Sexuelle Selektion und Feminismus

„Darwin hatte bei der sexuellen Selektion zwei entscheidende Prozesse vor Augen: die Konkurrenz der Männchen um den „Besitz“ der weiblichen Sexualpartner und die Selektion unter den männlichen Bewerbern durch wählerische Weibchen. Männliche Waffen und Kampflust entwickelten sich für die Auseinandersetzung mit anderen Männchen, männlicher Schmuck und Werbungsverhalten zum Anlocken der Weibchen. […] Die Theorie der sexuellen Selektion schlug ein wie eine Bombe, und sexuelle Selektion durch weibliche Auswahl war ein besonderer Skandal. […] Männliche Wissenschaftler gingen fest davon aus, dass junge unverheiratete Damen schillernde Kleider und Schmuckstücke zu tragen hatten, um die Aufmerksamkeit der begehrten Junggesellen auf sich zu ziehen. […] Ihnen gefiel einfach die Tatsache nicht, dass Männchen Sexualobjekte sein sollten, die durch weibliche Auswahl akzeptiert oder abgelehnt wurden (Dieser Punkt wurde übrigens oft von Darwins feministischen Kritikerinnen oft übersehen, die ihm zu Unrecht unterstellten, er verkörpere die gesellschaftliche Haltung seiner Zeit).“

(Aus: Geoffery F. Miller, Die sexuelle Evolution, Partnerwahl und die Entstehung des Geistes)

Wehrpflicht, Sorgerecht, früher Tod und Benachteiligung von Jungs in der Schule: typische Gegenargumente

Leider verwende ich schon wieder Dreihälften als Beipiel, aber einer ihrer letzten Beiträge ist einfach zu klassisch und veranlasst mich zu diesem Rant über die Unstimmigkeit typischer Argumente gegen Benachteiligungen von Männern, die meiner Meinung nach auch gegen die sonstige feministische Theorie verstoßen. Ausgangspunkt ist, dieser Artikel und das Selbstverständnis, dass Feminismus eine Bezeichnung ist unter der sich auch Männer gut vertreten fühlen können. Dagegen hatte ich dann eingewandt, dass klassische Themen wie zB das Sorgerecht für unverheiratete Männer kaum klassische feministische Forderungen sind. Darauf folgte ein Artikel, in dem Dreihälften mitteilte, dass sie eigentlich gar nicht mit Nichtfeministen diskutieren will und „aus der masukulistischen Ecke immer die gleichen Argumente kommen“.

Das macht allerdings die Argumente nicht falsch. Aus der feministischen Ecke kommen ja auch immer die gleichen Argumente (Patriarchat! Gendernormativität! Vom Mann bestimmte Gesellschaft ist schuld!)

Dann listet sie die Argumente auf, die ihr nicht gefallen und nimmt kurz dazu Stellung. Da sie in ihrem Blog keine Diskussion darüber möchte, was ja ihr gutes Recht ist, beschäftige ich mich hier kurz mit ihren Argumenten. Interessant finde ich dabei insbesondere die innere Logik innerhalb der feministischen Theorie und den Widerspruch zu der Aussage, dass Männerthemen auch unter dem Label „Feminist“ diskutiert werden können.

Zwangsdienste
Ich bin Pazifistin, Zwangsdienste find ich echt blöd, aber dagegen sollte kämpfen, wer davon betroffen ist.

Das „Pazifistin Argument“, gerne auch in der Langform „ich bin eh gegen die Bundeswehr und alles Militär“ kommt häufig bei einer Argumentation über die Wehrpflicht. Weil es sonst schwer ist nicht zuzugeben, dass diese die Männer diskriminiert ohne sich gleichzeitig auf anderen Bereichen verwundbar zu machen

Wer es mit „Frauen haben die Nachteile durch die Kindergeburt und Erziehung“ versucht bekommt schnell zu hören „Wegen der Geburt des Kindes selbst setzt die Mutter nicht sehr lange aus und hat zudem den Mutterschutz, Kindererziehung können ja wohl beide Geschlechter machen oder meinst du das ist Frauensache?“. Wer sich mit einem „Machen aber trotzdem überwiegend die Frauen“ rettet setzt sich dem Gegenargument aus, dass man dann ein „Ausgleichsdienst“ der Männer wohl kaum im Interesse der Gleichberechtigung sein könnte und zudem ein Mann, der die Kinder erzieht dann in eine Sippenhaft genommen werden würde.

Wer damit kommt, dass Frauen von Natur aus friedlicher sind der muss zum einen erklären, warum dies der Fall ist und damit die Gleichheit von Mann und Frau aufgeben und setzt sich zum anderen dem Argument aus, dass sie wegen dieser Friedfertigkeit dann eben auch in Führungsetagen nicht so häufig vertreten sind.

Wer auf die Kraft anspielt, der wird auf die moderne Kriegsführung und die Automatikschaltung eines Panzers verwiesen und darauf, dass es auch genug Jobs im Nachschub oder anderen technischen Bereichen gibt (zB Flugabwehr)

Das gilt auch für das zusätzliche Vergewaltigungsrisiko der Frau, dass zum einen in den oben genannten Bereichen gering sein dürfte und zum anderen das Gegenargument auslöst, dass Frauen ja gerade um dieses für andere Frauen zu vermindern besonders zahlreich in der Bundeswehr vertreten sein müssten.

