Warum ist Harry Potter männlich?

Passend zum Kinostart von Harry Potter 7.1 möchte ich hier einmal die Frage aufwerfen, warum Harry Potter männlich ist. Joanne K. Rowling, die Autorin ist ja eine Frau, so dass es nahe gelegen hätte, dass auch ihre Romanfigur weiblich ist. Was sind die Vorzüge eines männlichen Harry Potters?

Ich meine, dass sich ein Roman dieser Art mit einer weiblichen Heldin fast zwangsläufig zu einem anderen Roman geführt hätte, weil man die Geschlechter nicht einfach austauschen kann. Die Handlungen müssen für ein stimmiges Bild zu dem Geschlecht passen, dass die Figur hat oder aber es muss zumindest erklärt werden, warum die Figur anders handelt.

Wir würden deutlich mehr von den Gefühlen der Figur lesen müssen, damit sie stimmig ist und auch der Statuszuwachs bzw. die Ablehnung der anderen Schüler würde sie vermutlich anders treffen.

Wir würden bei den Herausforderungen, denen die Figur sich stellt, vielleicht noch eine größere Charakterentwicklung erwarten, da mehr Gefühle darzustellen wären. Die Liebesgeschichten würden anders ablaufen und die Figur müsste auch ihr Verhältnis zu einer weiblichen Hermine anders darstellen, insbesondere, wenn dieser ein Streber wäre. Es würden uns viele Behandlungen gegen die Figur wesentlich härter vorkommen als bei einem männlichen Harry Potter. Man müsste sich auch anders mit der Frage beschäftigen, ob die Figur gut aussieht und dies würde zu anderen Reaktionen führen. Hermine war zwar anfangs auch nicht hübsch und konnte sich dann plötzlich für einen Ball zurechtmachen und wunderschön sein, aber wäre sie die Hauptfigur hätten wir die „Wandlung“ näher beschrieben bekommen müssen und die Reaktion und ihre Gefühle dazu wären auch darzustellen gewesen.

Das Frauen auf Harry stehen, der der Quidditch-Held und der Auserwählte ist, kommt in dem Buch eher noch zu kurz, erklärt aber hinreichend warum Frauen ihn wollen. Wir hätten natürlich auch mehr zu sich entwickelnden Körpern lesen müssen, vielleicht auch etwas zu Perioden (wobei wir ja auch nichts von Harrys ersten feuchten Träumen lesen, aber das dürfte auch weniger bedeutsam in seiner Entwicklung sein). Würde uns eine weibliche Figur isolierter vorkommen als eine männliche Figur, wenn sie im wesentlichen eine Freundin, einen Freund und eine Aufgabe („Rettung der Welt vor dem Schurken“)  hat?

Die Motive des männlichen Freundes müssten auch wesentlich mehr hinterfragt werden. Warum will er nichts von ihr, ist sie nicht schön genug? Oder will er etwas von ihr und warum bleibt er dann passiv (was ihn unattraktiver macht). Die Gruppendynamik würde sich verändern oder komplizierter dargestellt werden müssen. Würden wir uns Fragen, warum die Männer, die etwas von ihr wollen sie nicht mehr beschützen und versuchen ihr zu helfen? Was würde es für ein Licht auf die Männer und auf sie selbst werfen, weil sie keine Männer anzieht, die dies wollen? Bei einer männlichen Figur können ihre Bewunderinnen wesentlich passiver sein und er kann sozial weniger eingebunden sein, wenn sein Status durch seine Taten außer Frage steht. Es müsste dargestellt werden, was an den Jungs begehrenswert ist und sie müssten wahrscheinlich schon deswegen in ihre gemeinsamen Abenteuer eingebunden werden.

Gleichzeitig müsste ihr Tatbeitrag auch wieder in einem gewissen Verhältnis zu ihrer Schönheit stehen, was dann je nach dem die Story schwieriger zu balancieren macht. Ist sie sehr hübsch muss der Mann mehr Status haben, damit es passt. Dann aber müssen auch die anderen Charaktere entsprechend darauf reagieren. Ist sie nicht hübsch, dann sinkt ihr Status und ist nicht durch Taten aufbesserbar, was dann zu einer gewissen Mittelmäßigkeit auch eines potentiellen Partners führt, was der Geschichte einen anderen Charakter verleiht. (Bei der Twilight Reihe ist dies beispielsweise dadurch gelöst, dass Edward die Gedanken von Bella nicht lesen kann und sie daher für ihn etwas besonderes ist. Dadurch kann Edward einen sehr hohen Status haben, der auf seinen Fähigkeiten als Vampir beruht und die Story erscheint dennoch „echt“. Bella ist zudem vergleichsweise passiv im Vergleich zu Harry Potter ).

Auch diverse andere Rollen, zB die Lehrer, die Harry übel mitspielen, hätten eine vollkommen andere Dynamik, wenn sie so auf dem armen Mädchen rumhacken. Die Rivalität mit Draco hätte anders ausgefochten werden müssen als in dem Buch. Es hätte auch die Snape-Figur geändert werden müssen: Bliebe sie männlich, dann müsste er in einer weiblichen Hauptfigur ja jetzt seine frühere Geliebte erkennen. Würde sie weiblich wären ihre Behandlungen dennoch einem Mädchen gegenüber grausamer und müssten wahrscheinlich auch besser erklärt werden.

Ich denke, dass sich ein Abenteuer- und Entwicklungsroman mit einer männlichen Hauptperson aus diesen Gründen leichter schreiben lässt. Seine Entwicklung anhand des Abenteuers kann wesentlich gerader verlaufen und er bestimmt sich wesentlich mehr nach dem was er geleistet hat. Harry als Mann sorgt dafür, dass man sich mehr auf die eigentliche Geschichte konzentrieren kann, weil es zu einem Mann eher passt sich auf die eigentliche Geschichte zu konzentrieren.

21 Gedanken zu “Warum ist Harry Potter männlich?

  1. Die Frage ist nicht, warum Harry Potter Harry Potter ist, die Frage ist, warum „weibliche“ Helden in der Regel rothaarig sind: Kim Possible, Pippi Langstrumpf etc etc.

    Meiner Meinung nach spielen hier genau deine Argumentationsstränge mit hinein. Rothaarige Frauen gelten in der Regel als maskuliner und sexuell aktiver. Blonde Frauen in der Regel als femininer und sexuell attraktiver.

  2. Pippi Langstrumpf ist ein gutes Gegenbeispiel. Sie verhält sich relativ unweiblich, dafür gehen die Stories aber auch nicht in die Tiefe. Sie ist ein Kind, wo Geschlechterbeziehungen noch eine untergeordnete Rolle spielen. Sie ist superstark und unabhängig. Sie ist insoweit keine normale Figur.

    Kim Possible habe ich nie gesehen. Sie scheint aber als Figur sehr hübsch zu sein und dies wird von den Leuten um sie herum auch bemerkt. Laut Wikipedia scheint ja ihr Schmollmund ihre Geheimwaffe zu sein. Interessieren würde mich die Darstellung der Jungs, in die sie sich verliebt. Ron scheint ja etwas der liebenswerte Looser zu sein, der aber doch die Welt rettet.

    Ich denke auch, dass die Rothaarigkeit für eine gewisse Wildheit stehen soll.

  3. (Disclaimer: Ich kenne die HP-Bücher nicht. Ich habe nur die Filme gesehen, die bisher im Fernsehen liefen, und auch das oft nur mit einem Auge.)

