskalierend, weil eine körperliche Auseinandersetzung mit einer Frau eher statusmindernd ist und die Männer sich weniger messen wollten.
        Allerdings war es auch keine Bar, in der man mit besonders aggressiven Publikum rechnete.

      • @ Christian
        Eben, das Problem ist ja in den Extrembereichen zu finden. Polizei, Militär, etc. – auch Bars zählen natürlich dazu, insofern mit entsprechendem Publikum gerechnet werden kann.

        Die Krux an der Geschichte ist doch, dass je erfolgreicher der Feminismus wird, desto weniger an Statusverlust es für einen Mann bedeuten würde, sich auch gegen diese Frauen „gleichberechtigt“ zu wenden, was wohl wieder dazu führen würde, dass letztlich weniger Frauen dazu bereit wären, in solche Sparten einzusteigen, was wiederum für eine biologische Betrachtungsweise spricht.

        Letztlich auf eine deiner früheren Aussagen gebrochen: Je freier eine Gesellschaft wird, desto mehr wird sie sich an die biologischen „Vorgaben“ der Geschlechter orientieren/ einspielen.

  11. @ Maren

    *Och in der evangelischen Kirche funktioniert das ganz gut….
    Aber lt. ihrem Chef sind wir ja sowieso quasi Heiden.*

    Das ist nicht richtig.

    In Europa, dem einzigen Kontinent, dessen Bevölkerung schrumpft und in dem auch die Religionsgemeinschaften schrumpfen – außer dem Islam, schrumpfen die „modernen“ Kirchen (Protestanten, Anglikaner) noch wesentich rascher als die konservative katholische Kirche.

    Weltweit schrumpfen die „modernen“ Kirchen auch, sind von Auflösung/Spaltung bedroht, während weltweit die katholische Kirche wächst, jährlich um ca. 16 Mio. Menschen.
    Auch der Isalam wächst, sogar noch sehr viel stärker und auch protestantische Kirchen wachsen, aber eben gerade nicht die „modernen“, sondern eher jene (die hypermodernen?), die sich US-amerikanische Fundamentalisten zum _Vorbild nehmen.

    Frauenpriestertum bringt keinen Wettbewerbsvorteil auf dem religiösen Markt, nicht mal oder gerade nicht bei weiblichen Kunden.

    Das ist doch auffällig.

    Religionssoziologissch sind Frauen, nicht Männer, das religiöse Geschlecht.

    Trotzdem stimmen Frauen mit den Füßen ab für patriarchale, männergeleitete Religionen.

    Obwohl sie die Hauptkundschaft der Religionen stellen, gibt es keine matriarchale, erfolgreiche Weltreligion.

    Alle Weltreligionen, die wachsen, blühen und gedeihen, wurden von Männern begründet, werden von Männern geleitet.

    Ob der Papst oder der Dalai Lama, immer dasselbe Bild: Oben sitzt ein Mann und lehrt und unten viele Frauen, die glücklich zu ihm aufschauen.

    • @Roslin

      Die Gruppe derer, die Religion nicht interessiert, wächst aber meine ich auch ganz imposant. Da sind ja recht viele trotzdem noch in Kirchen.
      Bei dem Wachstum von Religion ist zu bedenken, dass sie meist keine neuen Gebiete erobern, sondern eher wachsen, weil Gebiete, in denen sie praktiziert werden, ein hohes Bevölkerungswachstum haben und die Religionszugehörigkeit nicht nach Überzeugung erfolgt, sondern nach Geburt in einem bestimmten Gebiet. Ein Grieche ist griechisch-orthodox, ob ihn die Religion nun interessiert oder nicht.

      Erstaunlich finde ich es aber weiterhin, dass der katholischen Kirche die Frauen nicht scharenweise davon laufen.
      Aber das hatte ich in „Das Paradoxon katholischer Frauen“ ja schon mal geschrieben.

