Maskuline Instinkte und Matriarchate

Bad Hair Day hat einen Kommentar abgegeben, in dem viele diskussionswürdige Punkte enthalten sind:

„Wir haben derzeit eine Gesellschafts- und Wirtschaftsform, die sich an den maskulinen Instinkten nicht nur Orientiert, sondern sie regelrecht zelebriert. Allerdings bemerken auch männer zunehmend, dass es auf dauer Pervertiert („The winner takes it all“).“

Inwiefern sind das Instinkte und inwiefern sind diese männlich?Ich denke, dass Kapitalismus auch das System ist, dass von Frauen unterstützt wird. Vielleicht wollen sie weniger mit den Praktiken zu tun haben, aber sie wollen in dem Land mit dem meisten Fortschritt leben und das ist eben ein kapitalistisches System.  Ich hatte das schon einmal in dem Artikel „Zuweisung von Eigenschaften nach Geschlecht bei Feministinnen“ angeführt.

Hier geht aber die Fragestellung noch weiter: Werden tatsächlich „männliche Instinkte“ gefeiert oder wird einfach ein effektives System, hier eben der Kapitalismus, angewendet?

Ich finde es unheimlich spannend, Matriarchate (die ja eben gerade nicht durch Patriarchinnen gekennzeichnet sind) mit Patriarchaten zu vergleichen. Und zu schauen was Matriarchate und eher ausgeglichene Formen (da sind wir schon eher ein wenig mit unserer) zu extremen Patriarchaten werden lässt. Afganistan ist dafür ein Musterland.

Matriarchate sind ein weites Feld. Bei den prähistorischen Matriarchaten dürfte es sich im wesentlichen um Gründungsmythen handeln (via). Aber auch die modernen Matriarchate sind eher rar und weit weg von Idealgesellschaften. Die Strukturen dort sind keineswegs gerechter und es scheint bisher auch nicht möglich zu sein, solche Strukturen in eine moderne Gesellschaft zu übertragen. Insofern handelt es sich für Gesellschaften auf heutigen technischen Stand im wesentlichen um Utopien, meist zudem in idealisierter Form.

Der Patriarchatsbegriff an sich macht in der Geschlechterdebatte mehr kaputt als er an Nutzen bringt. Er verhärtet Fronten und baut einen Feind auf, der so nicht besteht (siehe auch Butler). Zumal wir in einer Demokratie leben.

Was Matriarchien zu Patriarchien werden lässt, ist, dass sich eine friedliche Gesellschaft ohne großen Wettbewerbsdruck die Strukturen einer Matriarchie leisten kann. Steht sie unter Druck kann sie dies nicht mehr, weil sie zuwenig Wettbewerb zulässt.

15 Gedanken zu “Maskuline Instinkte und Matriarchate

  1. Dazu habe ich mich bereits geäußert. Hier wird der mit den Lesben geteilte Hass auf das Maskuline deutlich. Die Maske ist gefallen. Viel wischi waschi Gendersprech, Überbewertung der Sexualität, immer dasselbe. Frauen in der Opferrolle, Afghanistan.

    Meines Wissens hat es NIEMALS in der Geschichte auch nur ein Matriarchat gegeben, in welchem nicht die wichtigen Entscheidungen von Männern getroffen wurden. Ich stimme dir hier zu Christian.

  2. Wenn man die Definition von Heide Göttner-Abendroth, einer Matriarchatsforscherin, zugrunde legt, (bei Wikipedia nachzulesen http://de.wikipedia.org/wiki/Matriarchat ), dann leben wir in einem Matriarchat. Matriarchat bedeutet nicht – wie schon Dr. Klaus ausgeführt hat -, dass Frauen regieren müssen, sondern, dass es nach Prinzipien geht, die eher den Frauen zugeordnet werden.

  3. Matrilineare Gesellschaften existieren heute nur noch in den abgelegensten Gegenden der Welt.

    Sie sind hochkulturell nicht erfolgreich, rückständig, arm.

    Rückt ihnen eine konkurrenzbetontere, patriarchalere Gesellschaft auf Sichtweite nahe, sterben sie an Auszehrung, weil die Menschen nach und nach in die erfolgreichere, zivilisiertere, komfortablere Gesellschaft abwandern.

    Matrilineare Gesellschaften leiden ja nicht unter Einwanderung.
    Sie müssen unter Denkmalschutz gestellt werden.

    Zivilisation lebt von jenem Surplus, das vor allem Männer erwirtschaften, Männer, die hoch motiviert sind, sehr viel mehr zu erwirtschaften als sie selbst verbrauchen.

