Unterschiede zwischen Mann und Frau bei Kindern und Beruf

Die Mädchenmannschaft wirft die altbekannte Frage auf, warum Frauen gefragt werden, wie sie ihren Beruf mit Kindern verbinden, Männer aber nicht.

Anknüpfungspunkt ist die folgende Aussage von Maria Damanaki:

… it is considered a challenge to be a working mother, and rightly so. I know that at first hand as I have three children. Why then, is it not generally considered to be an equal challenge to be a working father? Is anybody going to ask a male politician about his father experience?

Das Problem kann von zwei Seiten betrachtet werden:

  • Frauen werden in die Mutterrolle gedrängt. Es wird erwartet, dass sie die Kinder erziehen. Männer hingegen dürfen die Last der Elternschaft auf andere, vorzugsweise auf ihre Frauen verlagern.
  • Männer werden in die Versorgerrolle gedrängt. Ihnen wird die Option zugunsten ihrer Kinder ruhiger zu treten nicht ermöglicht. Wenn es heißt, dass Männer Beruf und Familie besser vereinbaren können, dann heißt das nicht, dass sie mehr Zeit für ihre Kinder haben, sondern dass sie nach wie vor genauso viel arbeiten wie vorher und ihre Kinder nach Feierabend sehen. Sie haben kein Wahlrecht und keine „Vereinbarkeit“ von Beruf und Familie, sondern schlicht eine Arbeitspflicht.

Beide Punkte werden dadurch entschärft, dass viele Paare diese Arbeitsteilung freiwillig wählen und beide sich bewusst sind, dass das ist, was sie lieber machen. Es besteht insoweit kein Interessenkonflikt.

Beide werfen Probleme für Menschen auf, die sich in der traditionellen Rollenverteilung nicht wohl fühlen.

Der Karrierefrau schlägt ein gewisser Argwohn entgegen, weil man befürchtet, dass sie die Kinderbetreuung eher selbst übernehmen will als ein Mann oder jedenfalls mit geringerer Wahrscheinlichkeit einen Partner hat, der dies für sie in Vollzeit  machen wird. Beide Vermutungen sind statistisch richtig. Ist es fair aus der Statistik heraus Vermutungen über eine Einzelperson zu machen? Nein, sicherlich nicht. Aber es ist menschlich. Viele unser Vermutungen bauen auf Wahrscheinlichkeiten auf. Diese Vermutungen dann damit abzutun, dass sie sexistisch sind bringt wenig, denn es ändert nichts daran, dass sie als zutreffend wahrgenommen werden.

Dem Mann hingegen drohen andere Nachteile. Entscheidet er sich für Kinderbetreuung wird dies als stärkerer Rollenbruch verstanden als bei der Frau. Demnach wirkt es sich auch stärker in der Wahrnehmung aus. Statistiken zeigen, dass Männer höhere Gehaltseinbrüche hinnehmen müssen, wenn sie sich für die Kinderbetreuung entscheiden als Frauen. Zudem verlieren sie mit der Aufgabe des Berufes mehr Status als die Frau, was sich wiederum nachteilig für ihn auswirken kann.

Dies alles zeigt, dass vollkommen verschiedene Ausgangslagen bestehen. Da bei der Frau eher ein Kompromiss zwischen Arbeit und Familie zu erwarten ist als bei Männern ist dort mehr „Geschichte“ zu erwarten, deswegen wird dort auch häufiger gefragt. Das Spannungsfeld besteht bei Frauen deutlich stärker als bei Männern. Das werden auch die meisten Frauen so wahrnehmen.

Ich denke die Aussage der Kommissarin ist daher eher eine Frage, auf die sie die Antwort durchaus kennt, zumal sie aus Griechenland, insbesondere Kreta kommt, wo die Geschlechterverhältnisse noch wesentlich klarer strukturiert sind als in Deutschland.

2 Gedanken zu “Unterschiede zwischen Mann und Frau bei Kindern und Beruf

  1. Männer werden nicht Schwanger, haben keine Geburt. Haben vorher, währenddessen und nach der Schwangerschaft keine Hormonschwankungen und Übelkeitsanfälle.

    Männer können Säuglinge nicht mit der Brust ernähren, sie haben keine milchgebenden Brüste.

    Weiter ist es für Säuglinge immens wichtig, vor allem in den ersten Monaten, den Geruch und die Wärme der Mutter (!) um sich zu haben. Dies dient unter anderem dem Urvertrauen.

    Säuglinge sind Symbionten sie sind absolut hilflos und brauchen 24 Stunden Betreuung. Mindestens die ersten 6 Monate. Weiter braucht ein Säugling mehrere Stunden pro Tag Augenkontakt mit der Mutter, auch um das Urvertrauen aufzubauen.

    Vom evolutionären Standpunkt aus gesehen, haben wir Instinkte in uns die dazu veranlassen zu überprüfen ob wir „lebensfähig“ oder in einer „lebensfähigen Situation“ leben. Säuglinge und Kleinkinder brauchen einen stabilen Halt, eine „Sippe“ in denen die Fähigkeiten und Reflektionen der Bewusstseinsentwicklung zusammen mit der Emotionsentwicklung in einem vertrauten und stabilen Rahmen wachsen können.

    Es ist Infam Männern vorzuwerfen das sie sich nicht um die Kinder kümmern, die emotionale Perspektive der Männer wird völlig ausgeblendet, die meisten der Männer arbeiten hart damit Mutter und Kind genug zum Essen haben. Damit kümmern sie sich massiv um die Kinder.

    Es wäre zu empfehlen ein wenig in der Geschichte zu forschen um herauszufinden das Mänenr schon IMMER sehr viel Einsatz gezeigt haben, um den Nachwuchs durchzubringen.

    Weiter ist es absurd anzunehmen das eine Spezies, deren Nachwuchs knapp 10 Jahre Intensivbetreuung braucht um selbständig Lebensfähig zu sein, keine genetisch vererbten Veranlagungen dazu hat, sich um den Nachwuchs intensiv zu kümmern. Oder ganz einfach gesagt: Kinder Zeugen allein, ist es nicht. Die Kinder müssen auch überleben, sonst ergibt das mit dem Fortpflanzungstrieb überhaupt keinen Sinn.

    Und genauso ist es auch in unserer Kultur gewesen, bis einige unhöfliche Frauen anfingen zu BEHAUPTEN das Männer sich nicht um Kinder kümmern wollen..

    Dabei hätte schon ein Blick in die Bibel gereicht um zu erfahren das auch schon vor 2000 Jahren die Bildung und Erziehung von Kindern ein sehr wichtiger Punkt im Leben der Menschen damals war.

    /ajk

  2. „Es wäre zu empfehlen ein wenig in der Geschichte zu forschen um herauszufinden das Mänenr schon IMMER sehr viel Einsatz gezeigt haben, um den Nachwuchs durchzubringen.“

    Leider hat es oft nicht geholfen, so starben bis Anfang des 20. Jahrhunderts noch deutlich mehr als 50 Prozent der Kinder in den ersten Lebensjahren.

    dito

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