    Das Gedankenspiel war interessant: Wie wäre das Verhältnis eines weiblichen Harry Potter zu Ron und Hermine, was würde sich ändern, wenn auch deren Rollen vertauscht wären?

    Aber dann ist mir etwas aufgefallen: Ein männlicher Loser und ein weiblicher Streber als beste Freunde der Hauptfigur? Wäre Harry wirklich weiblich, hieße die Reihe „Harriet, the Voldemort Slayer“ und Rowling wäre von Joss Whedon verklagt worden.

    Tatsächlich sind die Parallelen zwischen Harry und Buffy erstaunlich:
    – Beide sind relative Außenseiter (Harry ist bei Muggeln aufgewachsen und kommt erst später in die Zauberschule, Buffy hat relativ spät erfahren, daß sie die Jägerin ist (wobei v.a. die Serie in dem Punkt eh recht inkonsistent ist) und ist aus LA umgezogen).

    – Beide haben die o.g. Freunde (Ron und Hermine vs. Willow und Xander).
    Hier hast Du z.B. Recht, daß Willow und Hermine recht unterschiedlich gezeichnet sind. Zwar sind beide „Streber“, aber Willow ist gerade zu Beginn deutlich geekiger. Z.B. bietet sie sofort an, zu gehen, als Buffy sich auf dem Schulhof setzen will, während Hermine IIRC recht dominant beschließt, sich zu Harry und Ron ins Zugabteil zu setzen.
    In beiden Fällen baut die Beziehung zur Hauptfigur stark auf der Fähigkeit auf, dieser zu helfen. Die gelegentlich eingestreuten Gespräche zwischen Buffy und Willow über Jungs wirkten für mich immer recht aufgesetzt, v.a. solange Willows Erfahrungen sich auf ihre heimliche Verliebtheit in Xander beschränkten. (Aber das kann auch nur mein persönlicher Eindruck sein.)

    Ron und Xander sind sich dagegen IMHO extrem ähnlich. Obwohl beide durchaus opferbereit sind und durch ihre Fähigkeiten den Tag retten können (Ron z.B. als Schachspieler, Xander z.B. mit seinen „Erfahrungen“ als Soldat), hebt das ihren Status nicht wirklich, sie bleiben die (sympathischen) Loser.

    – und väterliche Berater (Haggrid und Dumbledore vs. Giles).
    Die Unterschiede hier dürften im Wesentlichen daher rühren, daß Harry halt noch ein Kind ist.

    Ein Punkt, der der Vergleichbarkeit im Wege steht, ist die Notwendigkeit für Buffy, ihr Doppelleben geheim zu halten, während Harry dieses Problem nur in der Muggel-Welt hat, was aber kaum thematisiert wird.
    (Zudem wird Buffy ja oft als feministische Serie betrachtet. Wenn das tatsächlich Whedons Intention war, dürften grade die zwischengeschlechtlichen Aspekte von der PU-Theorie abweichen. Jedenfalls fällt schon auf, daß die Serie sich auch und vielleicht gerade an junge Frauen richtet.
    Whedon hat auch oft gesagt, die Vampire seien eine Allegorie auf die Probleme, denen man sich beim Erwachsenwerden stellen muß. Vor diesen Hintergründen ist z.B. Angels Reaktion, nachdem die beiden miteinander geschlafen haben, schon wieder reichlich klischeehaft. Und natürlich muß sie „ihn retten“, wieder zum domestizierten Mann machen.)

    Aber ich komme vielleicht etwas zu sehr vom Thema ab.

    Tatsächlich ist es auffällig, daß Buffy durchaus als attraktives Mädchen angelegt ist, von ihren Schulkameraden aber trotzdem praktisch nur als Frau beachtet wird, wenn das im Rahmen einer Folge zum Problem wird. Die Ausnahme ist Xander, hier trifft also Deine Annahme zu, er versucht ja tatsächlich sein Glück, hat aber nur Erfolg, wenn sie gerade unter irgendeinem Zauber steht; schließlich sieht er ein, daß sie nicht seine Liga ist (s.o., er ohne viel Status, sie attraktiv) und gibt auf, obwohl es gelegentlich noch Thema wird. (Was sagt das eigentlich über Cordelia?)

    Dafür hat Buffy ja ihren Angel. Status hat er offensichtlich genug, Alter, Wissen, die Tatsache, daß er ein Vampir ist, aber trotzdem gradezu prototypisch able to emote – immerhin ist er der einzige Vampir mit Seele.
    Und *natürlich* will er sie nicht wegen ihres Aussehens. (Jedenfalls erwähnt er das AFAIR nie.) In seiner speziellen Situation ist es andererseits aber auch nachvollziehbar, daß er eine Partnerin möchte, vor der er seine Identität nicht verstecken muß.

    Was Buffys sonstige soziale Beziehungen angeht, fällt mir tatsächlich oft auf, daß die Mitschüler praktisch nur zu existieren scheinen, um gelegentlich von irgendeiner Gefahr bedroht zu werden. Zwar versucht sie sich zu integrieren, bewirbt sich z.B. als Cheerleader, aber Gespräche mit Gleichaltrigen außerhalb der Scooby Gang passieren praktisch nur vor dem Hintergrund des grade in der Folge anstehenden Problems.
    Zwar wird versucht, das durch ihr Doppelleben zu erklären, aber es fällt trotzdem (oder grade deshalb) deutlicher auf.
    Ausgrenzungen passieren tatsächlich eher auf sozialer Ebene (die ewig spottenden Cheerleader) als daß sie in physische Auseinandersetzungen münden.

    Einen Lehrer, der ihr das Leben schwer macht, hat sie in Quark, aber tatsächlich sind die Strafen, wenn sie überhaupt mal verhängt werden, eher harmlos: Für den Punsch auf dem Elternabend sorgen, nicht sich hundertmal einen Satz in die Hand ritzen.
    Allerdings ist das natürlich auch dem Setting geschuldet: In einer Zauberschule mag ein Spiel wie Quiddich, das ja offenbar erhebliche Gefahren für die (ausschließlich männlichen!) Spieler mit sich bringt, möglich sein; Snyder wird dagegen erst bei der Abschlußfeier zur schülerfressenden Dämonenschlange.

    (Das war jetzt alles vermutlich recht wirr. Das Thema (bzw. die beiden Themen. Buffy als Ausdruck des Feminismus ist aber IMHO durchaus auch ein interessantes Untersuchungsobjekt.) ist aber wohl auch etwas zu umfangreich für dieses kleine Kommentarfenster ohne Vorschaufunktion.)

  4. „Wäre Harry wirklich weiblich, hieße die Reihe „Harriet, the Voldemort Slayer“ und Rowling wäre von Joss Whedon verklagt worden.“

    Guter Punkt! An Buffy habe ich gar nicht gedacht, dabei bietet sie sich für einen Vergleich geradezu an. Mag daran liegen, dass ich Buffy wiederum nur ein paar Mal gesehen habe. Insofern müsste ich hier auch einen Disclaimer vorweg schicken.

