Das Fremdgeh Gen und Dopamin

Die Entdeckung eines „Fremdgeh-Gens“ macht gerade die Runde.

Aus dem Abstrakt:

Background

Human sexual behavior is highly variable both within and between populations. While sex-related characteristics and sexual behavior are central to evolutionary theory (sexual selection), little is known about the genetic bases of individual variation in sexual behavior. The variable number tandem repeats (VNTR) polymorphism in exon III of the human dopamine D4 receptor gene (DRD4) has been correlated with an array of behavioral phenotypes and may be predicatively responsible for variation in motivating some sexual behaviors, particularly promiscuity and infidelity.

Methodology/Principal Findings

We administered an anonymous survey on personal history of sexual behavior and intimate relationships to 181 young adults. We also collected buccal wash samples and genotyped the DRD4 VNTR. Here we show that individuals with at least one 7-repeat allele (7R+) report a greater categorical rate of promiscuous sexual behavior (i.e., having ever had a “one-night stand”) and report a more than 50% increase in instances of sexual infidelity.

Conclusions/Significance

DRD4 VNTR genotype varies considerably within and among populations and has been subject to relatively recent, local selective pressures. Individual differences in sexual behavior are likely partially mediated by individual genetic variation in genes coding for motivation and reward in the brain. Conceptualizing these findings in terms of r/K selection theory suggests a mechanism for selective pressure for and against the 7R+ genotype that may explain the considerable global allelic variation for this polymorphism.

Weitere Ausführungen auch bei „Hooking up smart: Your Cheatin‘ DRD4 Gen Mutation

Bedeutet das, dass man mit dieser Genmutation fremdgehen muss? Nein, es macht es nur im Schnitt wahrscheinlicher, das sagt aber nichts darüber aus, ob der Einzelne tatsächlich fremd geht. Die Personen scheinen einen stärkeren Anreiz für das Fremdgehen zu haben.

Dopamin wirkt im Belohnungssystem unseres Gehirns (das wir ein solches haben macht eigentlich auch schon deutlich, dass wir einer gewissen biologischen Beeinflussung ausgesetzt sind, aber gut). Viele Drogen sprechen genau dieses Belohnungssystem an und produzieren dabei die Sucht. Das Gen scheint nach der Darstellung von Susan Walsh von „Hooking up smart“ die Abenteuerlust oder die Lust auf Aufregendes zu erhöhen und mit Dopaminausschüttungen zu belohnen. Und Sex mit einer neuen Person kann eben auch ein Abenteuer sein.

Natürlich muss man dem nicht nachgehen. Aber dann fehlt eben ein bestimmter Kick, sofern man die Lust am Abenteuer nicht anderweitig befriedigt.

3 Gedanken zu “Das Fremdgeh Gen und Dopamin

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