Zudem könnte natürlich auch jede Frau, die zum Wehrdienst eingezogen wird, einfach verweigern.

Bleibt also nur die „Ich bin eh gegen das Militär, dass Problem betrifft mich nicht“.

Ich bin Arbeitnehmer. Muss mich also nicht interessieren, das die Arbeitgeber weiblichen Arbeitnehmern niedrigere Löhne zahlen? Wohl kaum eine feministische Position.

Hinzukommt, dass an anderer Stelle gerade darauf verwiesen worden ist, dass alles mit allem verbunden ist in der Geschlechterdiskussion  und zudem Männer und Frauen nur konstruierte Prinzipien sind.

Wer dies ernst nimmt sollte hinterfragen, wie die Wehrpflicht für Männer das Bild der zu beschützenden Frau stützt, Männer an Gewalt gewöhnt, eine Männergesellschaft aufrechterhält und Männer zudem in das Rollenbild, das wohl auf keinen Beruf mehr zutrifft als auf den des Soldaten drängt.

Wie dekonstruierend wäre hingegen eine gemischte Wehrpflicht oder sogar eine Wehrpflicht nur für Frauen! Eigentlich sollte das eine feministische Forderung sein. Alle Waffen alleine in der Hand von Frauen, Frauen die männlich auftreten, Frauen, die auf Mannövern zeigen, dass sie alles genauso gut können! Die Entscheidung über den Einsatz der Waffen in Frauenhand! Eigentlich ein feminstischer Wunschtraum! Aber eben etwas unpopulär bei den betroffenen Frauen.

Tod: früh, im Krieg, beim Unfall, durch die eigene Hand
Das hat was mit der Lebensweise zu tun (Klosterstudie!), ich habe nichts dagegen, wenn die geändert wird und strukturelle Ursachen bekämpft werden. Aber ein ‘Frauen jetzt sterbt doch auch endlich früher!’ wird wohl kaum die Lösung sein. Wer verzichtet schon freiwillig auf Vorteile?

Die Lebensweise der Männer hat natürlich nichts mit Dreihälften zu tun. Aber wenn sie anführt, dass hier strukturelle Ursachen vorliegen durch die das Leben der Männer verkürzt wird, dann kann es doch wohl auch nicht falsch sein, wenn Männer diese überprüfen wollen. Das dabei auch eine Verantwortung der Frauen gesehen wird erscheint mir jetzt nicht abwegig. Auch schön: Wer verzichtet schon gerne auf Vorteile? Das Männer auf bestimmte nach Ansicht des Feminismus bestehende Vorteile verzichten sollen dürfte eine der Hauptaussagen des Feminismus sein. Das mit diesen Vorteilen dann auch mehr Stress im Beruf verbunden ist und das zu einer Verkürzung der Lebenszeit der Frauen führen wird ist dann eben die andere Seite. Natürlich fordert niemand eine Verkürzung der Lebenszeit von Frauen. Gefordert wird ein Bewusstsein für die Folgen.

Sorgerecht und Unterhaltsregelungen nach einer Scheidung oder bei unverheirateten Eltern
Sind ein echtes Problem, weil leider viel zu oft nicht das Kindeswohl im Zentrum steht, weder vor Gericht noch bei der individuellen Positionierung der Eltern. Weniger Klischee und mehr Einzelfallbetrachtung helfen hoffentlich.

Hier zeigt sich, dass es kein feministisches Thema ist. Denn das Sorgerecht bei unverheirateten Eltern erlaubt keine Einzelfallbetrachtung des Gerichts oder der Eltern. Vielmehr hat die Mutter das alleinige Recht eine Einzelfallentscheidung vorzunehmen. Wenn sie das alleinige Sorgerecht behalten will, dann behält sie es, will sie den Mann teilhaben lassen, dann kann sie dies machen, muss sie aber nicht. Also warum sollte sie? Sie kann dem Vater solange es gut geht ja Rechte nach Gutdünken zugestehen und wenn es schlecht läuft dann hat sie immer noch das alleinige Sorgerecht. Der EuGH hat diese Praxis des alleinigen Sorgerechts der Mutter schon für menschenrechtswidrig erklärt, eine neue Regelung der  Bundesregierung bleibt abzuwarten.

Natürlich bliebe auch hier für den Feminismus viel zu kritisieren, immerhin wird die Frau damit in die Mutterrolle gedrängt, eine „das Kind gehört zur Mutter“-Haltung vertreten, eine Dekonstruktion der Geschlechter vermieden und die Geschlechterrolle aufrechterhalten. Der Protest bleibt allerdings recht leise, so wie ich das sehe. Wer verzichtet schon freiwillig auf Vorteile, auch wenn dies der eigenen Ideologie entsprechen würde?