    „Hier hast Du z.B. Recht, daß Willow und Hermine recht unterschiedlich gezeichnet sind. Zwar sind beide „Streber“, aber Willow ist gerade zu Beginn deutlich geekiger. Z.B. bietet sie sofort an, zu gehen, als Buffy sich auf dem Schulhof setzen will, während Hermine IIRC recht dominant beschließt, sich zu Harry und Ron ins Zugabteil zu setzen.“

    Vielleicht kein schlechter Zug hier mit Willow jemanden zu nehmen, der sehr geekig ist. Auf die Weise ist verständlich, warum die Gruppe unter sich bleibt. Zudem scheint sie durch Xander gut eingebunden, der wiederum eingebunden ist, weil er auf Buffy steht.
    Allerdings bezweifele ich, dass Alyson Hannigan sich über mangelnde Aufmerksamkeit von Jungs beklagen könnte, auch wenn sie noch so geekig wäre.

    „Ron und Xander sind sich dagegen IMHO extrem ähnlich. Obwohl beide durchaus opferbereit sind und durch ihre Fähigkeiten den Tag retten können (Ron z.B. als Schachspieler, Xander z.B. mit seinen „Erfahrungen“ als Soldat), hebt das ihren Status nicht wirklich, sie bleiben die (sympathischen) Loser.“

    Der Sidekick wird wohl immer der sympatische Loser sein, so kann er für „Comic relief“ sorgen und nimmt der Hauptfigur nicht zu viel an Aufmerksamkeit.

    „Die Unterschiede hier dürften im Wesentlichen daher rühren, daß Harry halt noch ein Kind ist.“
    Ein Punkt, der der Vergleichbarkeit im Wege steht, ist die Notwendigkeit für Buffy, ihr Doppelleben geheim zu halten, während Harry dieses Problem nur in der Muggel-Welt hat, was aber kaum thematisiert wird.“

    Ich denke es sind auch Unterschiede in der Darstellung. Harry ist wesentlich machtloser als Buffy, die ja wohl im Prinzip jeden Dämon besiegen kann. Es scheint mir weniger Entwicklung vorhanden zu sein. Aber ich bin da auch kein Buffy-Experte.

    „Vor diesen Hintergründen ist z.B. Angels Reaktion, nachdem die beiden miteinander geschlafen haben, schon wieder reichlich klischeehaft. Und natürlich muß sie „ihn retten“, wieder zum domestizierten Mann machen.)“

    Wie ich gerade der Wikipedia entnommen habe verliert er danach seine Seele und wird böse.

    „Tatsächlich ist es auffällig, daß Buffy durchaus als attraktives Mädchen angelegt ist, von ihren Schulkameraden aber trotzdem praktisch nur als Frau beachtet wird, wenn das im Rahmen einer Folge zum Problem wird.“

    Schönheit in Filmen ist eine schwierige Sache. Nichtschönheit klappt meist in Büchern besser. In Filmen merkt man zu schnell, dass etwas nicht zusammen passt, wenn die Frau nicht schön, der Mann aber ein Held ist. Das ist ja auch das Problem in den „Aschenputtel“ Filmen, wo er eine Wette abschließt, dass er die hässlichste Frau zur Schönheitskönigin machen kann/mit ihr ausgehen muss und man sieht, dass sie eine echte Schönheit ist, sie hat aber eine Brille auf und einen dicken Pullover an und die Haare etwas merkwürdig.

    Bei Buffy ist es auf ungewöhnlich, Sarah Michelle Gellar sind nicht schlecht aus, Willow würde auch als Geek genug Beachtung finden.
    Aber es ist hier ebenfalls durch einen Trick gelöst:
    Dadurch, dass sie Kenntnis von der Dämonenwelt hat hat sie einen höheren Status und kann sich mit „Muggeln“, also Leute die davon keine Ahnung haben nicht großartig abgeben. Es bleiben also nur diverse Charaktere wie Spike oder Angel aus dieser Welt. Die haben Status bereits durch ihre Sonderkräfte etc und müssen diese nicht durch besondere Taten verdienen, stehlen Buffy insofern auch nicht so die Show. Wobei ich vermute, dass sie durchaus etwas mehr mitwirken und eher mal Helden sind.

    „Dafür hat Buffy ja ihren Angel. Status hat er offensichtlich genug, Alter, Wissen, die Tatsache, daß er ein Vampir ist, aber trotzdem gradezu prototypisch able to emote – immerhin ist er der einzige Vampir mit Seele.“

    Ja, wer eine gute Liebesgeschichte mit anziehenden Männern erzählen will, der kommt um die im Pickup dargestellten Grundsätze nicht herum. Angel ist ja durchaus ein Badboy mit einem guten Kern. Und zudem gibt es noch mehrere Liebeshindernisse (er ist eigentlich der Feind, er ist eigentlich böse, er verliert seine Seele, wenn er aus wirklicher Liebe mit ihr schläft) also genug Anlass für Push und Pull, echte gefühle etc

    „Und *natürlich* will er sie nicht wegen ihres Aussehens. (Jedenfalls erwähnt er das AFAIR nie.)“

    Natürlich nicht.

    „In seiner speziellen Situation ist es andererseits aber auch nachvollziehbar, daß er eine Partnerin möchte, vor der er seine Identität nicht verstecken muß.“

    Die Story wird natürlich besser, wenn die beiden einerseits ein ideales Paar sind und anderseits das genaue Gegenteil davon.
    Da ist Harry freier. Er hat eine ganze Schule zur Auswahl und seine Frauen tauchen ja teilweise auch recht plötzlich auf.

    „Was Buffys sonstige soziale Beziehungen angeht, fällt mir tatsächlich oft auf, daß die Mitschüler praktisch nur zu existieren scheinen, um gelegentlich von irgendeiner Gefahr bedroht zu werden.“

    Durch die Vampirstory werden insofern die Schwierigkeiten geschickt verdeckt, weil dadurch die anderen Männer und Frauen in einer anderen Welt spielen. Diesen Luxus hätte ein weiblicher Harry Potter nicht, ich denke da würden sich daher auch die Unterschiede deutlicher zeigen.

    „Für den Punsch auf dem Elternabend sorgen, nicht sich hundertmal einen Satz in die Hand ritzen.“

    Zumal sie hier auch den Vorteil hat, dass ihre Gegner zu einem recht hohen Teil unmenschlich böse sind, da Dämonen und daher anders reagieren dürfen. Bei Harry sind es ja teilweise einfache Menschen, die „normal böse“ sind und sich aus bestimmten Gründen für eine Seite enscheiden. Snape ist zwar etwas verrückt in seinem Liebeskummer, aber er ist nicht durch und durch böse.

    „In einer Zauberschule mag ein Spiel wie Quiddich, das ja offenbar erhebliche Gefahren für die (ausschließlich männlichen!) Spieler mit sich bringt, möglich sein;“

    In den Büchern sind da auch Frauen dabei. Aber sie spielen keine so große Rolle, wenn ich mich recht erinnere. Wenn es aus Sicht einer Frau geschrieben wäre dann müssten die Dynamiken denke ich noch etwas anders verlaufen.

    „(Das war jetzt alles vermutlich recht wirr. Das Thema (bzw. die beiden Themen. Buffy als Ausdruck des Feminismus ist aber IMHO durchaus auch ein interessantes Untersuchungsobjekt.) ist aber wohl auch etwas zu umfangreich für dieses kleine Kommentarfenster ohne Vorschaufunktion.)“

    Wenn du Lust hast einen Text zu schreiben, dann würde ich ihn gerne als Gastbeitrag veröffentlichen. Es ist durchaus interessant in den Mann Frau Beziehungen.

