Wie der Preis von Wein dessen Geschmack (gerade bei Frauen) verändert.

Einer Studie zur Folge lassen sich Frauen eher von Angaben zum Preis eines Produktes beeinflussen als Männer:

We designed an experiment that examines how knowledge about the price of a good, and the time at which the information is received, affects how the good is experienced. The good in question was wine, and the price was either high or low. Our results suggest that hosts offering wine to guests can safely reveal the price: much is gained if the wine is expensive, and little is lost if it is cheap. Disclosing the high price before tasting the wine produces considerably higher ratings, although only from women. Disclosing the low price, by contrast, does not result in lower ratings. Our finding indicates that price not only serves to clear markets, it also serves as a marketing tool; it influences expectations that in turn shape a consumer’s experience. In addition, our results suggest that men and women respond differently to attribute information.

Quelle: „When Does the Price Affect the Taste? Results from a Wine Experiment“ aus American Association of Wine Economists, Working Papers

Es wäre interessant, inwieweit dies bei Frauen über den Wein hinaus auch auf andere Bereiche zutrifft. Vielleicht besteht eine Verbindung dazu, dass Status allgemein für Frauen wichtiger ist. Ich fände den Gedanken auch im Zusammenhang mit „Frauen, Kapitalismus und Luxus“ interessant.

60 Gedanken zu “Wie der Preis von Wein dessen Geschmack (gerade bei Frauen) verändert.

  1. Ich würde ja den Test mal mit Frauen wiederholen, die was von Wein verstehen 😉
    Oder den Test mit Bier machen. (bekanntlich sind Männer eher Biertrinker als Weintrinker, bei Frauen ist es tendenziell andersrum)

    Vielleicht besteht eine Verbindung dazu, dass Status allgemein für Frauen wichtiger ist.
    Wenn dem so sein sollte, in wie weit wirft das jetzt einen Schatten auf deine „Männern ist Status wichtiger als Frauen“-Theorie?

  2. @Khaos.Kind

    Wenn Frauen eher Wein trinken, dann müßten sie ja mehr vom Wein verstehen, also durch die Preisangabe nicht so leicht zu täuschen sein.

    „Wenn dem so sein sollte, in wie weit wirft das jetzt einen Schatten auf deine „Männern ist Status wichtiger als Frauen“-Theorie“

    Status BEI ANDEREN (hier beim Wein) ist Frauen wichtiger. Deswegen bleibt es für Männer wichtiger, dass sie Status erlangen (und für Frauen, dass Männer Status haben).
    Aber es stimmt, das hätte ich klarer formulieren können.

    • @Christian
      Wenn Frauen eher Wein trinken, dann müßten sie ja mehr vom Wein verstehen, also durch die Preisangabe nicht so leicht zu täuschen sein.
      Wenn mehr Menschen wählen, sollten sie ja auch besser verstehen, wie das Wahlsystem in ihrem Land funktioniert?

      Das WIE einer Situation erklärt leider nicht das WIESO.
      Frauen trinken auch mehr Cocktails als Männer und können sie deswegen noch lange nicht mixen.

      • @Khaos.kind

        Sie sollen Wein ja auch nicht verstehen oder anbauen, sie sollen nur sagen, ob er ihnen schmeckt. Auch das wieso des Geschmacks wird hier nicht abgefragt, sie sollen also keine Mutmaßungen über Lagerzeit und oder Südlage des Hanges anstellen. Es geht schlicht nicht um Zusammenhänge oder Zusatzinformationen, sondern schlicht um Geschmack.

        Frauen schmeckt nach der Studie ein Wein besser, der teurer ist. Das würde man eher bei Laien erwarten. Wenn Frauen eher Wein trinken als Männer, dann sind sie jedenfalls nicht eher Laien als Männer.

      • @Christian
        Wenn Frauen eher Wein trinken als Männer, dann sind sie jedenfalls nicht eher Laien als Männer.
        Ein Laie ist:
        „Laie (griechisch: λαός laós = „Volk“ über λαϊκός laikós = „zum Volk gehörig“; kirchenlateinisch: laicus = „der (kirchliche) Laie“) bezeichnet:
        * im allgemeinen Sprachgebrauch jemanden, der auf einem bestimmten Gebiet keine Fachkenntnisse hat“
        Quelle: Wikipedia

        Die Konsummenge hat nichts mit der Kenntnis zu tun.
        Nur, weil ich öfter Auto fahre als mein Partner, sagt das nichts darüber aus, welches Auto mir besser gefällt.

