Caster Semenya und Hormone

Bei der Mädchenmannschaft schreibt Nicole über die Starterlaubnis con Caster Semenya und die daraus möglichen Herleitungen.

Die Starterlaubnis wird als Bestätigung der Queer Theorie gesehen, weil “ erst durch die Starterlaubnis der Status von Caster Semenya als Frau bestätigt wird“.

Die Besprechung erfolgt allerdings auf der Basis eines taz-Artikels „Der Kampf mit der Biologie„, der die biologische Konstruktion durchaus sieht und mit dem schönen Satz schließt:

In wachsender Zahl zeigen Transpeople beeindruckend, wie viel man mit Hormonen anstellen kann. Die Biologie hat die Gender bender längst eingeholt.

Die Starterlaubnis stellt letztendlich nicht darauf ab, ob sie eine Frau ist, sondern nur ob das Frauenstartfeld das richtige Umfeld für sie ist oder ob sie körperliche Vorteile hat, die sie aus diesem Startfeld ausschließen.

In diesem Bereich dient der Frauensport ja nicht dazu, Frauen und Männer nur aufgrund ihres Geschlechts zu unterteilen, sondern dazu Frauen eine faire Konkurrenz und Beteiligung zu ermöglichen. Würden Frauen versuchen im normalen Feld zu starten, was sie üblicherweise dürfen, da dieses für beide Geschlechter offen ist, dann würde sich selbst die beste nicht für den Lauf qualifizieren. Das liegt nicht daran, dass den Frauen durch das gesellschaftliche  Konstrukt „Frau“ eine geringere Körperkraft attestiert wird, dass sie abhält, die gleichen Leistungen wie ein Mann zu erbringen, sondern daran, dass Frauen andere Körper haben als Männer. Neben einem größeren Lungenvolumen, einem größeren Herz und mehr roten Blutkörperchen der Männern haben diese auch den Vorteil, dass Testosteron den Muskelaufbau und die Regeneration unterstützt.

In Caster Semenya hat man ein dreimal höheres Testosteronlevel gefunden als bei Frauen üblich.

Denn schon im September 2009 hatte die australische Zeitung Daily Telegraph berichtet, dass die Untersuchungen ergeben hätten, Caster Semenya sei ein Zwitter. Sie habe innenliegendê Hoden statt Eierstöcke, keine Gebärmutter sowie einen dreifach erhöhten Testosteron-Wert.

Zum Vergleich: Bei männlichen Sportlern liegt der Testosteronspiegel zwischen 20-40fach über den typisch weiblichen Testosteronspiegel.

Das erhöhte Testosteron zeigt sich meiner Meinung nach auch gut in ihrem Gesicht, das männlich wirkt.

Wie zu erwarten wirkt sich dies auch auf ihre Perönlichkeit aus:

She is said to have been a tomboy as a child

(aus Wikipedia: Early life)

Mit  Tomboy werden Mädchen bezeichnet, die sich entsprechend der gängigen Geschlechterrolle von Jungen verhalten. Nicht überraschend, wenn man eine extra Ladung männliche Hormone abbekommt. Hier wird das Geschlecht also gerade nicht gesellschaftlich konstruiert, sondern es ist ein deutliches Argument für eine biologische Konstruktion.

Wer sich nun freut, dass Caster Semenya bei den Frauen startet, der sollte sich in die Perspektive der anderen weiblichen Starter hineindenken. Caster hat eine natürliche Dopingapparatur im Körper, die die anderen Starterinnen nicht haben. Die Kategorie wurde gerade geschaffen, um diesen Nachteil auszugleichen und  Caster umgeht diese Kriterien. Letztendlich ist dies nichts anderes als würde sich jede der Teilnehmerinnen während des Trainings eine ordentliche Dopingspritze setzen. Nur, dass sie dann disqualifiziert werden würden. Caster nicht.

Vielleicht hat sie zusätzlich noch eine teilweise Androgenresistenz, die dies zu einem Teil abfängt. Dann wäre ihr Startvorteil schwer zu bestimmen. Aber wenn dies nicht der Fall ist, dann wäre es zwar eine Tragödie für sie, aber fair gegenüber den anderen Frauen, wenn sie nicht in der Frauenkategorie starten dürfte.

10 Gedanken zu “Caster Semenya und Hormone

  1. @Heinz

    Inwiefern entwürdigt meine Perspektive Menschen, wenn es die biologischen Grundlagen darstellt?

    In deinem Bericht auf der von dir verlinkten Seite werden die Zusammenhänge auch meiner Meinung nach nicht richtig wiedergegeben: Der Testosteronspiegel bei Jungen ist pränatal und bis etwa zum 4-5 Monat fast so hoch wie in der Pubertät. Du hingegen stellst es so dar als sei quasi kein Testosteron vorhanden.
    Auch die anabole Wirkung von Testosteron unterschlägst du mal wieder (der Schmitz-Schule entsprechend).
    Und deine Theorie, dass von einem „typischen Genitaltrakt“ nicht gesprochen werden kann halte ich auch für falsch. Im großen und ganzen sind die Genitalien der Menschen recht gleich, die Abweichungen sind unwesentlich in Hinblick auf die Funktion. Bei der kleinen prozentualen Zahl von Abweichungen bei Intersexuellen mal abgesehen, aber die liegen bei unter 2% der Bevölkerung. Oder bei wie viel Prozent der Bevölkerung liegt deiner Meinung nach kein typischer Genitaltrakt vor?

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