    • Ihr seit ja lustig. Harry Potter Charaktere kann man meiner Ansicht nach nicht wirklich mit Buffy Charakteren vergleichen, und zwar weil Buffy eine Serie ist, die sich von Folge zu Folge hangelt (kein echter grosser Story-Arch) während die Harry Potter Serie über alle vier Bände ein und dieselbe Geschichte erzählt, mit immenser Charakterentwicklung. Und eine solche macht jeder durch, wenn auch Teilweise retrospektiv, darin, dass man erst im 7. Band erfährt, was die Leute wirklich bewegt (Dumbledore, Snape). Loony Lovegood und Neville Longbottom starten als Aussenseiterin und Klassenarsch, sind aber später die treibenden Kräfte der Schulrebellion und Dumbledores Army, und Neville bekommt ein Finale, dass dem von Harry kaum nachsteht.

      Es wird auch immer wieder deutlich gemacht, dass Harry nicht der übermächtige Zauberer ist, der mit seinem Zauberstab aus der Hüfte heraus mal eben schnell zehn Todesser erledigt, bevor er zum Schulball geht…

      Aber mal kurz zum Thema dieses Blogs, es ist sehr bezeichnend, wie ihr in Gedanken die ganzen weiblichen Quidditsch Spielerinnen ausblendet. Es waren zwar etwas weniger im Film (Cho Chang wird eigentlich nur als Harrys Flirt dargestellt) aber sie waren da, und in den Büchern sogar sehr Präsent.

      • „Ihr seit ja lustig. Harry Potter Charaktere kann man meiner Ansicht nach nicht wirklich mit Buffy Charakteren vergleichen, und zwar weil Buffy eine Serie ist, die sich von Folge zu€ Folge hangelt“

        Wie gesagt, ich kenne Buffy nicht so, aber gibt es da keine Storyarch über die Liebesgeschichten? Mir kam es auf der Wikipediaseite so vor.

        „Es wird auch immer wieder deutlich gemacht, dass Harry nicht der übermächtige Zauberer ist, der mit seinem Zauberstab aus der Hüfte heraus mal eben schnell zehn Todesser erledigt, bevor er zum Schulball geht“

        Ja, das schrieb ich ja auch oben. Sie sind sehr verschieden und Harry ist machtloser. Die Frage ist eben ganz klassisch und fast schon feministisch, ob die Rollenanlage auch etwas mit dem Geschlecht zu tun hat. Wir nehmen heute Frauen in Aktionrollen an. Aber wie man an Buffy sieht müssen dennoch bestimmte Komponenten, eben zum beispiel das Verlieben in mächtige Männer, hinzukommen. Ein einfach nur gut aussehender Mann ohne Status, vielleicht ein angehender Kindergärtner, hingegen wäre wahrscheinlich neben den mächtigen Dämonen und Vampiren nicht so glaubwürdig. Oder meinst du es würde gehen?

        „Aber mal kurz zum Thema dieses Blogs, es ist sehr bezeichnend, wie ihr in Gedanken die ganzen weiblichen Quidditsch Spielerinnen ausblendet. Es waren zwar etwas weniger im Film (Cho Chang wird eigentlich nur als Harrys Flirt dargestellt) aber sie waren da, und in den Büchern sogar sehr Präsent.“

        Ich fand sie nicht so präsent. Sie spielten eigentlich nur in den Nebenstories eine Rolle. Welche Bedeutung haben denn deiner Meinung nach die Quidditsch-Spielerinnen für die Geschichte und inwiefern tragen sie zu der hier angesprochenen Geschlechterdifferenz zwischen einer männlichen und einer weiblichen Hauptfigur bei?
        Cho Chang und Harry haben ja nicht wegen Quidditsch miteinander zu tun, sondern weil er sie gutaussehend findet. Die Frage, die ich interessant finde, ist, wie sich die Dynamik verändert hätte, wenn Harry weiblich wäre und sich für einen guten männlichen Spieler interessiert hätte. Ich denke, dass der Charakter etwas wichtiger hätte werden müssen und wir auch eine etwas vertieftere Befassung mit ihm hätten erhalten müssen, da er dann eben mehr hätte machen müssen als gut aussehen und mit ihr zum Ball gehen müssen. Warum hängt er ansonsten nicht mit ihr rum und hilft ihr, wenn er so an ihr interessiert ist? Oder will er nur Sex? wie ernst ist die Beziehung?
        Hätte man deiner Meinung nach denn das Buch einfach genau so mit einer weiblichen Hauptfigur schreiben können?
        Ich hätte eigentlich gedacht, dass gerade du da wesentlich Unterschiede sehen würdest.

      • > Cho Chang und Harry haben ja nicht wegen Quidditsch miteinander zu tun, sondern weil er sie gutaussehend findet.

        Cho ist die Sucherin der Gegner in einem der Spiele aus den Büchern, ich glaube das dritte. Zwar verliebt er sich nicht deswegen, eher interessant ist dass er deswegen mit seinen aufkeimenden Gefühlen kämpft.
        Für dein Lieblingsthema gibt es ja im 4. noch die schöne Anektode mit Ron und Harry, die ein Mädchen suchen, dass sie einladen können, und irgendwann ganz spät Ron Hermine mit grossen Augen anguckt, „DU bist ja ein Mädchen…“ – das Kumpelproblem, dass du schonmal angesprochen hast.

        > Ich hätte eigentlich gedacht, dass gerade du da wesentlich Unterschiede sehen würdest.

        Ich schreibe ja selbst ein wenig. Zuerst hat man so die Grobe Storyidee und bevor man zu sehr ins Details geht, arbeitet man die Charaktere aus. ich denke ein weiblicher Hauptcharakter hätte so ziemlich alles ganz anders gemacht und bei mehr als 3000 Romanseiten einen alternativen Storyarch aufzuzeichnen?

        Aber guck mal auf fanfiction.de, vielleicht findest du dort eine Geschichte, bei der jemand das Geschlecht der Hauptfigur umgedreht und seine eigene Geschichte daraus gemacht hat 🙂

  5. PS:
    Zu Joss Whedon und Feminismus habe ich gerade diese allerdings eher satirische Abhandlung gefunden:
    http://www.cracked.com/article/166_5-reasons-it-sucks-being-joss-whedon-fan/

    Yeah, Buffy kicked unholy ass, Zoe was Mal’s Terminatrix-like enforcer, Faith begat Echo and Echo is the baddest ass Kung Fu Whore TV has ever seen, and yet, aside from the fact these girls have done some push ups and punched masculinity in its shriveled balls time and again, the idea that Whedon is some sort of hyper-feminist stinks as bad as Eliza Dushku’s „acting.“

    Joss shoots his actresses most lovingly when they’re wet and crying and curled up in the fetal position, pressed up against a wall, broken, mascara running, bleeding, and reaching out. And what are they typically reaching out for? Some dude (or vampire or werewolf) and the dick he’s attached to.

    That’s it. That’s as complex as it gets. Sound familiar? That’s because it’s also the image of women we get from every other movie or show written by men. And yet when a lisping nerd who tritely describes himself as „a lesbian in a man’s body“ does it to a high-school cheerleader, it’s „feminist.“ This is like when Toni Morrison called Bill Clinton „The First Black President.“ You could only say such a thing if you were THAT willing to settle. His two most artistically successful shows are Angel and Firefly, both centered on men, and written from a male point of view. If I wanted to be glib (and I usually do) Angel and Firefly worked because they’re basically „Batman in LA“ and „Han Solo, the TV Show,“ respectively.