Bildungsmisere: die armen Jungen
Es läuft grundsätzlich was schief im Bildungssystem. Das sehen wir auch daran, dass Jungs dort z.T. benachteiligt werden. Aber es läuft auch grundsätzlich was schief in der Berufswelt, dass sehen wir daran, dass Mädchen trotz besserer Leistungen in der Schule danach nicht aufholen. Das Verhältnis von Schule, Beruf und Gesellschaft ist ganz und gar nicht in Ordnung. Darunter leiden alle, nicht nur Jungs.

Eine meisterhafte Verbindung. Weil Frauen in der Berufswelt trotz besserer Leistungen nicht so gut dastehen, ist das Argument, dass Jungen in der Schule benachteiligt werden „hohl“. Warum auch Kinder unabhängig vom Geschlecht nach ihren Möglichkeiten fördern, wenn die eine Gruppe der Kinder später im Beruf eh Nachteile hat? Damit würde man den Jungen wohl nur einen noch größeren Vorteil geben (eine gute Schulausbildung und dann auch noch die Kraft des Patriarchats im Beruf). Dann lieber gar nicht erst über eine bessere Förderung von Jungen reden bis die Frauen im Beruf aufgeholt haben, alles andere ist „hohl“.

Das Resümee ist:

Den Blick auf eigene Privilegien zu lenken und einzugestehen, dass sie anderen Nachteile bereiten, tut weh. Fasst euch ruhig mal an der eigenen Nase, bevor ihr auf andere einprügelt.

Warum man nicht Privilegien der Männer und der Frauen benennen kann und eingestehen kann, dass sie jeweils anderen Nachteile bereiten erschließt sich mir nicht. Auch nicht aus der feministischen Theorie, die ja gerade davon ausgeht, dass man Geschlechterrollen auflösen will. Wie oben dargelegt kann es dazu sehr sinnvoll sein, die Nachteile beider Geschlechter eingehend zu betrachten.

Anderenfalls könnte der Eindruck entstehen, dass es nur um Besitzstandswahrung und Deutungshoheit geht.

„6 absurde Genderstereotypen, die laut Wissenschaft wahr sind“

Hier nur ein kurzer Link auf einen Beitrag bei „Cracked“ auf 6 Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Aufgeführt sind:

  • Frauen können nicht Autofahren und Einparken
  • Männer sind Schmutzfinken
  • Frauen sind Warmduscher
  • Frauen lieben es zu reden (und Gerede)
  • Frauen sehen mauve, Männer lila
  • Frauen vertragen weniger Alkohol

Die Fakten sind immerhin ganz interessant. Die Sachen im Einzelnen hebe ich mir für andere Beiträge auf.

Libido und Geschlecht: Zur Wirkung von Testosteron etc. beim Sex

Bei der Mädchenmannschaft findet sich ein Artikel zu der Lust von Frauen und siehe da, sie mögen Sex.

Es wird dann darauf eingegangen, dass es immer noch das Bild des sexhungrigen und nimmersatten Mannes und einer zu erobernden und treuergebenden Frau gibt.

Der Artikel sagt allerdings nichts zu den biologischen Unterschieden zwischen Mann und Frau beim Sex. Wie häufig im Feminismus wird auf biologisches nicht eingegangen.

Daher hier etwas zu der Biologie des Sexes:

Bei allen Säugetieren, insbesondere auch bei Affen und Menschenaffen und damit auch beim Menschen ist die reine, körperliche Lust, die Libido, um so stärker ausgeprägt um so mehr Testosteron die jeweilige Spezies produziert.

Bonobos haben im Verhältnis zur Körpergröße sehr große Hoden und demnach auch den ganzen Tag Sex.

Gorillas hingegen haben im Verhältnis relativ kleine Hoden und demnach sehr wenig Sex.

Menschenmänner haben relativ durchschnittliche Menschenaffenhoden und daher im Verhältnis zu Bonobos wenig, im Verhältnis zu Gorillas relativ viel Lust auf Sex.

Soweit, so unstreitig in der Biologie.

Frauen haben keine Hoden. Aber sie produzieren auch Testosteron, über die Eierstöcke und die Nebennierenrinde. Allerdings reichen die dortigen Produktionskapazitäten nicht an die Produktionskapazitäten der Hoden heran, so dass Frauen je nach Lebensabschnitt 5 bis 11 mal weniger Testosteron im Körper haben. Daraus folgt, dass ihre Libido kleiner ist.

Aber die animalische Lust, die Testosteron herbeiführt, ist natürlich nicht das einzige, was Sex interessant macht. Es spielen viele Faktoren hinein, die aber auch zu einer anderen Motivation für Sex und damit auch für eine andere Betrachtungsweise des Sexes sprechen.

Es heißt auch nicht, dass Frauen nicht auch genauso viel Sex wollen, aber für sie sind dabei vielleicht nicht so stark die Befriedigungen der animalischen Lust im Vordergrund sondern sie genießen eher die Ausschüttung von Hormonen wie dem „Kuschelhormon“ Oxytocin, sowie einer Reihe von Endorphinen wie Serotonin und Dopamin. Daraus entstehen dann ganz andere Erwartungen an Sex, die sich in den jeweiligen Wünschen niederschlagen. Die meisten Frauen davon zu überzeugen, Sex nach den Vorstellungen der Männer zu haben, macht wenig Sinn, weil für sie der biologische Reiz am puren Sex dabei, nämlich die Stillung animalischer Lust, wesentlich geringer ist. Natürlich könnten sich Frauen frei dafür entscheiden, die Chance ist aber höher dass die meisten Frauen diesen Lebensweg nicht wählen sondern sich für einen anderen, zB Sex in einer Partnerschaft entscheiden, weil dieser ihnen aufgrund ihres körperlichen Unterschiede „logischer“ erscheint.

