„Feminist Rage“

Irgendwie bin ich über diesen Blogbeitrag gestolpert, in dem sich eine sexpositive Feministin beschwert, dass ihr Date nicht in der ersten Nacht mit ihr Sex hatte. Dabei lief alles so gut:

We went out to dinner at a Thai place which gave him Sprite in a jam jar and me hot tea in a shot glass. I am not sure whether this was a theme, or merely their inability to hire a busboy. Harry paid for my meal. I feel it is a sign of how smitten I am that my reaction was „hearteyes“ as opposed to „FEMINIST RAGE.“

Das hat er ja Glück gehabt. Oder Pech, je nachdem wie man es sieht. Ein einfaches „Hey, ich bin eine emanzipierte Frau, ich zahle natürlich die Hälfte, auch wenn ich den Abend mit dir schön finde“ ist auch nicht ausreichend im Kampf gegen das Patriarchat.

vgl. auch:

9 Gedanken zu “„Feminist Rage“

  1. Nebenher die Frage:
    Wie haltet ihr es mit dem bezahlen? Ich erinnere mich an ein Date aus meiner Vor-Pickup-Zeit, bei der sie am Ende fragte „Willst du mich nicht einladen? „. Ich knickte ein und zahlte und von da an lief es eher schlechter.
    Was nach einem nicht bestandenen so deutlichen Shittest ja auch zu erwarten war.

    Inzwischen würde ich damit sicherlich anders umgehen, gerade wenn es so offensichtlich ist.
    Zum einen würde ich am Anfang keine „Essen gehen“-Dates machen, zum anderen ist es sicherlich die Frage, wer wen eingeladen hat. Wenn ich eingeladen habe, dann zahle ich natürlich auch. Es ist immer die Frage, ob es geizig wirkt oder anbiedernd.
    Meiner Meinung nach sollte eine Frau aber immer zumindest anbieten selbst zu zahlen. Tut sie es nicht, ohne explizit eingeladen zu sein, sagt es schon etwas über den Charakter aus.

  2. Erstmal, „Dinner-Dates“ sind völlig raus, das ist was amerikanisches, hat hier imo nie richtig Fuß gefasst, vor allem nicht in der „Studenten, 20-30 jahre alt“ Demographie.

    wenn ich auf einen Drink gehe, lade ich aus Prinzip ein, in den meisten Fällen kommt dann son ein halbherziges „nee, ich kann schon selber zahlen…“ aber ich winke das ab und erwidere, dass sie mich beim nächten Mal einladen kann und füge immer noch hinzu , dass wenn es dazu nicht kommen sollte, werd ich nicht an den 5 euro zugrunde gehen die ich grad ausgelegt habe.

    Das hat erstmal den effekt das ich nicht knausrig wirke (ganz miese charktereigenschaft), dazu kommt, das bei ner rechnung um 10 euro sich splitten nie wirklich lohnt und das ganze auf son pfenniggefuchse hinausläuft was ich ätzend finde,

    zusätzlich geb ich auch n vernüftiges trinkgeld ( ca 10% ) , das ganze halte ich für son, wie heißt das noch im pick up-slang? DHV? ich suggeriere, dass mir ein ein 2tes date nicht so wichtig ist und bin gleichzeitig großzügig.

    wenn es zu nem zweiten date kommt, bestehen die mädels dann immer darauf mich einzuladen, also die emanzipation ist durchaus angekommen 🙂

    hab mit der methode mal n wasser und n gin tonic ausgelegt und das mädchen mit nach hause genommen, aber da war sicher auch glück mit im spiel.

    prinzipiell sollte man sich mit einladen zurückhalten, es zumindest nicht von vornherein aussprechen, aber bei einem exclusiven date ( also nicht zufällig getroffen ) sollte man die (vertretbare) Menge drinks zahlen. wenn man merkt , dass es eh nichts wird, oder sie sich einfach noch nicht sicher ist, ist nach 3 drinks meiner meinung nach eh schluss mit dem date, nach dieser „immer auf nem höhepunkt beenden“ strategie, dann siehts nicht so aus als wolltest du sie abfüllen, aber gleichzeitig behält man(n) die kontrolle und beendet eine situation die sich sonst wie kaugummi ziehen kann und die anfängliche n erfolge oder punkte die man gemacht hat könnte man wieder verzocken.

    • Hört sich ganz vernünftig an. Dinner-Dates sind bei mir als erste Dates meist schiefgegangen. FortgehDates haben wesentlich besser funktioniert. Beide trinken ein wenig und haben Spaß. Ich würds selber der Frau gegenüber auch nicht als Date erwähnen. Ich hasse den Begriff irgendwie. Der wirkt irgendwie zu ritualisiert und festgelegt.

      • Ja, um so unverbindlicher man die Sache hält, um so lockerer ist es auch. Man kann ja auch einfach mal zusammen was trinken gehen.

        Der Datebegriff an sich, da stimme ich Matt insoweit zu, ist ja auch eher der amerikanischen Szene zuzuordnen, das dortige Datingsystem hat denke ich eine andere Ausrichtung.

    • „ich suggeriere, dass mir ein ein 2tes date nicht so wichtig ist“

      Ist das nicht eher kontra-produktiv? :/ Sollte mir jemand suggerieren, ihm/ihr wäre ein zweites Date nicht wichtig, würde ich wahrscheinlich aus (verletztem) Stolz auch keines vorschlagen.

