Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 23. September 2011

Heinz Voss will Kritik an seinem Buch “Making Sex revisited” lieber nicht öffentlich besprechen

Ich hatte hier ja das Buch “Making Sex revisited” von Heinz Voss besprochen. Und einiges an Kritik vorgebracht.

Das Buch hat meiner Meinung nach erhebliche Fehler, wie es bei einem Buch, dass Poststrukturalismus, Queertheorie, Feminismus und biologische Wissenschaft zusammenbringen will ja auch zu erwarten ist.

Ich war eigentlich gespannt auf die Erwiderung des Autors. Schließlich war dies seine Doktorarbeit, da sollte man meinen, dass er zu solcher Kritik etwas sagen kann. Schließlich sagte er ja auch in einem früheren Kommentar:

Vielleicht lohnt sich ja doch langsam ein Blick in das Buch. (…) Liebe Grüße und gern bereit für Diskussionen

Jetzt habe ich ihn auf seinem Blog mal darauf angesprochen, ob noch was kommt. Nunmehr heißt es von Heinz Voss:

Diskussion dann aber auch direkt, gebloggt mit Argumenten und Gegenargumenten und Gegengegenargumenten… haben wir doch vor einem Jahr ausreichend. (…) Mit ‚direkter Diskussion‘ meine ich einfach in einem Café, z.B. in Leipzig.

Kann ich verstehen. Wenn man keine Gegenargumente hat, dann ist es besser zu schweigen und seine Doktorarbeit nicht weiter zu beschädigen. Schließlich kann man dann immer noch sagen, dass man Gegenargumente hätte.

Schade dennoch.

About these ads

Responses

  1. Kann ich verstehen. Wenn man keine Gegenargumente hat, dann ist es besser zu schweigen und seine Doktorarbeit nicht weiter zu beschädigen. Schließlich kann man dann immer noch sagen, dass man Gegenargumente hätte.

    Schade dennoch.

    Nein, das ist nicht schade. Voss ist ein bornierter Ideologe mit ausgewiesener Blockwartmentalität, ein Gesinnungswächter erster Güte. Mit solchen engstirnigen Zeitgenossen zu diskutieren ist reine Zeitverschwendung. Er ist, wenn ich mir seine Antworten auf deine Leserkommentare in seinem Blog anschaue, einer jener vor Selbstgerechtigkeit triefenden Spiesser, die sich ihrer Rechtschaffenheit versichern, indem sie sich verbal dem “Kampf gegen rechts” anschliessen. Mangels ausreichernder Anzahl Nazis muss dann schon mal dieser oder jener nicht stramm im Linksgleichschritt Marschierende als Nazi diffamiert werden.

    Eine Bitte an Dich, Christian: Als Diskussionsgrundlage verwende doch bitte Beiträge von ernstzunehmenden Wissenschaftlern, anstatt solche Nullnummern wie Voss zur Diskussion zu stellen.

    • @Peter.

      Du hast vergessen hinzufügen, dass er auch keine Studien verwenden sollte, die wie Digit Ratio für alles und nichts interpretierbar sind. Drüber hinaus es sowieso besser wäre auf alle Studien zu verzichten, weil er keine Ahnung von der Auswertung von Studien hat, was er ja gegenüber Haselnuss auch zu gegeben hat. Und überhaupt hättest du ihm raten sollen, über das zu bloggen von dem er Ahnung hat, anstatt mit so gut wie jedem Beitrag zu beweisen, dass er sie nicht hat.

      Aber das von dir zu verlangen setzt ja voraus, dass du selbst Ahnung davon hast. Mist verdammter, da du sie ja auch nicht hast, sind meine Zeilen ja eigentlich an den Falschen adressiert. Hätte ich wohl besser selbst gemacht.

      • @ Lucia

        *Du hast vergessen hinzufügen, dass…*

        Hast Du vergessen, dass Du Dich zum wiederholten Male von diesem Blog endgültig verabschiedet hast?

        Nicht, dass Du mich störtest, im Gegenteil.

