Schwarzer will für Bild von Kachelmann-Prozess berichten

Auf dem Blog von Frau Schwarzer (bekanntlich ja Deutschlands Feministin Nr. 1) lese ich gerade, dass sie bei einigen Verhandlungen gegen Kachelmann dabei sein will und ihre Berichte dann in der Bildzeitung veröffentlichen will.

Die Wahl der Bild, nicht gerade für Feminismus bekannt, begründet sie damit, dass in den anderen Blättern die Meinung des Opfers nicht ernst genommen wird und 12 Millionen Leser eben 12 Millionen Leser sind.

Zu dem Prozess folgt dann:

Ich werde in Mannheim dabei sein und einige der Verhandlungen im Saal 1 des Landgerichtes mitverfolgen. Denn manchmal muss man etwas selber erleben und darf sich nicht nur mit Informationen aus zweiter Hand begnügen. (…) Ob die drei Berufsrichter und zwei LaienrichterInnen allerdings je die Wahrheit herausfinden werden, das ist keinesfalls garantiert. Noch steht Aussage gegen Aussage. Nur noch nicht bekannte Fakten könnten wohl die Waagschale der Justitia zugunsten Kachelmanns senken – oder zugunsten der Ex-Freundin. Doch unabhängig von der Wahrheit dieser Nacht ist schon jetzt eines klar. Hier verhandelt eine ganze Nation anlässlich dieses einen Prozesses über die Frage: Ist sexuelle Gewalt in Beziehungen Privatsache? Oder ist sie ein Verbrechen?

Interessant finde ich, dass sie die anderen Blätter rückt, weil sie die Sicht des Opfers nicht darstellen und dann als wesentliche Frage ebenfalls eine Vorverurteilung ausspricht. Denn das Sadomaso-Sex kein Verbrechen ist ist klar und keine Frage, die sich die Gesellschaft stellt (oder irre ich da?). Demnach kann die Aussage nur so zu verstehen sein, dass sie hier in jedem Fall davon ausgeht, dass Kachelmann unzulässige Gewalt ausgeübt hat. Jetzt ist nur die Frage für sie, ob das privat bleibt oder bestraft wird, wie es sich gehört.

Das Schwarzer das Wesen eines Strafprozesses noch nicht erkannt hat, wird auch offenbar: In einem Strafprozess muss dem Beschuldigten bewiesen werden, dass er schuldig ist. Wenn man es ihm nicht beweisen kann, dann braucht er keine weiteren Tatsachen, die seine Unschuld beweisen, sondern ist freizusprechen. Dabei steht auch nur indirekt Aussage gegen Aussage. Kachelmann ist Beschuldigter, kann also nur angehört werden. Seine Ex-Freundin ist Beweismittel in Form des Zeugenbeweises. Ist ihre Aussage glaubhaft und sie glaubwürdig, also insbesondere nicht durch die Gutachten zu erschüttern, dann reicht das als Beweis durchaus aus.

Objektive Berichterstattung wird man wohl von ihr nicht erwarten können.

5 Gedanken zu “Schwarzer will für Bild von Kachelmann-Prozess berichten

  1. Alice Schwarzer hilft der höchst-wahrscheinlichen Falschbeschuldigerin.

    Falsch Beschuldigen heißt, einen Mann seelisch vergewaltigen.

    Wir sollten doch nicht auch hier wieder dem weiblichen Opfernarzissmus huldigen.
    Einen Mann bewusst falsch zu beschuldigen, ist für diesen Mann oft genug eine seelische Vergewaltigung, eine Lebenskatastrophe.
    Es braucht nicht viel und er verliert in allen seinen sozialen Bezügen sein Ansehen, verliert seine Familie, seinen Beruf.
    Welcher Arbeitgeber beschäftigt gerne einen Vergewaltiger, welcher Verein hat so einen gerne zum Mitglied, wer möchte einen Vergewaltiger zu seinen Freunden zählen, wer mit einem verheiratet sein?
    Das Wörtchen „mutmaßlich“ zählt doch nicht.
    Eine langwierige Ermittlung, gar ein Prozeß, sie genügen, um einen Mann zu vernichten, selbst wenn am Ende ein Freispruch erster Klasse stehen sollte.
    Falsch zu beschuldigen ist ein schweres Verbrechen, das aber gerade unter Frauen als Lappalie gilt.
    Das kann man ja mal machen, um einem Kerl eins auszuwischen, im Privatleben und wohl auch im Berufsleben.

  2. @Hiller

    Klar, ich denke die Folgen einer Falschbeschuldigung sind den Leuten schon klar. Ebenso wie die Folgen einer Vergewaltigung.
    Aber in einem Rechtsstaat bleibt nun einmal nicht viel anderes übrig als bei entsprechenden Anschuldigungen ein Verfahren zu führen.

    Ich halte die Aussage, dass Falschbeschuldigungen unter Frauen als Lappalie gelten auch für vollkommen falsch. Es bringt hier nichts zu verallgemeinern und in Frauenhass zu verfallen. Den allermeisten Frauen ist bewußt, dass Falschbeschuldigungen eine Leben ruinieren können. Ebenso wie die allermeisten Männer nie eine Vergewaltigung begehen würden und die Ansicht „Alle Männer sind Vergewaltiger“ Männerhass ist.

  3. Pingback: Urteil im Fall Kachelmann gegen Claudia Dinkel auf Schadensersatz (OLG Frankfurt, 28.09.2016, 18 U 5/14 | Alles Evolution

Schreibe eine Antwort zu Herbert Hiller Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.