      • @Kh

        „Nur, weil ich öfter Auto fahre als mein Partner, sagt das nichts darüber aus, welches Auto mir besser gefällt.“

        Du meinst, dass du dir wenn du viel Auto fahren würdest keine Meinung dazu bilden kannst, welchen Wagen du lieber fährst? Das halte ich doch für eher unwahrscheinlich. Es ist schließlich eine recht subjektive Sache.

        Aber selbst, wenn man deiner Theorie folgt, würde das noch nicht erklären, warum ihnen gerade der Wein besser schmeckte, der teuerer sein soll. Und es erklärt auch nicht, warum sich dies nicht bei Männern zeigte.

      • @Christian
        Du meinst, dass du dir wenn du viel Auto fahren würdest keine Meinung dazu bilden kannst, welchen Wagen du lieber fährst?
        Ich fahre, was fährt. Und in meinem finanziellen Spielraum liegt. Klar hab ich da Vorlieben entwickelt aber nicht bezüglich Marken.
        Wein trinke ich übrigens fast immer den gleichen. Weil er mir schmeckt. Anderer Wein, gerade wenn teurer, muss das erst mal übertreffen. 😉

        Aber selbst, wenn man deiner Theorie folgt, würde das noch nicht erklären, warum ihnen gerade der Wein besser schmeckte, der teuerer sein soll.
        Doch klar. Sie sind tendenziell eher Laien und daher leichter beeinflussbar.
        Deine Theorie des angeeigneten Wissens durch vermehrten Konsum würde die Testergebnisse nicht erklären.

      • @Khaos.Kind

        „Doch klar. Sie sind tendenziell eher Laien und daher leichter beeinflussbar.“

        Okay: Deine These ist, dass Frauen MEHR Wein trinken als Männer, und deswegen EHER Laien sind als Männer?

        Oder was genau ist dein Argument dafür, dass Frauen auf dem Gebiet Wein eher Laien sind als Männer?

      • @Christian
        Okay: Deine These ist, dass Frauen MEHR Wein trinken als Männer, und deswegen EHER Laien sind als Männer?
        Meine These ist, dass Frauen tendenziell MEHR Wein trinken als Männer und TROTZDEM eher Laien sind.
        Weil keine Ahnung. Frauen andere Faktoren in ihre Entscheidungen einbeziehen. Weil es ihnen meist reicht, dass etwas funktioniert. Wie Autos. Wie Computer. Wie Wein.
        Männer neigen eher dazu, das WIE verstehen zu wollen. Und eignen sich daher vermehrt Wissen über einen Bereich an, der sie interessiert.

        Woran das liegt und ob dies jetzt biologisch oder kulturell veranlagt ist, sei mal dahin gestellt. Dazu fehlen mir Studien.

      • @Khaos.kind

        „Meine These ist, dass Frauen tendenziell MEHR Wein trinken als Männer und TROTZDEM eher Laien sind. Weil keine Ahnung.“

        Auf einem feministischen Blog würde man eine solche Aussage schlicht sexistisch nennen.

        „Frauen andere Faktoren in ihre Entscheidungen einbeziehen. Weil es ihnen meist reicht, dass etwas funktioniert.“

        Sie sollen ja auch gar nicht begreifen, warum der Wein besser schmeckt. Sie sollen einfach nur das Ergebnis mitteilen, ganz subjektiv.

