„Feminismus ist eine Zusammenarbeit zwischen „Alphas“ und „Femis““

Durch einen Link bin ich auf einen Beitrag im „gelben Forum“ gestoßen, in dem der der Artikel „Misandry Bubble“ in übersetzter Form besprochen wird.

Darauf reagierte einer der Kommentatoren:

Ein heute völlig ignotierter Punk: Heute haben eine Minderheit der Männer die meisten jungen Frauen in der Hand, während die andderen dummzuschauen dürfen, wie die „Alphas“ wild rumvögeln.

Das ist ein Grund, warum sich kaum ein Mann traut gegen den Feminismus aufzustehen – er hat Angst als „Frauenhasser“ diffamiert zu werden und „keine mehr abzubekommen“

Deshalb muss der Antifeminismus nicht nur gegen Feminismus, sondern vor allem auch die Halodrie-„Alphas“ bekämpfen

Abgesehen davon, dass man dies wohl kaum ändern kann, weil eben immer noch der Grundsatz gilt, dass man sich nicht aussuchen kann auf was man steht („Attraction is not a choice“) ist das ungefähr auch der Grund, aus dem es die sexfeindliche Richtung des Feminismus gibt. Es ist eben eine Frage des Abrüstens und man will es selbst etwas einfacher haben. Wenn sich alle nicht mehr so männlich benehmen, dann können es alle etwas ruhiger angehen. Genau wie bei den Frauen wird dies aber nicht klappen, weil bei den Frauen die Hübschen und bei den Männern die Alphas (und etwas weniger Alphas, und dann die besseren Betas und und und) nicht einsehen werden, dass man seine Vorteile nicht auch nutzten sollte bzw. sich zurückhalten sollte. Ich hatte das schon mal bei Frauen und Absatzschuhen für Frauen und Schönheit dargestellt. Beziehungsprobleme und Scheidungen bleiben auch erhalten, weil sexuelle Reize nicht einfach ersetzt werden können. Insofern ist ein solcher Änderungsplan bereits zum Scheitern verurteilt.

Wollte man den Satz etwas näher bestimmen müsste es heißen:

Der sexpositive Feminismus und Alphas haben teilweise gleiche Interessen, da sie beide für eine hohen Grad an sexueller Freiheit sind.

Der sexnegative Feminismus und die Betas haben teilweise gleiche Interessen, weil sie die sexuelle Freiheit in gewisser Weise zugunsten einer Sittlichkeit einschränken wollen.

Das zeigt auch schnell, dass die Übereinstimmung nur sehr rudimentär sind. Denn die Streitpunkte zwischen Feministen und Alphas sind vielfältig. Viele Alphas sind genervt von dem Aufbrechen der Geschlechterrollen und den Vorwürfen, dass sie Frauen ausnutzen und viele Feministinnen mögen die Machohafte Art der Alphas nicht. Bei den Betas ist es ähnlich. Die haben gewisse Gemeinsamkeiten mit den Feministinnen, dies schließt aber eine ansonsten vollkommen andere Denkweise nicht aus. So mag es Betas geben, die den feministischen Ideen sehr nahe stehen, aber eben auch solche, die den Halt sehr traditioneller Rollen wollen.

Ein Kommentator „Roslin“ (Et tu brute?) hat auch nicht gutes über Alphamänner zu sagen:

Der feministische Umbau der Gesellschaft befreit die polygynen Instinkte der Männer, wovon aber nur Alpha-Männer profitieren und die hypergamen Instinkte der Frauen, wovon aber nur attraktive Frauen unter 35 profitieren.

Das Bündnis zwischen Alpha-Männern, die tun, was Alpha-Männer seit je tun – auch im Patriarchat (vorrangig Frauen schützen und versorgen vor allem gegenüber und durch andere, niedrigrangigere Männer, die die Alphas als Kanonenfutter, als Verbrauchsmaterial zur Befestigung ihrer Stellung benutzen) und FrauenlobbyistInnen, deren Feminismus sich darin äußert, dass sie Frauen von allen Verpflichtungen gegenüber Gesellschaft und Mann, ja sogar gegenüber den eigenen Kindern befreien wollen ohne irgendwelche Pflichten für Frauen zu akzeptieren, wird von etlichen Männerrechtlern nicht angesprochen, weil mann dann ja auch männliche „Brüder“ kritisieren müsste.

Das sind falsche Brüder, die die frauen – und ihnen dienliche Ausbeutung niedrigrangiger Männer betreiben, um ihre virtuellen und oft auch realen „Haremsdamen“ glücklich zu machen, Seehoferitis, sozusagen.

Wie toll fühlt sich so ein Alphamann, wenn er von Frauen gelobt wird, FÜR Frauen etwas tun konnte.

Ein Alphamann, der auf Lob von Frauen aus ist, wäre nach der Definition der meisten Alphamänner kein Alphamann.

Das wäre er, wenn er tut, was er für richtig hält, weil er es will. Der Wunsch gelobt zu werden und Bestätigung zu erhalten ist als solcher bereits Beta.

Natürlich gibt es wichtige Männer, die nichts gegen den Feminismus sagen, ihn vielleicht sogar unterstützen. Aber das lässt sich weniger als Alpha oder Beta Konfklikt über die sexuelle Ebene darlegen, denn Alphas haben in jeder Gesellschaftsordnung ihren Sex gehabt. Es finden sich immer Wege so etwas heimlich zu machen, ob die Frau verheiratet ist oder nicht. Alphas haben vielleicht einen Vorteil von den sexuellen Lockerungen, aber der Feminismus in der theoretischen Form wäre sicherlich nicht das Mittel ihrer Wahl, um diese durchzusetzen (damit ist der theoretische Feminismus gemeint, gegen allgemeine Gleichberechtigung spricht dies durchaus nicht). Dazu sind die damit verbundenen Folgekosten (beispielsweise die Ansichten wie „Ja heißt Ja“ oder ein Aufheben der Unschuldsvermutung bei Sexualdelikten oder der „männliche Sexwünsche machen Frauen zu Objekten“-Gedanke oder aber auch nur die Bedenken der Feministinnen gegen Schönheitsideale) viel zu hoch.

Das da viele Streitigkeiten bestehen zeigt sich auch an Reaktionen auf Blogs wie Roissys oder Rooshs, die beide Alphamännerkonzepte umsetzen. Sowohl auf deren Seite als auf feministischer Seite besteht eher ein tiefgründiger Hass.

Es ist eher ein allgemeines Prinzip, dass man gewisse Regelungen durchaus unterstützen kann, wenn die Belastungen dadurch für einen selbst kleiner sind als der Ärger, der mit dem Versuch einer Änderung für einen selbst verbunden wäre. Auch Betas stimmen insoweit bestimmten Ansichten zu, wenn sie meinen dadurch Ärger vermeiden zu können, es wirkt sich evtl. nur nicht so stark aus, weil sie weniger Entscheidungsmacht haben.

Dennoch ist das Thema an sich sehr interessant. Ich hatte in einem meiner ersten Beiträge bereits etwas dazu gesagt, dass auch meiner Meinung nach die „Betaeigenschaft“ in der Männerbewegung und insbesondere ihre Kommunikation nach außen auch mit dazu beiträgt, dass diese abgewertet wird (vlg. „Männerbewegung und weibliche Privilegien“ und dort Punkt 3). Allerdings wirkt sich hier eben die Biologie zum Nachteil aus. Und ebenso wie man sich andere biologische Unterschiede nicht schön reden kann, kann man auch nicht wegdiskutieren, dass Frauen aufgrund sexueller Selektion sozialen Status und Männlichkeit attraktiv finden. Auch das ist „Genderismus“, der ja gerne als Feindbild bemüht wird.