    Das Problem ist allerdings denke ich, dass Whedon schon erkannt hat, dass Frauen starke Frauen wollen, aber diese brauchen zwangsläufig auch starke Männer, damit es glaubwürdig wirkt.

  6. Ich habe alle Bände außer dem Letzten gelesen (Schon der vorletzte Band hat mich nicht mehr gefesselt).

    Das erste Buch habe ich mit 18 gelesen, es wurde mir von meiner gleichaltrigen Freundin empfohlen und ausgeliehen.

    Worauf beruht der unglaubliche Erfolg von Harry Potter? Ich habe dazu eine Theorie.

    Ich denke, dass die Romane (ganz besonders der Erste) von Rowling das kollektive Unterbewusstsein angesprochen haben. In unserer Zeit werden Jungen schlecht behandelt; das zeigen verschiedene Studien (Jungen werden im Schulbetrieb benachteiligt; mit Ritalin für normales Verhalten bestraft). Und eine Mutter, die einen Jungen erwartet, muss u.U. damit rechnen, dass ihr eine Töchtermutter verklickert, dass diese ihren Nachwuchs killen würde, wenn es ein Junge wäre („Welt“, nicht mehr online).

    Ähnlich ergeht es Harry Potter, und weist damit eine Parallele zur Realität auf. Er wird von seiner Ziehfamilie schlechter als schlecht behandelt, wohnt in einem kleinen, ungastlichen Verschlag unter der Treppe, wird ständig angegriffen, abgewertet, gedemütigt und ausgenutzt; ja: gehasst.

    Das ist der Beginn von Harry Potter, womit sich eine ganze Kinder- und Jugendgeneration spontan identifizieren (Jungen) oder worin sie sich einfühlen (Mädchen) konnte.

    Alles weitere, alle weiteren Bände bauen nur darauf auf.

  7. @böser Wolf

    Also Harry Potter als Ausdruck der Krise der Jungen? Interessanter Gedanke.

    Ich hatte bisher folgendes für den Erfolg verantwortlich gemacht:
    – klassische „Junge erfährt, dass er etwas besonderes ist und ihm eröffnet sich eine neue Welt“ Saga,
    – das Schulmotiv ist vertraut und gleichzeitig etwas besonderes durch die Magie
    – Das Internatsscenario ermöglicht eine kleine abgrenzbare Welt mit verschiedenen Charakteren, die ein leichtes Einleben ermöglichen
    – Harry ist ein Held im passenden Alter
    – Die Identifikation mit ihm ist leicht, weil er selbst in eine unbekannte Welt kommt und gegen seinen Willen in Gefahren.
    – die unbekannte Welt hat vieles neues und aufregendes und will entdeckt werden. Sie bringt zudem neue Worte hervor, die dazu führen, dass man das Buch kennen muss, wenn sie verwendet werden.

  8. @bad Hair Day

    „Cho ist die Sucherin der Gegner in einem der Spiele aus den Büchern, ich glaube das dritte. Zwar verliebt er sich nicht deswegen, eher interessant ist dass er deswegen mit seinen aufkeimenden Gefühlen kämpft.“

    Die weiblichen „Love Interests“ von Harry sind ja allesamt vergleichsweise oberflächlich gehalten. Zu Chos Gefühlen für Harry erfährt man nicht sehr viel. Sie steht vorher auf Cedric, der ein klassischer Kandidat dafür ist:
    http://www.harrypotterwiki.de/wiki/Cedric_Diggory
    „Ungewöhnlich für einen Schüler des Hauses Hufflepuff ist der starke und schweigsame Cedric ein beeindruckend guter Schüler. In seinem fünften Schuljahr ( Harrys drittem Schuljahr) wird er zum Vertrauensschüler und zum Quidditch-Kapitän seines Hauses ernannt.“

    Sprich: Sozialer Status bis unter die Decke. Nach seinem Tod dann nach einiger Trauer und extrem weiblicher, gefühlsbetonter Darstellung Harry. Sehr weiblich kommt es zur Trennung, weil Harry zuviel mit Hermine rumhängt.

    „Für dein Lieblingsthema gibt es ja im 4. noch die schöne Anektode mit Ron und Harry, die ein Mädchen suchen, dass sie einladen können, und irgendwann ganz spät Ron Hermine mit grossen Augen anguckt, „DU bist ja ein Mädchen…“ – das Kumpelproblem, dass du schonmal angesprochen hast.“

    Ja, wobei ich es etwas unrealistisch finde. Ron hängt die ganze Zeit mit Hermine rum, ich glaube, dass er im normalen Leben eher sie ihn übersehen hätte als andersrum. Denn er muss sich ja durchaus gewisse Chancen ausrechnen und wahrnehmen, dass sie eine Frau ist. Wobei die Darstellung der Reize ja sehr differiert. Weibliche Schönheit ist bei Rowling sehr wandelbar, was so nicht realistisch ist. Wenn die Story es erforderlich macht Angezogenheit von einem Mann zu einer Frau darzustellen, dann hat diese sich gerade zurechtgemacht und sieht plötzlich unerklärlich schön aus.

    „Ich schreibe ja selbst ein wenig. Zuerst hat man so die Grobe Storyidee und bevor man zu sehr ins Details geht, arbeitet man die Charaktere aus. ich denke ein weiblicher Hauptcharakter hätte so ziemlich alles ganz anders gemacht und bei mehr als 3000 Romanseiten einen alternativen Storyarch aufzuzeichnen?“

    Klar, ich habe nicht erwartet, dass du mir hier das Buch umschreibst. Es geht mir darum, was ihm groben bei weiblichen Charakteren anders sein muss, damit sie realistisch wirken.

    Ich denke, dass da viele Mann-Frau-Mechanismen dahinter stecken und insbesondere die Art des Attraktivitätsaufbaus bei Mann und Frau einige Auswirkungen hat.

    Das wirkt sich in vielen Filmen aus. Ich denke, dass Frauenrollen rarer sind, weil sie teilweise die Story kompliziert machen.
    In einer klassischen Story brauchen wir einen Haupthelden (m/w). Haben wir eine Heldin, dann wird es schwieriger eine Lovestory zu entwickeln, bei der der Mann genug Status hat um ihre Attraktion für ihn zu erklären. Sie müssen dann gegeneinander arbeiten, damit sie sich messen können (und er kann dann seine Gefühle für sie zeigen, indem er ihr in gewisser Weise einen Vorteil gibt) oder sie müssen Konflikte haben. Beides engt die Story sehr auf sie ein.
    Hat er eine Gruppe von Gehilfen, dann zeigt das „Leader of Men“ oder Anführerqualitäten. Wegen dieser steht sie auf den Anführer. Das die anderen Männer sie nicht anmachen zeigt Respekt und erhöht seinen Wert.
    Hat sie eine Gruppe von Frauen, dann muss erst einmal erklärt werden, warum diese sich nicht von unserem ach so attraktiven Helden angezogen fühlen und er sich nicht von Ihnen (hängt sie mit nicht attraktiven Frauen rum, dann
    wirft das auch ein schlechtes Licht auf sie, hängt sie mit attraktiven Frauen rum, dann könnte ein Zuschauer ein der anderen Frauen für attraktiver halten, was die Wahl des Helden unverständlicher macht.
    Es ist daher einfach nur einen potentiellen weiblichen Charakter einzubauen damit sich die Geschichte neben der Aktion auf die Liebesbeziehung zwischen den beiden konzentrieren kann. Deswegen bestehen vielleicht auch weniger Filme den Bechteltest, weil die Reduzierung der Frauenrollen für klarere Filme sorgen kann.