    Männer motiviert man durch Wettbewerb und Belohnung des Siegers, weil das Status schafft, den Männer viel dringlicher brauchen als Frauen, weil Frauen ihre Partner, im Gegensatz zu Männern, sehr viel mehr nach Status/Rang auswählen als Männer die ihren.
    Denen ist Schönheit/Jugendlichkeit wichtiger, der Status ihrer Partnerin relativ egal.

    Ein Mann, der Status gewinnt, gewinnt also nicht einfach nur Status/höheres Einkommen, sondern vor allem Sex-Appeal bei Frauen.

    Er wird erotisch belohnt.

    Frauen, die Status gewinnen, gewinnen nur Status/Einkommen, vermindern aber tendenziell ihre erotische Attraktivität für Männer (instinktiver Kuckuckkinderschutz, unabhängige Frauen sind weniger verlässlich).

    Nichts aber motiviert Männer besser als die Aussicht auf eine eigene Familie, auf EIGENE Kinder, bei denen sie auch sicher sein können, dass es IHRE Kinder sind.

    Für die sind sie eher bereit zu schuften, für die sind sie eher bereit, notfalls mit dem eigenen Leben einzustehen.

    Patriarchate schaffen es besser, Männer zu motivieren als matrilineare Gesellschaften, weshalb diese von patriarchaleren niederkonkurriert oder schlicht gewaltsam erobert werden.

    Darum überleben matrilineare Gesellschaften nur in den abgelegensten Ecken der Welt und nur solange, solange ihnen kein erfolgreicheres Patriarchat vor Augen tritt.

    Matriarchalisierung, das bedeutet unweigerlich Niedergang, à la longue.

    Weil die Motivation der Männer nachlässst, ihr Engagement nachlässt, ihr Leistungwille nachlässt, ihre Selbstausbeutungsbereitschaft sinkt.

    Von der Leistungbereitschaft der Männer, letzten Endes auch von ihrer Verteidugngsbereitschaft, hängt aber der Erfolg einer Gesellschaft sehr viel mehr ab als von der Leistungsbereitschaft der Frauen oder gar ihrer kaum vorhandenen Verteidigungsbereitschaft.

    Frauen leisten im Schnitt sehr viel weniger als Männer, unterwerfen sich eher dem Sieger (bei ihnen ja auch instinktdisponiert – sie „suchen“ das überlegene Genmaterial, sind die wahren Sozialdarwinisten bei ihrer Partnerwahl).

    So ungern es Frauen hören mögen: Für den Erhalt einer Zivilisation ist vor allem ihre Gebärfähigkeit wichtig und interessant.

    Das Element der Selbstbehauptung einer Zivilisation ist wesentlich männlich.

    Dankt das ab, wird das geschwächt, dankt auch bald die Zivilisation ab, in der sich das vollzieht.

    Durch sinkende Motivation der Männer, durch nachlasssende Leistungs-und Verteidigungsbereitschaft.

    Andere Zivilisationen, die ihre Männer besser motivieren, sie kämpferischer, leistungsbereiter machen, beerben sie, konkurrieren sie nieder, verdrängen sie, erobern sie.

    That’s it.

  4. Ich wage einmal eine Behauptung in den Raum zu stellen. Wenn „das“ Patriarchat abgelöst würde, dann von Frauen mit einem hohen Testosteronanteil – der ist bekanntlich bei lesbischen Frauen höher als bei heterosexuellen Frauen.

    Dh. letzten Endes würden lesbische Frauen überproportional in der „Staatsführung“ wie auch immer beteiligt sein. Ein Matriarchat, hätten wir in dem Sinne keines.

  5. @ Kristof
    „Wenn man die Definition von Heide Göttner-Abendroth, einer Matriarchatsforscherin, zugrunde legt, (bei Wikipedia nachzulesen http://de.wikipedia.org/wiki/Matriarchat ), dann leben wir in einem Matriarchat. “

    Ja, der Westen matriachalisiert.
    Seit Jahrzehnten.

    Die Familie zerfällt, es gibt immer weniger Väter, die Motivation der Männer sinkt, sie ziehen sich zurück.

    Der Westen geht nieder, das Schicksal matrilinearer Gesellschaften vollzieht sich auch an uns.

    Die nächsten 100-200 Jahre dürften China, vielleicht auch Indien gehören.

    Europa lebt in 100 Jahren vielleicht mit oder unter einer islamischen Mehrheit , oder Minderheit, deren Aggressivität und Dominanzstreben, das Dminanzstreben ihrer Männer, so stark ist, dass sie den Rest der Gesellschaft beherrschen können.