24 Gedanken zu “„Feminismus ist eine Zusammenarbeit zwischen „Alphas“ und „Femis““

  1. @ Christian: Der Alphamann der tut was er für richtig hält mag zwar integer sein aber nicht unbedingt der Alphamann der hier gemeint ist. Der definiert sich über seinen Attraktivitätswert für Frauen, seinen Status und nicht seine moralische Integrität. Die ist da eher hinderlich.

    Ist es nicht Anerkennung, sexuelle Bestätigung durch Frauen die viele PUA’s suchen? Also wenn ich mir die ganzen Blogs von Roissy bis Krauser so anseh dann gehts da durchaus um Selbstbestätigung und Selbstdarstellung. Demnach könnten diese Männer keine Alphamänner sein.

    • Nein, nicht die Anerkennung durch Frauen, die Anerkennung durch andere Männer wird gesucht. Die bekommt man dadurch, dass man Sex mit vielen Frauen hat. Dass man mit immer der gleichen Frau besonders oft und besonders guten Sex hat, bringt bei anderen Männern keine Anerkennung(bei Frauen schon), und genau das strebt auch kein PUA an.

      • @Salvatore

        Würde ich auch so sehen. Die Anerkennung der Frauen ergibt sich bei einem tatsächlichen PUA, also einem der bei Frauen gut ankommt, ja quasi von selbst. Ich denke viele sind dann eher gelangweilt bzw. enttäuscht, dass die Frauen so klassisch reagieren und ihnen sofort die Bestätigung geben.

      • Naja geht das dann nicht auf das selbe Defizit zurück? Ich meine Anerkennung zu suchen. Einem „echten Alphamann“ würde es wohl egal sein was Andere von ihm halten, ganz generell.

      • @Galloway

        Auch wenn es einem egal ist, was andere denken, kann man der beste in einer Gruppe sein wollen, die Autorität auf einem Gebiet. Und man kann der Auffassung sein, dass Respekt auf einem Gebiet verdient sein will, wenn man ihn erwartet.
        Es ist ein Unterschied, ob man verzweifelt Anerkennung will und dafür alles tut (meist eine Position der Schwäche) oder weiß, dass man etwas gut kann und die Anerkennung dafür genießt, auch wenn man es nicht deswegen macht (eher eine Position der Stärke).

      • @Christian: Bei deinem Beispiel geht es aber eher um den Vergleich bezüglich einer bestimmten Fähigkeit. Da geht es nicht um Anerkennung. Die kann einem egal sein. Das einzige was das Ego hier braucht ist das Wissen der Bessere zu sein.

        Das Problem ist wohl eher wenn man der Beste sein MUSS, weil man sich sonst schlecht fühlen würde oder gar weniger wertvoll. Die Realität zeigt ja leider oft genug das nicht jeder der Beste sein kann *lol* Per Definition kann also nicht ein jeder Alpha sein. Man kann so tun, d.h. sich so verhalten aber sobald man den Alpha-Begriff an eine Leistung koppelt ist dieser Spaß vorbei und ich denke der Alphabegriff ist eben an eine Leistung gekoppelt.

  2. „Ist es nicht Anerkennung, sexuelle Bestätigung durch Frauen die viele PUA’s suchen?“

    Klar, suchen sicherlich viele. Gerade am Anfang, wenn der Begriff PUA eigentlich noch nicht passt. Die, die tatsächlich Alpha werden suchen denke ich keine Bestätigung von Frauen, weil sie sie bereits haben.

    „Also wenn ich mir die ganzen Blogs von Roissy bis Krauser so anseh dann gehts da durchaus um Selbstbestätigung und Selbstdarstellung. Demnach könnten diese Männer keine Alphamänner sein.“

    Roissy und Krauser suchen keine Bestätigung von Frauen. Sie wissen, dass sie auf Frauen anziehend wirken und Frauen erobern können. Sie würden sich also nicht für eine Frau verbiegen oder sich bei ihr anbiedern. Schon weil sie wissen, dass dies contraproduktiv wäre.

    Vielleicht suchen sie eher Bestätigungen bei Männern oder wollen sich dort darstellen. Aber den klassischen Alphamann wäre es recht egal, ob man ihn mag.

    Natürlich ist das eine Idealfigiur, dass ist mir bewußt. Vollkommen losgelöst von der Wertschätzung anderer Menschen ist wohl niemand. Dennoch passt die Wertung hier meiner Meinung nach nicht. Den viele Betas sind ja noch viel eher darauf bedacht, dass sie nicht anecken und überall gefallen, während viele Alphas einen gewissen „es ist mir egal“ oder „ich mach was ich will“ Faktor haben. Deswegen stehen ja viele recht nahe am „Arschloch“.

    Ich finde insofern die Verbindung zu Alphas und Feministinnen nur auf einer sehr geringen Ebene. Die Interessen sind in vielen Punkten nicht die gleichen, auch wenn beide (teilweise, da muss man meiner Meinung nach beim Feminismus in der Tat unterscheiden) für sexuelle Freizügigkeit sind.
    Auf dieses enge Gebiet bezogen könnte ich mir ein Zusammenarbeiten durchaus vorstellen. Aber das ist etwas wenig für eine umfassende Verschwörungstheorie.
    Roissys Ideen der klassischen Alphafrau weichen sicherlich erheblich von den Vorstellungen vieler Feministinnen aus der Prosex-Bewegung ab:

    http://roissy.wordpress.com/2011/01/10/reader-mailbag-true-grit-edition/

    She is certainly able to have as many male lovers as she can accommodate, mentally and physically, without rupturing an unseemly fissure in her nethers and risking the foul humours. But the alpha female does not have many partners, not nearly enough to qualify as a slut, because the very beauty that gives her the option to spread herself wide with the greatest number of suitors also enamors her with a honed prejudicial instinct, which she uses to great effect to make herself as unavailable as possible until a man of the highest quality courts her with the baubles and trinkets of a thousand kings.
    It should be noted that the modern alpha female has chosen the whiskey and dance at the expense of brood, and the consequences for the people should be obvious. She spreads herself around a little more today than perhaps she did in yore, and our generations grow stupider and uglier under the misuse of the prophylactic by the lower classes.

    Eine solche Einschränkung der Frau in sexueller Hinsicht und eine Abwertung des „Schlampentums“ ginge vielen Feministinnen sicherlich zu weit (vgl. „My Sluthood, Myself“), würde aber von vielen Alphamännern vermutlich geteilt werden.

    Was meinst du denn zu der Grundfrage: Gibt es eine Zusammenarbeit zwischen „Alphas und Femis“? Und wie würdest du den Alpha in diesem Zusammenhang definieren?

    • Christian die tatsächliche Stärke besteht ja nicht nur darin zu bekommen was man will sondern auch damit leben zu können wenn man es nicht bekommt. D.h. unabhängig zu sein von der Anerkennung/Bewunderung anderer, sofern das Überleben damit vereinbar ist. Auch aus den jeweiligen Blogs heraus halte ich Roissy usw. für nicht so selbstsicher wie sie gern wahrgenommen werden. Ich denke da spielt jede Menge Idealisierung seitens der Bewunderer mit die Idole brauchen.

      Was meinst du denn zu der Grundfrage: Gibt es eine Zusammenarbeit zwischen „Alphas und Femis“? Und wie würdest du den Alpha in diesem Zusammenhang definieren?

      Ich halte es nicht für eine „Zusammenarbeit“ zwischen „Alphas“ und Femis. Ich halte es eher für einen einseitigen Instrumentalisierungsversuch der attraktiveren Femis sich den Alphagenpool zu sichern, mehr nicht. Alpha in diesem Zusammenhang ist als „begehrter Mann mit Macht und Ausstrahlung“ zu definieren. Zudem geht es darum die Arbeitskraft und den Nutzen der nicht begehrenswerten Männer zu sichern und zu kontrollieren.

