„Cloacal exstrophy“, Erziehung und Gender

Eine weitere Studie, die für eine biologische Begründung der Geschlechterrollen spricht (via). Diesmal geht es um Kinder mit einer „Cloacal exstrophy„. Weil bei dieser Krankheit oft die männlichen Genitalien stark verformt sind (nicht aber die Hoden) werden häufig Geschlechtsanpassungen durchgeführt. In der Studie wurden insbesondere Jungen, deren Genitalien „weiblich“ gestaltet wurden von ihren Eltern als Mädchen aufgezogen.

Aus dem Abstract:

Background

Cloacal exstrophy is a rare, complex defect of the entire pelvis and its contents that occurs during embryogenesis and is associated with severe phallic inadequacy or phallic absence in genetic males. For about 25 years, neonatal assignment to female sex has been advocated for affected males to overcome the issue of phallic inadequacy, but data on outcome remain sparse.

Methods

We assessed all 16 genetic males in our cloacal-exstrophy clinic at the ages of 5 to 16 years. Fourteen underwent neonatal assignment to female sex socially, legally, and surgically; the parents of the remaining two refused to do so. Detailed questionnaires extensively evaluated the development of sexual role and identity, as defined by the subjects‘ persistent declarations of their sex.

Results

Eight of the 14 subjects assigned to female sex declared themselves male during the course of this study, whereas the 2 raised as males remained male. Subjects could be grouped according to their stated sexual identity. Five subjects were living as females; three were living with unclear sexual identity, although two of the three had declared themselves male; and eight were living as males, six of whom had reassigned themselves to male sex. All 16 subjects had moderate-to-marked interests and attitudes that were considered typical of males. Follow-up ranged from 34 to 98 months.

Conclusions

Routine neonatal assignment of genetic males to female sex because of severe phallic inadequacy can result in unpredictable sexual identification. Clinical interventions in such children should be reexamined in the light of these findings.

Quelle: Discordant Sexual Identity in Some Genetic Males with Cloacal Exstrophy Assigned to Female Sex at Birth

Dies zeigt schon, dass der Hinweis, dass man den Einfluss der Gesellschaft nicht überprüfen kann, weil man keine Menschentests durchführen kann, falsch ist, denn die Natur (und ggfs. falsches ärztliches Handeln) stellt durchaus einiges an Experimenten bereit, wie man ja auch bereits bei den CAIS-Frauen gesehen hat. Hier geht es insbesondere nur um den Einfluss des pränatalen Testosterons, da die Hoden später in Rahmen der Geschlechtsanpassung entfernt wurden. Dies mag dazu beitragen, dass einige als Frauen weiter lebten, da eben später die männlichen Hormone nicht vorhanden waren. Allerdings waren die Einstellungen und Interessen nach wie vor männlich.

Advertisements

Erfolgreiche Frauen, Beziehungen und Status

Ich bin gerade über diese Studie gestolpert:

We analyzed the marital histories of all Best Actor and Best Actress Academy Award nominees from 1936 to 2010 to determine the effect of a sudden status shift on marriage survival. We find that Oscar wins are associated with a greater risk of divorce for Best Actresses, but not for Best Actors. This asymmetry is consistent with gender dynamics documented in marriages among the general population.

Quelle:  The Oscar Curse: Status Dynamics and Gender Differences in Marital Survival

Was mich dann sogleich an den Artikel „Why You Shouldn’t Support Your Girlfriend’s Goals“  bei Roissy erinnerte:

Helping to raise your girlfriend’s social status above your own is akin to a fat chick helping her equally fat boyfriend lose weight and learn game while she stays fat. You are shooting yourself in the foot. Every time you encounter one of these sanctimonious beta bitchboy turds crowing about the love and support he gives to his girlfriend or wife to, say, get through medical school, laugh in his face because he is in for a rude awakening when she starts boffing a doc during her late night residency shifts.

The crux of the matter is that women do not desire men of equal status. They desire men of higher status than themselves. It’s academic from where your status accrues; it could come from game, money, looks, wit, humor, artistic talent, popularity, social savviness or stone cold aloofness. As long as you are higher status than her on some important evolutionarily circumscribed metric, her veins will course with lust for your animal magnetism.

Dass Status und Ambitionen von Frauen als attraktiv wahrgenommen werden, war hier bereits wiederholt Thema:

Es verwundert insofern nicht, dass Männer, die einen Oskar gewinnen (=mehr sozialen Status gewinnen und dadurch attraktiver werden), einen geringeren Abzug erleben als Frauen, die einen Oskar gewinnen (=mehr sozialen Status aufbauen,  wodurch relativ gesehen der Status ihres Mannes sinkt).

Dabei wäre natürlich zu fragen, welche Seite mehr beiträgt: Sie, weil sie den Statusunterschied bemerkt und ihn anders wahrnimmt/sich selbst anders bewertet und entsprechend auf ihn reagiert oder Er, weil er nicht damit zurechtkommt, dass sein Status geringer ist und er sich als minderwertiger in der Beziehung sieht, was er dann vielleicht durch anderes Verhalten auszugleichen versucht (was wohl im Feminismus gerne vereinfacht mit  „Männer haben Angst vor starken Frauen“ umschrieben wird).

