Feminismus und Männerinteressen

Aufbauend auf der Debatte, ob Männer Feministen sein sollten habe ich gerade ein interessantes Zitat gefunden:

Problematisch ist, dass Begriffe wie „männlicher Schmerz“ jedoch als klar anti-feministisch gedeutet werden, da sie von reaktionären Kräften wie der Väterrechtsbewegung besetzt sind. „Männliches Leiden“ wird hier meist dazu instrumentalisiert, es der gesellschaftlichen Benachteiligung von Frauen als ebenbürtig gleichzusetzen und so die existierende Geschlechterhierarchie zu verschleiern. Im Gegenzug finden viele Feministinnen es lächerlich, „männliches Leiden“ – angesichts der viel dramatischeren Situation von Frauen – ernst zu nehmen.

Das scheint mir wie die Autorin zu recht anführt eine häufige Position im Feminismus zu sein. Die Betonung der Opferrolle der Frau führt dazu, dass neben dieser keine männlichen Opfer stehen dürfen. Männliche Opfer sind eben lächerlich – hier dürfte sich wohl auch auswirken, dass männliche Opfer keinen Status haben und damit unattraktiv wirken. Männer, die leiden, sind nicht ernst zu nehmen. Leiden sie zurecht, dann aber nicht so stark wie Frauen.

„Das ist doch egal, wir haben es schließlich in einem anderen Bereich noch schlechter“ ist zudem einfach kein sachliches Argument, zumal die Bereiche häufig in einander greifen. Mehr Rechte für Väter, zB unverheiratete, kann zB dazu führen, dass diese sich auch tatsächlich mehr einbringen, was die Berufschancen der Frau verbessert.

Durch diese Wahrnehmung und die Ausblendung männlicher Nachteile in der Gesellschaft steigt die subjektive Ungerechtigkeit gegenüber Frauen zudem noch.  Weswegen man dann nach der obigen Logik Probleme von Männern noch weniger wahrnehmen muss. Ein Teufelskreis.

2 Gedanken zu “Feminismus und Männerinteressen

  1. Schöner Post, gefällt mir gut! Generell gefällt mir Dein Blog, ich mag Seiten, auf denen meine Beiträge nicht zensiert werden, wenn ich eine begründete Gegenansicht vertrete!

    Ein grundlegender Fehler des Feminismus ist meiner Meinung nach, dass er davon ausgeht, dass Männer und Frauen gleich sind. Dass es für beide Geschlechter ein identisches Idealverhalten gibt, und sich beide danach ausrichten sollten. Du hebst richtig hervor, dass männliche Opfer, wenn sie damit in die Öffentlichkeit gehen, automatisch Status und Ansehen verlieren. Und wie im Tierreich, so ist es auch bei uns Menschen so, dass ein rangniedriger Mann mit wenig Status keine Beachtung und Aufmerksamkeit erhält.
    Männliche Opfer werden von Frauen nicht geachtet, und von Männern vielleicht noch weniger.

    Bei Frauen ist das nicht so. Weibliche Opfer wecken häufig Beschützerinstinkte, bei Männern und Frauen. Für sie ist es in gewisser Weise sinnvoll, sich als schwach darzustellen. Denn dadurch erhalten sie Aufmerksamkeit.
    Der Feminismus macht sich genau diesen Mechanismus zunutze: Das weibliche Opfertum wird immer wieder hervorgehoben, um mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit, und auch Unterstützung zu bekommen. Frauen werden auch nicht unattraktiver, wenn sie in einem Konflikt -körperlich wie unkörperlich- unterliegen.

    Männer schon. Der „sexy Looser“ ist in Wirklichkeit gar nicht sexy.

    Ich erschrecke selbst manchmal, wenn ich merke wie leicht man dem feministischen Ruf nach mehr Frauenförderung und Frauenunterstützung unterliegen kann. Ganz einfach weil ich oft erst länger über ein Thema nachdenken muss, bis mir auffällt, dass ich Männern in denselben Situationen auch keine Unterstützung zusprechen würde.