    • „Frauenpriestertum bringt keinen Wettbewerbsvorteil auf dem religiösen Markt, nicht mal oder gerade nicht bei weiblichen Kunden.“

      Es bringt aber auch keinen Nachteil, wie sie behaupteten. Die katholische Kirche schrumpft ja auch, obwohl keine Frauen da herumdilletieren. Interessant finde ich aber auch, wie sie das Charisma des derzeitigen „Führers“ dafür verantwortlich machen, welcher Religion man angehört, und weniger die Glaubenssätze, die propagiert werden. Mein Schwager zum Beispiel wurde bewusst von seinen Eltern evangelisch getauft, weil seine Eltern (Katholiken) keine Lust hatten auf die Schuld und Sünde-Chose.

      „Bei dem Wachstum von Religion ist zu bedenken, dass sie meist keine neuen Gebiete erobern, sondern eher wachsen, weil Gebiete, in denen sie praktiziert werden, ein hohes Bevölkerungswachstum haben “

      Ich habe ja den leisen Verdacht, dass deswegen bei manchen Religionen Verhütungsmittel verpönt sind.

  12. @ Roslin
    Wenn man sich nur einmal die Zuwachsraten der „Evangelikalen“ ansieht, dann merkt man, wie erfolgreich deren Bestrebungen doch sind. Man sollte wirklich nicht den Fehler machen, fallende Zahlen in einer vergreisenden Gesellschaft zu verallgemeinern. Die katholische Kirche hat gute Zuwachsraten in Südamerika, Afrika und Asien.

    • @ skeptiker

      Ich glaube auch, dass wir hier einen europäischen Sonderweg in grotesker Verkennung der Lage für „modern“ halten.

      In Wahrheit viel eher ein Symptom unserer Vergreisung, unserer Dekadenz, unserer Krankheit zum Tode.

  13. Pingback: „Feeling Style“ und „Thinking Style“ « Alles Evolution

  14. @ M. Bartonitz

    * Leben und Arbeiten im Konsens: *

    Sie sind aber nicht für das Leben im Konsens, sondern für das Matriarchat.

    Für Leben und Arbeiten im Konsens bin ich auch.

    Echter Konsens lässt sich nur durch den Abgleich des männlichen/weiblichen Egoismus unter Gleichberechtigten erreichen, unter Bedingungen, unter denen der männliche Egoismus so ernst genommen wird wie der weibliche, in dem nicht der männliche Egoismus diffamiert und der weibliche zum Altruismus geadelt wird.

    Im Matriarchat existiert keine Gleichberechtigung, im Patriarchat auch nicht.

    Ich will Gleichberechtigung für Männer und Gleichverpflichtung für Frauen.

    Beides fehlt.

    • vorsicht, Matriarchat heißt nicht Macht der Frauen über die Männer!!!
      Es geht hier um das „mütterliche“, sprich fürsorgliche Míteinanderumgehen in Gleichberechtigung. Matriarchate kennen keine Hierarchie, in der einer über dem anderen steht.
      Wenn ich mir ansehe, dass wir aufgrund des Denkens, dass wir nur im Wachstum glücklich sind, was ja schon widerlegt wurde (seit 1970 sind wir nicht mehr glücklicher geworden), und damit immer mehr auf Konkurrenz gehen und weniger kooperieren, und dabei immer mehr Menschen in Depression geraten, weil der psychiache Druck immer größer wird (und das für Männer sogar noch schlimmer, weil sie ja harte Kerle sein müssen), dann frage ich mich schon, wo diese Art einer Gesellschaft erfolgreich ist.
      Übrigens können wir mit dem Umverteilen ganz einfach beginnen, indem wir die 3. Welte nicht ausbeuten. Einerseits holen „unsere“ Firmen die Rohstoffe für wenig Geld aus diesen Ländern und andereseits subventionieren wir unsere Lebensmittel, damit sie billiger in diesen Ländern sind. Und machen damit deren Wirtschaft kaputt. Und wir Bürger sind dann auch noch so warmherzig und spenden gegen den so verursachten Hunger. Genial