Diese Betrachtung gilt allerdings nur für Männer, die vor dem Oskar bereits einen erheblichen Status aufgebaut haben, was bei den meisten Hollywoodstars der Fall sein dürfte. Bei einem Mann, der aus dem nichts kommt und plötzlich einen Oskar als bester Hauptdarsteller gewinnt (unwahrscheinlich), müsste man die in die Gleichung zunächst erst einmal die (körperliche) Attraktivität seiner Frau bewerten. War er schon vorher erfolgreich bei Frauen und hat eine attraktive Frau wird die Ehe stabiler sein als bei einem Mann, der (verhältnismäßig) unerfolgreich war und nun über den beruflichen Status attraktiver für Frauen wird. Er hat dann ein höheres „Scheidungsrisiko“.

Ist die Betrachtung frauenfeindlich, weil sie Frauen von einer Karriere abschreckt? Meiner Meinung nach ist zunächst erst einmal die Frage zu stellen, ob sie wahr ist. Ist sie es, dann ist es zunächst erst einmal egal, ob sie frauenfeindlich ist, weil man dann an der Betrachtung nichts ändern kann und so oder so mit ihr arbeiten muss. Vieles spricht meiner Meinung nach dafür, dass dies so ist, weil Status als Attraktivitätsmerkmal gut belegt ist und zudem auch in bestehende Attraktivitätstheorien einzuordnen ist. Denkt man Attraktivitätsmerkmale in biologischer Hinsicht durch, ist sogar schwer eine andere Erklärung denkbar, weil die Vorteile einer sexuellen Selektion auf Status für Frauen sehr deutlich sind. Es bringt dann nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und sie einfach auszublenden.

Interessanter wäre es dann. über Möglichkeiten zu reden, wie man dem entgehen kann. Die beliebteste Gegenmaßnahme aus Frauensicht ist es wohl einen ebenfalls erfolgreichen Mann zu heiraten. Eine andere wäre es den Status des Mannes ebenfalls zu zu erhöhen, evtl auch nur im Innenverhältnis des Paares. Interessant wären auch unterschiedliche Bereiche, die den direkten Vergleich etwas schwieriger machen. Ist er beispielsweise Professor und sie Managerin, dann haben beide sehr andere Bereiche, in denen sie Status aufbauen können.

Feminismus, Alice Schwarzer und Transsexualität

Im Rahmen des Diskussion zum Artikel „Bundesverfassungsgericht, Transsexualität und Geschlecht“ ging es um die Einstellung des Gleichheitsfeminismus zur Transsexualität:

Ich meinte (es ging um Butler):

Sie sagt ja gerade, dass es keine Dualität gibt, weder bei den Geschlechtern noch zwischen Körper und Geist. Alles ist Gesellschaft, nichts Natur.

Sinn des Kampfes ist es den Leuten die Natürlichkeit der Geschlechter als Konstruktion vorzuführen und damit letztendlich die Konstruktion aufzulösen. In der Gesellschaft bestimmen ja die Herrschenden die Regeln, die sie gleichzeitig als Instrument so gestalten, dass die Beherrschten sich an sie halten wollen, es also selbst quasi nicht erkennen können. Sie müssen demnach den Irrweg vor Augen geführt bekommen.

Dabei sind Transsexuelle eigentlich hinderlich, denn diese wollen ja gerade nur von einer auferlegten Rolle in die andere springen und damit diese Rolle indirekt bestätigen.

Wenn eine Transsexuelle sagt, dass sie sich als Frau fühlt und daher eine Frau sein will, obwohl dem Phänotyp nach männlich, dann denkt sie schon in den falschen Kategorien. Sie sollte einfach sein wollen und nicht weiblich sein wollen.

Kommentatorin Andra meinte ein paar Kommentare später:

Transidente Menschen haben natürlich eine Geschlechts-identität! Diese ist „zufällig “ genau entgegen ihrem Hebammengeschlecht. Das wird inzwischen auch Feministinnen klar.

Auf meine Nachfrage hierzu verwies Andra auf einen Beitrag von Alice Schwarzer zu Transsexuellen:

Schwarzer schreibt an eine befreundete Feministin, nach dem diese sich über eine transsexuelle Kontaktanzeige in der EMMA aufregte, weil „die“ dort nicht reingehören, weil sie keine Frauen sind. Alice sah dies anders.

Sie verwies zunächst darauf, dass man „nicht als Frau geboren, sondern zur Frau gemacht wird“, also die zentrale Aussage von Simone de Beauvoirs „Das andere Geschlecht

Wir werden nicht als Frauen geboren, wir werden dazu gemacht. Beauvoirs Credo bleibt Kern jeder feministischen Analyse.

Da würde man einem Nichtfeministen zwar vorhalten, dass er verkennt, dass es keinen einheitlichen Feminismus gibt, aber da der Gleichheitsfeminismus die überwiegende Strömung ist, passt es durchaus.