  3. Nein, es gibt keine Zusammenarbeit zwischen Alphas und Femis. Bestenfalls sind den Alphas die Femis egal. (Face to face kannst du die meisten Feministinnen locker um den Finger wickeln. Sie sind sehr vorhersehbar)

    Es gibt aber viele Gründe auch als Alpha Mann den Feminismus nicht zu mögen. Einerseits weil er eine dumme Ideologie ist. Ich mag z. B. den Sozialismus ebenso wenig, vom Kommunismus gar nicht zu reden. Andererseits hat der Feminismus Frauen nicht gerade attraktiver gemacht. Frauen haben ihr Flair und ihren Zauber verloren. Das kann keinem Alphamann wirklich gefallen.

    Ausserdem hat der Feminismus solche Scheußlichkeiten wie den Opferkult und die Political Correctness gefördert und eine unerträgliche Sorte Frau in Positionen gehievt, wo man sie nicht mehr übersehen kann. (Allein in irgendeiner Form mit einer Frau wie Marianne Ny konfrontiert zu werden oder auch nur zu wissen, dass es sie gibt, kann man schon als Zumutung empfinden)

    Einen Grund gegen Feminismus zu sein gibt es allerdings nicht: Den, dass man dadurch weniger Sex hätte. Ich hätte ganz gewiss in den 50ern weniger Sex gehabt, wenn ich da schon gelebt hätte, als ich dann zur Blütezeit des Feminismus tatsächlich hatte. Nur hab ich einfach irgendwann den Gefallen an Frauen verloren, und das hat zumindest indirekt mit dem Feminismus zu tun.

    Männer, die antifeministisch werden, weil sie kein Sex bekommen, überzeugen mich nicht gerade und ich fürchte, die überzeugen auch sonst niemanden.

    • @ Salvatore
      „(Face to face kannst du die meisten Feministinnen locker um den Finger wickeln. Sie sind sehr vorhersehbar)“

      Bis auf die lesbischen. Die meisten heterosexuellen Feministinnen, die ich persönlich kenne, bewegen sich auf einem Trotzstadium wo der eigene Narzismus überwiegt. Rationale Einsichtsfähigkeit fehlt. Als „gefährlich“ empfinde ich die meist hochintelligenten lesbischen Feministinnen, die sich zwar – so meine Beobachtung – auch des Dünnpfiffes ihres Outputs bewußt sind, jedoch meist bewußt diesen verbreiten. Das ist gefährlich.

      „Männer, die antifeministisch werden, weil sie kein Sex bekommen, überzeugen mich nicht gerade und ich fürchte, die überzeugen auch sonst niemanden.“

      Mich auch nicht. Allerdings gibt es immer mehr Männer, die sich von der sexuellen Machtverteilung zu ungunsten des Mannes zu lösen im Stande sind, und bewußt auf Sex verzichten können, wenn es nötig ist. Das ist doch einmal eine tolle Entwicklung, die wohl auch direkt mit dem Feminismus in Verbindung gebracht werden kann.

      Dass die sexuelle Öffnung irgendetwas mit dem Feminismus zu tun hat, wage ich zu bestreiten. Eher das moderne Schlampentum wurde indirekt gefördert. Nur, ein Alphamann hat kein Interesse daran, mit einer Frau zu verkehren, die schon mit unzähligen Betas verkehrt hat, das bringt ihm keinen Statusgewinn.

      • @ wiener

        * Nur, ein Alphamann hat kein Interesse daran, mit einer Frau zu verkehren, die schon mit unzähligen Betas verkehrt hat, das bringt ihm keinen Statusgewinn.*

        Dem widerspricht die Empirie.

        Ludwig I. hatte keine Mühe, sich mit einer Lola Montez zu zeigen, Ludwig XV. keine Mühe, eine Dubarry als Maitresse en titre in die Hofgesellschaft einzuführen, nicht irgendeine Hofgesellschaft, sondern die von Versailles.

        Und Leopold II. hat sogar eine Prostituierte zur linken Hand geheiratet.

        Nein, Alphamänner haben keine Bedenken sich ganz offen verliebt zu zeigen in Frauen, von denen sie wissen, dass sie viele Männer hatten.

        Die Beispiele dafür sind Legion.

  4. „Es gibt aber viele Gründe auch als Alpha Mann den Feminismus nicht zu mögen. (…)“

    Schön dargelegt. Ich würde den Zusammenhang auch eher als dünn bezeichnen.

    „Männer, die antifeministisch werden, weil sie kein Sex bekommen, überzeugen mich nicht gerade und ich fürchte, die überzeugen auch sonst niemanden.“

    Ja, ich denke auch, dass das unmittelbaren Statusabzug bringt und die Person an sich in einem schlechten Licht dastehen läßt. Wenn man keine Sexualpartner in einer freien Gesellschaft bekommt sollte man sich schon die Frage stellen, ob dies an der Gesellschaft oder an einem selbst liegt.

  5. @ Christian

    Ich habe mit „Alphas“ bei meinem Posting im Gelben nicht die „normalen“ Alphas der PUA-Bewegung gemeint, sondern wirklich mächtige und/oder wirklich reiche Männer, die ja nach wie vor die femizentrischen Gesellschaften des Westens dominieren, ohne deren Durchwinken/Unterstützung der feministisch-femizentrische Umbau gar nicht möglich gewesen wäre.

    Und ich frage mich, da ich an die Selbstlosigkeit der allermeisten Menschen nicht glaube – der allermeisten Männer und der allermeisten Frauen nicht, was diese Männer von ihrer Unterstützung feministischer Anliegen, von einer Politik haben, die das Wohlergehen von Mädchen/Frauen gegenüber dem Wohlergehen von Jungen/Männern priorisiert.

    Würden diese Männer „Männerpolitik“ machen, verstünde ich das.
    Das wäre dann genau jener Egoismus, den FeministInnen etwa dem Patriarchat unterstellen, dabei großzügig übersehend, dass das Patriarchat zwar Frauen unterdrückte, aber eben auch Männer und zwar sehr viel härter und in größerer Zahl.

    Aber diese Männer machen eben keine Männerpolitik.
    Das Abschmieren der Jungen in einer femizentrisch reformierten Schule, seit der Mitte der 90’er-Jahre unübersehbar, es treibt sie nicht um.

    Die um 6 Jahre geringere Lebenserwartung für Männer, sie treibt sie nicht um.
    Die 4 mal höhere Selbstmordrate bei Männern, sie treibt sie nicht um.

    Die höhere Arbeitslosigkeit bei Männern, das höhere Durchschnittsmonatseinkommen für Frauen (Unterhalt + eigenes Erwerbseinkommen, geredet wird immer nur über 23% geringeres durchschnittliches Erwerbseinkommen, nicht über alle Arten von Einkommen), es treibt sie nicht um.

    Es geht weiterhin fast ausschließlich um Mädchenförderung und Frauenförderung oder um Frauenförderung und Mädchenförderung.

    Warum ist das so?

    Welchen Vorteil haben diese wirklich reichen und/oder wirklich mächtigen Männer davon, die Probleme ihrer Geschlechtsgenossen zu übersehen und sich weiterhin vor allem für Mädchen-/Frauenförderung zu engagieren.

    Es bereitet keine Mühe, z.B., Unternehmen dazu zu bewegen, für eine Brustkrebsstiftung zu spenden.

    Aber versuch mal, sie dazu zu bewegen, für eine Prostratakrebstiftung etwas zu tun.
    Obwohl dieser Krebs fast so viele Menschen umbringt wie der Brustkrebs, aber eben NUR Männer.

    Welche Erklärung hast Du dafür, dass diese Alphamänner die Interessen der niedrigrangigeren Männer, zu denen sie ja selbst einmal gehörten, gegenüber denen der Frauen so eklatant vernachlässigen?