    Kleines Beispiel: Einem Mann, der von seiner Frau geschlagen wird, würde ich raten, sie rauszuschmeißen oder auszuziehen und sich scheiden zu lassen. Einer Frau, die von ihrem Mann geschlagen wird, würde ich wohl instintiv zur Seite springen und ihr anbieten, den Mann zu vermöbeln.
    Beide sind Opfer. Aber die männliche Schwäche würde mich insgeheim abstoßen. Der weiblichen Schwäche gegenüber wäre ich nachsichtiger.

    In letzter Zeit wird mir immer bewusster, wie verfehlt die feministischen Positionen heute sind. Würde man den Vor- und Nachteilen von Menschen aus unterschiedlichen Schichten dieselbe Aufmerksamkeit widmen, wäre das deutlich gerechter.

    Ein Kind, gleichwohl welchen Geschlechts, dass in einer „bildungsfernen“ Schicht aufwächst, hat deutlich großere Benachteiligungen gegenüber einem aus gutbürgerlichem Hause, als es Frauen aus letzterem gegenüber Männern aus letzterem haben. Und hier liegt gerade einer der größten Fehler des Feminismus: er differenziert nicht. Er denkt in Schablonen. Schablonen, die, wenn man an wirklicher Gerechtigkeit interessiert ist, den Blick auf die Realität vernebeln.

  2. Vielleicht zwei Zitate, die deutlich machen wohin dieser Irrsin führt:
    „Die Psychologin einer Jugendhilfeeinrichtung brachte es in der Studie auf den Punkt: Je mehr Stühle ein Junge im Klassenzimmer fliegen lässt, ums so eher und sicherer hat er einen Therapieplatz). Da dieses Muster nicht nur in der Schule sondern in der gesamten Kultur wirkt, ließe sich zugespitzt formulieren: Jungen und Männer erhalten erst dann für ihre (insbesondere auch psychischen) Verletzungen Resonanz, wenn sie sich als Täter inszenieren. “
    Quelle: [url=http://www.maennernetz-hessen.de/reader04.htm#10jahre]hier[/url].

    Sendung im [url=http://download.br-online.de/imperia/md/audio/podcast/import/2010_05/2010_05_23_17_54_55_podcastmenschottorupertvo_a.mp3]Bayerischen Rundfunk[/url], bei ca. 19:11 Min:

    „Beispiel eines Jugendlichen zugedröhnt, total stoned, 2-3 Tage pro Woche da, die anderen Jungs haben ihn schon ausgelacht. Krisengespräch, eigentlich ein Abschlussgespräch und da hatte ich bei ihm als Einzigen den Impuls ihn zu fragen [b]ob er eine Umarmung[/b] möchte. Ich hatte mir vorhin gedacht, das kannst du nicht bringen, der haut dir eine rein. Der stand auf und er wollte seine Umarmung haben. Das hat er 5 Wochen lang gemacht, auf 20 cm zu mir gekommen und hat sich seine Umarmung geholt. Nach 5 Wochen ging er ins Praktikum, hat die 5 Wochen Praktikum durchgehalten und ist jetzt Schreiner. (Der hatte auch nicht die super Gewalterfahrung in der Familie)“.

    Nicht wahr, Männer müssen sich als Täter inszenieren um wahrgenommen zu werden und dann brauchen sie lediglich eine Umarmung. Eine simple Geste hilft weiter.

    Finden sie keinen, der ihnen diese Geste anbietet – und das passiert in unserer Gesellschaft in 99% der Fälle – sind diese Männer für die Gesellschaft verloren.

    Die Einrichtungen, die Jungs helfen sollen, sind in Wahrheit Aufbewahrungsanstalten. Siehe z. B. die condrobs in München, aus der einer der Mörder Dominik Brunners kam.

    Der Feminismus betrachtet ja den Mann als von Natur aus gewalttätig, also kaum sozialisierbar. In München hatte der Frauennotruf im November 2008 eine Plakataktion gegen Gewalt gegen Frauen gestartet und in der begleitenden Pressemiteilung behauptet, dass jeder 5. Mann ein Schläger sei. So schnell geht Stigmatisierung!

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