Wollen wir sozial oder erotisch oder intellektuell oder psychisch ausbrechen aus der Frauenrolle, stoßen wir auf Widerstand, Spott und Gewalt. Wer weiß das besser als du und ich, als wir Feministinnen?

Erst einmal noch die Opferrolle betonen und schön abstrakt bleiben. Das dies für die Männerrolle durchaus auch gelten kann (Schwule werden wahrscheinlich häufiger zusammengeschlagen als Lesben) kann man hier erst einmal ausblenden, weil es ja um Mann –> Frau Transsexuelle geht.

Unser Ziel ist, in aller Schlichtheit und Vermessenheit, die Menschwerdung von Frauen und Männern. Endlich männlich und weiblich sein können und dürfen! Dafür kämpfe ich.

Die „Menschwerdung von Frauen und Männern“ meint hier, dass die Menschen aus den jeweiligen Rollen ausbrechen können und nicht mehr als Männer oder Frauen leben müssen, sondern einfach als Menschen. Also eine geschlechtsneutrale Welt gewissermaßen. Es ist allerdings etwas günstiger als eine allgemeine moralische Formel formuliert.

Nicht immer geht unsere Auflehnung gegen die Halbierung von Menschen in Männer und Frauen (und gegen die Herrschaft der einen über die anderen) nur über den Kopf. Oft haben wir ausbrechenden Frauen selbst Biographien, die es uns erleichtern, das Aufgesetzte der Rollenzuweisung zu erkennen, an den Stangen des Käfigs der Weiblichkeit zu rütteln.

Wieder die Kampfrhetorik, man darf vermuten, dass die Herrschaft hier klassisch über das Patriarchat ausgeübt wird.

Nun gibt es aber darüber hinaus Lebensläufe und -bedingungen, die einen sehr frühen, sehr tiefen Zweifel in bezug auf die geforderte Geschlechtsidentität pflanzen. Irgendeine Weiche ist „falsch“ gestellt worden.

Die Weiche hat meist die Form von zuviel oder zuwenig Testosteron im richtigen Moment. Schwarzer hält sich hier sehr vage, sie sieht aber nach dem, was sie zuvor darstellt, wohl eher eine gesellschaftliche Weiche in der Biographie. Transsexuelle werden demnach nicht als Transsexuelle geboren, sondern zu Transsexuellen gemacht, durch die Gesellschaft?

Resultat: ein biologisch „männliches“ Wesen mit einer „weiblichen“ Seele. Oder ein biologisch „weibliches“ Wesen mit einer „männlichen“ Seele. Menschen also, die in ihrem Körper eine „falsche“ Seele haben, die zwischen den Geschlechtern sind, Transsexuelle.

Schwarzer kommt letztendlich zum gleichen Ergebnis wie die Biologie, auch wenn diese nicht von der Seele, sondern eher von einer anderen Geschlechteridentität im Rahmen des Gehirngeschlechts sprechen würde. Welche Vorstellungen Frau Schwarzer von der Arbeitsweise des Gehirns hat – edler Wilder, unbeschriebenes Blatt oder Geist in der Maschine? – macht sie zwar nicht deutlich, aber ob sie unter der Seele das nun beschriebene Blatt versteht oder eher den Geist in der Maschine, macht letztendlich ja auch keinen Unterschied.

 

In dieser Gesellschaft gibt es eine Schublade „Frau“ und eine Schublade „Mann“, dazwischen nichts. Darunter leiden nicht nur die Transsexuellen. Darunter leiden die meisten Frauen (und einige Männer). Für Transsexuelle aber eskaliert der Konflikt bis zur Neurose: sie wenden sich selbstzerstörerisch gegen den eigenen Körper.

Das die Schubladen häufig zu klein bemessen werden und man mehr darauf hinweisen sollte, dass die Ausprägung bestimmter Fähigkeiten bei Mann und Frau zwar verschieden ist, es sich aber um zwei Normalverteilungen mit unterschiedlichen Mittelwert, handelt, deren Träger überlappen, und nicht um Unterschiede, die immer zwischen jeder Frau und jedem Mann bestehen., würde ich auch so sehen. Das darunter die meisten Frauen (und nur einige Männer) leiden allerdings nicht. Viele Frauen mögen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern durchaus und würden nicht tauschen wollen. Sie sind lieber Frau als Mann und würden sich als Mann eben genau so unwohl fühlen wie Transsexuelle sich in ihrem eigenen Körper unwohl fühlen. Das eine ist in diesem Fall die Kehrseite des anderen.

Die Existenz des Transsexualismus beweist: Die Seele ist stärker als der Körper – sie bestimmt die Geschlechtsidentität. Der Körper ist nur Vorwand für diese Zuweisung.