Dieser Hormoncocktail und dessen Wirkung passt auch hervorragend zum gegenwärtigen Stand der Dinge. Frauen wollen weit weniger Sex mit unbekannten und One-Night-Stands als Männer. Sex muss eher einen Beziehungscharakter haben als bei Männern (was auch bei einem Fuck-Buddy der Fall ist). Männer haben dagegen ein stärkeres Interesse an Sex als reiner Triebbefriedigung, was zu einem Markt für Sex ohne Beziehung mit Männern als Kunden führt. Hier könnte auch die Wurzel dazu liegen, warum der Feminismus so gegen die Darstellung von Frauen als „Sexobjekte“ ist. Dies ergibt bei einer durch Testosteron gespeisten Lust, die wesentlich mehr auf Sex an sich ausgerichtet ist, wesentlich mehr Sinn als bei der klassisch weiblichen Sexualität.

Natürlich haben auch Frauen Lust auf Sex im Sinne der Libido. Der Körper produziert ja ebenfalls Testosteron. Aber eben weniger als Männer. Und natürlich wirken die oben bei den Frauen genannten Hormone auch auf Männer, die daher auch insoweit ein Interesse an Sex haben. Aber die Abläufe sind eben bei Mann und Frau sehr verschieden, was auch in verschiedenen Vorstellungen von Sex resultiert.

Die Aussagen sind allerdings wie immer nur im Schnitt richtig. Es gibt Frauen mit sehr viel Lust auf Sex und Männer mit sehr wenig Lust auf Sex. Das kann auch mit der Gehirnentwicklung und dem individuellen Hormonspiegel zusammenhängen oder damit, dass andere Aspekte wie etwa die Selbstbestätigung über Sex oder die Manipulation über Sex mit hineinspielen.

Es würde auch verwundern, wenn Frauen genauso viel Interesse an Sex mit beliebigen Sexpartnern hätten. Schließlich konnten Frauen über den Zeitraum ihrer Evolution nicht viel dagegen machen, dass sie durch Sex schwanger wurden. Angesichts der hohen Kosten einer Schwangerschaft schon allein aufgrund deren Dauer für eine Frau musste sie wählerischer sein als der Mann, für den der Minimalenergieaufwand die Kosten des Sex an sich sein konnten. Eine Darlegung dazu findet sich in jedem Buch über die Evolution Menschen, zB auch bei Dawkins „Das egoistische Gen„.

Das heißt nicht, dass Frauen treu sein mussten. In Spermwars wird anschaulich dargestellt, dass Treue beim Menschen nicht biologisch festgelegt ist. Es kann sich biologisch lohnen einen Versorger zu haben, der glaubt, dass er der Vater des Kindes ist und einen Erzeuger, der die besten Gene zur Verfügung stellt. Dort wird auch dargelegt, welche biologischen Prinzipien bei Mann und Frau in diesem Zusammenhang arbeiten. Von „Kampfspermien“, die nur dazu da sind, Spermien anderer Männer den Weg zu versperren bis hin zu der Frage, welchen Geruch Frauen bei Männern in den verschiedenen Zyklen ihrer Tage interessant finden (es sind wenig überraschend an den fruchtbaren Tagen „Alphamänner“ an den anderen eher Versorgermänner).

Noch kurz zu der Statistik im Einzelnen:

  • 93% der Befragten finden, dass Sexfantasien erregend sind

Klar, wer das nicht sagen würde, der wäre auch sehr merkwürdig. Mir machen eher die 7% sorgen.

  • 91% der Befragten haben kein schlechtes Gewissen beim Masturbieren

Was nichts über die Häufigkeit aussagt und damit nichts über die Libido.

  • 90% der Befragten machen gerne den ersten Schritt

„Den ersten Schritt machen“ bedeutet bei Frauen allerdings nicht viel. Es geht meist außerhalb von Beziehungen nur um „Indicators of Interest“ (IOI), also einen etwas längeren Blick oder auch nur um ein in die Nähe von ihm stellen, damit er einen anspricht.

  • 88% der Befragten sind leicht sexuell zu erregen

Was auch nichts darüber sagt, wie stark ihre Libido ist oder was sie als „leicht zu erregen“ ansehen. Ein Mann genügt meist ein etwas tieferer Ausschnitt.

  • 82% der Befragten genießen es bis zum Orgasmus zu masturbieren

Warum auch vorher aufhören? Aber wie häufig geschieht dies ins besondere im Verhältnis zu Männern?

  • 70% der Befragten berühren sich beim Sex gerne selbst

Sagt auch wenig aus.