    „Aber guck mal auf fanfiction.de, vielleicht findest du dort eine Geschichte, bei der jemand das Geschlecht der Hauptfigur umgedreht und seine eigene Geschichte daraus gemacht hat “

    Hatte ich auch überlegt. Aber in die Tiefen steige ich nicht ohne Grund hinab 😉

  9. Nur so nebenbei: Cho Chang spielt kein Quidditch – sie ist lediglich in Band 4 die Freundin von Cedric Diggory, dem Sucher der Hufflepuffs, der Harry in Band 3 einmal besiegen darf (weil Harry von den Dementoren abgelenkt wird). Tatsächlich bilden die 3 Figuren ein ganz klassisch-konservatives Beziehungsdreieck: Harry und Cedric sind beide in Cho verliebt, so daß die Konkurrenzsituation der beiden im Quidditch und (wichtiger) im Trimagischen Turnier eine zusätzliche Ebene bekommt. Das ist alles sehr konservativ, und auch die anderen Quidditchspielerinnen sind bei weitem nicht präsent genug, um in irgendeiner Form klassische Rollenmodelle zu durchbrechen (obwohl das Potential da wäre, immerhin ist die sportliche Konkurrenz eine der klassischen Männerdomänen im realen Leben).

    JKR schreibt, was Geschlechterrollen angeht, ziemlich konservativ. Leicht durchbrochen wird das durch die Beziehung Ron/Hermine, in der Hermine ziemlich eindeutig den Ton angibt (kombiniert eben mit der Tatsache, daß Mädchen Nr.1 der Serie zum Schluß nicht den Jungen Nr.1 heiratet, was ja sonst „Standard“ ist).

  10. …Korrektur:
    Cho ist tatsächlich Quidditch-Sucherin, das hatte ich ganz vergessen. Meiner Erinnerung zufolge baut JKR hier allerdings keine so deutliche Konkurrenzsituation auf wie zu Diggory und, noch stärker, zu Malfoy. Auch dies ist eher ein Zeichen für ein konservatives Geschlechterbild, da Jungen üblicherweise nur mit anderen Jungs konkurrieren (um sich ggflls. bei den Mädchen in der Vordergrund zu stellen), Mädchen werden nicht als Konkurrenz wahrgenommen.

  11. @JP

    „JKR schreibt, was Geschlechterrollen angeht, ziemlich konservativ.“

    Ja, das denke ich auch. Die Frage ist eben: Wie weit hätte sie abweichen können?
    Ich glaube, dass man sich mit „konservativen“ Geschlechterrollen die Charaktere nachvollziehbarer macht, was für den Leser und ein breites Publikum deren Erfahrungen auch eher stimmig erscheinen lässt. Bei abweichenden Verhalten hingegen muss man dies und die Reaktionen der anderen darauf erklären, was Aufmerksamkeit von der eigentlichen Story abzieht.
    Wenn Cho sehr hübsch ist, dann verstehen wir, warum Harry sie will. Wenn Cedric ein absoluter Statusmann ist, dann verstehen wir auch warum sie zuerst mit ihm zusammen ist, insbesondere weil Harrys Status ja relativ ist: Die einen hassen ihn, die anderen lieben ihn.
    Die Darstellungen der Auswirkungen der Abenteuer auf Harrys Status sind allerdings bei JKK meiner Meinung nach eher schlecht dargestellt. Es ist ja eigentlich recht eindeutig, dass er der gute ist.

  12. „Die Frage ist eben: Wie weit hätte sie abweichen können?“

    Keine Ahnung, meine Beiträge waren eher als Antwort auf BadHairDays gedacht. Der Theorie, daß die Quidditch-Spielerinnen die konservativen Geschlechterrollen in HP durchbrechen, stimme ich nicht zu, da sie halt, wie gesagt, nicht mehr als Randfiguren sind. Mehr wollte ich gar nicht sagen. Wenn schon, würde ich eher noch Figuren wie McGonagall nennen, die ja sehr „zupackend“ ist, wenn es darauf ankommt.

    Inwieweit eine weibliche Heldin das Buch zu sehr in Richtung „Hanni und Nanni“ gebracht hätte, kann ich nicht einschätzen, da ich die Art Bücher nie gelesen habe.

  13. @JP

    Es gibt einige empanzipierte, starke Frauen in HP, dass würde ich schon sagen. Aber eine richtige Geschlechterrollendurchbrechung erfolgt nicht. Die Lehrer und Lehrerinnen, die auf Hogwarts leben, haben ja auch keine bekannten Kinder oder gar Babies, um die sie sich kümmern müssen oder nicht kümmern. Die isolierte Welt Hogwarts erlaubt da vieles auszuklammern, was wohl auch der Vorteil der Internatsromane ist.

  14. Pingback: Was finden Frauen an Twilight gut? « Alles Evolution

  15. Dein Artikel illustriert sehr gut die problematische Wahrnehmung von Frauen bzw. Männern in unserer Gesellschaft, und ich gebe dir recht, dass eine weibliche Harriett Potter, wo außer dem Geschlecht nichts geändert wäre, eventuell nicht „einfach so“ vom Publikum angenommen werden würde. ABER gerade das ist ja meines Erachtens das Problem. Du schreibst immer wieder „es müsste, es müsste…“ aber das sehe ich anders. Gar nichts müsste, sondern es wäre eine erfrischende Konfrontation mit den dominanten Darstellungen und Wahrnehmungen von Geschlecht und eine Möglichkeit für die Leser*innen, diese bei sich selbst mal zu hinterfragen.

    Wäre die Serie ebenso populär geworden, wenn ein sehr untypisch dargestelltes Mädchen die Hauptrolle wäre? Möglicherweise nicht. Allerdings ist meine Schlußfolgerung daraus nicht, dass weibliche Figuren in ihrer Darstellung ihrem Geschlecht angepasst werden müssen, sondern dass es mehr untypische Geschichten von Mädchen geben muss, um diese dominanten Wahrnehmungen nach und nach zu erodieren, bis irgendwann eine weibliche Harriett Potter kein Problem mehr darstellen würde.

    „Man müsste sich auch anders mit der Frage beschäftigen, ob die Figur gut aussieht und dies würde zu anderen Reaktionen führen.“
    Wieso müsste man das? Das Problem ist, dass Menschen automatisch denken, dass Aussehen bei Mädchen eine größere Rolle spielt und dass dieser Glauben permanent an junge Mädchen weitergegeben wird. Eine viel bessere Botschaft an junge Mädchen wäre doch vielmehr eine Hauptfigur, der ihr Aussehen komplett egal ist, und deren Selbstwertgefühl davon nicht abhängt.

    „Auch diverse andere Rollen, zB die Lehrer, die Harry übel mitspielen, hätten eine vollkommen andere Dynamik, wenn sie so auf dem armen Mädchen rumhacken.“
    Aber wieso das denn? Wieso soll es grausamer sein, auf einem Mädchen rumzuhacken als auf einem Buben? Davon halte ich (als Feministin) gar nichts und die ganze Einstellung, dass man zu Mädchen oder Frauen netter sein soll als zu Buben oder Männern ist für mich Teil des großen Problems, dass Mädchen immer als schwächer dargestellt und wahrnenommen werden.