        „Männer neigen eher dazu, das WIE verstehen zu wollen. Und eignen sich daher vermehrt Wissen über einen Bereich an, der sie interessiert.“

        1. Was hat das mit dieser Studie zu tun?
        2. Ich bezweifele, dass der duchschnittliche Mann ein hohes Weinwissen hat
        3. Was würdest du denn als Erklärung dafür sehen? (ich stimme dir zu, dass Männer eher verstehen wollen, wie etwas funktioniert, was im übrigen auch gegen BHDs These sprechen würde, dass Frauen eher die Zusammenhänge auch im sachlichen Bereich erfassen)

      • @Christian
        Auf einem feministischen Blog würde man eine solche Aussage schlicht sexistisch nennen.
        Ich betreibe ein feministisches Blog und da sagt „man“ sowas nicht.
        Welche Art von Feminismus meinst du denn?
        (und ja, damit nerv ich dich solange, bis du dich differenzierter ausdrückst und/oder Beispielblogs nennst)

        1. Was hat das mit dieser Studie zu tun?
        Denken wir die These ein bisschen weiter.
        Angenommen, Männer trinken weniger Wein, weil er ihnen egal ist oder eben weniger schmeckt als Bier. Dann ist eine „objektivere“ Herangehensweise logisch, in der der Wein unabhängig vom Preis eben seinen Wert und Geschmack beweisen muss.
        Wie BHD auch sagt, Menschen, die etwas gern haben/tun, urteilen eben nach anderen Gesichtspunkten. Und da ist Wurst, ob das Auto Xenonscheinwerfer hat oder nicht, das sind nur Rationalisierungen.

        2. Ich bezweifele, dass der duchschnittliche Mann ein hohes Weinwissen hat
        Dann meinst du einen anderen Durchschnitt als ich. Ich vergleiche Männer, die viel Wein trinken mit Frauen, die viel Wein trinken. Und diesen würde ich schon mehr Wissen als der weiblichen Vergleichsgruppe zusprechen.

        3. Was würdest du denn als Erklärung dafür sehen?
        Dazu mach ich jetzt keine Aussage. Vage Vermutungen ins Blaue hinein halte ich im Rahmen einer Diskussion für unangebracht.

        was im übrigen auch gegen BHDs These sprechen würde, dass Frauen eher die Zusammenhänge auch im sachlichen Bereich erfassen
        Wo widerspreche ich dem jetzt? Es geht um Bereiche, die interessieren.
        Vielleicht entspreche ich selbst ja auch eher BHDs Vorstellungen aber diese These würde ich durchaus unterstützen.

      • > „Männer neigen eher dazu, das WIE verstehen zu wollen. Und eignen sich daher vermehrt Wissen über einen Bereich an, der sie interessiert.“

        > 3. Was würdest du denn als Erklärung dafür sehen? (ich stimme dir zu, dass Männer eher verstehen wollen, wie etwas funktioniert, was im übrigen auch gegen BHDs These sprechen würde, dass Frauen eher die Zusammenhänge auch im sachlichen Bereich erfassen)

        Nö. Wein. In sich abgeschlossenes System mit für Aussenstehende wenig interesanten Dingen.

        Wein wird systematisiert bewertet, es folgt ausformulierten Regeln, zum ganzen gehören institutionalisierte Rituale.

        Sehr maskulin besetzt.

    • @ Christian

      Wein hin oder her, der Test zeigt wieder einmal, dass Frauen von Urteilen der Gesellschaft (hier der Preis als Urteil über die Qualität des Weines) abhängiger/beeiflussbarer sind als Männer, im Schnitt.

      Frauen sind konformistischer, konsensueller, verbindlicher.
      Der hohe Preis gibt ihnen ein Qualtätsurteil vor, dem sie bereitwilliger folgen als Männer.

      • @BHD

        “ weshalb er sich das teurere Auto gekauft hat.“

        Meist weil es mehr Status bietet. Eine Marke ist ja gerade deswegen etwas wert.
        Aber dieser Gedanke spielt bei der Frage des Geschmacks des Weins wohl keine Rolle oder meinst du doch?
        Was meinst du denn: Warum haben sich die Frauen von dem Preis des Weines mehr beeindrucken lassen als die Männer?

      • Gegen den bewerteten Geschmack beim Wein kannst du das bewertete Aussehen eines Fahrzeugs setzen. (Porsche 911 sind im Grunde ziemlich hässliche Autos)

        > Außerdem erklärt es nicht, warum Männer in diesem Fall nicht betroffen waren.