        Aber mein rechtes Händchen ist vom vielen Hinterherwinken schon ganz matt, zu fast nichts anderem mehr zu gebrauchen.

        Darum jetzt ein Experiment:

      • Tut mir leid Zoologe, mir bleibt der Sinn deines Anliegens auch mithilfe von deutscher Volksmusik verborgen, oder gerade derentwegen.

      • Hm, wie hast du dein Video verlinkt, Zoologe?

      • @ Lucia

        Ich ging davon aus, dass, wenn Heino Dich nicht aus Diesem Strang vertreibt, dann jede künftige Willensbekundung, hier nicht mehr kommenntieren zu wollen, als nicht ernst zu nehmend einzuordnen ist, ich mir also künftiges Hinterherwinken ersparen kann.

        Mein Exorzismusversuch ist offensichtlich fehlgeschlagen.

        Ich kann mit meiner starken Rechten, entlastet vom Hinterherwinken, wieder getrost Sinnvolleres erledigen, ohne mich mit dem Selbstvorwurf plagen zu müssen, unhöflich gewesen zu sein.

      • Ach so, nee, gegen solche unteridischen kirchlichen Spielereien bin ich immun.

        Ach so, nee, gegen solche unterirdischen kirchlichen Spielereien bin ich immun. Beelzebübchen.

      • @ Lucia

        *Hm, wie hast du dein Video verlinkt, Zoologe?*

        Psalmodierend natürlich.

        Das wird in Deinem Falle wahrscheinlich nicht genügen.

        Wissen kann man’s freilich nicht.
        Die Wege desvHerren sind unerforschlich.

        Ich würde es mal mit Niederknien auf einem Scheit Holz und härenem Gewand versuchen.

        Auch auffrischendes Selbtgeißeln zwischendurch kann nicht schaden.

        Aber sei nicht zu streng mit Dir.

        Es nützt den Herren der Schöpfung ja überhaupt nichts, wenn Dein gewiss sehr schöner Rücken von Narben und Striemen verunziert wird.

        Nach ein bißchen Buße sollte das mit dem Verlinken jedenfalls auch bei Dir klappen,

        wünscht seiner Tittenschwester

        der Sackgenosse Bruder Alexander

      • Ma che cazzo?

        Sag mir lieber, wie du dein Video verlinkt hast.

        Sollte als Zweites da stehen.

      • Yeah, I’m the Goodness – I fuck ya all, yeah :D

      • @ lucia
        Vergiss den Umschnaller nicht, sonst wirds mit dem “I fuck ya all”, leider nichts meine gute lucia.

      • @terminator

        Offensichtlich verstehst du “Goodness” nicht, ist aber auch egal, jedenfalls braucht sie keinen Strap-on. :P

      • Aber das von dir zu verlangen setzt ja voraus, dass du selbst Ahnung davon hast.

        @ Lucia

        Ich habe mehr als nur eine Ahnung davon, wie Radikalkonstruktivisten ticken! Ich hatte das “Glück”, mich mit Ihnen herumschlagen zu dürfen, jahrelang.

      • @Peter:

        Wenn du Voss als Radikalkonstruktivisten bezeichnest, dann belege das doch Mal mit deinen eigenen Studien oder meinetwegen auch mit deiner Doktorarbeit, das wäre dann nämlich glaubhafter, als hier nur anonym wie Christian etwas zu behaupten.

    • @Peter

      Schade, weil ich mich auf eine Auseinandersetzung gefreut hatte. Wäre ja schön, jemanden mit seinem eigenen Buch auseinander nehmen zu können.

      Ich bereue dennoch nicht sein Buch gelesen und besprochen zu haben.

      Zum einen wurde es mir zu häufig vorgehalten, sollte angebliche Gegenbelege enthalten und zeigen, dass Biologie und Queertheorie zusammenpassen. Jetzt kann ich bei solchen Ausführungen auf meine Besprechung verweisen.