    Was sich heute auf den Schulhöfen abspielt – die harten anatolisch-arabischen Jungs drängen die sanft erzogenen Autochthonen in die Ecke, dominieren den Platz – das wird sich, bei entsprechend großer Anzahl, in Stadtvierteln, Stadten, Provinzen, Ländern wiederholen.

    Es ist nur eine Frage der Zeit.

    Wenn wir es nicht schaffen, uns, unsere Männer wieder als Väter einzubauen, Männer mit der Aussicht auf eigene Kinder zu motivieren, sind wir geliefert.

    Frauen behaupten sich ohne Männer nicht selbst, können die wegbrechenden, sich zurückziehenden Männer nicht vollwertig ersetzen, können gegen Männer anderer Zivilisationen nicht gewinnen, nicht im Schach – da braucht’s eine Frauenliga, nicht im wirklichen Leben – da gibt es keine Frauen liga.
    Die gibt es nur, wenn die Männer einer Zivilisation bereit sind, eine Frauenliga vor dem Ansturm anderer Männer abzuschirmen und zu verteidigen.

    Sind sie dazu nicht mehr bereit oder immer weniger bereit, weil sie darin keinen Sinn mehr für sich erkennen, gibt es keine Frauenliga, sondern nur ein Patriarchat, in dem die harten Jungs ganz aggressiv die Machtfrage stellen.

    Zu der schweigen Frauen.

    Wenn Frau Scheub die Niederlage des westlichen, weißen heterosexuellen Mannes feiert, dann übersieht sie die Kleinigkeit, das dies auch die Niederlage der westlichen, heterosexuellen weißen Frau sein wird, deren privilegierte Luxuria nicht aus eigener Stärke erwächst, sondern – noch – von den Männern dieser Frauen erarbeitet und verteidigt wird.

    Der Sozialstaat lebt sehr viel mehr von männlicher als weiblicher Erwerbsarbeit, wird sehr viel mehr von Frauen (Alleinerziehenden) genutzt als von Männern.

    Vater Staat ersetzt den Versorgerehemann, Vater Staat, der sich sehr viel mehr von männlicher als weiblicher Arbeitsleistung ernährt.

    Materieller Wohlstand wird geschaffen, wo etwas erfunden wird, wo etwas produziert, angebaut, abgebaut wird.

    Alles Bereiche, in denen nach wie vor Männer dominieren (95 % der Patente von Männern angemeldet, je nach Branche 80-95% der High Tech-Firmen von Männern gegründet usw., und das nach 40 Jahren Bildungsbevorzugung von Mädchen).

    Frauen dominieren die Wirtschaftsbereiche, die von den Männerbereichen getragen werden, finanziert werden, in denen verbraucht wird, was in den Männerbereichen verdient wurde.

    Wenn die Männer weiter wegbrechen – und das tun sie – ist der Westen nicht zu retten.

    Demographisch nicht, zivilisatorisch nicht.

    Noch geht es uns gut, weil wir von der Substanz leben, die wir uns in patriarchaleren Zeiten angefressen haben.

    Wir aber leben seit Jahrzehnten von geborgter Zeit und geborgtem Geld.

    Gespenstisch.

    • Eigentlich bin ich besseres von ihnen gewöhnt. Die Argumentationskette ist nicht schlüssig. Es werden z.B. Dinge in Bezug gesetzt, die nichts miteinander zu tun haben.

      z.B.:
      > Wir aber leben seit Jahrzehnten von geborgter Zeit und geborgtem Geld.

      Meines Wissens wurde das aktuelle monetäre System vollständig von Männern kreiert.

      Das ist geradezu ein Bonmont für das was ich gemeint habe:
      > Vater Staat ersetzt den Versorgerehemann, Vater Staat, der sich sehr viel mehr von männlicher als weiblicher Arbeitsleistung ernährt.

      Aber die Sozial- und Pflegeleistungen als solche werden vor allem von Frauen erbracht, Kostenlos oder nicht wertgerecht entlohnt, weil der Wert an der Rendite festgemacht wird und diese Bereiche eben nicht als Teil der Wertschöpfungskette sind.

      > Frauen behaupten sich ohne Männer nicht selbst, können die wegbrechenden, sich zurückziehenden Männer nicht vollwertig ersetzen, können gegen Männer anderer Zivilisationen nicht gewinnen, nicht im Schach – da braucht’s eine Frauenliga, nicht im wirklichen Leben – da gibt es keine Frauen liga

      Meiner Ansicht nach ist der erste Teil eine ziemlich unhaltbare Behauptung, der zweite Irrelevant. Schach passt Perfekt zum prozedural organisierten Männerhirn, hat aber mit anderen Anforderungen nicht viel zu tun.