    Kurzum: Was die Kinder- und Jugendunterhaltung braucht, sind nicht mehr „mädchentypische“ Mädchen, sondern mehr Vielfalt in der Darstellung von Mädchen und Buben, damit wir nach und nach von unserer „Buben sind so, Mädchen sind anders“ Wahrnehmung wegkommen.

    • @Schokomuffin

      „Dein Artikel illustriert sehr gut die problematische Wahrnehmung von Frauen bzw. Männern in unserer Gesellschaft“

      Es ist meine ich etwas einfach, dass von vorneherein als problematisch anzusehen. Denn Männer und Frauen sind eben im Schnitt (!) verschieden und die Wahrnehmung entsteht aus meiner Sicht aus dieser Verschiedenheit.

      „und ich gebe dir recht, dass eine weibliche Harriett Potter, wo außer dem Geschlecht nichts geändert wäre, eventuell nicht “einfach so” vom Publikum angenommen werden würde.“

      ich vermute allerdings, dass wir jeweils verschiedene Gründe dafür sehen.

      „ABER gerade das ist ja meines Erachtens das Problem. Du schreibst immer wieder “es müsste, es müsste…” aber das sehe ich anders. Gar nichts müsste, sondern es wäre eine erfrischende Konfrontation mit den dominanten Darstellungen und Wahrnehmungen von Geschlecht und eine Möglichkeit für die Leser*innen, diese bei sich selbst mal zu hinterfragen.“

      Das sagst du so, was wäre aber, wenn das nicht erfrischend ist, sondern schlicht als schlechtere Figur wahrgenommen werden würde? Figuren brauchen eine interne Stimmigkeit und die geht bei kompletter Geschlechterneutralität oder bei Rollenumkehr eben schnell verloren oder es erfolgt eine zu starke Ablenkung. Es gibt demnach auch diese Geschichten nicht sehr häufig. Wenn eine Figur stark vom Schema abweicht, dann muss man zumindest eingestehen, dass sie abweicht, man muss die Reaktionen darauf darstellen, man muss die daraus entstehenden Folgestories berücksichtigen. Das ist häufig gar nicht so einfach und aus einer Geschichte um einen Zauberer, der eine Bestimmung hat wäre plötzlich etwas ganz anderes geworden, man hätte den Genderaspekt in den Vordergrund rücken müssen und hätte dann die Geschichte nicht mehr auf die bisherige Weise erzählen können.
      Hinzu kommt, dass es – das wirst du wahrscheinlich anders sehen – bestimmte Regeln gibt, nach denen Anziehung etc funktioniert. Verletzt man diese, dann wirkt die Geschichte schnell einfach nicht mehr stimmig und der Leser kann die Handlung noch weniger nachvollziehen.

      „Wäre die Serie ebenso populär geworden, wenn ein sehr untypisch dargestelltes Mädchen die Hauptrolle wäre? Möglicherweise nicht.“

      Dann würden wir allerdings diese Diskussion schlicht nicht führen, weil statt Queerharry Potter schlicht ein anderes Buch hoch gekommen wäre. Man kann Leute nicht zwingen bestimmte Geschichten gut zu finden, nur weil sei politisch korrekt sind.

      „Allerdings ist meine Schlußfolgerung daraus nicht, dass weibliche Figuren in ihrer Darstellung ihrem Geschlecht angepasst werden müssen, sondern dass es mehr untypische Geschichten von Mädchen geben muss, um diese dominanten Wahrnehmungen nach und nach zu erodieren, bis irgendwann eine weibliche Harriett Potter kein Problem mehr darstellen würde“

      Warum? Vielleicht fühlen sich Leute in bestimmten Geschlechterrollen ja auch wohl und diese bestehen deswegen.
      Es könnte zudem auch gar nicht so einfach sein, diese Rollen aufzubrechen, weil dort viele biologische Aspekte reinspielen, denn Anziehung etc ist stark durch sexuelle Selektion geprägt.
      Diese biologischen Hintergründe werden aus meiner Sicht im queer-sozialkonstruktivistischen Theorien zu stark ausgeblendet.
      Ich habe hier mal eine Übersicht über diesbezügliche Argumente zusammengestellt:
      https://allesevolution.wordpress.com/2013/05/08/ubersicht-biologische-begrundungen-zu-geschlechterunterschieden/

      Und wessen Aufgabe ist es? Verlage wollen nicht die Welt ändern, sondern Geld mit Büchern verdienen. Autoren wollen auch nicht per se Geschlechterrollen aufbrechen, sondern stimmige Geschichten erzählen, Leser wollen Bücher lesen, in denen sie die Handlungen und die Motive der Hauptpersonen nachvollziehen können.

      Wichtig ist aus meiner Sicht nicht, dass man Geschlechterneutralität erreicht, sondern eine tolerante Gesellschaft, in der auch von der Norm abweichendes Verhalten gelebt werden kann. Das erfordert aber nicht zwangsläufig, dass man die geschlechterneutral ist.

      „Wieso müsste man das? Das Problem ist, dass Menschen automatisch denken, dass Aussehen bei Mädchen eine größere Rolle spielt und dass dieser Glauben permanent an junge Mädchen weitergegeben wird“

      Das ist gegenwärtig ja auch so. Zwar bringt auch Männern gutes Aussehen einiges, aber eben nicht so viel wie Frauen. Sie können es eher durch andere Verhaltensweisen ausgleichen. Die Hintergründe dafür sind aus meiner Sicht biologisch: Sozialer Status ist eben ein wichtigeres Kriterium der weiblichen Partnerwahl, wie Studien bestätigen.
      https://allesevolution.wordpress.com/2010/11/17/manner-finden-korperliche-schonheit-attraktiv-frauen-finden-sozialen-status-attraktiv/
      https://allesevolution.wordpress.com/2011/01/04/sozialer-status-und-evolution/
      https://allesevolution.wordpress.com/2011/09/26/warum-ist-korperliche-schonheit-fur-manner-ein-wichtigeres-partnerwahlkriterium/

      „Eine viel bessere Botschaft an junge Mädchen wäre doch vielmehr eine Hauptfigur, der ihr Aussehen komplett egal ist, und deren Selbstwertgefühl davon nicht abhängt.“

      Es ist nur eine Botschaft, die ziemlich schwer zu glauben ist, weil Aussehen eine wichtige Rolle spielt. Gerade wenn wie in Harry Potter auch Liebesgeschichten eine Rolle spielen. In diesen spielt eben Schönheit eine Rolle, bei einer Frau noch mehr als bei einem Mann. Ein männlicher Harry Potter könnte das eben über Status ausgleichen, ein weiblicher Harry Potter wohl nicht.

      „Aber wieso das denn? Wieso soll es grausamer sein, auf einem Mädchen rumzuhacken als auf einem Buben? Davon halte ich (als Feministin) gar nichts“

      Das ändert aber nichts daran, dass es so ist. Es liegt letztendlich daran, dass ein Mann besser mit Konkurrenz umgehen muss, von ihm eher verlangt wird auszuhalten und uns Gewalt gegen Frauen eher erschreckt. Mir gefällt das auch nicht, diesen Umstand einfach auszublenden und so zu tun als könnte man da einfach drüber hinwegschreiben halte ich aber für eine sehr schlechte Sicht, die eben auch zu unstimmigen Geschichten führen würde. Es wäre zB bei einem Mädchen wesentlich erstaunlicher, wenn ihr niemand beispringt, eben auch aus den Geschlechterverhältnissen heraus.