Da müsste man erst einmal definieren, was eigentlich Seele und was Körper ist. Ist Frau Schwarzer eigentlich religiös oder verwendet sie den Begriff eher unbedarft? Die Seele ist in biologischer Hinsicht eben auch Körper. Ein bestimmter Teil des Körpers, und von diesem eben wieder ein bestimmter Teil, eben der passende Gehirnabschnitt, der die Geschlechteridentität speichert hat, entscheidet über unser Empfinden. Meiner Meinung nach lässt sich allerdings die Wahrnehmung eines Körpers auch nicht so einfach von dem Geschlecht, dass man ihm gedanklich zuweist, trennen. Viele unser biologischen Reaktionen auf das andere Geschlecht erfolgen eben auf diesen Körper. Und da wir dazu neigen, in Kategorien zu denken, legen wir auch automatisch gewisse Ordner für Mann und Frau an und sind bei einem starken abweichen hiervon überrascht, was eben bei Transsexuellen gerade zu den Problemen führt.

Dass den meisten Transsexuellen der neue Ausweis nicht genügt, sondern dass sie auch einen „neuen“ Körper wollen, ja ihnen das Voraussetzung zum Weiterlebenkönnen scheint – das ist schlimm.

Hier kommt dann der Unterschied, den ich schon oben angesprochen habe. In einer gleichheitsfeministischen Welt brauchen Transsexuelle keine Geschlechtsumwandlungen mehr. Das sie sie brauchen liegt nur an der Gesellschaft, die sie nicht leben lassen will, wie sie sind, nämlich als Männer, die sich eben weiblich benehmen (bei Mann –> Frau Transsexuellen). Sie wären insoweit so etwas ähnliches wie sich sehr weiblich verhaltene Schwule, die ja auch ein sehr weibliches Verhalten zeigen, ohne das sie eine Geschlechtsanpassung durchführen lassen. Mit einer fortschreitenden Toleranz in der Gesellschaft würde daher Transsexualität als „Problem“ verschwinden.

Das betont Schwarzer im nachfolgenden Absatz auch gleich noch einmal:

In einer vom Terror der Geschlechtsrollen befreiten Gesellschaft wäre Transsexualismus schlicht nicht denkbar. Transsexualismus scheint mir der dramatischste Konflikt überhaupt, in den ein Mensch auf dem Weg zum „Mannsein“ oder „Frausein“ in einer sexistischen Welt geraten kann. In diesem Konflikt haben die Transsexuellen selbst keine Wahlmöglichkeit mehr: ihr Hass auf den „falschen“ Körper ist weder durch Argumente noch durch Therapien zu lösen. Transsexuelle sind zwischen die Räder des Rollenzwangs geraten. Einziger Ausweg scheint ihnen die Angleichung von Seele und Körper. Preis: die Verstümmlung des Körpers. Und: die Zerschlagung aller sozialen Zusammenhänge.

Also: Transsexuelle (Mann –> Frau) sind keine geistigen Frauen, sondern einfach Menschen, die auf eine bestimmte Art leben wollen. Warum dies gerade innerhalb des Rollenklischees des anderen Geschlechts erfolgt liegt nicht an der Biologie, sondern am gesellschaftlichen Zwang.

(…)Oft sind sie engagierte Feministinnen. Was mich nicht überrascht. Wer schließlich hätte schmerzlicher am eigenen Leibe erfahren, was es heißt, „keine richtige Frau“ zu sein?

Mich überrascht es eigentlich schon. Auch wenn es vordergründig nicht verwundert, dass jemand, der das Geschlecht wechselt, für dieses bestimmte Vorteile erreichen will und Nachteile abbauen will, passen die Theorien eher nicht zusammen. Dies ist bei Schwarzer, die weniger auf Dekonstruktion abzielt, vielleicht noch nicht so deutlich wie bei Butler, aber dennoch treten bei einer genaueren Beschäftigung doch deutliche Unterschiede in der Theorie hervor. Bei einer Erreichung des einer gleichheitsfeministischen Ordnung hätten Mann –> Frau Transsexuelle eher eine schlechtere Position. Die Abneigung wird auch im folgenden von Schwarzer selbst noch einmal beschrieben:

In den Frauenzentren, vor allem in den Lesbengruppen, reagierten viele abwehrend auf die Transsexuellen. Nein, „solche“ hätten in der Frauenbewegung nichts zu suchen, das wären ja gar keine richtigen Frauen, die hätten schließlich Jahrzehnte männlicher Sozialisation hinter sich… Das war der Tenor heftiger, interner Debatten Anfang der 80er Jahre.

Schwarzer Gegenplädoyer lautet wie folgt:

Siehst du denn nicht, dass Carmen nicht nur eine Schwester ist wie alle anderen, sondern sogar eine, die zu uns herabgestiegen ist? Denn ein Mann, der Frau wird, hat einiges zu verlieren in einer Männergesellschaft, das weißt du doch nur zu genau. Und eine biologisch männliche Transsexuelle ist dann auch objektiv Frau, wenn sie Körper und/oder Pass geändert hat. Sie kann ihr Frausein von nun an ebenso wenig aufkündigen wie du und ich. Und wenn du sie nun zurückstößt, machst du genau dasselbe wie der Rest der Gesellschaft: du denkst in den unerbittlichen Kategorien „Mann“ und „Frau“.