      > Noch geht es uns gut, weil wir von der Substanz leben, die wir uns in patriarchaleren Zeiten angefressen haben.

      Uns geht es zunehmend schlecht, weil wir die Folgen eines auf und durch Männer errichteten Systems zu tragen haben, dass im interesse von Rendite Raubbau an allen wesentlichen Ressourcen treibt. Des weiteren hat „Durchsetzungsvermögen“ noch keine Werte geschaffen, es schafft vor allem Verlierer. Sie meinen, patriarchale Strukturen können „erschaffen“ aber überall, wo ein gleichberechtigtes System durch starke patriarchale Strukturen ersetzt wurde, kommt das Gebiet aus dem jeweiligen Sumpf nicht mehr raus. Von Innovation keine Spur.

      • @ Bhds
        *Meines Wissens wurde das aktuelle monetäre System vollständig von Männern kreiert.*

        Richtig.
        Das hat es gemeinsam mit 90% von allem, was Zivilsation ausmacht.

        Könnte Sie mir eine erfolgreiche, von Frauen bestimmte, aufgebaute, unterhaltene Hochkultur zeign?

        Aber ich weiß, die gibt es nicht, weil Frauen von Männern durch Unterdrückung daran gehindert wurden, selbiges zu tun.

        Die Verschuldung, unter der wir heute leiden, ist nicht durch das monetäre System hauptsächlich verursacht.
        Die gegenwärtige Krise ist nur eine von vielen zyklischen Krisen des Kapitalismus, die man leicht verkraften könnte, wenn man in den Boomphasen dazwischen Reserven zur Seite gelegt hätte, die man in Krisenphasen dann überbrückend einsetzen könnte.

        Das tun wir ja auch. Nur verfeuern wir geborgtes Geld, weil wir keine Reserven haben.
        Die haben wir nicht, weil wir seit rund 40 Jahren keine ausgeglichenen Haushalte mehr haben, die wir bis vor ca. 40 Jahren hatten.

        Seitdem leben wir auf Pump.
        Die jetzige Krise hat den Schuldenhimalya nur noch um ein paar hundert Meter aufgestockt.
        Zum Gebirge ist er bereits in den Jahrzehnten zuvor angewachsen.
        In den gleichen Jahrzehnten, in denen parallel dazu unsere Reproduktionsrate in den Keller rauschte.

        Eine interessante Entwicklung, die sich überall im Westen vollzog/vollzieht.

        Matriarchalisierung bedeutet Niedergang, zivilisatorischen Niedergang.

        *Aber die Sozial- und Pflegeleistungen als solche werden vor allem von Frauen erbracht, Kostenlos oder nicht wertgerecht entlohnt, weil der Wert an der Rendite festgemacht wird und diese Bereiche eben nicht als Teil der Wertschöpfungskette sind*

        Auch das ist nicht richtig.
        Pflegeleistungen werden nach Angebot und Nachfrage entlohnt, marktgerecht.
        Und kostenlos werden sie nicht erbracht.
        Sie meinen mit „kostenlos“ wohl die in der Familie erbrachten Leistungen?

        Dort aber entlohnt der erwerbsarbeitende Versorgerpartner diese Leistungen.
        Dass er das kann und will, ist übrigens ein wichtiges Attraktivitätsmerkmal für Männer und ein wichtiges Auswahlkriterium für Frauen.

        *Meiner Ansicht nach ist der erste Teil eine ziemlich unhaltbare Behauptung, der zweite Irrelevant. Schach passt Perfekt zum prozedural organisierten Männerhirn, hat aber mit anderen Anforderungen nicht viel zu tun.*

        Nur Männer sind in der Lage, Frauen mit Aussicht auf Erfolg gegen andere Männer zu verteidigen.
        Ohne sie verteidigende Männer sind Frauen Beute.

        Was ist daran unhaltbar?