  • 58% der Befragten mögen Sexspielzeuge

Erscheint mir bei einer so generellen Aussage auch kein hoher Wert

  • 55% der Befragten benutzen Sexspielzeuge mit ihren Partner_innen

Erscheint mir auch recht hoch als Zahl, aber die Frage ist wohl, was schon als Sexspielzeug zählt. Der Umschnalldildo oder schon der Schal, mit dem man ein paar leichte Fesselspiele macht. Allerdings wurde die Seite ja auch bei sexpositiven Frauen durchgeführt, über deren Verhältnis an den Gesamtfrauen findet sich allerdings wenig. Klar, wenn man die Umfrage auf der Seite eines Online-Dildoshops startet überrascht das Ergebnis wenig.

  • 42% der Befragten haben einen fuck buddy

Wird wohl auch an der Auswahl liegen. Interessant wäre, wie viele Frauen bzw. Männer gerne einen hätten. Ich denke mal die Prozentzahl wäre bei Männern deutlich höher als bei Frauen.

  • 32% der Befragten haben einen regelmäßigen Sexpartner oder eine Sexpartnerin, mit dem oder der sie keine Beziehung führen

Ein regelmäßiger Sexpartner passt ja durchaus ins oben genannte Bild. Es ist eben kein Fremder, auch wenn er den Beziehungsstatus nicht erreicht.

  • 27% der Befragten haben ein oder zweimal die Woche Sex

Die Frage, die interessant wäre ist, wie oft sie gerne Sex hätten. Ein bis zweimal die Woche ist für eine Beziehung nicht so viel, für Singles hingegen schon.

Wahrheit vs. Wollen: Feministische Theorie und die eigene Suppe

Wer viel über Geschlechterfragen diskutiert und dazu noch einiges über Evolutionsbiologie gelesen hat, der stößt in diesen Argumenten immer wieder auf ein in feministischen Kreise sehr verbreitetes Gegen“argument“.

„Es wäre doch viel schöner, wenn alles nicht festgelegt ist, deswegen glaube ich nicht an biologische Gründe“

Das ist für einen wissenschaftlich denkenden Menschen so ziemlich das sinnloseste Argument, dass man machen kann, denn der Wirklichkeit ist es relativ egal, was besser ist, wenn dies einfach nicht stimmt.

Es kommt aber in allen Argumentationen immer wieder gerne vor und ich habe es auf diversen Seiten immer wieder gehört. Jetzt gerade auch auf meinem Blog, nicht schlecht für bisher drei Artikel:

Als Historikerin und Feministin bin ich davon einfach nicht zu überzeugen. Und zwar nicht nur wegen meiner intellektuellen Verortung, sondern auch aus strategischen Gründen:

Wenn die ‘Natur’ oder ‘Evolution’ für die Geschlechterdifferenz verantwortlich gemacht wird, bleibt für gesellschaftliche Veränderungen kein Raum. Den braucht es aber dringend, denn so wie es ist, ist nichts gut.

Bevor es jemand anderes macht verweise ich selbst noch schnell auf den Zusatz „auch“, der also einschließt, dass es auch andere Gründe gibt. Hier ist es allerdings wohl nur die dort erwähnte „intellektuelle Verortung“, denn eine Beschäftigung mit diesem Thema wird vehement abgelehnt:

Ich lese kein Buch, über das ich mich eh nur aufrege und das mich auf meinen eigenen Baustellen nicht weiter bringt. Evolutionsbiologie gehört gerade nicht dazu, falls sich das ändert, gebe ich dir Bescheid.

Das scheint mir eine Haltung zu sein, die im Feminismus häufig ist. „Unsere Ansicht reicht, was uns nicht passt wird ausgeblendet“. Erinnert mich ein wenig an:  „Die Erde ist eine Scheibe und die Sonne dreht sich um sie, weil ansonsten die Bibel nicht wahr wäre und dann geht unsere Moral den Bach runter“.

Traurig ist dies insbesondere auch mit dem weiteren Anspruch, dass feministische Theorie, auch wenn sie biologische Vorgänge vollkommen ausblendet, die Grundlage für jede Diskussion über Geschlechterfragen sein soll, die dreihäften dann in ihrem Blog deutlich macht:

Wie ich auch in Deinem Blog schrieb, halte ich eine konstruktive Auseinandersetzung mit feministischer Theorie und Praxis für unerlässlich, wenn es um den Kampf um Geschlechter-gerechtigkeit geht. Und da sind Feminist_innen mE Vorreiter_innen.

Der Feminismus schwimmt in seiner eigenen Suppe und blendet aus, was ihm nicht gefällt. Das wurde schon häufiger kritisiert, zB in diesem Buch, dass für einen wissenschaftlicheren Feminismus plädiert.

Die Diskussion zu Feminismus und Wissenschaft ist ja nicht neu. Ich verweise zB mal auf diesen Beitrag bei der Mädchenmannschaft und insbesondere die dortigen Kommentare.

Auswüchse, die auf diesem Verständnis von Wissenschaft beruhen, sind dann Passagen wie diese:

Is e=mc2 a sexed equation? Perhaps it is. Let us make the hypothesis that it is insofar as it privileges the speed of light over other speeds that are vitally necessary to us. What seems to me to indicate the possible sexed nature of the equation is not directly its uses by nuclear weapons, rather it is having privileged what goes the fastest.”