        Ich sage ja, der Mechannismus scheint gleich. Es geht vielleicht auch um die Bedeutung, die eine Person einem guten Wein entgegenbringt? Wie oft trinkt man schon einen Wein, der viel Wert ist. Und wie beurteilt man den Geschmack denn nun wirklich? Ich mags eher Lieblich. Ein absolutes No Go unter Weinkennern 😉 Also trinke ich gerne Wein, aber was einen guten Ausmacht, kann ich so nicht bewerten.

  3. @ Christian

    Unsere ganze große Konsumgesellschaft ist eine einzige Studie.

    Werbung richtet sich vor allem an Frauen.

    Nicht ohne Grund.

    Nicht ohne Grund sind Mädchen bei Erziehungspersonal beliebter als Jungen: Sie sind leichter zu führen, braver, gehorsamer, weniger störrisch, unanstrengender.

    Warum kastriert man Hengste und Stiere?

    Auch eine Studie.

  4. @ BHD

    *Natürlich waren es die Xenonscheinwerfer, der tolle Verbrauch und was weis ich nicht alles.*

    Solche Rationalisierungen bringen Männer doch nur in Gegenwart ihrer Frauen an.

    Die wollen natürlich den Alten auf Nummer sicher haben, ihm also den Aufreißerschlitten, der teuer sein MUSS, um als solcher zu funktionieren, ausreden.

    Da muss mann halt schon mal mit Xenonscheinwerfern argumentieren, um die Wahrheit zu vermeiden.

    • @Roslin

      Genau, deswegen wird die Botschaft der sexuellen Anziehung ja auch in der Regel bei Luxusmarken für Männer realtiv dezent gehalten.
      Geoffrey Miller hat das in „Spent“ sehr schön dargestellt.

      Es soll der Statuszuwachs eingefahren werden, das Costly Signalling genutzt werden, aber eben nicht zu offensichtlich, weil es dann ja gerade die Wirksamkeit einschränkt. Die Werbung betont die Sexyness des Wagens, aber eben auch die sachlichen Vorteile, damit man die Botschaft „Dieser Wagen ist das Äquivalent eine großen Schwanzes“ besser verbergen kann und sich wegen der „Hervorragenden Verarbeitungsqualität“ für den Wagen entscheiden kann.

      • Würden Ferraris nur wegen ihren sportlichen Werten gekauft, wäre das Unternehmen längst Pleite. Porsche bietet ein weitaus besseres Preis / Leistungsverhältnis und wahre Sportler findet man eher bei Lotus.

      • Dazu passt allerdings widerum nicht, dass die Ferraribesitzer (Das selbe gilt für Lamborghinis) diese eher verstecken, während ein teurer Porsche (vielleicht mit Ausnahme von Carrera GTs, aber da kenne ich auch einen mit mehr als 200000km auf der Uhr) oft ganz selbstverständlich im Alltag genutzt wird.

        Es scheinen noch andere Faktoren hineinzuspielen.

      • > Auch interessant ist natürlich dann die Wahl der Farbe rot als klassisches Ferrarifarbe

        Was ziemlich Schade ist. Je nach Modell sind andere Farben ganz exzellent.

        Zur Signalling Theorie würde es eher passen, wenn sich die 12 Zylinder Modelle in diskreten Farben besser verkaufen würden. Das teuerste Modell von Ferrari war jetzt übrigens lange ein 4 Sitzer, den kaum jemand kennt oder auf der Strasse erkennen würde.

      • > Und wahrscheinlich auch weniger alltagstauglich.

        Nein. Eigentlich nicht. „Mein“ 308er war nicht Alltagstauglich (*), aber bei aktuellen Modellen wird darauf geachtet.

        (*) Ärgerlich, wenn man zwei Autos besitzt, aber, weil einer in der Werkstatt ist, nicht mal den anderen Benutzen kann, um jemanden vom Flughafen abzuholen, weil der Koffer nirgens reinpasst. Ich musste mir von der Werkstatt ein Auto leihen.

      • > Zur Signalling Theorie

        Würde ich sagen, dass auffällige Autos (egal ob „getuntes“ Auto oder auffällige Sportwagen) zu offensichtlich sind.

