Gewalttätige Männer haben mehr Söhne

Eine interessante Studie zur Trivers-Willard Hypothese:

The generalized Trivers–Willard hypothesis (gTWH) [Kanazawa, S., 2005a. Big and tall parents have more sons; further generalizations of the Trivers–Willard hypothesis. J. Theor. Biol. 235, 583–590] proposes that parents who possess any heritable trait which increases the male reproductive success at a greater rate than female reproductive success in a given environment have a higher-than-expected offspring sex ratio, and parents who possess any heritable trait which increases the female reproductive success at a greater rate than male reproductive success in a given environment have a lower-than-expected offspring sex ratio. One heritable trait which increases the reproductive success of sons significantly more than that of daughters in the ancestral environment is the tendency toward violence and aggression. I therefore predict that violent parents have a higher-than-expected offspring sex ratio (more sons). The analysis of both American samples and a British sample demonstrates that battered women, who are mated to violent men, have significantly more sons than daughters.

Quelle: „Violent men have more sons: Further evidence for the generalized Trivers–Willard hypothesis (gTWH)“ aus Journal of Theoretical Biology, Volume 239, Issue 4, 21 April 2006, Pages 450-459

Die Theorie ist, dass sich für eine Frau mit einem Mann mit einem vermuteten hohen Status ein Sohn eher „lohnt“ (= dieser wird ihre Gene eher weiter geben) als eine Tochter, da der Sohn vom Status des Mannes profitiert und durch diesen weitergegebenen Status attraktiver wird. Deswegen haben beispielsweise die amerikanischen Präsidenten im Schnitt mehr Söhne als die Durchschnittsbevölkerung. Eine Tochter hingegen profitiert nicht von dem Status des Vaters, da es bei ihre mehr auf körperliche Schönheit ankommt.

Für die Frau eines statushohen Mannes wäre es daher vorteilhaft mehr Söhne zu bekommen. Die genauen Mechanismen, durch die dies geschieht, sind noch nicht bekannt. Veränderungen beispielsweise im Scheidenniveau, die es männlichen Spermien leichter machen zur Eizelle zu gelangen werden diskutiert.

Die Studie oben würde nahelegen, dass anscheinend auch die Söhne gewalttätiger Väter bessere Chancen hatten die Gene weiterzugeben. Ob dies daran lag, dass diese durch ihren Vater eher beschützt wurden oder der gewalttätigere Vater typischerweise in der Steinzeit mehr Status hatte oder aber die Frau ihm aufgrund der ihr gegenüber ausgeübten Gewalt fälschlicherweise einen höheren Status zugemessen hat, wäre eine Frage, die offen bleibt.

Es bedeutet im übrigen nichts, dass Gewalt gegen Frauen gut ist oder gewalttätige Männer besser sind. Selektion hat keine Moral.

4 Gedanken zu “Gewalttätige Männer haben mehr Söhne

    • @Joker

      Es werden ja nicht alle Nachkommen Söhne. Es ist eine Betrachtung über den Schnitt. Allerdings haben Clinton und Obama anscheinend auch sehr dominante Frauen. Wäre interessant, ob man das auch einrechnen müsste. Bei Bush wäre die Frage, inwieweit er zur Zeit als die Kinder gezeugt wurden, wirklich dominant war.

  1. @ Christian

    Wichtiger Hinweis: NATUR HAT KEINE MORAL!

    Weshalb ich ja die Abwehr naturwissenschaflticher, empirischer Evidenz aus moralischen Gründen für ganz besonders albern halte.

    Weil Natur ja gut und gerecht zu sein hat, kann allein schon deshalb nicht zutreffen, was diese bösen „Biologisten“ da mal wieder „Sexistisches“ herausgefunden haben wollen.

    Aber die Natur ist nicht gerecht.
    Sie stärkt die Starken und schwächt die Schwachen.

    Sie ist sozusagen „faschistisch“, wie Camille Paglia formuliert, grausam, „ungerecht“.

    Nicht nur die Rose ist Natur, sondern auch das HI-Virus, Yersinia pestis, Virbrio cholerae.

    Auch die „wollen“ leben.

    Aber darüber wollte ich gar nicht schreiben.

    Mir fiel beim Lesen Deines Eintrages nur eine Studie ein, die zeigte, dass Väter von Söhnen mehr und angestrengter erwerbsarbeiten als Väter von Töchtern, Männer nach der Geburt eines Sohnes ihr Arbeitspensum mehr aufstocken als nach der Geburt einer Tochter (bevor Du fragst: Nein, ich habe keinen Link archiviert, auch keinen Titel).

    Die Forscher (Soziologen) konnten sich das nicht erklären, spekulierten über Väter, die gegenüber dem konkurrierenden „Jungmann“ in der Familie vermehrt ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen zu müssen glaubten etc.

    Evolutionspsychologisch ließe sich dagegen spekulieren, dass Väter „wissen“, dass Status ihre Söhne weiter bringt als ihre Töchter.

    Status wird wesentlich vom materiellen Besitz bestimmt.

    Also werden Väter für Söhne mehr arbeiten (nicht gegen sie) als für Töchter, weil sie auch „wissen“, dass Status ihren Töchtern längst nicht so viel hilft wie ihren Söhnen.

    Töchter können sie schließlich durch Mehrarbeit nicht schöner machen, weil Männer auf weiblichen Status viel weniger reagieren genauer gesagt, sich der Status einer Frau auf dem Partnermarkt anders darstellt und gewertet wird von den Interessenten als der Status eines Mannes von den Interessentinnen, im Schnitt.

    Hoher „männlicher“ Status einer Frau turnt Männer ja eher ab als an. Für Männer sind Schönheit/Jugendlichkeit viel wichtiger.

  2. „Mir fiel beim Lesen Deines Eintrages nur eine Studie ein, die zeigte, dass Väter von Söhnen mehr und angestrengter erwerbsarbeiten als Väter von Töchtern, Männer nach der Geburt eines Sohnes ihr Arbeitspensum mehr aufstocken als nach der Geburt einer Tochter“

    Ja, vielleicht wollen sie instinktiv einen höheren Status weiter geben. Würde ja zur Theorie passen.

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