        Zum Schach: Interessanter Artikel über Frau Pähts, eine der besten Schachspielerinnen Deutschlands, die mich sicher im Halbschlaf und volltrunken noch mühelos besiegen könnte.
        Das nur, falls Sie denken sollten, ich argumentierte pro domo.

        http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2001324

        Aus dem Artikel

        **Für den armenischen Großmeister Lewon Aronjan, der gestern im Duell der Superstars gegen den Russen Wladimir Kramnik remis spielte, ist das nur logisch. Er behauptet: „Frauen können kein Schach spielen.“ Dass ihm ausgerechnet seine Schwester das königliche Spiel lehrte, leugnet er nicht. Seine Meinung ändert dies in keinster Weise. „Frauen sind grundsätzlich viel zu emotional für Schach. Wenn sie richtig gut spielen wollen, müssen sie ihren Charakter ändern“, sagt Aronjan. Sie müssten ihre natürlichen Instinkte unterdrücken, sich männliche Tugenden aneignen.**

        Was der armenische Spieler hier beschreibt, entspricht auch meinen persönlichen Erfahrungen bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen Kommilitoninnen ereit waren, gegen einen Mann zu spielen.
        Es gab nur sehr wenige, die überhaupt die Regeln kannten und noch sehr viel weniger, die spielen WOLLTEN.

        Das ist ja auch interessant, dass eines der faszinierendsten Spiele der Menschheit so viel mehr Männer als Frauen anzieht.

        **So weit wird Elisabeth Pähtz mit Sicherheit nicht gehen. Doch sie stimmt Aronjan zu. „Schachspieler brauchen einen Killerinstinkt“, erklärt die 23-Jährige und nennt Beispiele, die sich auf dem Brett mit den 64 Feldern nachteilig auswirken könnten: „Frauen verlieben sich, Frauen bekommen Kinder, Frauen stillen und schlafen dann schlecht. Frauen sind weniger analytisch, sie geraten bei Zeitnot in Hektik und verlieren eher den Faden.“ Soll heißen: Frauen können sich weniger gut und schon gar nicht ein Schachleben lang einzig auf das Brettspiel konzentrieren.**

        Ja, ich denke, viele Geschlechterklischees haben einen wahren Kern.

        **Deshalb setzt sich Pähtz als Aktivensprecherin im deutschen Verband für die strikte Trennung der Geschlechter ein. „In der Leichtathletik gibt es ja auch getrennte Wertungen über 100 Meter. Frauen und Männer kann man einfach nicht vergleichen“, betont die zweifache Jugendweltmeisterin.**

        Das ist wieder interessant: „Gleichberechtigung“, indem man Frauen vor direkter männlicher Konkurrenz schützt.

        Beim Schach ist das möglich.

        Und im Berufsalltag?

        Muss man Frauen dann nicht privilegieren, ihnen Quotensänften zutragen, Männer diskriminieren, um diese Art „Gleichberechtigung“ zu schaffen?

        Aber hopla, das geschieht ja längst.

        **Die Dominanz der Männer, die nicht zuletzt gesellschaftliche Ursachen hat, akzeptiert sie nicht als Begründung, durchaus aber als weiteren Erklärungsansatz. Denn auch im Schach seien Männer – wie in den meisten Sportarten – körperlich im Vorteil und würden allein schon deshalb stärkere Leistungen bringen. „Lange Spiele sind für sie weniger ein Problem. Doch ich fange nach fünf Stunden an, Gespenster zu sehen. Dann geht es rapide bergab“, verdeutlicht Pähtz, warum die besten Frauen nicht die Spielstärke der Männer erreichen. Nur ganz selten schaffen sie es bis in die Weltspitze des Denksports. Eine Ausnahme ist Judit Polgar. Die Ungarin führt die Frauen-Rangliste an, ist als einzige Spielerin unter den Top 100 gelistet (Platz 27) und spielt in Dresden im Männerturnier.**

        Ah ja.

        Die Dominanz der Männer hat gesellschaftliche Ursachen.
        Sie sind aber trotzdem „körperlich“ überlegen, beim Schach.

        Weshalb es eine Frauenliga braucht.

        Was aber, wenn die gesellschaftliche Dominanz der Männer in ihrer „körperlichen“ Überlegenheit gründet und daher nur abzuschaffen ist, indem man Frauen begünstigt, fördert, privilegiert, eine Frauenliga schafft in allen Lebenslagen, Männer also ungleich berechtigt, Frauen bevorrechtigt?

      • Tut mir Leid, aber von Volkswirtschaft scheinen sie nichts zu verstehen. Das aktuelle monetäre System ist so aufgebaut, dass es nur über Kredite – Schulden – in Umlauf kommt.

        Die zyklischen Kriesen beschränken sich nicht auf kleine. Der erste und zweite Weltkrieg waren unmittelbare folgen, die letzte grosse zyklische Kriese konnte dann mit dem Aufkündigen von Bretton Woods und dem, eigentlich kaum wirklich gelebtem Keynesianismus verzögert (der Wirtschaftsboom der 80er). Schon in den 90ern gab es die nächste Kriese, der Deutschland durch das Herstellen von Kaufkraft durch die neugewonnenen Ostbürger noch einmal entkommen konnte.

