Elternzeit und Verwertung dieser durch Mann und Frau

Gerade bei Susan Pinker „Das Geschlechterparadox“ das folgende Zitat gelesen:

„Frauen kommen aus der Elternzeit mit einem Rückstand, Männer mit einem neuen Buch“

Es ging dabei um Forscher, die Elternzeit genommen haben, die die Frauen als Möglichkeit, viel Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, gesehen haben, und die Männer als Möglichkeit, zeit für bestimmte Projekte zu haben. Eine Universität, so schildert es Pinker, soll daraufhin die Elternzeit für Männer abgeschafft haben, weil sie einen Karrierenachteil für Frauen bedeutet.

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Sociological Images und die Grundannahmen des Genderfeminismus

Sociological Images“ ist eine feministische Seite, deren Hauptthema die Darstellung von Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen u.a. aufgrund der Kultur ist. Ein Dauerthema ist die andere Darstellung von Frauen in den Medien, an der aus Sicht der Autorinnen deutlich wird, wie die Gesellschaft die Geschlechter (und auch Rasse etc ) konstruiert.

Ein paar Beispiele:

Diese Artikel stellen lediglich die ungleiche Darstellung fest, hieraus ergibt sich bereits eine Benachteiligung, ein Doppelstandard oder aber eine Ungerechtigkeit.

Ein weiteres Hinterfragen, worauf diese Doppelstandards aufbauen findet nicht statt. Es reicht vielmehr den „Doppelstandard“ aufzuzeigen.

Dabei würden sich aus einer Betrachtung, warum diese Unterschiede bestehen, häufig viele interessante Punkte ergeben.

1. Alter und Attraktivität bei Männer und Frauen

Eine Grundfrage, die man sich zunächst beantworten muss, ist hier, ob es einprogrammierte Schönheitsideale gibt, nach denen sich die Menschen richten. Die Vorteile dieser im Rahmen einer Evolution sind immens, die Wissenschaft geht davon aus, dass sie bei Tieren vorhanden sind und auch bei uns Menschen, weil nur über diesen Weg auch die sexuelle Selektion genutzt werden kann und sichergestellt werden kann, dass auch subtile Signale für eine höhere Fruchtbarkeit genutzt werden.

Hat man den Nutzen von abgespeicherten Attraktivitätsmerkmalen erst einmal erkannt kommt man schnell dazu, dass Alter ein wichtiges und bei den Geschlechtern verschieden zu bewertendes Signal ist. Ein Steinzeitmensch, der bei Wahlmöglichkeiten Frauen unter 35 nicht bevorzugt hat, hat schon wegen der geringeren Fruchtbarkeit und insbesondere bei einer langfristigen Bindung weniger Nachkommen gehabt als ein Mann der jüngere Frauen bevorzugte (die sowohl fruchtbarer waren als auch über eine längere Zeit fruchbar blieben). Bei eine Frau zeigt sich dieser Nachteil allerdings nicht. Gene, die entsprechende Attraktivitätsmerkmale ausformen, müssen sich daher rasant durchsetzen, sobald sie sich entwickeln.

Kürzer könnte man es auch einfach mit der Sexual Strategies Theory erklären, die sowohl in der Kurz- aber insbesondere in der Langzeitstrategie vorsieht, dass der Mann auf Anzeichen der Fruchtbarkeit der Frau achten muss. Alter ist ein solches Anzeichen.

2. Genderd Battle Gear

Natürlich ist eine starke Rüstung mitunter in einem Kampf besser als ein Bikini. Allerdings geht es in den passenden Medien ja nicht darum, tatsächlich realistische Kämpfe und Kampffertigkeiten zu zeigen, sondern möglichst idealisierte Helden darzustellen. Dazu ist es erforderlich, dass derjenige auch als sexuell interessant dargestellt werden muss, was wiederum erfordert, dass die gängigen Schönheitsideale eingehalten werden. Das ist bei einem Mann in einer Rüstung wesentlich einfacher als bei einer Frau.

Es bleibt nicht viel von dem weiblichen Körper in einer Vollpanzerrüstung über. Hingegen führt die Rüstung fast automatisch zu breiten Schultern, starken Armen etc. Mit etwas mehr künstlerischer Freiheit hingegen:

Hier sind Brüste, flacher Bauch, schlanke Beine etc betont und die Figur wirkt wesentlich anziehender und ihr wird damit auch ein höherer Wert zugewiesen.

Zumal das Tragen schwerer Rüstungen eigentlich auch eine unweiblichen Körper erfordern würde, der wohl eher in diese Richtung gehen würde:

Was ein Körper ist, der unter steinzeitlichen Bedingungen auf zuviel Testosteron und damit Unfruchtbarkeit schließen lässt. Er enthält zu viele männliche Elemente um attraktiv zu sein.

Sicherlich sind auch enganliegende weibliche Rüstungen möglich:

Ich vermute aber, dass sie in der Praxis zu unglaubwürdig aussehen würden und den Schutzfaktor auch nicht sonderlich erhöhen würden.

Letztendlich hat die unterschiedliche Ausrüstung damit ihre Ursache darin, was wir als attraktiv wahrnehmen. Und da Frauen bezüglich ihrer Attraktivität eher nach ihren Körpern bewertet werden, während Männer auch durch ihre Taten Attraktivität aufbauen können, muss von Frauen mehr Körper gezeigt werden um den gleichen Effekt zu erreichen.

3. Double Standard in der Darstellung von Teenagern

Auch hier läßt sich der Doppelstandard wieder mit der Sexual Strategies Theory erklären. Für viele Frauen anziehend zu sein ist ein Zeichen von besonderen Wert für Männer, bei Frauen aber nicht ungewöhnlich. Hier ist eher ei Zeichen von Wert, dass sie „hochwertige Männer“ für eine Langzeitstrategie in Betracht ziehen. Die Unterschiedlichen Kosten des Sexs machen sich insoweit bemerkbar. Ein Mann, der Sex mit vielen Frauen hat, hat potentiell mehr Nachwuchs als eine Frau, die Sex mit vielen Männern hat.

Ich verweise auf zwei andere Artikel, die das bereits behandeln.

4. Was ich eigentlich sagen wollte

Meiner Meinung nach bringt es nicht Unterschiede in der Wahrnehmung oder Behandlung von Männern und Frauen wahrzunehmen und dann einmal „Aha! Sexismus“ zu rufen. Es lohnt sich vielmehr, die Gründe dahinter zu diskutieren und dabei nicht einfach bei „der Gesellschaft“ halt zu machen.

Sociological Images wird auch die nächsten Jahre immer wieder feststellen, dass Bilder von Männern und Frauen anders gestaltet werden. Sie werden sich weiterhin darüber aufregen. Dabei vergessen sie aber die Frage zu stellen, ob man es überhaupt ändern kann und warum dies geschieht.

Die Betrachtung dort beruht auf den klassischen drei Annahmen des Genderfeminismus:

  1. Das Geschlecht ist sozial konstruiert
  2. Das Motiv des Menschen für seine Handlungen ist Macht
  3. Menschliche Interaktionen sind von Gruppeninteressen bestimmt, nicht von Einzelinteressen

Das diese Annahmen falsch sein könnten kommt leider nicht in den Sinn.