Die Geschwindigkeit des Lichtes wird gegenüber anderen Geschwindigkeiten priviligiert? WTF. Es könnte natürlich auch einfach sein, dass einige Sachen sind wie sie sind. Im Feminismus kann es hingegen ungerecht sein, dass das Licht am schnellsten ist. Aber gut, das ist auch ein Extremfall.

Schlimmer ist, dass biologische Zusammenhänge vielfach ausgeblendet werden, angefangen bei Beauvoir, der man allerdings zugute halten kann, dass 1949 die Lage noch etwas verschwommener war über Schwarzer bis hin zu moderneren Feminismus.

Beispielhaft hier eine Diskussion im Mädchenblog „Evolution, Arbeit, Patriarchat„, Anlass des Artikels waren unter anderem Kommentaren von mir (Christian) in anderen Beiträgen.

Warum sich unter diesem Artikel keine Kommentare von mir finden lassen, in denen ich meine Sicht der Dinge darstelle und auf die Diskussion eingehe? Ich habe solche Kommentare natürlich geschrieben, aber sie wurden nicht veröffentlicht.

Ausblenden eben.

„Feministen“ ist kein neutraler Begriff

Auf „Drei Hälften“ überlegt die Autorin, warum andere es problematisch finden, wenn Männer sich als Feministen bezeichnen bzw. ein Männermanifest als feministisch.

Das Gegenargument wäre, dass der Begriff negativ belastet ist, was die Autorin für sich nicht findet.

Auch das Argument, dass der Begriff eben im Wortstamm bereits davon spricht, dass Frauen, und nicht Männer vertreten werden überzeugt die Autorin nicht:

Er geht davon aus, dass Feminismus vor allem etwas mit Frauen zu tun hat, wahrscheinlich wegen des Wortbestandteils ‘femin’. Diese Assoziation ist zunächst verständlich, aber die Veränderung der Lebensverhältnisse, des Rechtsstatus usw.  von Frauen ist in unserer zweigeschlechtlichen Welt aufs Engste mit Veränderungen für das ‘andere’ Geschlecht verknüpft. Wenn das bisher (vor allem von Nicht-Feminist_innen) wenig reflektiert worden ist, ist das kein Grund, zu behaupten, Feminismus habe erst in zweiter Instanz etwas mit Männern zu tun.Er geht davon aus, dass Feminismus vor allem etwas mit Frauen zu tun hat, wahrscheinlich wegen des Wortbestandteils ‘femin’. Diese Assoziation ist zunächst verständlich, aber die Veränderung der Lebensverhältnisse, des Rechtsstatus usw. von Frauen ist in unserer zweigeschlechtlichen Welt aufs Engste mit Veränderungen für das ‘andere’ Geschlecht verknüpft. Wenn das bisher (vor allem von Nicht-Feminist_innen) wenig reflektiert worden ist, ist das kein Grund, zu behaupten, Feminismus habe erst in zweiter Instanz etwas mit Männern zu tun.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass solche Argumente aus der feministischen Ecke kommen, die ja gerade im Bereich sprachlicher Genauigkeit ihrerseits erhebliche Forderungen aufstellt.

Übertragen wir die Forderung auf einen anderen Bereich:

Feministen gehen davon aus, dass „Bürger“ vor allem etwas mit Männern zu tun hat, wahrscheinlich wegen des Fehlens des Wortbestandteils ‘-in’ für Bürgerin. Diese Assoziation ist zunächst verständlich, aber die Benennung der Bürger unter einer neutralen Bezeichnung ist in unserer Gesellschaft üblich. Wenn das bisher (vor allem von Feministinnen) wenig reflektiert worden ist, ist das kein Grund, zu behaupten, Bürger habe erst in zweiter Instanz etwas mit Frauen zu tun.

Wenige Feministen werden dem zustimmen.

Zudem verkennt die Argumentation auch das Folgende:

Es stehen sich zwei Gruppen gegenüber, die jeweils andere Probleme und Interessen haben. Interessenpolitik kann dabei bedeuten, dass man die Probleme gerecht löst oder aber zugunsten eine der Parteien.

Feminismus enthält als sprachlicher Kern eine Interessenvertretung der Frauen und nicht der Männer. Natürlich kann auch eine Interessenvertretung der Frauen eine gerechte Lösung wollen, aber sie muss dies eben nicht. Es ist müssig darüber zu diskutieren, welche Art von Feminismus man vertritt, weil es nun einmal einen Randbereich des Feminismus gibt, der männerfeindlich ist (genauso wie es einen gibt, der an einer gerechten Lösung interessiert ist). Genauso wie auch der Maskulismus Strömungen hat, die rein frauenfeindlich sind und solche, die auf ein Miteinander hinauswollen.

„Interessenvertretung für Männer“ wird nicht mit dem Begriff Feminismus verbunden. Viele Männer werden aber erwarten, dass ein „Männermanifest“, das von Männern aufgestellt wurde, auch aus einer männlichen Sicht geschrieben ist und damit auch Männerinteressen vertritt (wenn vielleicht auch in einer Form, mit der beide Geschlechter leben können).

