Letzte Zuflucht: Evolution ist nur eine Theorie

Nachdem das Piratenweib erst wenig Gegenargumente gegen Unterschiede zwischen Mann und Frau und Zweigeschlechtlichkeit sowie Selektion als Werkzeug der Evolution hatte, hatte ich noch einmal darauf verwiesen, dass Selektion nach besserer Anpassung eines der wesentlichen Merkmale in der Evolution überhaupt ist.

Ihre Antwort dazu:

Das entscheidende Wort ist “Evolutionstheorie”. THEORIE

Schon lustig. Mit der Qualität dieses Arguments befindet sie sich immer in bester wissenschaftlicher Gesellschaft mit den Vertretern von Intelligent Design. Ich verweise insofern einfach mal auf „The Greatest Show on Earth„, in dem Dawkins ja die Beweise für die Evolution anschaulich dargestellt hat.

Ideologien und Wissenschaft vertragen sich eben nur bis zu einem gewissen Punkt.  Jetzt ist das Piratenweib sicherlich nicht der Feminismus an sich und scheint mir auch ansonsten eher zu schwachen Argumenten zu neigen (siehe: Nö) Aber ich kenne auch ansonsten keine (gleichheits-)feministische Schrift die sich mit Evolution und der Entstehung der Geschlechter auseinandersetzt. Schade, dass sich der Feminismus allgemein um den Einklang mit der Evolution zu drücken scheint.

 

Kinderkrippenplätze sind wichtig für Männer und Frauen

Ab 2013 sollen alle Kinder in Deutschland, die dies wollen, einen Anspruch auf einen frühkindliche Betreuung haben. Das wird allerdings schwer werden. Momentan bestehen bereits Engpässe und es werden erst 23% aller Kinder betreut und laut einer Befragung wollen bis dahin 39% aller Eltern ihre Kinder in die Kinderkrippe (Also Plätze für Kinder von 0 -3 Jahren) schicken. Im Bundesfamilienministerium hatte man bisher wohl nur mit 35% gerechnet.

Nach einer neuen Befragung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) möchten 39 Prozent aller Eltern ihren Nachwuchs von Krippen oder Tagesmüttern betreuen lassen. Bisher hatte das Bundesfamilienministerium in seinen Berechnungen stets eine Betreuungsquote von 35 Prozent aller Null- bis Dreijährigen angenommen. Dieser Wert war auch Grundlage der Gesetze zum Krippenausbau, die in den Jahren 2007 und 2008 verabschiedet wurden.

Meiner Meinung nach ist ein Ausbau der Fremdbetreuung letztendlich der einzige Weg eine gewisse Gleichberechtigung hinzubekommen. Die Probleme, die dadurch entstehen, dass einer der beiden Eltern beruflich aussetzt sind zumindest für den Fall einer Trennung zu groß. Das wird andere Probleme mit sich bringen: Eltern werden das Gefühl haben ihre Kinder zu vernachlässigen und insbesondere Mütter werden mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen (Väter sicherlich auch, aber da ist die Rolle besser vorbereitet). Es ist auch die Frage, ob das Leben dadurch glücklicher wird, aber darauf läuft letztendlich eine moderne Gesellschaft hinaus, die das Potential studierter Frauen nutzen will.

Etwas Entlastung mag vielleicht eine Studie geben, die darlegt, dass eine frühe Fremdbetreuung den Kindern nicht schaden soll:

„Kinder, deren Mütter schon vor dem dritten Lebensjahr an den Arbeitsplatz zurückkehren, haben später nicht häufiger Schul- oder Verhaltensprobleme als Kinder, deren Mütter zu Hause bleiben“, folgern die Entwicklungspsychologen um Rachel Lucas-Thompson vom Macalester College in Minnesota; sie haben 69 Studien aus den Jahren 1960 bis 2010 zusammengefasst.

(…)

Kinder profitieren demnach sogar davon, dass die Mütter arbeiten gehen. Dies gilt vor allem für den Nachwuchs von Alleinerziehenden und aus Familien mit niedrigem Einkommen. Sie schnitten in Intelligenztests besser ab und waren seltener aggressiv oder übertrieben ängstlich als die Sprösslinge von vergleichbaren Müttern, die nicht arbeiteten.

Der Bedarf an Betreuungsplätzen wird schon deswegen steigen, weil das Unterhaltsrecht jetzt vorsieht, dass der Erziehende keinen eigenen Unterhalt mehr geltend machen kann, wenn das Kind in die Fremdbetreuung gegeben werden wird und dann durch Arbeit eigenes Einkommen erzielt wird. Allerdings sehen die Unterhaltsvorschriften gleichzeitig vor, dass die Aufnahme einer Arbeit von dem Elternteil, dass die Kinder bis zu einem Alter von 3 Jahren betreut, nicht erwartet werden kann. Vielleicht ändert sich diese Betrachtung, wenn tatsächlich 39% aller Kleinkinder in einer Betreuung sind.

Bei der Änderung des Unterhaltsrechts, dass vorher eine Regelung vorsah, nachdem die Mutter von einem Alter von 0-8 keiner Erwerbstätigkeit nachgehen musste, von 9-15 einer Halbtagstätigkeit und danach einer Volltagstätigkeit (sog. Altersphasenmodell),  war der Aufschrei auf weiblicher Seite übrigens recht groß. Alleinerziehende würden zur Arbeit gedrängt werden, die Ehe sei zu Lasten der Frau entwertet. Inzwischen hat sich die Aufregung etwas gelegt. Die Kinder unter 3 Jahren allerdings gelten noch immer als Betreuungsbedürftig.

Wenn 39% aller Kinder fremdbetreut werden, dann müssten eine Menge Frauen mehr Zeit für die Karriere haben. Mal sehen, wie viele davon – wenn die Kinderkrippenplätze denn geschaffen werden – diese auch nutzen.