Wie die Transsexuelle ja in der Regel auch. Schließlich will sie ja gerade Frau sein und nicht die Grenzen aufweichen.

Schön finde ich das „Herabsteigen“, das wieder dem Opferfeminismus entspricht. Sie steigt als Paria herab, zu der Schar der Verdammten, den Ausgestoßenen der Gesellschaft, kurz: den Frauen. Es ist ein solidarischer Akt, in dem sie alle Vorteile des Mannseins aufgibt und sich in den dunklen Pfuhl des Frau seins begibt. Interessant aber, dass sie nicht darauf eingeht, dass Männern hier die Frauenrolle verboten ist. Oben hatte sie ja noch erklärt, dass Frauen eher unter ihrer Rolle leiden als Männer, so dass dies zunächst ein kleiner Widerspruch ist

Es erstaunt auch vor diesem Hintergrund eigentlich, dass mehr Männer diesen dunklen Weg nach unten gehen als Frauen den hellen Weg nach oben (das Verhältnis ist laut Wikipedia 3:1), denn im umgekehrten Fall würden ja nach dieser Logik ein paar Frauen den Weg ans Licht antreten und in das herrschende Geschlecht aufsteigen. Es wäre demnach davon auszugehen, dass diese Überläufer oder Kriegsgewinnler, die Frau-Mann-Transsexuellen, einfach nur aufsteigen wollen.

„Tonight, I’m Fucking You“ von Enrique Iglesias

„Tonight, I’m Fucking You“ von Enrique Iglesias:



Ich finde das Video zum einen wegen der klaren Körpersprache von Enrique sehr gut (zumindest den Enrique Teil), aber auch den Text ganz interessant:

Es ist ein direkter Ansatz, ein „Keine Spiele, du willst mich und ich dich auch, also ficke ich dich heute“. In diese Kerbe haut auch der übrige Aufbau:

You know my motivation

Given my reputation

Please excuse I don’t mean to be rude

But tonight I’m fucking you

Also ein klassischer Bad-Boy-Ansatz, wobei der Hinweis auf seine „Reputation“ noch betont, dass er viele Frauen hatte (preapproved by women) und er sich dafür auch nicht entschuldigt, sondern einfach dazu steht.

Man beachte, dass er nicht etwa fragt, sondern es – ganz der Alphamann – feststellt. Weil das eben sexier ist als fragen. Es drückt eine gewisse Dominanz und Selbstvertrauen aus, was beides gerade auf Frauen anregend wirken kann (vgl. auch „Mögen Frauen Arschlöcher„)

Bundesverfassungsgericht, Transsexualität und Geschlecht

Das Bundesverfassungsgericht hat darüber entschieden, ob eine Transsexuelle mit einem männlichen Phänotyp eine Lebenspartnerschaft schließen darf oder heiraten darf.

Die Antragsstellerin definiert sich nach ihrem Gehirngeschlecht als Frau und wollte nunmehr nicht heiraten, da sie sich dann als Mann behandeln lassen muss. Eine Geschlechtsumwandlung wollte sie auch nicht durchführen, da sie meinte, dass sie dafür zu alt sei.

Aufhänger ist § 8 Transsexuellengesetz (TSG):

§ 8 Voraussetzungen

(1) Auf Antrag einer Person, die sich auf Grund ihrer transsexuellen Prägung nicht mehr dem in ihrem Geburtseintrag angegebenen, sondern dem anderen Geschlecht als zugehörig empfindet und die seit mindestens drei Jahren unter dem Zwang steht, ihren Vorstellungen entsprechend zu leben, ist vom Gericht festzustellen, daß sie als dem anderen Geschlecht zugehörig anzusehen ist, wenn sie

1.
die Voraussetzungen des § 1 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 erfüllt,
2.
(weggefallen)
3.
dauernd fortpflanzungsunfähig ist und
4.
sich einem ihre äußeren Geschlechtsmerkmale verändernden operativen Eingriff unterzogen hat, durch den eine deutliche Annäherung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts erreicht worden ist.
(2) In dem Antrag sind die Vornamen anzugeben, die der Antragsteller künftig führen will; dies ist nicht erforderlich, wenn seine Vornamen bereits auf Grund von § 1 geändert worden sind.

Das Gericht hat mitgeteilt, dass 3+4 gegen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung verstoßen und sie für zunächst nicht anwendbar erklärt. Einzige Voraussetzung ist damit nunmehr der seit drei Jahren bestehende Zwang.