Um es an einem Beispiel zu erläutern:

Die Staatsanwaltschaft ist gehalten auch alles an entlastenden Material zusammen zu tragen und eine neutrale Entscheidung zu treffen. Sie bezeichnet sich deswegen auch gerne als die „neutralste Behörde der Welt“. Dennoch würde man einem Strafverteidiger, der sich als „Staatsanwalt“ bezeichnet merkwürdig anschauen, weil er sich nach der Position benennt, die auch die Anklagepunkte gegen einen vorgebracht hat.

Oder ein anderes Beispiel:

Die SPD sagt zur CDU: „Warum streiten wir uns denn eigentlich? Wir wollen doch beide das Beste für alle! Lasst uns eine gemeinsame Politik der Kompromisse machen, und die nennen wir dann SPD-Politik!“

Bereits dieser Interessenkonflikt und diese Gruppierung macht deutlich, warum Feminismus als Oberbegriff nicht geeignet ist: Weil in jedem Lager eine Positionierung mitschwingt, selbst wenn man diese nicht vertritt. Und weil eine offene Diskussion zum Thema Geschlecht eben Argumente zulassen muss, die den jeweiligen Denkrichtungen nicht entsprechen und eben beispielsweise nicht mehr feministisch sind, ohne sich in diesen Bereich einordnen zu müssen.

Die Bezeichnung als Feminist (sofern nicht tatsächlich rein feministische Themen vertreten werden) behindert diese Debatte und führt zu Verwirrung. Das zeigt beispielsweise schon die Kommentarpolitik zB der Mädchenmannschaft, die bestimmte Argumente einfach sperrt, weil sie nicht feministisch sind. Wenn aber jede Diskussion über Gleichberechtigung Feminismus wäre und dies Konsens wäre, dann wäre dies sinnlos.

Schließlich beraubt einen die Ausweitung des Begriffes „Feminismus“ auch der Positionierung. Wie soll man dann zB typischerweise Frauen dienende Argumentationen, Positionen und Aktionen bezeichnen? Es geht also Klarheit verloren.

Einfacher wäre es sich nach der jeweiligen Zielsetzung zu benennen. Also Männerrechtler, wenn man die Interessen der Männer vertreten will, Frauenrechtler, wenn man die Interessen der Frauen vertreten will. Problematisch ist die Mittelbezeichnung.

Postpatriarchalisches Denken wird beiden Seiten nicht gefallen, weil Patriarchat ein Kampfbegriff ist. Postfeminismus bedroht den Begriff Feminismus und lässt ihn veraltet erscheinen.

Vielleicht ist es besser hier Zusätze zum Hauptbegriff zu wählen, wie gemäßigter Feminismus oder Gleichheitsfeminismus. Es bliebe ansonsten nur einen neuen Begriff zu konstruieren.

Schade eigentlich, dass „Sexist“ schon negativ besetzt ist.

Warum man Unterröcke mit Sexappeal verkauft

Bei der Mächenmannschaft geht es um die Frage, warum man Unterröcke mit dem Bild eines Models bewirbt, dass nichts außer diesem Rock anhat.

Es ist anzunehmen, dass dahinter Sexismus vermutet wird, die Frau wird zum Objekt gemacht, auf ihren Körper reduziert oder was auch immer. Der genaue Grund, was dagegen spricht, die Frau so abzubilden, wird nicht dargelegt, was aber auch auf einen feministischen Blog nicht erforderlich ist, da es wohl eine Wiederholung wäre.

Die Modefirma antwortet zurück, dass dies geschieht, damit ein Käufer nicht denkt, dass es zu dem Unterrock noch ein bestimmtes Top dazu gibt. Anna, die Autorin beim Mädchenblog meint, dass die Antwort höchstwahrscheinlich eine Verarschung ist.

Da wird sie recht haben. Aber die Modefirma möchte ja auch nicht Feministen gefallen, sondern ihren Kunden und das Bild ist nicht dazu gedacht, feministische Gelüste zu erfüllen, sondern vielmehr Kundinnen anzusprechen. Männer kaufen überlicherweise keine Unterröcke.

Das sich hieraus ein Widerspruch ergibt zeigt meiner Meinung nach, dass sich der theoretische Feminismus von einer Mehrzahl der Frauen entfernt hat.

