100. Beitrag bei Alles Evolution

Der gestrige Beitrag „Steinzeitmensch und moderner Mensch“ war der 100. Beitrag in diesem Blog. Hätte gar nicht gedacht, dass es so schnell geht.

Ich genieße die Freiheit, die der eigene Blog einem zum Ausbreiten der eigenen Gedanken bietet. Kommentieren, gerade auf einem großen bereits etablierten Blog, bietet einem zwar (noch) ein größeres Publikum und auch mehr Diskussionsteilnehmer, aber es macht einen abhängig von den dortigen Blogbetreibern, was gerade in Geschlechterfragen schnell Zensur bedeutet.

Das Bloggen lässt einem zudem die Themen selbst bestimmen und man muss nicht auf eine günstige Gelegenheit anbieten. Zudem gibt es einem die Möglichkeit durch Links wesentlich effektiver auf frühere Artikel zu verweisen und so die Argumente zu vertiefen, die man sonst häufig nur mitdenkt.

Ich liebe zudem die entstandenen Kommentardiskussionen. Auf 100 Artikel kommen immerhin 902 Kommentare, was kein schlechter Schnitt ist (auch wenn die Hälfte von mir selbst ist). Hier also noch mal ein Dank an alle Mitkommentatoren wie  Thomas, Eckelbaron (Blog), Salvatore, Seppo, Bad Hair Day (Blog), Bigmouth, El Mocho, georgi, Manifold, ajk, Heinz, James und gerade auch die ein oder andere weiblichen Leserin, die hier kommentiert hat.

Da 100 Beiträge ein guter Zeitpunkt für einen Zwischenstand ist:

  • Welche Themen würden die werte Leserschaft interessieren? Mehr Game, mehr Biologie, mehr Geschlechtersachen?
  • Was habe ich vollkommen falsch verstanden? Wo liegen die größten Fehler bei meinen Ansichten? Welchen Gedanken sollte ich weiter ausbauen?
  • Welchen Artikel fandet ihr am besten oder am schlechtesten?
  • Welche Blogs sollte ich in die Blogroll aufnehmen oder könnten mich sonst interessieren?
  • Bin ich ein sexistisches Schwein (so aus feminstischer Ecke) oder doch eher ein weißer Ritter (so Manifold)?

8 Gedanken zu “100. Beitrag bei Alles Evolution

  1. Hallo Christian,

    vielen Dank für die Blumen und herzlichen Glückwunsch!

    Zum 100. Geburtstag Deines Blogs würde mich interessieren, wie Du auf das Thema Evolution als Grundgedanken für Deinen Blog gekommen bist.

    Ich meine aus Deinen Posts herausgelesen zu haben, dass Du mit den Veröffentlichungen von David DeAngelo bekannt bist. Jedenfalls erwähnst Du viele der Leseempfehlungen von DeAngelo: beispielsweise von Matt Ridley „The Red Queen“, das Werk von Geoffrey Miller „The Mating Mind“.

    Kennst Du „Dangerous Men and Adventurous Women“ von Jayne Krent, „How to Succeed With Women By Being A Jerk“ von F.J. Shark „Endless Rapture“ von Helen Hazen … und „Bad Boys“
    von Margie Palatini, und falls ja, würdest Du der Aussage zustimmen, dass einige dieser Werke Beipspiele für die praktische Umsetzung der im letzten Absatz genannten Werke beinhalten?

    Beispielsweise werden in „Dangerous Men and Adventurous Women“ einige Grundprinzipien und Arbeitsweisen von Liebesromanautoren zusammengefasst. Ein sehr erfolgreiches darin aufgezeigtes Handlungsmuster ist die Darstellung eines gefährlichen Männertyps, z. B. eines Bikers, Vampyrs oder Piraten, der von der abenteuerlustigen Frau durch ihre sexuelle Anziehungskraft „gezähmt und unterworfen“ wird.

    Diese Muster sind in Kinofilmen immer wieder ausserordentlich erfolgreich: Die Twilight-Saga ist bei jungen Mädchen sehr beliebt. Vor einigen Jahren waren es die „Pirates of the Caribbean“-Filme.

    Wie ist es Deiner Meinung nach zu erklären, dass in den letzten 10-20 Jahren Schnulzenfilme und TV-Serien, in denen der männliche Part eher unsicher, etwas vertrottelt, und deutlich weniger dominant dargestellt wird, so erfolgreich sind.
    Z.B. sind hier „Sex and the City“, „Desperate Housewives“, Hugh-Grant-Filme usw. zu nennen.