Aus dem Urteil:

2. Es verstößt gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht in seiner Ausprägung als Recht auf sexuelle Selbstbestimmung aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG, dass Transsexuelle mit gleichgeschlechtlicher Orientierung zur rechtlichen Absicherung ihrer Partnerschaft entweder die Ehe eingehen oder sich geschlechtsändernden und die Zeugungsunfähigkeit herbeiführenden operativen Eingriffen aussetzen müssen, um personenstandsrechtlich im empfundenen Geschlecht anerkannt zu werden und damit eine eingetragene Lebenspartnerschaft begründen zu können, die ihrer als gleichgeschlechtlich empfundenen Partnerbeziehung entspricht.

a) Der Verweis auf die Eheschließung zur Absicherung einer Partnerschaft ist einer transsexuellen Person mit gleichgeschlechtlicher Orientierung, die lediglich die Voraussetzungen der Namensänderung nach § 1 TSG erfüllt, nicht zumutbar. Zum einen wird sie durch die Ehe als verschiedengeschlechtlicher Verbindung rechtlich und nach außen erkennbar in eine Geschlechterrolle verwiesen, die ihrer selbst empfundenen widerspricht. Dies verstößt gegen das verfassungsrechtliche Gebot auf Anerkennung der selbst empfundenen geschlechtlichen Identität. Zum anderen wird durch eine Eheschließung offenkundig, dass es sich bei ihr oder ihrem angeheirateten Partner um einen Transsexuellen handelt, weil ihre Namensänderung und ihr dem empfundenen Geschlecht angepasstes äußeres Erscheinungsbild die Gleichgeschlechtlichkeit der Beziehung offenbart. Damit bleibt ihr verfassungsrechtlich garantierter Schutz der Intimsphäre vor ungewollten Einblicken nicht gewahrt.

b) Mit dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit ist es ferner nicht vereinbar, dass Transsexuelle zur Absicherung einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft nur dann eine eingetragene Lebenspartnerschaft begründen können, wenn sie sich einer geschlechtsändernden Operation unterzogen haben sowie dauerhaft fortpflanzungsunfähig sind und aufgrund dessen personenstandsrechtlich anerkannt worden sind. Verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist, dass der Gesetzgeber beim Zugang zu einer eingetragenen Lebenspartnerschaft auch bei Transsexuellen mit homosexueller Orientierung auf das personenstandsrechtlich festgestellte Geschlecht der Partner abstellt und die personenstandsrechtliche Geschlechtsbestimmung von objektivierbaren Voraussetzungen abhängig macht, um dem Personenstand Dauerhaftigkeit und Eindeutigkeit zu verleihen und ein Auseinanderfallen von biologischer und rechtlicher Geschlechtszugehörigkeit zu vermeiden. Der Gesetzgeber kann daher – auch über die Voraussetzungen des § 1 Abs.1 TSG hinaus – näher bestimmen, wie der Nachweis der Stabilität und Irreversibilität des Empfindens und Lebens von Transsexuellen im anderen Geschlecht zu führen ist. An diesen Nachweis stellt er aber zu hohe, den Betroffenen unzumutbare Anforderungen, indem er in § 8 Abs. 1 Nr. 3 und 4 TSG von ihnen unbedingt und ausnahmslos verlangt, sich Operationen zu unterziehen, die ihre Geschlechtsmerkmale verändern und zur Zeugungsunfähigkeit führen. Eine geschlechtsumwandelnde Operation stellt eine massive Beeinträchtigung der von Art. 2 Abs. 2 GG geschützten körperlichen Unversehrtheit mit erheblichen gesundheitlichen Risiken und Nebenwirkungen für den Betroffenen dar. Nach dem heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand ist sie jedoch auch bei einer weitgehend sicheren Diagnose der Transsexualität nicht stets indiziert. Die Dauerhaftigkeit und Irreversibilität des empfundenen Geschlechts bei Transsexuellen lässt sich nicht am Grad der operativen Anpassung ihrer äußeren Geschlechtsmerkmale messen, sondern vielmehr daran, wie konsequent sie in ihrem empfundenen Geschlecht leben. Die unbedingte Voraussetzung einer operativen Geschlechtsumwandlung nach § 8 Abs. 1 Nr. 4 TSG stellte eine übermäßige Anforderung dar, da sie von Transsexuellen verlangt, sich auch dann dem Eingriff auszusetzen und gesundheitliche Beeinträchtigungen hinzunehmen, wenn dies im jeweiligen Fall nicht indiziert und für die Feststellung der Dauerhaftigkeit der Transsexualität nicht erforderlich ist.