      Ansonsten halte ich es ähnlich wie Christian: Wenn ich einlade, zahle ich auch, weil ich meisten den Treffpunkt aussuche (ich lade sicherlich niemanden einfach so in ein Edel-Restaurant ein) – umgekehrt ist es mir allerdings eher unangenehm ist, wenn jemand für mich zahlt.

      • @Paula

        Ich würde Matt da so verstehen:
        Es ist wichtig, nicht zu verkrampft und verzweifelt zu wirken und auf alle Fälle ein zweites Date „rausholen“ zu wollen. Das man gern mit dem anderen Zusammen ist sollte wichtig sein, dass man Spass hatte, nicht, dass man sich irgendwie mit Tricks in die zweite Runde mogelt („Du schuldest mir noch einen Drink, wann gehen wir wieder aus“).
        Es sollte selbstverständlich sein, dass man noch mal ausgeht, weil man Spass hatte und eine gewisse Chemie.
        Ein Ausdruck aus dem englischen ist „Neediness“ also „Bedürftigkeit“, da hinter steht der Gedanke, dass man sich an sie klammert, weil man meint, nichts anderes zu bekommen. Das wirkt unsouverän und sollte daher vermieden werden.
        Wer also die Planung und Absicherung des zweiten Dates (so wird es vielleicht deutlicher) als wichtig ansieht, der wirkt eben bedürftig. Das bedeutet nicht, dass man dann das zweite Date nicht arrangieren kann, aber eben nicht so zwanghaft über den nächsten Drink. Sondern zB aus dem Gespräch hinaus, etwa weil man nächste Woche eine Veranstaltung besuchen wollte mit Freunden, die super interessant/lustig/aufregend ist und wenn sie dann interesse signalisiert, dann sagt man ihr einfach, dass sie mitkommen soll.
        Es ist natürlich auch die Frage, wie der Bekanntheitsgrad ist. Wenn man sie schon länger kennt ist es etwas anderes als wenn man sich gerade in einer Bar kennengelernt hat.

  3. „Erstmal, „Dinner-Dates“ sind völlig raus, das ist was amerikanisches, hat hier imo nie richtig Fuß gefasst, vor allem nicht in der „Studenten, 20-30 jahre alt“ Demographie.“

    Sie sind sicherlich nicht so klassisch wie in Amerika, aber Essen gehen gibt es schon im Rahmen einer anbahnenden Beziehung würde ich sagen. Aber sie sind eben sehr steif, insofern auch nicht wirklich eine gute Idee.

    „wenn ich auf einen Drink gehe, lade ich aus Prinzip ein, in den meisten Fällen kommt dann son ein halbherziges „nee, ich kann schon selber zahlen…“ aber ich winke das ab und erwidere, dass sie mich beim nächten Mal einladen kann und füge immer noch hinzu , dass wenn es dazu nicht kommen sollte, werd ich nicht an den 5 euro zugrunde gehen die ich grad ausgelegt habe.“

    Ja, bei Drinks ist es schon preislich etwas anderes, da lohnt es sich nicht ein großes Drama draus zu machen, gerade wenn man es mit einer gewissen Leichtigkeit macht, weil man eingeladen hat oder weil man eben die erste Runde zahlt und sie die zweite.

    „zusätzlich geb ich auch n vernüftiges trinkgeld ( ca 10% ) , das ganze halte ich für son, wie heißt das noch im pick up-slang? DHV? ich suggeriere, dass mir ein ein 2tes date nicht so wichtig ist und bin gleichzeitig großzügig.“

    Trinkgeld würde ich auch immer geben, unabhängig vom Date. 10% ist eine gute Richtschur. Großzügig, oder jedenfalls nicht geizig sein, hinterlässt denke ich auch einen guten Eindruck. Solange es eben nicht so wirkt als fühle man sich dazu verpflichtet, sondern es eben einfach macht.

    „wenn es zu nem zweiten date kommt, bestehen die mädels dann immer darauf mich einzuladen, also die emanzipation ist durchaus angekommen“

    Ja, finde ich auch fair.

    „prinzipiell sollte man sich mit einladen zurückhalten, es zumindest nicht von vornherein aussprechen, aber bei einem exclusiven date ( also nicht zufällig getroffen ) sollte man die (vertretbare) Menge drinks zahlen.“

    Klar, wer einlädt muss auch was auslegen. Das mit dem Zurückhalten würde ich auch so sehen. Der Hauptschwerpunkt sollte eben nicht darauf liegen, dass man sie „zu einem Drink einlädt“, sondern das man einen Abend zusammen weg geht und Spass hat. Da ist man selbst das Argument, nicht der Drink.

    “ wenn man merkt , dass es eh nichts wird, oder sie sich einfach noch nicht sicher ist, ist nach 3 drinks meiner meinung nach eh schluss mit dem date, nach dieser „immer auf nem höhepunkt beenden“ strategie,“

    Ja, leicht angeheitert ist gut, richtig betrunken hingegen meist eher anstrengend.

  4. Pingback: Rape Culture, Dickwolves und Feminist rage « Alles Evolution

  5. Pingback: Das feministische Recht auf Wut | Alles Evolution

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.