    Soweit ich mich erinnere waren gerade Hugh-Grant-Filme vor zehn Jahren ein sehr populär. Der Hauptdarsteller selbst war aber nie besonders dominant, erfolgreich, selbstbewusst, physisch beeindruckend, oder souverän.

    Mich würde interessieren, wie sich deiner Meinung nach diese widersprüchliche Entwicklung erklären lässt.

    Kann es sein, dass sich durch diese erfolgreichen schwachen Männertypen auch ein verändertes weibliches Partnerwahlverhalten zeigt, welches andeutet, dass sexuelle Anziehung auch durch das Umfeld beeinflusst wird? Deutlich mehr, als es durch einen rein evolutionären Ansatz erklärbar wäre?

    ———————————————————

    Woher kommt es Deiner Meinung nach, dass sich feministische Denkansätze in den letzten Jahren („gefühlt“) so sehr in den Populärmedien durchgesetzt haben?
    ———————————————————

    Das waren nun ein paar Anregungen. Generell würde ich aber sagen: Weiter so!

  2. Nachtrag:

    Derzeit interessiert mich besonders die politische und gesellschaftliche Umsetzung des „Gender-Mainstreaming“-Gedankens.

    Ich finde es löblich, dass Dein Blog diesen Gedanken sachlich beurteilt, ohne in einer emotionalen Art and Weise an das Thema heranzugehen. In einigen Maskulistenforen herrscht hierzu leider eine allzu jammernde Diskussionsführung vor. Ebenso zeigen viele feministisch angehauchte Blogs (maedchenmannschaft und maedchenblog) eine zu polemisierende Diskussionsführung, bei der gerne entgegenstehende Ansichten einfach zensiert werden.

    Konkret frage ich mich:
    -Ist es aus psychologischer Sicht sinnvoll, durch politische Programme in die Berufswahl, die ja auch Ausdruck evolutionär begründeter Vorlieben ist, „gestaltend“ einzugreifen?

    – Haben diese Programme (girls-day, boys-day, Frauenquoten und Frauenförderung) eventuell Auswirkungen auf unser Partnerwahlverhalten?

    – Führt das zu geändertem Beziehungsverhalten? Und falls ja, führt das zu einer höheren Zufriedenheit in den Beziehungen, oder ist es aus evolutionärer Sicht begründet zu sagen, dass dieses „künstlich herbeigeführte“ Beziehungsverhalten langfristig zum Scheitern führen muss, da es entgegen unserer evolutionären Grundprogrammierung steht?

  3. @Seppo
    Vielen Dank!
    Wie ich zu den Themen gekommen bin wollte ich eh mal zum Thema eines Beitrages machen, aber die Kurzfassung ist, dass ich eine Freundin hatte, auf die alle Frauenklischees sehr gut zutrafen. Zufällig fiel uns ein Buch von John Gray „Männer sind anders, Frauen auch“ in die Hände und es traf alles auf unsere Beziehung zu. Dort wurden Pease und Pease empfohlen. Ich habe es verschlungen und mit „Brain Sex“ nachgelegt, dass ich noch wesentlich besser fand. Irgendwie kam von den Unterschieden zwischen Mann und Frau das Thema Mann und Frau an sich dazu, über Gruner „Frauen und Kinder zuerst“ über Arne Hoffmann und Warren Farrell. Teilweise hat das mein Datingleben eher komplizierter gemacht würde ich sagen, aber es war auch viel nachdenken über die Geschlechterrollen dabei. Pickup kam irgendwann in den Medien auf und ich dachte mir, dass es kein Erfolgsrezept geben kann, dass es Blödsinn sein muss ohne mich weiter damit zu beschäftigen. Dann lass ich eine Besprechung, in der stand, dass sich Feministinnen beschwert hätten, dass das System unfair wäre, weil es zu effektiv sei. Am nächsten Tag hatte ich mir etwas von Neil Strauss besorgt und danach so ziemlich alles was ich bekommen konnte.
    David DeAngelo hatte in der Tat Dawkins, Ridley und Miller empfohlen und mein früherer Lesestoff und dieser neue Lesestoff fügten sich wunderbar zusammen.
    Kent und Hazen kenne ich glaube ich nicht Shark hatte ich gelesen meine ich. Aber wenn sie die üblichen Pickup Texte darstellen, dann passt es perfekt zusammen. Pickup ist geradezu der Beweis, dass die Evolutionäre Biologie richtig liegt. Miller war ja auch bei der „Dating Gurus“ Serie dabei. Ich wüßte gern ob er vor seinen Bücher schon Kontakt mit der Pickup-Szene hatte. Wenn nicht muss sich ihm da auch eine Welt aufgetan haben. Ich würde gern was von ihm dazu lesen, lese gerade „Spent“ von ihm, dass sich mit Marketing und Evolution beschäftigt.

