Feministische Sprache

Das der Feminismus ein besonderes Verhältnis zu Wörtern und Sprache hat erschließt sich schnell. Nicht nur das berüchtigte Binnen-I oder diverse Sterne oder Unterstriche geben hierfür Zeugnis, auch Wortschöpfungen wie „FrauenLesben“ oder „AlleFrauen“ für Frauen machen dies deutlich. Und geben Anlass für ein paar unwissenschaftliche und nicht abgesicherte Überlegungen hierzu.

Es hat etwas typisch feministisches. Begriffe als Feindbild. Schnell zusammengeschustert ist man versucht da auch eine männlich-weiblich Komponente reinzubringen:

Männer sehen Sprache eher sachlich und akzeptieren einen Oberbegriff als sprachliches Werkzeug zum Reden. Einen weiteren Oberbegriff mit einem Zusatz einzuführen erscheint da eher blödsinnig.

Einige Frauen hingegen laden den Begriff über seine abstrakte Begrifflichkeit hinaus anscheinend mit Gefühlen auf und sind daher glücklicher mit einem Begriff wie „AlleFrauen“ statt „Frauen“, weil er (ohne einen inhaltlichen Unterschied zu machen) noch eine besondere Betonung hineinbringt. Butler beispielsweise führt über Seiten auf, dass sie den Begriff „Frau“ ablehnt, weil er verallgemeinert und eine zu große Gemeinsamkeit, die Unterschiede verdeckt, vortäuscht. Das haben natürlich Oberbegriffe so an sich. Sie müssen verallgemeinern.

„Sprachliche Sichtbarmachung“ ist eines der Hauptthemen im Feminismus. Der Versuch hier ein „Neusprech“ einzurichten gelingt teilweise (zB in der Doppelung der Ansprachen a la Bürgerinnnen und Bürger), teilweise auch nicht (das Binnen-I wird im Alltag nicht verwendet).

Eine Feministin hat mich zB in Emails trotz Kenntnis meines Namens beständig als Christina bezeichnet und bestand darauf, dass in Diskussionen kein generisches Maskulinum verwendet wird. Sicherlich wollte sie mir damit nur bewusst machen, dass Frauen in der Sprache oft hinter männlichen Formen verborgen sind und so auch „zu Männern gemacht werden“.  Ich persönlich finde so etwas allerdings lächerlich.

Man könnte dies auf die besseren sprachlichen Fähigkeiten der Frauen zurückführen, die den Umgang mit solchen Wortschöpfungen einfacher machen. Oder eben auf die andere Auffassung von Wörtern. Vielleicht muss man tatsächlich eine Frau sein (oder ein weibliches Gehirn haben) um die Begeisterung im Feminismus, mit dem die Sprache für die Zustände in der Gesellschaft und deren Fixierung verantwortlich gemacht wird, zu verstehen.

Vieles wird einfach daran liegen, dass viele Frauen aus dem Sprachbereich kommen und daher versuchen in ihrem Fachgebiet Änderungen herbeizuführen.

Ich könnte jetzt hier die üblichen Beispiele ausführen, wo solche Sprachregelungen einfach nicht beachten, dass Sprache nicht nur politisch korrekt sein muss, sondern auch praktisch und lesbar und sich nur dann durchsetzen kann. Ich könnte hier auch darauf verweisen, dass das Interesse daran beide Geschlechter sprachlich berücksichtigt zu wissen meist nur dann umgesetzt wird, wenn es vorteilhaft für Frauen ist („Verbrecherinnen und Verbrecher?“) (im wunderbaren „USA erklärt“ als sprachliches „Positivgebot“ bezeichnet), ich könnte auch das generische Maskulinum verteidigen. Aber das ist ja alles schon oft passiert.

Sprache ist ein lebendiger Prozess. Änderungen kann man nicht verordnen. Solange sie nicht praktisch ist wird sie sich nicht durchsetzen. Und der Feminismus scheint mir die Sprache eher komplizierter machen zu wollen. Um so mehr sie es ausschlüsseln um so mehr werden sie das Gefühl haben, dass auch dieser Begriff noch nicht allen gerecht wird.

Und sich immer mehr von dem entfernen, was die Gesellschaft noch mitzumachen bereit ist.

4 Gedanken zu “Feministische Sprache

  1. Durch das Ansprechen mit „Christina“ wurdest du nur getestet. Ähnlich wie ein Shittest in der Pickupsprache.

    Wobei man bei dieser Sprache schön das Gegenteil sehen kann. Auch hier werden Worte neu kreiert, wie z.B. „Hotbabe“, „Demonstrate High Value“, „PUA“, „PUG“ usw.
    Allerdings ist die Intention dahinter eine andere. Es wirkt eher wie eine technische Sprache. So als ob menschliche Interaktionen in mathematische Formeln gepresst werden könnten.

    Aber zurück zum „Neusprech“ der Feministinnen: Wie du schön erfasst grenzen sie sich dadurch immer mehr aus der Gesellschaft aus. Wenn eine Frau im Alltag die „gendergerechte Sprache“ verwendet, wird sofort klar, welche geistige Gesinnung diese Frau hat. In der Folge kann man sie meiden. Oft werden solche Frauen gerade auch von „normalen“ Frauen gemieden, da sie nicht mit dieser Geisteshaltung in Verbindung gebracht werden wollen.

    Das Resultat ist, dass Feministinnen tatsächlich ausgegrenzt werden. Dies interpretieren sie häufig so, als ob die patriarchalische Gesellschaft sie ausgrenzen will weil sie auf die Missstände in der Gesellschaft aufmerksam machen.
    Tatsächlich ist es aber nur so, dass sie sich sozial inadäquat verhalten. Sie fallen einfach nur negativ auf.

  2. @Seppo
    Pickup ist eine Fachsprache, mit den dafür typischen neuen Begriffen, die insbesondere neue Oberbegriffe bilden um einen Vorgang schnell und präzise beschreiben zu können.
    Es ist eben leichter zu sagen „Nach dem Approach mit dem „jealous Girlfriend Opener“ lief das Attract Material sehr gut und ich habe IOIs erhalten, habe sie dann isoliert und bin zu comfort übergegangen als ihre Freundin hinzukam und den Cockblock machte, ich hätte vor dem Isolieren mehr darauf achten sollen die Gruppe für mich zu gewinnen“ als den Abend mit „normalen Worten“ wiederzugeben.

    Das ist wie du richtig sagst, bei feministischer Sprache häufig nicht der Fall. Die Sätze werden länger und komplizierter, Schriftsprache und Lautsprache entwickeln sich auseinander. Natürlich gibt es auch hier Fachsprache, aber es gibt davon losgelöst eine Sprache, die nicht dazu geeignet ist in der Bevölkerung anzukommen und daher als negativ wahrgenommen wird.

    Ausgrenzung hat allerdings auch Vorteile, wenn man genau daraus eine eigene Genugtuung ziehen will. „Wir sprechen korrekt, wir sind besser als die anderen“. Dann wäre es fast sinnvoll die Sprache so kompliziert wie möglich zu machen, damit man unter sich bleibt.

  3. Wes Geistes Kind diese Gender-TerroristInnen sind, zeigt sich, dass sie ihr INNEN nur an angenehme Worte hängen zB ManagerInnen ÄrztInnen etc.

    Nie jedoch bei TerroristINNEN, MörderINNEN etc.

    Gender-Mainstreaming, die größte Umerziehungs-Ideologie

  4. Pingback: “Feministinnen sind…” « Alles Evolution

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