        Die Deflation und die entsprechenden Folgen sind unvermeidlich. Aber das gefällt ihnen sicher ganz gut. Sie lieben ja die Idee, das eine Kultur sich mit Waffengewalt beweisen muss.

      • @BHD

        „Meines Wissens wurde das aktuelle monetäre System vollständig von Männern kreiert.“

        Der Vorteil von Geld ist ja, dass es die Tauschrate verbessert und Zwischenkosten wegfallen („Er braucht 3 Kühe und hat 5 Schweine, die ich will, ich habe aber nur 20 Bretter, also muss ich jemanden finden, der Bretter braucht und Kühe hat“). Durch virtuelles Geld wird das natürlich noch mal beschleunigt. Das monetäre System ist meine ich konkurrenzlos, auch wenn man sicherlich in der Finanzwirtschaft über geeignete Sicherheitsmaßnahmen nachdenken muss.

        „Das ist geradezu ein Bonmont für das was ich gemeint habe:
        > Vater Staat ersetzt den Versorgerehemann, Vater Staat, der sich sehr viel mehr von männlicher als weiblicher Arbeitsleistung ernährt.“

        Der Gedanke wird auch in „The Myth of Male Power“ von Warren Farrell sehr lang ausgeführt. Ich finde ihn gar nicht so fernliegend. Ein starker Staat ist ja auch sicherer, was den Frauen, die im Schnitt weniger risikobereit sind und durch Kinder auch eher in der Berufstätigkeit eingeschränkt sicherlich entgegenkommt.

        „Aber die Sozial- und Pflegeleistungen als solche werden vor allem von Frauen erbracht, Kostenlos oder nicht wertgerecht entlohnt, weil der Wert an der Rendite festgemacht wird und diese Bereiche eben nicht als Teil der Wertschöpfungskette sind.“

        Wobei dann auch wieder ein Ausgleich über das Familienrecht und den Staat erfolgt. Der Vorteil des Staates ist eben, dass er – im Gegensatz zu einem Ehemann – nicht weglaufen kann.

        „Uns geht es zunehmend schlecht, weil wir die Folgen eines auf und durch Männer errichteten Systems zu tragen haben, dass im interesse von Rendite Raubbau an allen wesentlichen Ressourcen treibt.“

        Da würde ich nicht so sehen. Das System ist durchaus auch auf Frauen ausgerichtet. Diese wollen ja billige Produkte, hohen Lebenstandard und Sicherheit. Frauen sind üblicherweise die ersten, die umziehen, wenn ein Land technologisch zurückfällt und sie Möglichkeiten in anderen Ländern sehen, gut zu leben. Sieht man ja schon in einigen Bereichen Ostdeutschlands im innerstaatlichen Bereich. Frauen sind am Schutz der Ressourcen auch nur interessiert, wenn sie sich dies leisten können und es ihnen nicht zu unbequem ist. Die Beteiligung der Frauen in dem Bereich mag etwas passiver sein, aber da Kunden eine Nachfragemacht haben, die das Angebot wesentlich strukturiert, ergibt sich durchaus eine Machtposition auch der Frau.

        “ Des weiteren hat „Durchsetzungsvermögen“ noch keine Werte geschaffen, es schafft vor allem Verlierer. Sie meinen, patriarchale Strukturen können „erschaffen“ aber überall, wo ein gleichberechtigtes System durch starke patriarchale Strukturen ersetzt wurde, kommt das Gebiet aus dem jeweiligen Sumpf nicht mehr raus. Von Innovation keine Spur.“

        Was wären den Beispiele solcher gleichberechtigter Systeme? Es bleibt hier mal wieder die Frage, was man als patriarchisches System definiert. Wenn dies auch die „westliche Welt“ umfasst, dann ist dort zumindest der allergrößte Teil der technischen Innovation vorzufinden.

      • > Durch virtuelles Geld wird das natürlich noch mal beschleunigt. Das monetäre System ist meine ich konkurrenzlos, auch wenn man sicherlich in der Finanzwirtschaft über geeignete Sicherheitsmaßnahmen nachdenken muss.

        Es geht ja nicht um Geld an sich, sondern um die Fehlende Umlaufsicherung. Regelmässig passiert folgendes: Fast alle haben die gleiche Ausgangsituation, es besteht hoher Bedarf an Sachkapital, Leistungen und Lebensmittel. Geld wird in Umlauf gebracht und der Zinseffekt zieht es dann nach oben, wo es aus dem Kreislauf verschwindet. Man arbeitet dagegen an, indem man mehr Geld in Umlauf bringt (immer in Form von Krediten) aber irgendwann kippt das System ud es kommt zu Deflation und dann zu Konflikten.