    Männer sind eben gerade auch für diese Art Alphamänner „the expendable sex“, das verbrauchbare Geschlecht.

    Warum?

    Dass den meisten Frauen die Verbrauchbarkeit der Männer nicht auffällt, wundert mich nicht.
    Sie sind in ihrem Opfernarzissmus gefangen, ohnehin „hypergam“ orientiert, sehen nur auf die Spitze der Pyramide und sehen dort mehrheitlich Männer.
    Da liegt in Kombination mit dem eigenen Opferbewusstsein der Fehlschluss nahe, diese Männer machten das, was Frauen ja tatsächlich weitgehend machen: Politik nur für’s eigene Geschlecht.

    Das ist aber nicht der Fall.

    Da ich nicht an ihren Edelmut und ihre Uneigennützigkeit glaube: Worin könnte ihr persönlicher Gewinn liegen, wenn nicht in dem Gefühl, ein toller Mann zu sein, das sich am sichersten gründet auf das Bewusstsein, Frauen schützen und versorgen zu können.

    Hinzu kommt, dass sie ja persönlich nicht unter den Folgen des Femizentrismus leiden: Ihre Söhne können sie auf Privatschulen schicken, Quotenprivilegierung von Frauen müssen sie nicht fürchten – sie sind ja bereits dort, wohin sie wollten, Scheidung müssen sie nicht fürchten – sie können finanziell viele Scheidungen verkraften usw.

    Und eines solltest Du nicht übersehen: auch der PUA-Alpha wird genauso sehr von Frauen bestimmt wie er Frauen zu bestimmen glaubt.

    Denn das Begehren der Frau wird vom Alpha angesprochen, bestimmt sein Verhalten.
    Ihm passt er sich an.
    Frauen machen Alphamänner.

    Würden Frauen Weicheier und Hausmänner mehrheitlich begehren, schon nächste Woche würden alle Heteros danach hecheln, Weicheier und Hausmänner zu sein.

    Ob sie’s tatsächlich sein könnten, ist eine andere Frage.
    Aber versuchen, versuchen würden sie es.

    Der wichtigste Motivatiionsfaktor für männliches/weibliches Handeln ist die Anerkennung des Gegengeschlechtes.

    Männer gewinnen die eher durch Leistung, u.a. für Frauen, Frauen weniger durch Leistung – weshalb sie auch für Männer nichts tun müssen, sondern eher durch Schönheit/Jugendlichkeit.

    Das ist die Falle, in der Männer und Frauen gefangen sind: die unterschiedlichen Weisen unseres Begehrens.

  6. Es sollte zwischen Balzverhalten und politischem Engagement unterschieden werden. Wenn jemals so etwas wie die Emanzipation des Mannes Wirklichkeit werden soll, dann dadurch, dass der Mann seinen frauenzentrierten Blick hinterfragt und sein Selbstwertgefühl nicht vom Zuspruch durch Frauen abhängig macht.

    Ich unterscheide zwischen der öffentlichen Angelegenheit und dem Privaten. Nach wie vor soll es dem Mann unbenommen sein, seiner angebeteten Dulcinella soviel Honig ums Maul zu schmieren wie ihm beliebt. In der Politik aber haben Balzrituale keine Berechtigung.

    Ich bin erstaunt, dass (heterosexuelles) männliches Verhalten hier als durch sexuelle Begierde gesteuert, ja beinahe determiniert dargestellt wird. Etwas derber ausgedrückt: schwanzgesteuert.

    • @Peter Bosshardt

      Ja, den sexuellen Vorteil einer solchen Unterordnung unter den Feminismus sehe ich auch nicht.
      Vieles hat allerdings seinen Ursprung in der Fortpflanzung, weil sie biologisch gesehen der wichtigste Trieb ist (Gene können nur durch Fortpflanzung weitergegeben werden uns sie legen fest, wie wir sind, alle anderen Triebe sind so gesehen Hilfstriebe um die Fortpflanzungschancen zu verbessern). Der männliche Hang zu Status und Wettbewerb ist damit auch nur die Folge davon, dass eine Auswahl nach diesen Kriterien die beste Strategie für Frauen ist.

  7. @Roslin
    „Ich habe mit „Alphas“ bei meinem Posting im Gelben nicht die „normalen“ Alphas der PUA-Bewegung gemeint, sondern wirklich mächtige und/oder wirklich reiche Männer, die ja nach wie vor die femizentrischen Gesellschaften des Westens dominieren, ohne deren Durchwinken/Unterstützung der feministisch-femizentrische Umbau gar nicht möglich gewesen wäre.“

    ich denke nicht, dass man auch bei diesem Alpamannbegriff von einer echten Zusammenarbeit reden kann.
    Viele nehmen den Feminismus dort doch in seiner Theorie gar nicht wahr, sie haben andere Themen. Ob man eine Gleichberechtigungsbeauftragte einstellen muss dürfte im Vergleich zu allgemeinen Steuer oder Sollfragen meist unwichtig sein. In vielen Branchen kommt es auch schlicht nicht darauf an, weil der theoretische Feminismus dort ohne Einfluss bleibt. Es ist teilweise einfach ähnlich wie mit der Kirche: Die oben mögen merkwürdige Ideen haben, aber unten kommt es nicht an.

    Wenn es um so etwas wie Quoten im Aufsichtsrat geht, dann wird sicherlich Protest laut.
    Das Problem dürfte eher sein, dass zum einen Familienpolitik ein klassisches Frauenthema ist, auch in der politischen Besetzung, und das der Einfluss eben teilweise weniger bei den Männern liegt. In einer Demokratie mit 51% Frauen müsste es tatsächlich ein Patriarchat geben, damit da nicht ein gewisser Einfluss geltend gemacht wird. Da es den weiblichen Wählern häufig wichtig ist, den männlichen aber egal (bis dann mal eine Scheidung kommt) fällt es recht leicht die Punkte liegen zu lassen.

    „Und ich frage mich, da ich an die Selbstlosigkeit der allermeisten Menschen nicht glaube – der allermeisten Männer und der allermeisten Frauen nicht, was diese Männer von ihrer Unterstützung feministischer Anliegen, von einer Politik haben, die das Wohlergehen von Mädchen/Frauen gegenüber dem Wohlergehen von Jungen/Männern priorisiert.“

    Ich weiß es auch nicht. Was genau haben sie denn davon? Die großen dieser Welt sind meist eh verheiratet und haben von einem überzogenen Feminismus nichts. Dadurch bekommen sie keine Frauen mehr, die Geliebte ist sicherlich keine Feministin und die sexuelle Freizügigkeit dürfte eher auf die Pille als den Feminismus zurückzuführen sein. Im Gegenteil, schon aus Sorge um die Folgen einer Scheidung haben auch diese Männer eher ein Interesse an einer Gegenbewegung. Wer Status hat braucht Feminismus eher weniger.

    Wer keinen Status hat wird eher geneigt sein sich einzuschleimen.

    „Würden diese Männer „Männerpolitik“ machen, verstünde ich das.“

    Viele Feministinnen würden ja auch behaupten sie machen es. In dem sie das Patriarchat am laufen halten.

    „Das Abschmieren der Jungen in einer femizentrisch reformierten Schule, seit der Mitte der 90′er-Jahre unübersehbar, es treibt sie nicht um.“

    Es ist eben nicht ihr Fachbereich. Oder das Problem wird über eine Privatschule und/oder entsprechende Betreuung gelöst.

    „Die um 6 Jahre geringere Lebenserwartung für Männer, sie treibt sie nicht um.
    Die 4 mal höhere Selbstmordrate bei Männern, sie treibt sie nicht um.“

    Das ist aber keine Zusammenarbeit, sondern schlicht ein ignorieren.