        Nur hält das Männer nicht davon ab, diese auch zu kaufen. Es sind eben unterbewusste Prozesse und nicht logisch überdachte.

      • @Bad Hair Day

        Einige Frauen mögen es eben auch offensichtlich. Das wiederum ist eine Frage der Kultur, wie offen man bestimmte Sachen betonen darf.
        Ich denke ZB der Grund, warum Rapper mit übertriebenen *blinkblink* rumlaufen ist, dass das Umfeld (ursprünglich) eher arm ist. Da können dann die Statussymbole teilweise deutlicher werden, weil sie eben auch tatsächlich einen Aufstieg dokumentieren.

    • > Solche Rationalisierungen bringen Männer doch nur in Gegenwart ihrer Frauen an.

      Einspruch euer Ehren. Ich hab ja spioniert 😉 Da habe ich so eine Diskussion auch schon Life miterlebt und Xenonscheinwerfer haben die auch nicht mehr gebraucht. Bei den weit aufgerissenen Augen, als ich mein Wunschauto nannte und nach der Frage, warum ausgerechnet den, antwortete „Weil er mir gefällt“.

  5. Wein ist ja bekanntermaßen ein Luxusprodukt, richtig guter Wein ist teuer, Weinkenner sind ein elitäres Pack (Allein das Gurgeln :D)

    Man sagt jetzt einer Frau, die zwar gern mal ein Weinchen abends trinkt, aber den bei Trinkgut oder so kauft und eigentlich keine Ahnung hat, dass der Wein den sie jetzt gleich trinkt total teuer ist. Wurde der Test in einem Restaurant ausgeführt, mit einem snotty Kellner? Klar, dass sie sich der vermeintlichen „Expertenmeinung“ beugt, wie gesagt, richtig guter Wein ist ja auch teuer.

    Bei Männern, die gar keinen Wein trinken, ist es wahrscheinlich dieselbe Plörre wie sonst auch (das sagen sie dann auch gern dem „versnobtem“ Kellner) und Weinkenner lassen sich davon nicht beeindrucken.

    Hat also nix mit Status zu tun sondern eher mit den äußeren Umständen.

    • @Maren

      Die äußeren Umstände hast du aber gerade erfunden. Es handelte sich um ein wissenschaftliches Experiment. Da werden keine Kellner gewesen sein, die Weine neutral verpackt und dann beim zweiten Teil eben mit einer Preisangabe.

      Du meinst also Frauen beugen sich eher „Experten“meinungen, sind insoweit beeinflussbarer und vertrauen dann ihrem eigenen Geschmack nicht mehr?

      (Das Argument sollte ich mal in der Diskussion bringen, warum Frauen nicht so oft in hohen Positionen sind: Weil sie zu leicht beeinflussbar sind)

      • @Maren

        Es ist ein wissenschaftlicher Test. Eine Blindverkostung in einer neutralen Umgebung.

        Aber noch mal meine Frage:
        Du meinst also Frauen beugen sich eher „Experten“meinungen, sind insoweit beeinflussbarer und vertrauen dann ihrem eigenen Geschmack nicht mehr?

      • @Christian
        (Das Argument sollte ich mal in der Diskussion bringen, warum Frauen nicht so oft in hohen Positionen sind: Weil sie zu leicht beeinflussbar sind)
        Das Argument kann ich dir in einem Satz widerlegen.
        Wäre dem nämlich so, würden sie viel öfter in höheren Positionen sein, schließlich werden Menschen eher befördert, wenn sie der allgemeinen Firmenkultur oder den Vorstellungen der Machtinhaber entsprechen, als wenn sie einen komplett anderen Weg gehen wollen.
        (u.a. daran erkennbar, dass Familienunternehmen seltener werden)

      • @Khaos.Kind

        Es gibt einen Unterschied zwischen einer Übereinstimmung mit der Firmenkultur und dem Umstand leicht beeinflussbar zu sein. Man kann zB die Firma toll finden, aber sich nicht so leicht dazu bringen lassen eine bestimmte, von der Firmenkultur unabhängige Meinung zu vertreten

      • Das wäre ein zu vertiefendes Thema. Warum sind so viele Whistleblower Frauen?