        Dieses System ist nicht konkurrenzlos, aber die Konkurrenz wird recht aktiv bekämpft. (Vergleiche „Das Wunder von Wörgl“)

      • @BHD: Deine Beschreibung ist etwas unklar, Geld verschwindet nicht so einfach aus dem Kreislauf, den niemand hat ein Interesse daran Geld zu halten. Man möchte es ausgeben, entweder in Schleistungen oder in Wertpapiere. Was ist also dein Oben wohin das Geld verschwindet?

  6. @ Roslin
    Dem ist nichts hinzuzufügen. Was der Feminismus mit der Familie gemacht hat, mit den Vätern und Söhnen ist nicht wieder gutzumachen.

    Ich glaube ein großes Verbrechen war es, alle Männer nur als pervertierte, sexuelle Sadisten darzustellen, die ihren sexuellen Reiz nur in der Ausbeutung, Erniedrigung – wie auch immer – der Frau ziehen können.

    Es wäre auch interessant das Thema der Vaterschaft zu bearbeiten. Und vor allem den tiefen Wunsch sehr vieler, auch emanzipierter Frauen zwischen 30 und 40, Kinder zu bekommen.

  7. @Bad Hair Days

    „“Meines Wissens wurde das aktuelle monetäre System vollständig von Männern kreiert.““

    Das ist wohl so. Mitgetragen aber wird es von Frauen genauso wie von Männern. Frauen scheinen lediglich andere Strategien zu wählen, um sich ihren Teil vom Kuchen, sprich ihren Teil der Rendite zu sichern.
    Wenn das monetäre System (fast) ausschliesslich von Männern kreiert wurde, bedeutet das nicht, dass Frauen ohne Einfluss gewesen wären.
    Wer die Ansicht vertritt, dass diese Welt eine durch und durch männlich geprägte sei, zumindest was den ausserhäuslichen Bereich anbelangt, der sollte dann konsequenterweise auch alles Positive männlicher Schaffenskraft zurechnen.

    „“Aber die Sozial- und Pflegeleistungen als solche werden vor allem von Frauen erbracht, Kostenlos oder nicht wertgerecht entlohnt, weil der Wert an der Rendite festgemacht wird und diese Bereiche eben nicht als Teil der Wertschöpfungskette sind.““

    Es sind aber vor allem Männer, welche die Sozialleistungen finanzieren. Richtig aber ist, dass Pflegeleistung, insbesondere wenn sie auf privater Basis erfolgt, nicht in angemessener Weise gewürdigt, insbesondere die Leistung nicht angemessen entlöhnt wird. Es ist aber kontraproduktiv, diese Erkenntnis in einen Geschlechterkapf zu zwängen. Das vernebelt nur den Blick für die von dir angedeuten Ursachen.

    „“Schach passt Perfekt zum prozedural organisierten Männerhirn, hat aber mit anderen Anforderungen nicht viel zu tun.““

    Schach wird von sehr vielen Männern, aber wenig Frauen gespielt. Darum sind fast alle Weltklassespieler Männer. Der Anteil der Frauen im Grossmeisterbereich entspricht ziemlich genau dem, was aufgrund der dünnen Basis (schachspielende Frauen) auch bei gleicher Eignung zu erwarten wäre.
    Wenn Brasilien im Fussball regelmässig gegen Liechtenstein gewinnt, braucht eine Erklärung nicht mehr als die offensichtliche Tatsache, dass die Basis, aus dem die Talente ausgesiebt werden, in Brasilien mit seinen etwa 100 Millionen Einwohnern um ein Vielfaches grösser ist als in Liechtenstein mit seinen drei Dutzend.

    Grundsätzlich aber halte ich es für falsch, negative Eigenschaften wie Rücksichtslosigkeit, Profitgier und Aggressivität pauschal, essentialistisch, als männliches patriarchales Prinzip zu deuten. Vielmehr sind Männer genauso wie Frauen den Sachzwängen des Systems unterworfen. Wer hier den Frontverlauf zwischen Männern und Frauen zieht, der denkt in den falschen Kategorien. Viel naheliegender und logischer sind die Kategorien der sozialen Klassen, entlang derer sich gemeinsame Interessen festmachen lassen.

  8. @ BHDs

    *Tut mir Leid, aber von Volkswirtschaft scheinen sie nichts zu verstehen. Das aktuelle monetäre System ist so aufgebaut, dass es nur über Kredite – Schulden – in Umlauf kommt.*

    Das jetzige monetäre System produziert so viele Spekulationsblasen, WEIL wir seit Jahrzehnten in die Verschuldung gehen, um einen Wohlstand zu finanzieren, der gar nicht real ist, sondern nur schuldenfinaziert vorgegaukelt werden kann.