      Zum zweiten hat es mir ein wunderbares Zitat aus den Genderwissenschaften gebracht, in dem bestätigt wird, dass die hormonellen Theorien gegenwärtig den Diskurs in der Wissenschaft beherrschen. Eine bessere Quelle als einen der ihren, abgesegnet von Sigrid Schmitz als die deutsche Genderwissenschaftlerin, die sich am meisten mit Biologie beschäftigt hat (wenn auch vollkommen falsch) kann es ja eigentlich nicht geben.

      Ich würde es eigentlich schön finden, wenn Voss für diese Aussage bekannt wird und werde ihn da immer wieder gerne zitieren. Es hätte eine gewisse Ironie.

      Und: Wie hätte ich es nicht lesen können? Ein Buch aus den Genderwissenschaften, das auf Biologie eingeht?

      Wenn ich es zeitlich schaffe, dann folgt auch noch eine Besprechung von Fausto Sterlings Buch. Wissenschaftlich gesehen besser als Voss, aber auch voller fehler.

      • „Wenn ich es zeitlich schaffe, dann folgt auch noch eine Besprechung von Fausto Sterlings Buch. Wissenschaftlich gesehen besser als Voss, aber auch voller Fehler.“

        Peter hat sicherlich Recht damit, dass die entsprechenden „Wissenschaftler“ eigentlich nicht der Rede wert wären, wenn man tatsächlich wissenschaftliche Kriterien anlegt. Trotzdem muss ich ihm in seiner Einschätzung widersprechen, dass es besser wäre, sich die Auseinandersetzung mit den Werken von Gender- und Queer-Theoretikern wie Heinz-Jürgen Voss und Anne Fausto-Sterling auf diesem Blog zu ersparen.
        Aus dem ganz einfachen Grund: Solche Leute haben innerhalb des Gender-Diskurses den Ruf der Gender- Theorie ein wissenschaftliches Fundament gegeben zu haben und sind somit die wichtigsten Kronzeugen für die vorgebliche Wissenschaftlichkeit dieser Theorie. Von solchen Personen abgesehen hat die Gender-Theorie in wissenschaftlicher Hinsicht ja nicht viel zu bieten. Im Regelfall verfahren ihre Protagonisten einfach so, dass sie voraussetzen, was sie erst beweisen müssten: dass alle durchschnittlich gegebenen psychologische Geschlechterunterschiede sozial konstruiert seien und es keinen oder keinen signifikanten biologischen Anteil gibt.

        Kein differenziert denkender Mensch wird wohl bestreiten, dass auch soziale Faktoren eine wichtige Rolle bei der Herausbildung von Geschlechterunterschieden spielen können, dass aber biologische Faktoren gar keine oder nur eine völlig zu vernachlässigende Rolle spielen, diese Hypothese könnten die Gender-Theoretiker wissenschaftlich nur dadurch versuchen zu erhärten, indem sie sich mit dem Forschungsstand der biologisch ausgerichteten Geschlechterforschung intensiv auseinandersetzen, und dann überzeugend aufzeigen, warum deren Befunde ALLE falsch sind – indem sie also mit der biologisch ausgerichteten Geschlechterforschung in Dialog treten

        Verständlich, dass die Gender-Theoretiker hier im Regelfall die Auseinandersetzung scheuen, die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Rahmen einer solchen Diskussion argumentativ den Sieg für ihre Theorien davon tragen würden, ist nicht sehr hoch.

        Gender Studies ist eine Pseudowissenschaft, nicht deshalb weil sie eine soziologische Perspektive auf die Geschlechterthematik wirft und darauf verweist, dass soziale Faktoren zur Herausbildung der Geschlechtsidentität beitragen, sondern wegen des dogmatisch gesetzten Ausschließlichkeitsanspruchs und der schreienden Ignoranz gegenüber allen abweichenden Forschungsergebnissen. Eine tatsächlich wissenschaftliche Geschlechterforschung muss offen sein für Befunde zu sozialen UND biologischen Einflussfaktoren und muss versuchen diese nach bestem Wissen und Gewissen angemessen zu gewichten – realitätsgerecht, nicht ideologiegerecht.