        Ironischerweise hat mir der Fakt, dass ich männliche Hierarchiespiele nicht instinktiv Teile, beruflich ein Plus gebracht. Zumindest so lange ich für einen Mann gehalten wurde.

        Es gab zwei Reaktionen auf mein Verhalten. Entweder man legte Wert auf Ja Sager oder man nahm die konstruktive Kritik an. Nicht nach Situation, sondern eher nach Person. Diese „Anpasser“-Mentalität sah ich dann auch eher bei männlichen Konkurrenten.

        Was man aus einem kleinen Geschlechtsunterchied in Bezug auf Wein alles konstruieren kann?

    • Du meinst also Frauen beugen sich eher „Experten“meinungen, sind insoweit beeinflussbarer und vertrauen dann ihrem eigenen Geschmack nicht mehr?

      Aaaah, ich verstehe worauf du hinauswillst. Aber es geht ja nicht darum, dass Frauen ihre liebgewonnene Abendweinsorte abwerten, sondern dass ihnen eine neue angetragen wird, die aufgrunddessen, dass ihnen gesagt wird, dass dieser Wein eher teuer ist, besser schmeckt als den Probandinnen, denen ein niedrigerer (niedriger oder kein Preis?) genannt wird.
      Und wie gesagt, dass schreibe ich nach wie vor nicht dem Statusdenken von Frauen, sondern eher dem „Allgemeinwissen“, dass guter Wein teuer ist.

      • > Und warum fallen Männer darauf nicht rein?

        Solange es um Wein geht. Vielleicht, weil einem die Negativwertung, „schmeckt auch nicht anders“, über die Sache erhaben macht? Ergo Angeberei? Sicher, eine wilde Theorie, aber von der Sorte gibts hier genug.

      • Weil vielen Männern Wein generell nicht schmeckt, weil Frauen eher den Wunsch haben kultiviert zu wirken; weil die Geschmacksnerven anders konstruiert sind, weil derjenige, der den Wein ausgegeben hat, einen anderen Tonfall bei den Frauen benutzt hat, da kann es viele Gründe geben.

  6. „Ten subjects, however, reported having some form of wine training, and if we extend our regression analysis to control for this the coefficient becomes smaller for men and seizes to be even marginally statistically significant. We do not present this extended framework as our main model, because the number of subjects reporting wine training was small. Controlling for expertise is justified, however, since it has previously been found that experts rate wines differently from non-experts (Goldstein et al. 2008). Moreover, they were all men.

    Klicke, um auf hastef0717.pdf zuzugreifen

    Das und alle anderen äußeren Umstände lassen sich nachlesen.

    Erfahrung mit

  7. @ Christian

    *Es gibt ja durchaus Studien, die bescheinigen, dass Männer in teuren Autos als attraktiver wahrgenommen werden*

    Das übersehen Frauen gerne, die sich über die PS-Potenz-Protzerei mancher Männer und deren Primitivität lustig machen: ES WIRKT.

    Was Frauen ignorieren, sonst würden sie sich ja auch über ihren eigenen Atavismus lustig machen müssen.

    Aber da sei der kulturell gepämperte Narzissmus vor, der Selbsterkenntnis erschwert, Selbstmitleid erleichtert.

    • Frauen ansprechen übers Auto? Fahren sie eines, das Frauen selbst gerne hätten. Bei manchen mag das ein Ferrari sein. Aber ein Fiat 500 (Luigi), Ein Mini oder ein Prius entfalten da ganz andere Wirkung. Nur, wer sucht sein Auto wirklich nach der Wirkung auf Frauen aus? Die Protzerei, oder nennen wir es Signaling Theorie, mag angeboren sein, bewusst und in realistischen Bahnen verläuft sie nicht.

      20 Jährige flirten Online, indem sie ihr „bestes Stück“ in die Kamera halten. Weil sie am liebsten die primären und Sekundären Geschlechtsorgane ihres „Ziels“ sehen würden, denken sie, es wäre umgekehrt genauso.