    „Die höhere Arbeitslosigkeit bei Männern, das höhere Durchschnittsmonatseinkommen für Frauen (Unterhalt + eigenes Erwerbseinkommen, geredet wird immer nur über 23% geringeres durchschnittliches Erwerbseinkommen, nicht über alle Arten von Einkommen), es treibt sie nicht um.“

    Das ist aber keine Zusammenarbeit, sondern schlicht ein ignorieren.

    „Welchen Vorteil haben diese wirklich reichen und/oder wirklich mächtigen Männer davon, die Probleme ihrer Geschlechtsgenossen zu übersehen und sich weiterhin vor allem für Mädchen-/Frauenförderung zu engagieren.“

    Ich denke dein Fehler ist, dass du genau wie viele Feministinnen davon ausgehst, dass es eine automatische Geschlechtersolidarität gibt. Das ist aber nicht der Fall. Nur weil jemand ein Mann ist steht er mir nicht nahe. Eine Tochter steht mir gleichzeitig viel näher. Wenn man die Ressourcen hat (und die haben die Männer, von denen du sprichst) dann können sie die gesellschaftlichen Nachteile für ihre Kinder ausgleichen. Ihre Söhne haben eh Status über die Macht der Eltern, was vieles ausgleicht.
    Sich in die Geschlechterpolitik zu werfen und einen Krieg mit dem Feminismus anzufangen würde zunächst erst einmal einiges an Arbeit erfordern, wenn man es persönlich macht. Man müßte sich einlesen, die Theorien überprüfen etc. Das lohnt sich für die meisten nicht. Sie können ihre Ressourcen besser direkt in Status investieren. Zumal einige der Probleme auch schwer aufzuösen sind. Schließlich beruhen sie teilweise auf biologischen Unterschieden.

    „Es bereitet keine Mühe, z.B., Unternehmen dazu zu bewegen, für eine Brustkrebsstiftung zu spenden.Aber versuch mal, sie dazu zu bewegen, für eine Prostratakrebstiftung etwas zu tun.“

    Ein interessantes Buch zu dem Thema ist „Spent“ von Geoffrey Miller. Er stellt darauf ab, dass Spenden meist nur ein Costly Signal ist um über seine Wohltätigkeit seinen eigene Stärke darzustellen („Seht ich kann viel spenden und es stört mich nicht“). Es zeigt sich, dass solche Stiftungen, die einen selbst besser dastehen lassen, eher mit Spenden rechnen können, als solche, die dies nicht tun. Selbst wenn die ersteren dazu einen Teil des Geldes ausgeben (für Werbung etc) und damit weniger von der Spende dort ankommt, wo sie hinsoll.
    Brustkrebs kommt da besser an als Prostatakrebs. Hat sicherlich auch damit zu tun, dass einem Mann helfen biologisch etwas anderes ist als einer Frau helfen. Eine schöne Brust ist ein Signal, dass Menschen sofort verstehen, weil sie ja auch ein Signal ist. Die Prostata hingegen erzeugt keine positiven Bilder…

    „Welche Erklärung hast Du dafür, dass diese Alphamänner die Interessen der niedrigrangigeren Männer, zu denen sie ja selbst einmal gehörten, gegenüber denen der Frauen so eklatant vernachlässigen?“

    Ich sehe nicht, dass sie die der Frauen fördern. Ich denke, dass das schon größtenteils die Frauen selbst sind. Die dafür ja auch eine breite Unterstützung in der weiblichen Bevölkerung erhält. Diese ist bei Männern eben nicht vorhanden. Was sicherlich seine Ursache darin hat, dass Schwäche zeigen und auf Belastungen hinweisen nicht zur Männerrolle passt.

    „Männer sind eben gerade auch für diese Art Alphamänner „the expendable sex“, das verbrauchbare Geschlecht.“

    Was war noch einmal genau das Argument dafür? Das sie sich genauso wenig einsetzen wie andere Männer auch, sie aber mehr Möglichkeiten haben?

    „Sie sind in ihrem Opfernarzissmus gefangen, ohnehin „hypergam“ orientiert, sehen nur auf die Spitze der Pyramide und sehen dort mehrheitlich Männer.“

    Das ist sicherlich ein Faktor. Hinzu kommt, dass Frauen über Shittests schon immer gewohnt waren mehr zu fordern.

    „Da ich nicht an ihren Edelmut und ihre Uneigennützigkeit glaube: Worin könnte ihr persönlicher Gewinn liegen, wenn nicht in dem Gefühl, ein toller Mann zu sein, das sich am sichersten gründet auf das Bewusstsein, Frauen schützen und versorgen zu können.“

    Daran, dass sie keinen Gewinn, aber viele Kosten haben, wenn sie sich in eine solche Sache stürzen. Oder wo würdest du den gegenzurechnenden Gewinn sehen?

    „Hinzu kommt, dass sie ja persönlich nicht unter den Folgen des Femizentrismus leiden: Ihre Söhne können sie auf Privatschulen schicken, Quotenprivilegierung von Frauen müssen sie nicht fürchten – sie sind ja bereits dort, wohin sie wollten, Scheidung müssen sie nicht fürchten – sie können finanziell viele Scheidungen verkraften usw.“

    Eben. Warum genau sollen sie jetzt handeln? Und warum Frauen gefallen wollen? Es macht sie ja nicht attraktiver und sie verlieren nach deiner These gleichzeitig bei den anderen Männern.

    „Und eines solltest Du nicht übersehen: auch der PUA-Alpha wird genauso sehr von Frauen bestimmt wie er Frauen zu bestimmen glaubt. Denn das Begehren der Frau wird vom Alpha angesprochen, bestimmt sein Verhalten. Ihm passt er sich an. Frauen machen Alphamänner.“

    Der Fehler in deiner Ansicht ist, dass die meisten Frauen gerade den Mann begehren, der macht, was er will. Dadurch kann er bei egoistischen Auftreten durchaus den Frauen gefallen. Deswegen haben PUA und MGTOW ja so viele Gemeinsamkeiten.

    „Würden Frauen Weicheier und Hausmänner mehrheitlich begehren, schon nächste Woche würden alle Heteros danach hecheln, Weicheier und Hausmänner zu sein.“

    Nicht alle, momentan sieht man ja auch genug „Weicheier und Hausmänner“ die mit ihrer Art selbst ganz zufrieden sind und sich wünschten, dass sich die Gesellschaft ändert. Einige Männer sind eben Anführer.
    Aber wir würden in Pickup darüber lesen, wie man ein echtes Weichei (oder auch „wuss“ wie David DeAngelo sagen würde) wird.

    „Männer gewinnen die eher durch Leistung, u.a. für Frauen, Frauen weniger durch Leistung – weshalb sie auch für Männer nichts tun müssen, sondern eher durch Schönheit/Jugendlichkeit.“

    Ich mochte noch einmal der Auffassung entgegentreten, dass man für Schönheit nichts tun muss. Richtig schöne Frauen entstehen nicht ohne Sport und die richtige Ernährung.

    „Das ist die Falle, in der Männer und Frauen gefangen sind: die unterschiedlichen Weisen unseres Begehrens.“

    Richtig. Aber ändern können wir es auch nicht. Es bringt daher wenig sich darüber aufzuregen.

  8. @ P. Bosshard

    *Ich bin erstaunt, dass (heterosexuelles) männliches Verhalten hier als durch sexuelle Begierde gesteuert, ja beinahe determiniert dargestellt wird. Etwas derber ausgedrückt: schwanzgesteuert.*

    Ja, das meiste Verhalten der Männer und Frauen ist Balzverhalten, das aber nicht einfach schwanzgesteuert bzw. klitorisgesteuert genannt zu werden verdient, das nicht einfach stetig und immer den Akt im Sinne hat, schon gar nicht bewusst, sondern zuerst und vorallem ein Gefallenwollen ist, ein Zuspruch-und Bestätigung-Suchen, ein Getragenwerden vom Bewußtsein „Ich werde vom Gegengeschlecht bewundert“, das Genießen des, bezogen auf Männer, „Jesus-ist-erschienen-Blicks“.