      „und die ganze Einstellung, dass man zu Mädchen oder Frauen netter sein soll als zu Buben oder Männern ist für mich Teil des großen Problems, dass Mädchen immer als schwächer dargestellt und wahrnenommen werden.“

      Also benevolent Sexism?

      Kurzum: Was die Kinder- und Jugendunterhaltung braucht, sind nicht mehr “mädchentypische” Mädchen, sondern mehr Vielfalt in der Darstellung von Mädchen und Buben, damit wir nach und nach von unserer “Buben sind so, Mädchen sind anders” Wahrnehmung wegkommen.

  16. Danke für die Links, ich werde sie mir definitiv alle ansehen und einiges davon kannte ich noch nicht 🙂 Tja, die ewige Frage nature vs. nurture. Also mein vorläufiger Standpunkt (den ich jederzeit zu revidieren bereit bin, sobald etwas überzeugendes daherkommt) ist, dass ich biologische Faktoren bei Genderfragen nicht völlig ausschließe, aber kulturell-gesellschaftliche Faktoren als ebenfalls sehr einflussreich halte, und zwar als sehr viel einflussreicher, als es den meisten Menschen wohl bewusst ist. Das genaue Verhältnis, in welchem biolgische und gesellschaftliche Faktoren zueinander stehen, ist meines Erachtens noch nicht letztendlich geklärt, ist wohl auch von Individuum zu Individuum verschieden, und wird vielleicht, wahrscheinlich, hoffentlich in den nächsten Jahrzehnten klarer ersichtlich werden.

    Ich spreche Studien, welche ganz klare biologisch begründete Unterschiede zwischen Männern und Frauen im verhaltenspsychologischen Sinn beweisen wollen, nicht von vornherein ihren Sinn ab. Mag schon sein, dass es bei Frauen und Männern tendenzielle Unterschiede gibt, die nie ganz verschwinden werden. Aber ich gebe zu bedenken, dass alle Studienteilnehmer ja schon von der heteronormativen Gesellschaft geprägt sind. Sehr spannend fand ich hier folgende Studie, welche zu dem Schluß kommt, dass alle möglichen Charakteristika bei den Geschlechtern so verstreut auftreten, dass ein klassisches „Männer sind so und Frauen so“ Lagerdenken nicht aufrechtzuhalten ist: http://www.psych.rochester.edu/people/reis_harry/assets/pdf/CarothersReis_2012.pdf

    Und bezüglich zB der Wirkung von Testosteron, von den Zusammenhängen zwischen höherem Testosteron und „männlicherem“ Verhalten hab ich auch schon gelesen. Allerdings würde das ja dann den Schluß nahelegen, dass Transsexuelle Menschen, welche sich in Hormontherapie befinden, auch alle diesem Muster folgen, was aber beiweitem nicht der Fall ist.

    Kurzum: Ich denke nicht, dass Menschen bei ihrer Geburt völlig leere, unbeschriebene Blätter sind, welche allein von ihrer Umgebung geformt werden. Dass biologische Faktoren mitspielen, ist nicht völlig von der Hand zu weisen. Aber ich denke dass die Forschung da noch nicht am Ende aller Erkenntnisse angekommen ist, und sich unsere Wahrnehmung der Geschlechter noch weiterhin ändern wird, so wie sie das auch in den letzten Jahrzehnten getan hat. Heute lachen wir über frühere „wissenschaftliche Erklärungen“, warum Frauen zB für höhere Bildung von Natur aus ungeeignet wären. Vielleicht lacht die übernächste Generation über unsere heutigen Definitionen von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“?

    Und zum Thema Literatur und so weiter: Es gibt ja viele gute Bücher und Filme, in denen komplexe weibliche Hauptfiguren vorkommen, die nicht besonders klassisch feminin sind, sich zum Beispiel um ihr Aussehen nicht scheren und nicht ob ihrer Weiblichkeit irgendwie mehr geschont werden. Eine fantastische Serie ist zB „His Dark Materials“ von Philip Pullman, oder wirf mal einen Blick in japanische Animationsfilme. Starke, komplexe Frauen zuhauf.

    Ich denke sehr wohl, dass unsere derzeitige Konzeption von „was in Filmen bzw. Büchern möglich ist“ sehr stark davon geprägt ist, was wir bisher gesehen haben und dass auch hier weitere Entwicklung möglich und wünschenswert ist. Ein Film wie Kill Bill wäre vor einigen Jahrzehnten sicherlich völlig undenkbar gewesen, heute ist es kein Problem dass Frauen auch als brutal und gewalttätig und in zB Kampfkunst auf gleichem Niveau wie Männer dargestellt werden. Aber es tut sich meiner (ungeduldigen) Meinung nach einfach noch zu wenig.

    Zwei große Enttäuschungen in der letzten Zeit waren für mich zB Pacific Rim und Elysium, weiß nicht ob die gesehen hast. Pacific Rim wird aus mir nicht erfindlichen Gründen von manchen Seiten als feministischer Meilenstein gefeiert, was ich nicht nachvollziehen kann. Ja klar, komplexe interessante starke weibliche Hauptfigur. Aber erstens muss sie wieder zweimal von einem Mann gerettet werden und zweitens, was ich am enttäuschesten fand, außer ihr und einer anderen Pilotin *keine einzige Frau im ganzen Film*!! Die ganzen Mechaniker, Techniker, Wissenschaftler um diese Kampfroboter herum – alles Männer. Fällt das niemandem auf und muss das wirklich so sein?

    Elysium – genau das gleiche. Da kommen zwar drei weibliche Figuren vor, aber die Gruppe von Techno-Gangstern, mit denen der Hauptprotagnonist zusammenarbeitet sind wieder alle durch die Bank Männer. Wieso? Dass Frauen auf diesen Gebieten auch gut sind wissen wir ja wohl bereits. Fällt da niemandem auf „hey, da sind ja fast nur Männer in dem Film“ oder interessiert es die Produzenten schlicht und einfach nicht?

    Du hast in diesem Zusammenhang geschrieben: „Und wessen Aufgabe ist es? Verlage wollen nicht die Welt ändern, sondern Geld mit Büchern verdienen. Autoren wollen auch nicht per se Geschlechterrollen aufbrechen, sondern stimmige Geschichten erzählen, Leser wollen Bücher lesen, in denen sie die Handlungen und die Motive der Hauptpersonen nachvollziehen können. “
    Tjaaaaa das Argument „die wollen halt eben nur Geld verdienen“ zieht halt für mich nicht. Stimmt natürlich. Verlage, Filmstudios, Firmen – alle wollen nur Geld verdienen. Aber das ist für mich eines der großen Probleme der derzeitigen Gesellschaft und sollte nicht so sein. Firmen haben, und du kannst mich gerne als naiv bezeichnen, meiner Meinung nach eine Verantwortung über reines Geldmachen hinaus. Aber mir ist auch klar, dass sich das nicht so schnell ändern wird 😛

    Und zum Abschluss:
    „“und die ganze Einstellung, dass man zu Mädchen oder Frauen netter sein soll als zu Buben oder Männern ist für mich Teil des großen Problems, dass Mädchen immer als schwächer dargestellt und wahrnenommen werden.”

    Also benevolent Sexism?“

    Ganz genau. Und den find ich genauso bescheuert wie normalen Sexismus.

  17. Pingback: 100 einfache Wege, wie man das Leben von Frauen erträglicher machen kann (Teil 1) | Alles Evolution

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