Fremdgehen und Höhe des Einkommens der Partner

In der Daily Mail ist ein Bericht darüber, wie das Einkommen sich auf das Fremdgehen des Partners auswirkt. (via Arne Hoffmann)

Die Kurzfassung:

  • Arbeitet die Frau Vollzeit, während der Mann die Kinder betreut betrügt er sie 5 x häufiger als im Durchschnitt
  • Wenn der Mann sehr viel mehr verdient als die Frau betrügt er sie häufiger als im Durchschnitt
  • Die Männer, die etwa 1/3 mehr verdienten als die Frauen gingen am wenigsten fremd.
  • Die Frauen, die komplett von ihrem Mann ausgehalten wurden gingen 75% weniger fremd als die Frauen, die mehr als der Mann oder alles zum Haushaltseinkommen beitrugen
  • Insgesamt gaben allerdings auch nur 3,8% der Männer und 1,4% der Frauen überhaupt zu untreu gewesen zu sein.

Wie immer bei solchen Studien liegt der Teufel wahrscheinlich im Detail. Die Fremdgehquote ist relativ niedrig und die Frage ist ob die Leute ehrlich waren oder ob sie zumindest innerhalb der Gruppen gleichbleibend unehrlich waren.

Die Gruppe umfasste 18-28jährige, die mindestens ein Jahr zusammen und verheiratet waren.

Nehmen wir mal an, dass die Zahlen richtig sind, dann würde mir folgendes dazu einfallen:

  • Männer, die den Haushalt führen, erleiden zunächst einen Abzug im gesellschaftlichen Status, da von Männern erwartet wird einen Job zu haben. Aber zum einen könnte hieraus ein besonderer Druck entstehen die eigene Attraktivität nachzuweisen, was eben durch die Eroberung anderer Frauen erreicht werden kann. Es wäre ein Mechanismus vergleichbar dem Napoleonkomplex.
    Zudem kann ein solcher „Berufsmalus“ im persönlichen Kontakt und gerade wenn es nur um Sex geht, zB weil beide verheiratet sind durch Game schnell wieder ausgeglichen werden.
    Hinzu kommt, dass er zwangsläufig auf sehr viele Frauen treffen wird, wenn er die Kinder betreut. Bei Krabbelgruppen, Kindergeburtstagen sonstigen Gelegenheiten, wird der Frauenanteil sehr hoch sein. Hier als einer der wenigen Männer männlich zu wirken und über die Ehe und die Gruppe  sexuelle Anziehung aufzubauen wäre gar nicht so schwer. Hinzukommt, dass der Umgang mit dem Kind viele Positive Aspekte darstellen kann. Das Hausmanndarsein ermöglichst zudem eine wesentlich freie Zeit und Ortseinteilung als ein Bürojob
  • Das ein Mann, der sehr viel mehr verdient seine Frau betrügt dürfte mit Status und den sich daraus ergebenen Möglichkeiten zusammen hängen.
  • Frauen, die überhaupt nicht arbeiten, sind vielleicht in heutiger Zeit auch eher konservativ. Das macht die Hemmschwelle für einen Zeitensprung höher (oder die Hemmschwelle es zuzugeben). Vielleicht gestehen sie ihrem Mann auch einen höheren Status zu, was ihn attraktiver macht?
  • Verdient der Mann 1/3 mehr scheint es am besten zu laufen. Vielleicht ist dies ein gutes Gleichgewicht. Vielleicht ist man in diesem Bereich auch am unehrlichsten.

Interessant wäre es, wenn sie ältere Paare hinzugenommen hätten und die Daten noch durch Lügendetektoren, Abstammungstest der Kinder etc. etwas erhärtet hätten. So scheinen mir die Zahlen sehr niedrig für belastbare Aussagen. Gerade bei 3,8 Prozent kann die Variation wenn die Gruppe relativ klein war an Zufällen hängen. Verwendet wurden wohl die Daten einer größeren Erhebung mit langen Interviews.