    Hauptsache, es hält bis zur nächsten Wahl.

    Es ist mehr Geld in Umlauf als durch Güter/Dienstleistungen abgedeckt.
    Die Geldmenge ist schneller gewachsen als die reale Menge der Güter/Dienstleistungen und dieses „überflüssige“ Geld flottiert um den Globus, sucht Anlagemöglichkeiten, findet keine, wird in immer undurchsichtigeren „Wertpapieren“ geparkt, die selbst zum Handelsgut werdend, diesen Geldüberschuss für einige Zeit aufsaugen bis ihre inhärente Wertlosigkeit offenbar wird.

    Die Blase platzt und wird mit noch mehr Schulden aufgefüllt, weil der Offenbarungseid einige Illusionen und Kartenhäuser einstürzen ließe.

    Wenn es gut geht, woran ich zweifle, werden wir durch jahrzenntelange Inflation die Lage bereinigen können.

    Wenn nicht, bricht das System chaotisch zusammen.
    Eine Katastrophe wäre das.

    Wir sind in die Verschuldung gegangen, um z.B. den Öffentlichen Dienst aufzublähen, der eine Fülle unproduktiver Arbeitsplätze bereitstellte.
    60 % des Arbeitsplatzzuwachses seit 1970 fand im ÖD statt, 60% der neugeschaffenen Stellen gingen an Frauen, die so, nach wie vor, das unproduktivere, das alimentiertere, das abhängigere Geschlecht sind.

    Nur werden sie jetzt nicht mehr vom Ehemann, sondern vom Staat versorgt, vom Sozialstaat, der ja auch in diesen Jahren aufgebläht wurde, immer mehr an Konsumption erlaubt, die nicht erarbeitet, nicht gedeckt ist.

    Auch hier: Frauen zahlen viel weniger ein, erhalten viel mehr heraus, aus allen sozialen Systemen.
    Auch hier sind Frauen nach wie vor das versogtere, das alimentiertere Geschlecht.
    Der „Ehemann“ Sozialstaat versorgt Frauen und Männer finanzieren das.

    Bis jetzt noch.
    Das können sie aber nicht mehr lange.
    Dank Bildungsmisere wächst die Arbeitslosigkeit der jungen Männer rapide.
    Und Frauen ersetzen sie nicht.
    Die Belastungen werden wachsen durch Überalterung: mehr Pflegebedürftige, mehr Rentner, weniger produktiv Arbeitsfähige.

    So wird sich das dieser Staat nach Lage der Dinge nicht mehr lange leisten können.

    *Die zyklischen Kriesen beschränken sich nicht auf kleine. Der erste und zweite Weltkrieg waren unmittelbare folgen, die letzte grosse zyklische Kriese konnte dann mit dem Aufkündigen von Bretton Woods und dem, eigentlich kaum wirklich gelebtem Keynesianismus verzögert *

    Wie schaffte es denn der Kapitalismus, als einziges Wirtschaftssystem, Massenwohlstand zu erzeugen in den letzten 100 Jahren TROTZ zweier Weltkriege?

    Überall dort, wo er den maroden Sozialismus ablösen konnte?

    Das kommt ja der wunderbaren Brotvermehrung gleich.

    *Aber das gefällt ihnen sicher ganz gut. Sie lieben ja die Idee, das eine Kultur sich mit Waffengewalt beweisen müss.*

    Wo hätte ich denn eine solche Aussage getroffen?
    Ich hoffe, sie haben ein Zitat von mir zur Hand, das mir belegt, wie Sie zu dieser Behauptung kommen.
    Dann könnte ich sie wenigstens noch für einen Irrtum halten.
    Denn so denke ich nicht.

    Kriege sind Katastrophen, gerade und besonders für Männer.
    Es sind Männer, die als tote Soldaten fast unter sich in den Gräbern liegen.
    Falls sie überhaupt eines bekommen.
    Es sind Jungen/Männer, die auch 2/3 der toten Zivilisten stellen

    Nein, Kriege sind keine Veranstaltungen, die ich schätzte, schon gar nicht Kriege für eine „Kultur“, die ihre Männer, die Männlichkeit verachtet.
    Für die sollen jene einstehen, die von ihr profitieren.

    Ohne Begründung/Beleg für Ihre Behauptung ist sie für mich nichts weiter als eine bösartige, diffamierende Unterstellung.

    Und so was nehme ich übel.

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