      • @Martin

        Ich hatte ja schon auf deinem Blog darauf hingewiesen, dass ich Matriarchat bei diesem Verständnis für eine sehr unglückliche Bezeichnung halte.
        Zumal du es ja auch ansonsten in deinen Beiträgen sehr mit Frauen verknüpfst. Deine Beispiele waren glaube ich auch solche, wo die Frauen „am steuer sassen“. Gibt es denn „matriarchate“ nach deiner Definition (es gibt ja eh schon nur wenige) bei denen Männer die Vorherrschaft haben?

  15. @ Christian

    *sondern eher wachsen, weil Gebiete, in denen sie praktiziert werden, ein hohes Bevölkerungswachstum haben*

    Richtig.

    Weshalb ja Religion einen evolutionären Vorteil darstellt: Überall auf der Welt haben religiöse Familien etwa doppelt so viel Nachwuchs wie säkulare, auch innerhalb säkularer Gesellschaften, bei uns z.B. sind auch die meisten Christen sehr säkular-„modern“, die meisten tiefreligiösen Familien sind muslimisch.
    Deshalb ist die Vermehrungsrate von muslimischen Familien so hoch, nicht wegen des Islam.

    Auch sehr fromme jüdische oder christliche Familien haben ähnlich viele Kinder wie sehr fromme islamische Familien.

    Die Annahme, Religiion stürbe aus, ist falsch.
    Das Gegenteil richtig: Europa ist ein Sonderfall, nur hier schwinden die Religonen und die Bevölkerung, der einzige Kontinent mit solchen Zahlen.

    Ich denke, das Eine hat mit dem Anderen zu tun.
    Beides Symptome des Verfalls, der Vergreisung, der Dekadenz, die nur deshalb noch nicht unser materielles Wohl tangieren, weil wir uns via Verschuldung und Leben aus der Substanz belügen.

    Die Wahrheit wird aber bald sichtbar werden.

  16. @Christina,
    es soll noch über 70 Völker geben, die in Gleichberechtigung und Konsens leben. Und sogar mit größerer Anzahl, sprich 6-stellig. Auf den Plattformen von matriarchat.info und HAGIA gibt es viel Lektüre dazu.
    Und ich bin nicht der Meinung, dass die Fraun das Sagen haben sollen oder auch haben. Wenn es den Anschein hat, dass Frauen führen, dann doch nur, weil sie über Konsensfindung und Kooperation womöglich mehr Erreichen als Männer mit der Machtausübung per Order de Mufti.
    Was ich erschreckend finde ist, dass unsere Kultur die Denke „Wachstum und Reichtum machen glücklich“ dermaßen einprogrammiert hat, dass die Meisten blind für bessere Alternativen geworden sind.
    Ich beschäftige mich erst seit einigen Monaten mit alternativen zu unserer derzeitigen Gesellschaft, weil meine Intution mir mehr und mehr signalisierte, dass hier etwas fürchterlich schief läuft. Und wenn man sich unverblendet umschaut, kann man so manchen Diamenten entdecken.
    Klar, dass bei unserer Erziehung über Jahrtausende solche Lebensformen als utopisch, nicht praktizierbar, als romantisch oder sonst etwas abgetan werden. Ich sehe aber seit einigen Jahren doch Bewegungen in diese Richtung. Weg von Unterdrücktsein und Unterdrückenwollen. Jedenfalls machen die Ansätze Mut.
    Denn ich habe Kinder und Freunde mit Kindern, denen ich keine Zukunft wünsche, in denen es nur den wenigen Starken gut geht und alle die nicht hinterher kämen, aus welchen Gründen auch immer, die Dummen sind. Das muss nicht sein. Und wenn man sich unsere dörflichen Strukturen anschaut, dann ist durchaus noch viel Nachbarschaftshilfe und Kooperation zu erkennen. Also sollte es doch gemeinsam gehen und nicht gegeneinander.

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