Einsichten

Die Bar-Bedienung ist hübsch. Schwarze Haare bis zur Schulter, große Augen, ein sympathisches Lächeln. Sie hat eines dieser sehr langen Shirts an, dass viel von den Schultern frei gibt, aber eigentlich keinen Auschnitt hat, wenn man es richtig trägt.

Ich setzte mich mit einem Mädel zu ihr an die Bar und wir unterhalten uns etwas als sie fragt, was wir trinken wollen. Sie war gerade im Urlaub und ich lobe die dort erworbene Bräune, wobei ich dies nutze um meine Begleiterin etwas damit aufzuziehen, dass sie, die eigentlich auch aus einem südlicherem Land kommt, im Gegensatz ja schon fast bleich ist.

Die Bedienung lehnt sich auf die Bar und erzählt etwas von ihrem Urlaub. Dabei rutscht der Shirt-Ausschnitt von den Schultern und fällt etwas nach vorne.  Sie bleibt so, während sie weiter erzählt. Einen schönen BH hat sie an. Ihre Brüste sehen passend zur sportlichen Figur klein, aber fest aus, soweit man sie erkennen kann. Nicht, dass nicht alles ordentlich verpackt wäre, der BH ist blickdicht. Aber es ist trotzdem ein netter Anblick.

Gleichzeitig bringt es mich zu der Überlegung inwieweit ein solcher Einblick immer gesteuert ist und bewusst gewährt wird. Wir Männer denken sicherlich mehr über Brüste nach als Frauen, aber nichts desto trotz ist das Problem eines großen Ausschnitts oder einer Verlagerung der Einblicksrichtung für Frauen, die so etwas tragen, alltäglich.

Die Pickup-Schlußfolgerung wäre einfach: „Sie will was.“ Das ist immer eine gute Schlußfolgerung, ob sie etwas will oder nicht, weil man dadurch mehr Chancen wahrnimmt.

Aber mich würde eine etwas weniger zielorientierte Betrachtung interessieren:  Wie bewusst sind sich Frauen, wie viel ihres Körpers man sieht?

6 Gedanken zu “Einsichten

  1. Hm, ich wäre mir da ja nicht so sicher. Es gibt ja angeblich Untersuchungen von Psychologen, nach denen diese Art von Kommunikation meist schiefläuft. Sprich: Männer sehen einladende Gesten von Frauen, wo diese nicht meinen, welche zu geben.
    Es sei denn unbewusst?

  2. @El Mocho

    Sicher bin ich mir auch nicht. Deswegen frage ich ja. Es geht sicherlich Frauen auch so. Ich habe mich auch schon nett mit welchen unterhalten und einfach ein gutes Gespräch gehabt und die waren hinterher entsetzt, dass ich gar nichts wollte, ich hätte mich ja so interessiert mit ihnen unterhalten (war allerdings eher vor der Pickup-Zeit, heute nehme ich solche Signale besser war und kommuniziere meist deutlicher).

    Vielleicht gibt ja eine Frau hier noch mal eine weibliche Perspektive.

  3. dann mal meine meinung, aus weiblicher perspektive: frau ist sich dessen sehr, sehr bewusst. natuerlich kann es passieren, beispielsweise nach ausgiebigem alkoholgenuss, dass ein rock hoeher rutscht als er sollte, und man bzw. frau sich dessen nicht im klaren ist. (unterbewusst koennte der zu kurze rock allerdings auch zeigen, „hey, ich will mehr, sprich mich an“.)

    bezueglich ausschnitt – ich glaube, so gut wie jede frau ueberlegt mehrfach, wieviel sie zeigen will, wieviel „angemessen“ ist, etc. schließlich ueberlegen wir uns auch die passende unterwaesche, falls mal etwas zu viel aufblitzen koennten – im grunde denken frauen also wahrscheinlich sogar mehr ueber brueste nach, als maenner.

  4. @Queen of Maybe

    Danke für den Einblick, diesmal in die weibliche Denkweise. Ich hatte mir auch gedacht, dass so etwas, selbst wenn es bei einem Shirt ist, dass normalerweise keinen Ausschnitt hat, passiert ist, nicht ganz ohne zumindest unterbewusste Hintergedanken passiert.
    Das Frauen ihre Kleidung meist sehr sorgfältig aussuchen, gerade was das Hautzeigen angeht würde ich auch sagen. Es ist mitunter ganz interessant die Überlegungen nachvollziehen, zu welchen Gelegenheiten sie mehr zeigen und zu welchen weniger.

  5. @queen of maybe

    Stimme Dir voll und ganz zu.

    Frauen sind sich dessen sehr, sehr bewusst.

    Bedenkt man alleine die Zeit, die sie aufwenden, um sich mit Kleidung, Schmuck, „Kriegsbemalung“ etc. zu beschäftigen.

    Es geht darum Macht über den Blick der avisierten, der erwünschten Männer zu gewinnen, sie durch Signalsetzung zum „Jagen“ zu ermuntern.

    Das „Opfer“ des „Jägers“ zeigt ja mehr oder weniger subtil an, von wem es gejagt werden will, ist selber Jäger.

    Das Problem dabei: Oft fühlen sich Männer als „Jäger“ angesprochen, die gar nicht gemeint waren.

    Daraus ergeben sich jede Menge Missverständnisse, die Frauen bequemerweise heute so verarbeiten, dass man alle Schuld, alle Verantwortung auf Männer abwälzt, wie man es von jener Sündenbockideologie, die unter dem Oberbegriff „Feminismus“ firmiert („Männer-sind-böse-Täter-Frauen-ihre-unschuldigen-Opfer-Ideologie“) gerlernt hat.

    Was ja auch hochgradig bequem ist.

    Für Frauen.

  6. @Roslin

    Interessant, wie sieht das denn in der Realität aus?

    „Hey, du siehst hübsch aus, möchtest du was trinken?“
    „Aaaaaaahhh ein Täter!“ 😀

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