      Erst ab etwa 30 scheinen die Leute gelernt zu haben, dass das eher abschreckend wirkt (gerade bei denen, bei denen 30cm nicht nur ein blöder Spruch sind)

      • @Bad Hair Day

        „Nur, wer sucht sein Auto wirklich nach der Wirkung auf Frauen aus?“

        Ich denke viele Männer stellen sich vor, wie sie in diesem Auto wirken und ob es ihnen Status verleiht. Genauso wie Kleidung auch nicht nur zum Warmhalten gekauft wird, sondern (gerade bei Frauen) auch immer die Wirkung auf das andere Geschlecht, aber auch das eigene Geschlecht (auch ohne Homosexualität lohnt es sich seine Vorzüge gegenüber Konkurrenten darzustellen) beachtet wird.

        „Die Protzerei, oder nennen wir es Signaling Theorie, mag angeboren sein, bewusst und in realistischen Bahnen verläuft sie nicht.“

        Teils Teils. Die Wirkung eines teuren Wagens für das Sexappeal wird gerne in der Werbung getont, dezent natürlich, aber wir nehmen sie auf. Ich denke viele Männer sind sich der Wirkung durchaus bewusst. Aber auch des Umstandes, dass man das niemals zugeben darf, weil es needy wirkt (außerhalb entsprechender Kreise, dazu hatte ich ja schon etwas geschrieben)

        „20 Jährige flirten Online, indem sie ihr „bestes Stück“ in die Kamera halten.“

        Ich glaube es ist nicht unbedingt flirten, eher schocken bzw. eine gewisse Erregung daraus ziehen, dass die Frau das gesehen hat. Aber auch hier werden wahrscheinlich Mikropenise seltener in die Kamera gehalten als zumindest durchschnittlich gebaute Penise

        „Weil sie am liebsten die primären und Sekundären Geschlechtsorgane ihres „Ziels“ sehen würden, denken sie, es wäre umgekehrt genauso.“

        Ich glaube, dass ist den meisten Jungs schon bewusst. Aber andererseits ist der Einsatz gering und der potentielle Gewinn hoch, wenn sie darauf eingeht

  8. @ BHD

    *Dazu passt allerdings widerum nicht, dass die Ferraribesitzer (Das selbe gilt für Lamborghinis) diese eher verstecken, *

    Ja natürlich.

    Mit röhrendem Testarossa bei ALDI vorzufahren, das wird sogar Ferrari-Kalle aus Wanne-Eickel ein wenig übertrieben finden.

    Den nimmt er nur, um bei seinen Mädelz abzukassieren.

    Er ist ja schließlich auch Unternehmer, der repräsentieren muss.

  9. @ BHD

    *Sicher, eine wilde Theorie,…*

    Sicher, versteh‘ ich ja auch, BHD.
    Musst Dich dafür nicht entschuldigen.
    Wenn man einfache Wahrheiten, die in solch kleinen, fiesen Experimenten sichtbar werden, nicht akzeptieren will, braucht man wilde Theorien.

    Solches Verhalten ist mir aus der Kirchengeschichte ja auch vertraut.

    Was hat man nicht alles gegen Galilei und Darwin in’s Feld geführt.

    Die ganzen Gender Studies sind eine einzige, wilde Theorie, Spätscholastik für FeministInnen.

  10. „“Weil vielen Männern Wein generell nicht schmeckt, weil Frauen eher den Wunsch haben kultiviert zu wirken““

    Wer behauptet denn sowas ? Ich ziehe den Wein dem Bier eindeutig vor. Und je mehr Wein ich trinke, desto unkultivierter wirke ich 🙂

  11. Vielleicht kann man das Ganze auch einfach wieder auf das empathische Gehirn (häufiger bei Frauen) und das systemmatische Gehirn (häufiger bei Männern) zurückführen.

    Das empathische Gehirn wird bei einem Preis vielleicht eher davon ausgehen, dass sich die Leute, die ihn gebildet haben, sich dabei etwas gedacht haben, das systemmatische Gehirn wird vielleicht eher darauf abstellen, dass es hier um die Einordnung „Mein Geschmack“ geht, der unabhängig von der Kategorie Preis ist.

  12. Pingback: Vorteile des Wettbewerbs « Alles Evolution

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