    Nichts pämpert das Selbst-und Wohlgefühl von Menschen so sehr wie dieses Gefühl, wie die Selbstbestätigung durch den Zuspruch/Bewunderung, die man vom Gegengeschlecht erfährt.

  9. @Roslin

    Fortfpflanzung ist das Ziel, das allerdings häufig über Zwischenziele angesteuert wird. Ein Verhalten muss nicht darauf ausgerichtet sein, Frauen als Personen zu gefallen um biologisch die Fortpflanzung zu ermöglichen. Es kann auch auf Konkurrenz unter Männern ausgerichtet sein, darauf, der bessere zu sein, wenn man dadurch indirekt seine Fortpflanzungswahrscheinlichkeiten steigert.

    Frauen zu gefallen haben viele Männer gar nicht vor – teilweise gelingt ihnen genau dies dadurch. Weil Frauen gefallen wollen schnell danach klingt, dass man „needy“ ist, also es nicht gewohnt ist Frauen von sich aus zu gefallen. Etwas komplizierter ist es insofern schon.

  10. „“Nichts pämpert das Selbst-und Wohlgefühl von Menschen so sehr wie dieses Gefühl, wie die Selbstbestätigung durch den Zuspruch/Bewunderung, die man vom Gegengeschlecht erfährt.““

    Das ist wohl so, Belege gibt es zur Genüge. Aber es ist möglich, sich dieser psychologischen Mechanismen bewusst zu werden und ihre Wirkung abzuschwächen. Du selbst bist ja einer derjenigen Männer, die sich durch die Bewusstwerdung nicht so einfach manipulieren lassen und an der männlichen Praxis der Frauenbevorzugung Kritik übt.

    Muss ich schlussfolgern, dass derlei Erkenntnisse praktisch unwirksam bleiben, es sei denn, die Libido des heterosexuellen Mannes werde mit fortschreitendem Alter derart schwächer, so dass er sich dann erst von der Zwanghaftigkeit frauenprivilegierenden Handelns befreien kann ?

    Alphamänner als diejenigen Männer mit hohem Status und Einkommen sind von den negativen Auswirkungen einer frauenbevorzugenden Politik kaum oder gar nicht betroffen. Ihre Unterstützung feministischer Politik deute ich in erster Linie als Opportunismus. Diese Männer sind meist in gehobenen Stellungen berufstätig. Obwohl sie erster Adressat feministischer Gleichstellungspolitik und -kritik sind, unterstützen sie diese. Das erscheint paradox. Ich nenne es schlicht Opportunismus.

    Das geht etwa so: Zwar bin ich ein Mann an der Spitze des Unternehmens XY, und es gibt zu viele Männer und zu wenige Frauen in diesen Positionen, aber ich kompensiere diesen Mangel, indem ich umso vehementer feministische Forderungen unterstütze und Frauen fördere. So einfach ist das: Opportunismus, das Fähnchen im Wind. Damit kann er sich als moderner, aufgeschlossener Mann profilieren. Die Nachteile trägt nicht er, sondern die Masse der Männer an der Basis der sozialen Pyramide, die sogenannten Betas. Auf Kosten anderer Männer sichert er sich seine Position und erhält nebenbei weiblichen Zuspruch, was seinem Ego schmeichelt. Was will er mehr ?

    • Naja diese Männer haben ja die Nachteile dieser Politik nicht auszubaden, sind meist schon in ihrer Macht gefestigt und halten sich so Konkurrenten vom Leib.

  11. @ Christian

    *ich denke nicht, dass man auch bei diesem Alpamannbegriff von einer echten Zusammenarbeit reden kann.*

    Ich behaupte ja auch keine ideologische Übereinstimmung, sondern ein politisches Bündnis aus einer kurzsichtigen Parallelität der Interessen, der jeweiligen Egoismen heraus.

    *Die großen dieser Welt sind meist eh verheiratet und haben von einem überzogenen Feminismus nichts.*

    Auch der verheiratete Mann gnießt den Zuspruch, auch die verheiratete Frau, die Bestätigung, ganz ohne ernstliche Betrugsabsicht, attraktiv zu sein für’s andere Geschlecht.

    * Wer Status hat braucht Feminismus eher weniger.*

    Weshalb ich ja weniger von einer feministischen als einer femizentrischen Gesellschaft ausgehe.

    Wer entscheidet denn, was Status einbringt?

    Das sind in erster Linie FRAUEN, bezogen auf Männer.

    Auch der Pick Up Artist, der sich unabhängig düngt, ist es nicht.
    Er hat nur ein realistischeres Bild vom weiblichen Instinktverhalten als der Durchschnittsmann und nutzt dieses zu seinen Zwecken.

    Die mag er ja selbst definieren, aber um sie zu erreichen, muss er zunächst einmal den Vorgaben folgen, die ihm die weibliche Psyche macht.
    Der muss er sich bewusst verstärkend anpassen, das verstärkend, planvoll einsetzend, was zu tun ihm seine Instinkte ohnehin „raten“.

    Auch er entgeht also nicht der Formung durch das Gegengeschlecht.

    *Ich denke dein Fehler ist, dass du genau wie viele Feministinnen davon ausgehst, dass es eine automatische Geschlechtersolidarität gibt. *

    Davon gehe ich doch gerade nicht aus, bei Männern noch sehr viel weniger als unter Frauen, weil der intrasexuelle Wettbewerb unter Männern über Leistungs-/Statusmerkmale ausgetragen wird und härter, gnadenloser ist als der unter Frauen, der eher über Merkmale ausgetragen wird, die durch eigenes Agieren viel weniger beeinflussbar sind, was das Gegeneinanderagieren der Frauen weniger antreibt.

    *Ein interessantes Buch zu dem Thema ist „Spent“ von Geoffrey Miller. Er stellt darauf ab, dass Spenden meist nur ein Costly Signal ist um über seine Wohltätigkeit seinen eigene Stärke darzustellen („Seht ich kann viel spenden und es stört mich nicht“).*

    Ja eben.
    Das ist das ständige „Balzverhalten“, das männliches Verhalten prägt.
    Dieses Ausstellen von „Potenz“, das eben nicht einfach allein schwanzbetont ist, sondern auch symbolisch zu verstehen ist.

    *Was war noch einmal genau das Argument dafür? Das sie sich genauso wenig einsetzen wie andere Männer auch, sie aber mehr Möglichkeiten haben?*

    Wofür?

    Dass Männer das „verschwendbare“ Geschlecht sind?

    Der Grund liegt letzten Endes im „Wissen“ der Männer und Frauen begründet, dass ein Clan fast alle Männer verlieren kann und als biolgische Entität doch überleben kann, wenn nur wenige zeugungsfähige Männer überleben, dass er aber untergeht, wenn fast alle Frauen draufgehen.

    Der Grund für das Verschwenden von Männern durch Männer liegt darin begründet, dass Männer durch ihr Dominieren anderer Männer Status bei Frauen gewinnen und in erster Linie Männer gebraucht werden, um andere Männer zu überwinden.

    Mit Frauen kann ich keine Schlachten gewinnen, nicht gegen Männer.

    Die Zielrichtung männlichen Denkens ist nicht im letzten der andere Mann, sondern die Frau.
    Der will er gefallen, von der will er geliebt, bewundert werden, der andere Mann ist da viel eher Gegner, Konkurrent, Mittel zum Zweck.