Gleiches gilt im Hinblick auf die in § 8 Abs. 1 Nr. 3 TSG zur personenstandsrechtlichen Anerkennung geforderte dauernde Fortpflanzungsunfähigkeit, soweit für ihre Dauerhaftigkeit operative Eingriffe zur Voraussetzung gemacht werden. Zwar verfolgt der Gesetzgeber mit dieser Voraussetzung das berechtigte Anliegen, auszuschließen, dass rechtlich dem männlichen Geschlecht zugehörige Personen Kinder gebären oder rechtlich dem weiblichen Geschlecht zugehörige Personen Kinder zeugen, weil dies dem Geschlechtsverständnis widerspräche und weitreichende Folgen für die Rechtsordnung hätte. Diese Gründe vermögen aber im Rahmen der gebotenen Abwägung die erhebliche Grundrechtsbeeinträchtigung der Betroffenen nicht zu rechtfertigen, weil dem Recht der Transsexuellen auf sexuelle Selbstbestimmung unter Wahrung ihrer körperlichen Unversehrtheit größeres Gewicht beizumessen ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Fälle des Auseinanderfallens von rechtlicher Geschlechtszuordnung und Erzeuger- beziehungsweise Gebärendenrolle angesichts der kleinen Gruppe transsexueller Menschen nur selten vorkommen werden. Zudem wird dadurch vornehmlich die Zuordnung der geborenen Kinder zu Vater und Mutter berührt. Insoweit kann aber rechtlich sichergestellt werden, dass den betroffenen Kindern trotz der rechtlichen Geschlechtsänderung eines Elternteils rechtlich immer ein Vater und eine Mutter zugewiesen bleiben beziehungsweise werden. So bestimmt § 11 TSG, dass das Verhältnis rechtlich anerkannter Transsexueller zu ihren Abkömmlingen unberührt bleibt; diese Regelung kann dahingehend ausgelegt werden, dass sie auch für diejenigen Kinder gilt, die erst nach der personenstandsrechtlichen Geschlechtsänderung eines Elternteils geboren werden.

Quelle: BVerfG:  Entscheidung vom 11.01.2011, Aktenzeichen: 1 BvR 3295/07

Ich bin gespannt, wie das Urteil aufgenommen wird. In transsexuellen Kreisen sicherlich gut. Teilen des Feminismus dürfte es aber nicht gefallen, dass es letztendlich darauf ankommt, welches Geschlecht man lebt, also inwiefern man so gesehen Geschlechterstereotype aufrechterhält.

Lesbische Frauen am Gesicht erkennen

Während es in dieser Studie noch darum ging, inwieweit das Verhalten Rückschlüsse auf die sexuellen Neigungen zuläßt, geht es in der folgenden Studie darum, ob Personen diese Neigungen auch am Gesicht erkennen können.

Whereas previous work has shown that male sexual orientation can be accurately and rapidly perceived from the human face and its individual features, no study has examined the judgment of female sexual orientation. To fill this gap, the current work examined the accuracy, speed, and automaticity of judgments of female sexual orientation from the face and from facial features. Study 1 showed that female sexual orientation could be accurately judged from the face and from just eyes without brows and limited to the outer canthi. Study 2 then examined the speed and efficiency of these judgments, showing that judgments of the faces following very brief, near subliminal (40 ms) exposures were significantly better than chance guessing. Finally, Study 3 tested the automaticity of judgments of female sexual orientation by examining the effects of deliberation on accuracy. Participants who made snap judgments of female sexual orientation were significantly more accurate than participants who made thoughtful and deliberated judgments. These data therefore evidence a robust, reliable, and automatic capacity for extracting information about female sexual orientation from nonverbal cues in the face.

Quelle: Female sexual orientation is perceived accurately, rapidly, and automatically from the face and its features

Da lebsische Neigungen entstehen, wenn der weibliche Fötus mehr pränatales Testosteron abbekommt als weibliche Föten üblicherweise kann es für solche Unterschiede zwei wesentliche Ansatzpunkte geben:

  • pränatales Testosteron verändert das Gesicht
  • postnatales Testosteron verändert das Gesicht, und der Grund für den höheren postnatalen Testosteronspiegel war bereits im Mutterleib vorhanden, so dass nur eine indirekte Verbindung besteht.

Zur Gesichtsveränderung durch Testosteron habe ich die folgende Studie gefunden:

Sex steroids are supposed to moderate the differences between male and female facial characteristics. Studies on women’s preferences for male faces reported increased preferences for facial architecture developed under the influence of testosterone as this may indicate masculinity, dominance and social status. Recent research demonstrates that facial sexual dimorphism does not only develop at puberty but may be organized much earlier in ontogeny. However, the actual cause and timing of variation in facial shape due to sex-steroids remains speculative. This study uses data from Neave and colleagues who measured digit ratio (2D:4D) as a proxy to prenatal testosterone and also salivary testosterone samples in order to study differential effects of androgens on perceived male facial shape. Male facial shape was regressed upon 2D:4D ratio and circulating levels of testosterone by means of geometric morphometric methods. We found some evidence for opposite effects of early androgen action (via 2D:4D ratio) on the upper and the lower face respectively (i.e. low 2D:4D ratio results in a relatively robust and prominent lower face), whereas circulating testosterone seems to cause a rather uniform elongation of the face. Local deformations primarily show pronounced and medially tailed eyebrows for the shapes associated with increasing salivary testosterone. These preliminary results suggest that prenatal and pubertal testosterone have differential effects on male facial shape that should be considered in future studies on women’s preferences towards male facial appearance.

Quelle: Visualizing facial shape regression upon 2nd to 4th digit ratio and testosterone.

Weitere Tests könnten sich also darauf konzentrieren, welche Partien genau durch Testosteron zu welchem Zeitpunkt beeinflusst werden.

