Warum enthalten Frauenzeitschriften so viele Sextipps für Frauen?

Aus Sociological Images werden mal wieder Frauenzeitschriften und ihre Inhalte besprochen. Ein Auszug:

But notice how much more the language on Cosmo covers focuses on sex and relationships than Maxim‘s does, with more frequent use of words that explicitly refer to men and/or sex. Of course, those familiar with Cosmo, or most other women’s magazines, know that its headlines about sex make it clear what the point is: various ways to please your man, which translates into increasing your own pleasure. Maxim, on the other hand, focuses less attention on relationships (or health/fitness) and more on money, travel, and pop culture (sports, TV, movies). (…)

I doubt any of you are shocked by his findings, but it’s a nice illustration of the way magazines aimed at women reinforce the idea that our primary goal should be finding, pleasing, and keeping a heterosexual partner to a degree not usually found in men’s magazines.

Das mich das im Feminismus häufig anzutreffende Bild der Frau, die nicht selbst entscheidet, stört, habe ich bereits z.B. in dem Beitrag „Frauen wollen nicht, die Industrie oder Gesellschaft will für sie“ behandelt. Auf Frauenzeitschriften bin ich schon einmal in dem Artikel „Frauenbild und Feminismus: Wie viel eigenes Denken lässt die Gesellschaft zu?“ eingegangen.

Kurz zusammengefasst: Wenn Frauen etwas anderes lesen wollten, dann würden sie es tun.

Die  Frage, die sich nun aber stellt: Warum wollen Frauen Tipps, wie sie ihre Männer sexuell befriedigen können?

Meiner Meinung nach bedienen diese Artikel insbesondere die Illusion einer perfekten Beziehung, bei der sie gerne alles für den Mann macht und zum anderen machen sie Artikel über Sex harmloser und geben „Plausible deniability„, also die Möglichkeit abzustreiten, das man einfach etwas über Sex lesen will. Sexuelle Geschichten sind die Pornos der Frauenwelt und hier werden sie als Weiterbildung getarnt, indem man ein paar Frauen erzählen läßt, welche Tricks sie auf Lager haben. Eine direkte Sexgeschichte würde hingegen zu viel über die Frau verraten und würde sie zu sexuell dastehen lassen. Zudem dient es eben auch dem Selbstabgleich – was mache ich, was machen andere und dem Gefühl etwas verdorben zu sein, wenn man die neusten Sextipps liest. und sich überlegt, wie es wäre sie auszuprobieren. Die einen Frauenzeitschriften sind darauf ausgerichtet, dass sie selbst den Sex mehr genießt (der Vorteil ist offensichtlich), die anderen, dass sie ihren Mann mehr befriedigt (was ihren Wert in der Beziehung steigert und das Bild einer sexuell anziehenden Frau hervorruft) , beides sind schöne Phantasien für den Alltag.

Ich würde also nicht behaupten, dass es darum geht den Frauen ein Ziel zu setzen und sie dazu anzuhalten, ihren Mann zu befriedigen, sondern eher ihnen in sozial verträglicher, auf sie zugeschnittener Form sexuelle Reize zu bieten.

ich bezweifele im übrigen auch, dass Männersextipps nicht auch unter der Überschrift wie „10 Lektionen weiblicher Lust“  oder „Freundin zum Höhepunkt bringen, aber wie?“ verkauft  werden. Den Partner zu befriedigen, für ihn eine sexuelle Erfüllung zu sein, ist denke ich ein Wunsch, der in vielen Partnerschaften besteht. Was aufgrund der Bindungswirkung von Orgasmen durch Oxytocin und anderer Vorteile des Orgasmus auch gut nachvollziehbar ist.

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