    *Der Fehler in deiner Ansicht ist, dass die meisten Frauen gerade den Mann begehren, der macht, was er will.*

    Weil sie den als stark wahrnehmen.
    Er beweist ihnen durch seine Unbeeinflußbarkeit, dass er energisch seine Interessen durchkämpft.
    Allerdings immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sie diesen Mann ja für sich und die gemeinsamen Kinder instrumentalisieren können.

    Seine „Stärke“ wird begehrenswert, weil sie für das Paar nutzbar gemacht werden soll, weil die Frau für sich und ihre Kinder Profit daraus zu ziehen versucht.

    Sie sucht (unbewußt in aller Regel!) einen guten Schützer und Versorger, gute Gene, die ihren Kindern gute Durchsetzungs-/Überlebensmöglichkeiten schaffen.
    Darum, weil diese Stärke für sie nützlich ist, begehrt sie Stärke.
    Wenn sie nicht glaubte, sie für sich nutzbar machen zu können, begehrte sie sie nicht.
    Sie begehrt ja Stärke nicht um der Stärke willen, sondern weil sie eine Funktion hat.

    Frauen überlebten und überleben als die „Schwächeren“, indem sie Männer für sich handeln lassen.
    Das zu erreichen, dazu hat sie die Natur in besonderer Weise begabt.

    *Ich mochte noch einmal der Auffassung entgegentreten, dass man für Schönheit nichts tun muss. Richtig schöne Frauen entstehen nicht ohne Sport und die richtige Ernährung.*

    Das ist aber ein ganz anderes Handeln als das Handeln, das Männer „schön“ macht.
    Eine Frau gewinnt nicht so viel an Schönheit, wenn sie eine andere Frau niederkonkurriert durch Agieren.
    Schönheit, körperliche Schönheit ist viel eher und mehr eine Qualität des Seins als des Werdens, ist viel weniger durch eigenes Handeln beeinflussbar als der Status eines Mannes, gar durch konkurrierendes Handeln.

    *Richtig. Aber ändern können wir es auch nicht. Es bringt daher wenig sich darüber aufzuregen.*

    Fundamental ändern können wir es nicht.
    Aber vielleicht können wir einige Härten abmildern durch Bewusstmachung dieser ja weitgehend unbewusst wirkenden Mechanismen.

    Es muss ja z.B. nicht sein, dass die Gesundheitsreform in den USA dazu führt, dass zu den alleine für Frauen tätigen speziellen Gesundheitszentren noch weitere 7 hinzukommen, die alleine für frauenspezifische Probleme zuständig sind, obwohl auch in den USA Frauen länger leben und trotzdem auch in den USA mehr für Frauen – als für Männergesundheit ausgegeben wird.

    Unnötig zu sagen, dass es bisher keine einzige Gesundheitsagentur gibt, die sich auf Männer konzentrierte.
    Und auch weiterhin nicht geben wird.

    Wenn wir es schafften, durch Bewusstmachung der Mechanismen dahin zu kommen, dass Männer nur noch 2 Jahre vor Frauen sterben, sich nur noch 2 mal so häufig selbst töten usw., das wär ja schon was.

    • „Ich behaupte ja auch keine ideologische Übereinstimmung, sondern ein politisches Bündnis aus einer kurzsichtigen Parallelität der Interessen, der jeweiligen Egoismen heraus.“

      Das denke ich auch nicht. Die allermeisten Interessen sind ja nicht gleichlaufend. Vielleicht kannst du noch einmal erklären, welche gleichen Interessen du genau siehst und warum die Alphamänner den Feminismus fördern sollte.

      „Auch der verheiratete Mann gnießt den Zuspruch, auch die verheiratete Frau, die Bestätigung, ganz ohne ernstliche Betrugsabsicht, attraktiv zu sein für’s andere Geschlecht.“

      Ja, aber dazu braucht er den Feminismus nicht. Er zeigt sich ja auch ansonsten nicht oder setzten die Alphamänner bewußt feministische Ziele in ihrem Einflussbereich um, also Firmenbosse die Frauenquoten einführen um ihren Frauen zu gefallen?

      „Weshalb ich ja weniger von einer feministischen als einer femizentrischen Gesellschaft ausgehe. Wer entscheidet denn, was Status einbringt? Das sind in erster Linie FRAUEN, bezogen auf Männer.“

      Würde ich nicht so sehen. Wenn alle Männer beschließen würden, dass sie dieses oder jenes als Ausdruck von Status ansehen würden, dann würde derjenige „Leader of men“ demonstrieren können, Geld verdienen, in der Presse sein etc. Sozialer Status wird durch die Gesellschaft erzeugt und der gehören Frauen und Männer an.
      Frauen zum Beispiel interessieren sich wesentlich weniger für Fußball als Männer. Dennoch haben die bekannten Spieler Status. Ich sehe nicht, warum das nicht mit anderen Bereichen genau so funktionieren sollte. Oder kennst du einen Bereich, wo jemand nur Status bei Männern hat, dies aber nicht zu Status bei Frauen transportiert wird?

      „Die mag er ja selbst definieren, aber um sie zu erreichen, muss er zunächst einmal den Vorgaben folgen, die ihm die weibliche Psyche macht.
      Der muss er sich bewusst verstärkend anpassen, das verstärkend, planvoll einsetzend, was zu tun ihm seine Instinkte ohnehin „raten“.“

      Ich hatte ja schon auf die Gemeinsamkeiten mit MGTOW hingewiesen. Klar, wenn sein Verhalten keinen Status transportiert, weil seine Lieblingstätigkeit in dreckiger Jogginghose Videospiele zu spielen und dabei Pizza zu essen, dann klappt es nicht.

      „Davon gehe ich doch gerade nicht aus, bei Männern noch sehr viel weniger als unter Frauen, weil der intrasexuelle Wettbewerb unter Männern über Leistungs-/Statusmerkmale ausgetragen wird und härter, gnadenloser ist als der unter Frauen, der eher über Merkmale ausgetragen wird, die durch eigenes Agieren viel weniger beeinflussbar sind, was das Gegeneinanderagieren der Frauen weniger antreibt.“

      Warum erwartest du dann ein Handeln zugunsten der anderen Männer und nimmst ein Nichthandeln als Beweis für eine Zusammenarbeit mit dem Feminismus?

      „Das ist das ständige „Balzverhalten“, das männliches Verhalten prägt.
      Dieses Ausstellen von „Potenz“, das eben nicht einfach allein schwanzbetont ist, sondern auch symbolisch zu verstehen ist.“

      Es erzeugt aber Status in beide Richtungen, Männer und Frauen. Es ist also nicht nur einseitig auf Frauen ausgerichtet (im Endeffekt natürlich schon, Gene sind ja egoistisch).

      „Wofür? Dass Männer das „verschwendbare“ Geschlecht sind? Der Grund liegt letzten Endes im „Wissen“ der Männer und Frauen begründet, dass ein Clan fast alle Männer verlieren kann und als biolgische Entität doch überleben kann, wenn nur wenige zeugungsfähige Männer überleben, dass er aber untergeht, wenn fast alle Frauen draufgehen.“

      Das ist dem egoistischen Gen dann aber auch recht egal. Der Mechanismus ist doch eher, dass es sich biologisch als Mann lohnt(e), mehr Risiken als als Frau, weil man dadurch eher Status erreichte und dann wesentlich mehr Chancen hatte seine Gene zu verbreiten. Von den Frauen haben sich immerhin 80%, von den Männern aber nur 40% fortgepflanzt, wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe. Wenn fast alle Männer einer Gruppe ausstarben, dann hatte das natürlich auch für die Frauen folgen. Eine neue Gruppe Männer musste gefunden werden, um Schutz zu erhalten oder man war einer Vergewaltigung ausgeliefert. Es konnte eine erhöhte Kindersterblichkeit bedeuten und evtl. die Paarung mit einem schlechteren Mann aufgrund der erhöhten Konkurrenz.