Dass der Mensch bereits relativ geringe Anzeichen für geschlechtliche Unterschiede bewerten kann erstaunt mich hingegen nicht. Einen guten Partner zu finden und Personen in sexueller Hinsicht einschätzen zu können unterliegt einer starken Selektion. Wer sich auf Partner konzentriert, die möglichst fruchtbar sind und auch sonst an ihre Aufgaben gut angepasst sind (in steinzeitlicher Hinsicht) der wird mehr Nachkommen gehabt haben und dessen Gene setzen sich dann im Genpool durch (Disclaimer: damit ist keine Abwertung homosexueller Beziehung gemeint, da „sich im Genpool durchsetzen“ keine moralische Wertung ist, sondern einfach nur ein Fakt).

„Gesichtserkennung“ und sonstige Erkennungen für Fruchtbarkeit und Übereinstimmungen mit typischen Geschlechtscharakteristika wird daher evolutionär sehr stark begünstigt, was im Wege der sexuellen Selektion dann wieder zur Betonung solcher Merkmale bei dem „geprüften Geschlecht“ führen kann, was wieder feinere Erkennungsmöglichkeiten begünstigt etc.

Ein männlicher Feminist und sein Kampf mit dem männlichen Privileg

Hier ein Bericht eines männlichen Feministen und seine Probleme deswegen:

. While I encounter many peers who question my sanity and my sexuality because of my views on feminism, sexism, and male privilege, the biggest obstacle in being a black male feminist is myself. Probably the biggest thing that most likely prevents the average brother from becoming a feminist, outside of religious and societal conditioning, is male privilege.(…) Each and everyday I wake up battling male privilege. Oftentimes, we menfolk revel in it without even knowing about it. That’s what makes it difficult. Privilege is invisible. It’s not something noticed by those who own it.(…) I can sleep around with all the women I want and my morality is never called into question. As a matter of fact, it is seen as my grooming to becoming a man. My manhood is tied to my sexual prowess. We often see sexism as an individual act against one person and fail to recognize the invisible systems that places dominance over women. I don’t have to protest the fact that women in every profession makes less money than I do working the same position, with the same experience that I have.

Male privilege is probably the number one reason I refused to even consider being a feminist for so long. There are days when I wake up and slip right back into it without even realizing it. There are days when I can recognize it as quickly as a cat can spot a mouse. (…) For any black male to become a feminist, he has to recognize male privilege and then give it up. In a society where oftentimes we feel powerless, any advantage we have to recognize and give up might make one feel helpless. Or so we think. That is not true at all. Not everything we do has involve a power dynamic of any kind. We are partners right? So we should share. We should not take advantage of any privilege we might assume is ours by birthright. We as men cannot expect to uplift the community while treating one half of the members of said community like second class citizens. We are partners in this struggle. The sisters should not have to play the back. Like us, they have a stake in our triumphs and suffer much more than we do in our losses.(…) Not only must we recognize and give up male privilege, we must challenge and revolutionize the false teachings of masculinity. As human beings, it is our duty to protect and provide for our families. Everyone does that in their own way. We must also love, nurture, build with, uplift, and strengthen our loved ones and our communities. We must challenge the idea that as men we must remain in power and then destroy all those who even seem to think about threatening our hold on said power. While everything is political, not everything is about who maintains dominance over the other.

Mich würde jetzt interessieren, wie er gegen die Privilegierung, die ja eigentlich nicht abzuschütteln ist, ankämpft. Schläft er nicht mehr mit Frauen und ist ein treusorgender Familienvater geworden, damit er nicht mehr durch sein „Sexprivileg“ bevorteilt wird? Wirft er danach etwas Schmutz auf sich, damit er auch einen schlechten Ruf erhält? Oder redet er einfach etwas darüber, dass es unfair ist, dass es für sie anders ist?

Ich halte die Privilegientheorie für wenig geeignet, insbesondere wenn man(n) sich die Privilegien wie eine Geißel geständig selbst auf den Rücken hauen muss und dauernd zerknirscht sein muss, dass man ein Mann ist. Das kann keinem Menschen auf Dauer gut tun. Der Diskriminierungsbegriff ist meiner Meinung nach in solchen Fällen wesentlich flexibler und erlaubt es aktiv gegen von einem wahrgenommene Diskriminierungen vorzugehen. Zudem ist die Beschränkung des Privilegienbegriffs auf Männer für mich nicht hinnehmbar, ich sehe diese Beschränkung eher als Versuch eine Diskurshoheit zu erlangen und seine Diskussionsposition zu verbessern.

Zumal mir einige Positionen auch nur durchhaltbar erscheinen, wenn man Frauen „aufs Podest stellt“ und ihnen die Opferrolle zuweist.

Der Schlusssatz ist dann ein klassischer:

As a black male feminist I have learned that part of our fight is against sexism, sexist exploitation, and oppression. Now who wouldn’t get down with that?

Also das berufen auf moralische Grundsätze, denen jeder zustimmen kann und muss und die für den Gesamtfeminismus stehen. Da ist dann von männlichen Privileg und von der Ablehnung jeglichen weiblichen Privilegs keine Rede mehr. Zu dieser Taktik über die Appell an die Moral hatte ich bereits hier das passende gesagt.