Im Feminismus sprechen so wie ich es verstehe die folgenden Gedanken gegen die Werbung:

  • die Nacktheit hat keine direkte Verbindung zum verkauften Gegenstand, zwar ist es ein Kleidungsstück, so dass es sich anbietet, es an einem Modell zu präsentieren, aber das diese dazu oben herum nicht bekleidet ist ist nicht üblich, es wird also Nacktheit um der Nacktheit willen eingesetzt
  • das wiederum ist schlimm, weil damit die Verbindung Frau = Sex hergestellt wird. Damit wiederum wird die Frau auf ihr Aussehen reduziert und zum Objekt gemacht.
  • Einen Mann würde man so nicht abbilden, was zeigt, dass Frauen nur als Körper wahrgenommen werden
  • Das Bild vertiefft damit diesen Trend und damit auch das Frauenbild in der Gesellschaft, dies wiederum formt die Erwartungen von Männern und Frauen, so dass Frauen noch mehr auf den Körper reduziert werden

Die typsiche Katalogleserin stellt diese Betrachtungen denke ich nicht an. Ihre Gedanken werden eher so gehen:

  • Ich möchte ein Kleidungsstück kaufen, dass entweder praktisch ist oder mich optisch in ein gutes Licht rückt, oder beides.
  • Ein Unterrock? Welches Bild würde ich damit abgeben? Die Frau, die den Rock trägt macht einen selbstbewußten, sexy Eindruck, es ist also ein Kleidungsstück, dass mich optisch in ein gutes Licht stellen könnte.  Würde es auch bei mir so gut aussehen?

Die Käuferin nimmt also das sexy Bild nicht in einem gesellschaftlichen Kontext wahr, sondern als Hinweis darauf, wie die Wirkung dieses Kleidungsstückes bei ihr sein könnte. Viele Kundinnen mögen sich wünschen, dass das Schönheitsideal anders sei, aber sie wissen auch, dass sie in einer Welt leben, in der eines der wichtigsten Kriterien der männlichen Partnerwahl optische Kriterien sind. Also verbessert es ihre Position, wenn sie sich in diesem Bereich gut aufstellen. Demnach wollen sie Kleidung, die sie gut aussehen läßt und sexy macht.

Aber hätte man das nicht auch mit weniger nackten Haut erreichen können? Klar, aber ein schlichter Unterrock ist nicht sehr viel mit dem man arbeiten kann. Klar hätte man noch einen BH dazugeben können, aber einen BH stellt man überlicherweise mit unterteil dar, da dies als Set verkauft werden, was bei einem Unterrock nicht möglich ist. Bei einem Top stellt sich die Frage, ob der Anbieter der Anbieter Lascana so etwas überhaupt hat. zudem hätte es den Blick auf den Rock und wie dieser im oberen Bereich abschließt verdeckt. Die Entscheidung das Bild auf das wesentliche zu reduzieren und durch die angedeutete Nacktheit möglichst viel Sexiness in diesen zu legen ist insofern werbetechnisch nachvollziehbar. Zumal die Nacktheit familientauglich gemacht wird, indem die Hände des Models dafür sorgen, dass eher weniger gezeigt wird als in den Dessousfotos.

Sollte Lascana mit der Mädchenmannschaft darüber diskutieren? Natürlich nicht, sie können in einer solchen Diskussion nur verlieren, weil diese Diskussion ihre Kunden nicht interessiert und sie gegen feministische Dogmen ankämpfen müssten. Wahrscheinlich würde dies nur dazu führen, dass sie sich die vorwerfen lassen müssten, überhaupt Unterwäsche in sexy anzubieten und zudem keine Übergrößenmodels auf ihrer Seite zu haben.

Lascana will Unterröcke verkaufen und meint, dass dies am besten klappt, wenn die Frauen, die die Röcke kaufen, dass Gefühl haben, in diesen sexy sein zu können Feministen wollen eine nach ihrer Auffassung bessere Welt schaffen und gehen davon aus, dass ein gewisser Grad von Sexiness in Bildern dies verhindert.

Tief unten wird eine Diskussion hierüber bei der Natur oder Nurture – Debatte ankommen. Vertritt man hier die Auffassung, dass Männer und Frauen auf verschiedene Attraktivitätsmerkmal ansprechen, weil für Männer und Frauen innerhalb der Evolution verschiedene Kriterien vorteilhaft waren und es für Frauen wesentlicher war neben dem Körper auf Status zu schauen während Männer körperlichen Vorzügen ein großeres Gewicht zubilligten, weil dies evolutionär vorteilhaft war, dann verwundert es einen erstens nicht, dass Frauen das körperliche mehr betonen und damit auch häufiger weniger anhaben als Männer. Dann kommt man zudem zu dem Ergebnis, dass diese Bilder nicht die Gesellschaft formen, sondern lediglich ein Ausdruck der Partnerwahlkriterien sind.

Wer nackte Haut bei Männern und Frauen vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Den ein angezogener Mann kann evt. über seine Kleidung Status wesentlich besser komunizieren, zB in einem Anzug. Demnach können das Bild eines Mannes im Anzug und einer Frau, die sehr viel Haut zeigt, beide gleich „sexistisch“ sein, weil sie beide nichts anderes tun als die Partnerwahlkriterien zu erfüllen.

Nun könnte man sagen, dass die männlichen Partnerwahlkriterien eben schlechter sind als die weiblichen aber das ist ungefähr so sinnlos wie einem Fisch zu sagen, dass es besser ist, sich seinen Sauerstoff aus der Luft zu holen. Zudem dürften die weiblichen Partnerwahlkriterien zu wesentlich mehr Unheil auf dieser Welt geführt haben als die männlichen, führen sie schließlich zu Hierachien, dem Wunsch nach Reichtum, Dominanzdenken etc.