Die Baustellen des (Alt-)Feminismus

In der Stuttgarter Zeitung findet sich ein Artikel zum Stand des Feminismus mit dem Titel „Die Schlampen werden müde„, indem es darum geht, dass die jungen Feministinnen bzw. junge Frauen bzw. die Gesellschaft an sich die Ziele des Feminismus aus den Augen verloren haben. Dies nutzt die Autorin um die Baustellen aufzulisten.

  • Zwar gleiche Bildungschancen, aber immer noch ein niedrigeres Gehalt: Bis zu 20% sollen Berufsanfängerinnen beispielsweise im Bereich BWL verdienen.  Eine Studie dazu wird allerdings nicht genannt. Ich verweise insofern auf die hier bereits zitieren Studien
  • Kinder bedeuten einen Karrieknick, Frauen arbeiten mehr Teilzeit: Hier wird mir immer zu wenig die Frage gestellt, was die Frauen eigentlich wollen. Wieviele sind glücklich mit ihrer Entscheidung, bei wie vielen entsprach sie durchaus der Lebensplanung? Und was sind die Vorteile hiervon. Zudem die praktische Frage: Warum sollte jemand, der Familienarbeit zugunsten des Beruf priorisiert eher befördert werden als jemand, der dies nicht macht? Zu den Grundlagen gab es hier auch schon einige Artikel
  • „die frauenverachtende Pornografisierung der Werbung und Medien hinzu“: Hier kommt der sexfeindliche Feminismus wieder zum Vorschein, der insoweit ja recht typisch für den Altfeminismus ist. Deswegen auch das Unverständnis, dass junge Frauen sexy aussehen wollen und ihren Körper einsetzen. Sicherlich kann Werbung übertreiben und unschön werden. Aber die Allmacht, die den Medien in den Konstruktionstheorien zugebilligt wird lässt gerade Frauen sehr unselbständig erscheinen. Das diese Frauen einfach nur erkannt haben, dass Männer wesentlich visueller ausgerichtet sind und sich entschieden haben in ein weibliches Wettrüsten einzusteigen, das den Konkurrenzdruck erhöht, gefällt anscheinend nicht. Es ist aber der Nachteil einer Aufhebung vieler Rollen und der sexuellen Revolution. Wenn Sex einfach so normal wird, dann dürfen auch sexuelle Signale stärker wahrgenommen und betont werden. Dazu hier im Blog:

2 Gedanken zu “Die Baustellen des (Alt-)Feminismus

  1. „“Zwar gleiche Bildungschancen, aber immer noch ein niedrigeres Gehalt: Bis zu 20% sollen Berufsanfängerinnen beispielsweise im Bereich BWL verdienen. „“

    Mal angenommen, dem sei wirlich so (ich bezweifle das): Im öffentlichen Dienst sind die Löhne an die Tarifverträge gebunden. Da besteht mit Sicherheit kein Problem. In der Privatwirtschaft wird der Lohn ausgehandelt. Der behauptete grosse Lohnunterschied wäre in diesem Fall Folge einer vertraglichen Übereinkunft. Bei Berufseinsteigerinnen ist die Einkommensdifferenz auch nicht Folge eines Karriereknicks wegen einer Schwangerschaft.

    Prinzipiell liessen sich die folgenden Ursachen vermuten:

    – Frauen verhandeln schlecht und schätzen ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt zu tief ein

    – Frauen setzen andere Prioritäten. Die Höhe des Einkommens hat einen geringeren Stellenwert als bei Männern

    – Männliche Arbeitgeber entlöhnen Frauen schlechter, weil sie Frauen nicht als gleich leistungsfähig oder leistungswillig wie Männer einschätzen

    – Arbeitgeber rechnen das finanzielle Risiko einer Schwangerschaft mit ein und entlöhnen deshalb Frauen etwas schlechter

    Das Üble am Feminismus ist, dass einzig der dritte Punkt als Ursache behauptet wird. Die permanente Diffamierung der Männer ist und bleibt das Mittel der Wahl, um Privilegien zu rechtfertigen. Ganz abgesehen davon, dass feministische Statistiken eher der Mystik und dem Okkulten (unsichtbare gläserne Decken, heternormative Matrizen) als der Wissenschaft zuzurechnen sind.

    Der Karriereknick wegen Unterbruchs der Erwerbstätigkeit ist möglich. Feministen propagieren deshalb eine Gleichverteilung der Haus- und Erwerbstätigkeit von Vater und Mutter. Damit wird der Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt, die Gestaltung des Lebensentwurfs unter ökonomischen Prämissen Vorrang vor allen anderen Perspektiven eingeräumt. Das ist Neoliberalismus pur. Ökonomische Kriterien haben absoluten Vorrang. Karriere, Karriere, Karriere.

    Emanzipation wird als Befreiung von der Abhängigkeit vom Kindesvater definiert, die bei genauerer Betrachtung des aktuellen Ehe-, Kindesunterhalt- und Scheidungsrechts doch viel eher auf eine Abhängigkeit des Kindesvaters von der Mutter hinweist. Die Abhängigkeit vom Arbeitgeber spielt in den Überlegungen des Feminismus keine prinzipielle Rolle.

    Eine Pornografisierung der Werbung kann ich nicht erkennen, eine Sexualisierung hingegen schon. Ich frage mich aber, warum dieser Vorwurf an Männer gerichtet wird. Es waren ja Feministen, die Frauen von einer repressiven bürgerlichen Sexualmoral befreien wollten. Waren es nicht Feministinnen, welche ihre Büstenhalter verbrannten ? Diese Ambivalenz nervt ! Und dass Männer nun mal, sofern heterosexuell, auf weibliche Reize reagieren, das werden auch Feministen nicht ändern können.

  2. „Prinzipiell liessen sich die folgenden Ursachen vermuten:“

    Du hast die neheliegenste Möglichkeit vergessen:
    Die Privilegien der Männer führen dazu, dass sie als höherwertiger wahrgenommen werden und ihrer Arbeit ohne reale Grundlage ein höherer Wert zugewiesen wird.

    Eine Betrachtung, nach der das finanzielle Risiko einer Schwangerschaft eingerechnet wird, wäre ja sogar noch relativ moderat.

    „Ich frage mich aber, warum dieser Vorwurf an Männer gerichtet wird.“

    Weil Männer die Objektivierung der Frauen vorantreiben und sie so reduzieren. Eine Ausprägung der hegemonialen Männlichkeit, nach der eben der Wert der Frauen nach ihrem Körper bemessen ist.
    Das hier einfach biologische Prinzipien wirken, auifgrund derer Männer eher optisch ausgerichtet sind, weil dies für sie eine bessere Partnerwahlstrategie darstellt, und Frauen dies nutzen, indem sie ihre diesbezüglichen Vorteile darstellen bzw. dies von Unternehmen genutzt wird, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen (sei es die Verbindung eines gewissen Status mit einem Produkt oder einfach nur Aufmerksamkeit) muss eben nicht bedacht werden.

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