    Sex and the City: Die attraktiven Männer wie Mister Big waren sehr dominant. Mister Big ist ein absoluter Alphamann. Alle Klischees erfüllt.

    Desperate Housewives: Kenne ich nicht so gut, aber die attraktiven Männer lassen sich denke ich da durchaus auch einordnen. Zudem darf man nicht vergessen, was die Serie bewirken soll. Sie soll Frauen ein gutes Gefühl über sich selbst geben , möglichst viele Dramen aufzeigen, möglichst komplizierte Beziehugnsgeflechte aufbauen. Die Männer müssen nicht unbedingt als sexy wahrgenommen werden. Die die allerdings sexy sein sollen, werden auch „Männer“ sein.

    Hugh Grant ist in seinen Filmen nicht auf sexuelle Attraktivität ausgerichtet. Er ist quasi „Komfort“, in einer romatischen Komödie soll der Sex eben nicht hervorgehoben werden.
    David DeAngelo etc. sagen ja auch häufig genug, dass Frauen die schlechtesten Anmachtipps geben, weil sie sich nicht bewußt sind, was sie sexuell anmacht, sondern sexuelle Anziehung bei ihren Tipps voraussetzen. ich hatte hier schon mal das Bild verwendet, dass man einen Mann auch nicht fragt, wie die Frau sich am besten schminkt, sondern lediglich, ob das Endresultat gut ist.

    Ich habe eher das Gefühl, dass es in letzter zeit wieder sexueller wird. Die jungen Schauspieler, die als sexy gelten, brauchen heute wesentlich mehr Muskeln und das auftreten ist auch eher härter geworden. Butler zB ist etwas ganz anders als Hugh Grant, spielt aber auch romantische Komödien.

    Feminstische Denkansätze profitieren denke ich vom Gentlemangedanken und von der Vorstellung das ein Mann nicht benachteiligt sein kann und sich nicht beklagen darf. Zudem haben sie den Vorteil, dass Gleichberechtigung eben modern ist und die Frau im denken benachteiligt ist, was eben auch aus dem obigen Gedanken folgt und jeder Widerspruch dagegen, auch wenn er nur eine andere Gleichberechtigung will, unmodern und unterdrückend ist.
    Ich denke aber Feminismus selbst in seinen Spielarten wie Queertheorie geht den meisten zu weit. Ihnen fehlt aber der theoretische Unterbau um etwas dagegen zu sagen. Und die Lust. Feminismus hat sich in der Theorie von der Basis entfernt und führt ein Elfenturmdasein.

  4. @Seppo

    Zu den weiteren Fragen:
    -Politischer Eingriff in die Berufswahl:
    Jein. Ich denke es kann schon etwas bringen Leute für bestimmte Berufe zu motivieren. Es gibt ja auch genug Frauen, die am „männlichen“ Ende der Gaussschen Verteilungskurve sind. Wenn Leute in dem Bereich benötigt werden, dann sollte dies nicht nach dem Geschlecht, sondern nach Fähigkeit verteilt werden. Es ist aber recht utopisch Leute in berufe drängen zu wollen, die sie nicht wollen und für die sie nicht befähigt sind. Vielleicht sollte man einfach mehr auf bestimmte Fähigkeiten testen und danach Berufsvorschläge machen, die dann unabhängig vom Geschlecht sind. Frauen, die gut in Chemie sind, studieren häufig Pharmazie, weil sie sich besser in einem helfenden Bereich vorstellen können als in einem Labor. Diese davon zu überzeugen, dass Chemiker auch kein schlechter Beruf ist halte ich für nicht verkehrt. Wenn man unter Gender Mainstreaming die Abschaffung der Geschlechter und das Gleichmachen bezüglich der Fähigkeiten ansieht, also nach dem Prinzip „Wir fördern solange bis 50% der Physikstudentinnen weiblich sind“ dann halte ich hingegen nichts davon.