9 Gedanken zu “Fremdgehen und Höhe des Einkommens der Partner

      • @Autumn
        ich habe mal etwas auf deinem Blog gelesen. Ich glaube mit einem männlicheren Auftreten könntest du die dort angesprochenen Probleme lösen. Ich empfehle etwas mehr Dominanz und würde mir an deiner Stelle ein paar gute Pickup-Bücher kaufen und insbesondere die Kapitel zu „Attraction“ in Abgrenzung zu „Komfort“, sowie alles zu „Shit Tests“ sowie „Inner Game“ lesen. Google es einfach mal für einen Einstieg.
        Du scheinst mir allerdings auch ein gefühlsbetonter Mann zu sein. Vielleicht ist es insofern kein Weg mit dem du dich wohlfühlen würdest.

  1. Sorry, ein Jahr zusammen oder verheiratet ist doch eine völlig irrelevante Zielgruppe. Und in dem Alter spielt Fremdgehen auch noch eine andere Rolle.
    Meistens beginnt das Thema doch erst, wenn die ersten hormonell beschönigten Jahre vorbei sind.

    Eine selbst erlebte und von der Größenordnung ernst zunehmende Zielgruppe wären: Männer Mitte 40, verheiratet, mind. 2 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren.
    Und ich glaube, auch bei Frauen wird sowas ab 40 wirklich interessant.

  2. @Biologin

    Es war „Mindestens“ ein Jahr zusammen, aber ich finde die Gruppe auch zu jung gewählt. Man könnte dem allenfalls zugute halten, dass in Amerika etwas früher geheiratet wird.
    Die Studie hat einiges an Unsicherheit, wie ich ja auch oben schon schrieb. Wäre schön, wenn da noch was besseres nachkommen würde. Die von dir beschrieben Gruppe würde mich auch sehr interessieren. Zum einen ist da der Beruf schon gefestigter, zum anderen haben sich Unterschiede aufgrund der Kindererziehung schon stärker ausgewirkt und die Hormone, allein schon der Testosteronspiegel veränderen sich mit dem Alter natürlich auch noch einmal, was gerade bei einer Studie über Sexualität von Interesse ist.

    Was würdest du denn für Ergebnisse vermuten, wenn du raten müßtest?

  3. @Christian

    Auch, wenn ich als Einzelperson nicht repräsentativ bin, so kenne ich ja mehr Frauen in dem Alter u. tausche mich stark aus:
    Ich würde sagen: 50% der Männer in dieser „Zielgruppe“ sind bereits fremdgegangen und 20-30% haben sich ernsthaft Gedanken darüber gemacht, wie sie es in die Tat umsetzen könnten.
    Die wenigstens davon haben allerdings Trennungsabsichten – es geht in erster Linie um Sex, körperliche Zuwendung, Prickeln OHNE den sicheren Hafen zuhause oder die Kinder aufgeben zu wollen.

    Bei Frauen wäre die Quote evtl. etwas geringer, aber sicher nicht so viel weniger, wie vielleicht manche vermuten.

    Ich persönliche mag die Unterscheidung zwischen Lebens- und Sexualpartnerschaften.

    Diese leidige „schicksalshafte“ Verknüpfung von „Ehe und Sex“ führt aus meiner Sicht zu manch abstrusen Perspektiven und solchen „Umfragen“.

  4. @Biologin

    Ich glaube, dass Männer Sex und Liebe im Schnitt besser trennen können als Frauen im Schnitt. Die Frage ist da sicherlich auch was man unter Fremdgehen rechnet. Der Prostituiertenbesuch oder nur tatsächliches gegenseitiges Begehren.

    Frauen suchen denke ich häufiger als Männer in der Affäre auch eine gefühlsmäßige Bindung ohne dadurch zwangsläufig ihren Mann verlassen zu wollen. Aber der Seitensprung einer Frau ist für die Beziehung im Schnitt voraussichtlich gefährlicher als der des Mannes (abgesehen von den Folgen einer Entdeckung, nur auf das Verhältnis des Partners der fremdgeht zu seinem Partner bezogen).

    Natürlich gibt es bei beiden Geschlechtern auch Personen, bei denen es genau anders herum ist, es ist eben eine Betrachtung über den Schnitt.

    Bei ältern Paaren wird sicherlich die Gewöhnung ein Faktor sein. Eine neue Beziehung/Beziehung/Sex mit einer neuen Person hat einfach immer etwas aufregenderes, nicht so bekanntes.

    Ich denke die Verknüpfung von Ehe und Treue wird schon noch von dem überwiegenden Teil der Menschen geteilt. Wenigen gelingt es diese tatsächlich aufzuheben. Vieles liegt sicherlich an der biologischen Grundlage der Eifersucht.

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