      „Der Grund für das Verschwenden von Männern durch Männer liegt darin begründet, dass Männer durch ihr Dominieren anderer Männer Status bei Frauen gewinnen und in erster Linie Männer gebraucht werden, um andere Männer zu überwinden.“

      Damit vernachlässigst du, ebenso wie die Ölplattformstudie, dass Männer durchaus auch Interesse an Bündnissen und Arbeitsschutz, an einer großen Gruppe haben. Das sie auch als „weise, die Gruppe erhaltende Anführer“ Status erlangen konnten, nicht nur mit Krieg. Dafür gibt es ja gerade Hierarchien: Ihre Errichtung spart Energien, die sonst zu Statuskämpfen untereinander aufgebracht werden müssten.

      „Die Zielrichtung männlichen Denkens ist nicht im letzten der andere Mann, sondern die Frau. Der will er gefallen, von der will er geliebt, bewundert werden, der andere Mann ist da viel eher Gegner, Konkurrent, Mittel zum Zweck.“

      Das ist aus Sicht der Gene richtig. Ob es aus der Sicht des Bewußten und Unterbewußten richtig ist, oder ob wir einfach eine Lust am Wettbewerb als Ziel eingepflanzt haben, weil damit im normalen Leben zur Steinzeit das Ziel Frau direkt erreicht wurde, wäre eine andere Frage. Viele Männer sind ja wesentlich mehr auf Karriere fixiert als auf Frauen. Sie erkennen mitunter gar nicht, dass sie mehr Frauen haben würden, wenn sie weniger arbeiten würden.

      *Der Fehler in deiner Ansicht ist, dass die meisten Frauen gerade den Mann begehren, der macht, was er will.*
      „Weil sie den als stark wahrnehmen.
      Er beweist ihnen durch seine Unbeeinflußbarkeit, dass er energisch seine Interessen durchkämpft. Allerdings immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sie diesen Mann ja für sich und die gemeinsamen Kinder instrumentalisieren können.“

      Das halte ich für falsch. Sexuelle Anziehung braucht keine Hintergedanken. Der Gedanke ist denke ich weider ein „Gengedanke“ aber nicht unbedingt ein tatsächlicher Gedanke, auch nicht im Hinterkopf. Es gibt genug Frauen, die mit Rockstars und Rebellen schlafen weil sie sie einfach anregend finden ohne dabei an die Vorteile zu denken.

      „Seine „Stärke“ wird begehrenswert, weil sie für das Paar nutzbar gemacht werden soll, weil die Frau für sich und ihre Kinder Profit daraus zu ziehen versucht.“

      Eine sehr pessimistische Haltung. Ungefähr so als würde ein Mann bei einer schönen Frau denken, dass diese schöne Kinder bekommen wird und er nur deswegen mit ihr schlafen will. Es verkennt wieder, dass sexuelle Selektion zwar gute Partnerwahl (nach steinzeitlichen Kriterien) bewirken soll, aber dies nicht mit bewußten Gedanken, sondern mit positiven Gefühlen umsetzt. Es ist effektiver die Person bei einem potentiellen guten Partner einfach Erregung spüren zu lassen als die Person über Kinder nachdenken zu lassen.

      Sie sucht (unbewußt in aller Regel!) einen guten Schützer und Versorger, gute Gene, die ihren Kindern gute Durchsetzungs-/Überlebensmöglichkeiten schaffen.
      Darum, weil diese Stärke für sie nützlich ist, begehrt sie Stärke.

      „Wenn sie nicht glaubte, sie für sich nutzbar machen zu können, begehrte sie sie nicht. Sie begehrt ja Stärke nicht um der Stärke willen, sondern weil sie eine Funktion hat.“

      Doch, genau deswegen begehrt sie sie. Um der Stärke willen. Genau wie wir Brüste um der Brüste willen und nicht aufgrund ihrer Aussage über gute Gene und damit gesunden Nachwuchs begehren.

      „Frauen überlebten und überleben als die „Schwächeren“, indem sie Männer für sich handeln lassen. Das zu erreichen, dazu hat sie die Natur in besonderer Weise begabt.“

      Das ist richtig. Aber davon losgelöst kann man die Selektionsvorteile für bestimmte Mutationen nicht eins zu eins auf die Vorstellung der Frau übertragen. Sie sind davon losgelöst

      „Schönheit, körperliche Schönheit ist viel eher und mehr eine Qualität des Seins als des Werdens, ist viel weniger durch eigenes Handeln beeinflussbar als der Status eines Mannes, gar durch konkurrierendes Handeln.“

      Der Status eines Mannes ist auch oft genug Ausdruck seiner Fähigkeiten, also des Seins. Das werden folgt aus diesen. Ebenso kann die genetische Schönheit, wenn sie sich mit Kalorien vollstopft und Drogen einwirft, hässlich werden.

      „Es muss ja z.B. nicht sein, dass die Gesundheitsreform in den USA dazu führt, dass zu den alleine für Frauen tätigen speziellen Gesundheitszentren noch weitere 7 hinzukommen, die alleine für frauenspezifische Probleme zuständig sind, obwohl auch in den USA Frauen länger leben und trotzdem auch in den USA mehr für Frauen – als für Männergesundheit ausgegeben wird.“

      Richtig. Aber das als Verschwörung der Alphamänner auszugeben bringt nichts.
      Der normale Mann, meinetwegen der Beta, interessiert sich ja auch weniger für Gesundheitsthemen, weswegen die Politiker ihm mehr im Visier haben. Der normale Mann wird hier also nicht durch die Alphas ausgebremst, sondern hat selbst eine andere Wahrnehmung auf das Thema.

      Und das ist auch einer meiner wesentlichen Kritikpunkte an der Zusammenarbeitsthese:
      Der Alpha macht hier nicht mehr als der Beta. Dieser ignoriert Männerthemen und richtet seine Wahl nicht danach aus. Für die Zusammenarbeitsthese müßtest du zumindest darlegen, dass die Betas dieser Welt mehr tun als die Alphas um die Zustände zu ändern bzw. die Alphas bewusst daran mitarbeiten, die Welt für die Betas zu verschlechtern.
      Mit „sie machen ja nichts“ ist das meiner Meinung nach nicht nachgewiesen.

  12. @ P. Bosshard

    *Muss ich schlussfolgern, dass derlei Erkenntnisse praktisch unwirksam bleiben, es sei denn, die Libido des heterosexuellen Mannes werde mit fortschreitendem Alter derart schwächer, so dass er sich dann erst von der Zwanghaftigkeit frauenprivilegierenden Handelns befreien kann ?*

    Nein, ich hoffe auch, dass eine Abmilderung durch Bewusstmachung möglich ist.
    Der Mensch wird ja durch seine Instinkte nicht mehr determiniert, sondern sie disponieren Verhalten „nur“ noch.
    Wir können gegen sie anhandeln, aber das ist anstrengend, erfordert Willenskraft, ist nicht sonderlich lustbetont und lustbelohnt, ist wie Rudern gegen den Strom.
    Man muss es wollen, tun und machen, um gegen den Strom voranzukommen.

    Mit dem Strom seiner Instinkte zu rudern ist viel weniger anstrengend, viel lustbetonter.

    Weshalb Männer immer dazu neigen werden, Frauen zu „schützen und zu versorgen“ und Frauen immer dazu neigen werden, vor allem nach oben zu schauen und die Männer unten zu übersehen.

    Dem werden wir nicht völlig entgehen können.

  13. Pingback: Warum lassen Männer das Ausufern des Feminismus zu? « Alles Evolution

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