    – Partnerwahl und Förderprogramme
    Der Gesellschaft sind viele der Förderprogramme glaube ich herzlich egal. Natürlich treten Probleme dadurch auf, dass eine Frau meistens einen Mann mit gleichem oder höheren Status will und das sie ein wesentlich schmaleres Fenster hat, was Kinder angeht, aber das ist lösbar. Ein Problem von Frauen in höheren Berufen ist glaube ich, dass sie meinen die Geschlechterrollen beliebig umkehren zu können und nicht berücksichtigen, dass zB der Hausmann wesentlich weniger akzeptiert ist als die Hausfrau und dies ausgeglichen werden muss und das sie Statusgewinn nicht sexier macht.
    ich glaube, dass die Wirtschaftsetagen deswegen männlich ausgerichtet sind, weil diese Arbeit in solchen Bereich gut zu der Art passt, wie Männer denken. Konkurrenz, Sachlichkeit, Wettkampf, dass alles passt. Quoten werden gerade Frauen nach oben spülen, die männlich denken und damit keine Probleme haben. In Norwegen zB hat sich gezeigt, dass die dortige Quote für Aufsichtsräte zum einen zu sehr jungen weiblichen Aufsichtsräten und zum anderen zu einigen Frauen in sehr vielen Aufsichtsräten geführt hat.

    Ich glaube man kann vieles möglich machen – ein Hausmann kann für seine Frau auch Status ausserhalb des Berufes erlangen. Aber es könnte helfen sich die Probleme bewusst zu machen, die geänderte Rollen mit sich bringen.

    Evolution hat bestimmte Vorlieben und Fähigkeiten geschaffen, nicht die Rollenverteilung an sich. Wenn man es in der Beziehung schafft, diese Vorlieben und Fähigkeiten zur Geltung zur bringen und zu erfüllen, dann kann es auch in geänderten Rollen klappen. Sie muss ihn eben deutlich machen, dass er gerade durch das, was er tut Status erlangt oder er muss sich ein Hobby suchen, indem er Bestätigung erfährt und Status aufbaut. Es ist nur etwas schwieriger und wird deswegen häufig scheitern.

  5. Also ich finde es gut, dass es überhaupt mal einen Blog gibt, auf dem wissenschaftsorientierte Sichtweisen vertreten werden, im Gegensatz zu den vielen ideologisch rechts oder links oder neoliberal oder multikulturalistisch ausgeriechteten Sachen.

  6. @seppo

    Hugh Grant hat mich nicht recht ruhen lassen, ich habe über die Sache nachgedacht, in ein Paar Filme reingeschaut und ich revidiere meine Einschätzung etwas:

    Hugh Grant hat eine unglaubliche Körpersprache und dieses leicht distanzierte des englischen Gentlemans, dass ihn immer so aussehen lässt als habe er die Kontrolle. Es transportiert Status und eine leichte, aber freundliche Überheblichkeit. In bridget Jones ist er in vielen Punkten sehr männlich, dass wird dann um des Gags willen wieder etwas abgefangen, indem er von einem Boot ins wasser fällt. In Notting Hill ist es gerade der Umstand, dass er erkennt wer sie ist aber seinen Mann steht indem er sich normal verhält. Zuerst sagt er ihr, dass das von ihr ausgewählte Buch schlecht ist und empfiehlt ein anderes, dann geht er sehr souverän mit einem Ladendieb um, dann folgt etwas cocky and funy in Bezug auf ein Buch mit Autogramm des Autors. Dann verlangt der Buchdieb ein Autogram von ihr und er bleibt nach wie vor recht normal.
    (notting Hill wird hier gestreamt, so ab etwa 5:30 Minuten ist das erste Treffen: http://www.ustream.tv/recorded/4100549)

  7. Du musst unbedingt Deine Rechtschreibung verbessern.

    Bei Dir gibt’s häufig Kommafehler bei einfachen Nebensätzen.

    Dann bestätigst Du auch die Richtigkeit der Gender-Theorie. Und wir alle sind gerettet.

    Mehr Biologie und Geschlechterfragen, Evolution.

    Weniger Game.

    Mehr Ehrfurcht vor Mutter Teresa.
    Stärkeres Hinterfragen von Dawkins und Co.

  8. Pingback: Bloggeburtstag und 10.000 Kommentare « Alles Evolution

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