        Da die Gender-Theoretiker sich in der Regel weigern mit der biologisch ausgerichteten Geschlechterforschung in Dialog zu treten und ihre Theorien auf den wissenschaftlichen Prüfstand zu stellen, gleichzeitig aber nach gesellschaftlichem Einfluss und Geltung streben, ist es aus wissenschaftlicher wie moralischer Perspektive m.E. nötig sich kritisch mit ihnen zu befassen. Und da sind Leute wie Voss und Fausto-Sterling, also solche Gender-Theoretiker, die wenigstens etwas versuchen, ihre Annahmen auch zu begründen, genau diejenigen, auf die schwerpunktmäßig zu fokussieren ist.

        Soll der wissenschaftliche Gehalt der Gender-Theorie kritisch geprüft werden, dann kann dies nur anhand der Auseinandersetzung mit den Annahmen gerade solcher Personen wie Voss und Fausto-Sterling getan werden, denn die meisten anderen Verfechter der Gender Theorie bringen ja GAR KEINE Argumente.

        Ich würde mich daher freuen, Christian, wenn du bei Gelegenheit eine ausführliche Besprechung von Anne Fausto Sterlings Hauptwerken folgen lassen würdest, immerhin ist sie ja auch wesentlich einflussreicher als Heinz-Jürgen Voss.

      • @ Leszek

        Peter hat sicherlich Recht damit, dass die entsprechenden „Wissenschaftler“ eigentlich nicht der Rede wert wären, wenn man tatsächlich wissenschaftliche Kriterien anlegt. Trotzdem muss ich ihm in seiner Einschätzung widersprechen, dass es besser wäre, sich die Auseinandersetzung mit den Werken von Gender- und Queer-Theoretikern wie Heinz-Jürgen Voss und Anne Fausto-Sterling auf diesem Blog zu ersparen.

        Da Gender- und Queertheoretiker politisch einflussreich sind, ist die Auseinandersetzung notwendig. Da geb ich Dir völlig recht. Die Frage aber ist doch: auf welche Art und Weise sollte diese Auseinandersetzung geführt werden, auf welcher Ebene?

        Ganz offensichtlich ist es eine politische Auseinandersetzung. Der Gegner ist der Gender- und Queertheoretiker, der den Menschen als beliebig formbares Knetfigürchen versteht, welches er in seiner Anmassung top down gemäss seinen ideologischen Vorstellungen zu formen gedenkt. Ich nenne eine solch totalitäre Anmassung von blasierten Halbgebildeten, die den Menschen pauschal und entgegen jeder Erfahrung jede Natürlichkeit, sprich wesenhafte/biologische Dispositionen abspricht, faschistoid.

        Ihr Machtanspruch ist total. Der Mensch selbst soll in seinem ganzen Wesen ihren faschistoiden Idealen unterworfen, von klein auf indoktriniert, seine Wahrnehmung gemäss den ideologischen Vorgaben strukturiert und geformt werden.

        Ziel ist es daher nicht, die Dogmen der Gendersekte wissenschaftlich zu widerlegen, sondern ihren faschistoiden Allmachtsanspruch zurückzuweisen. Dieser urdemokratische Anspruch bedarf keiner wissenschaftlichen Begründung.

        • @Peter

          “Ziel ist es daher nicht, die Dogmen der Gendersekte wissenschaftlich zu widerlegen, sondern ihren faschistoiden Allmachtsanspruch zurückzuweisen.”

          Steht das eine nicht mit dem anderen in Verbindung? Wenn ich den Leuten die Fakten an die Hand gebe, aus denen sich ergibt, dass eine bestimmte Meinung falsch ist, dann sinkt auch ihre Akzeptanz, man kann deren Meinungen leichter etwas entgegen halten, man schneidet das Argument, dass sie es schon besser wissen werden, ab. Wer unrecht hat, der hat auch, wenn dies allgemein bekannt ist, weniger Macht. Der Widerspruch fällt leichter, wenn man Argumente hat, die man vorbringen kann.
          Sieht man meine ich auch gut an der Kirche. Um so unglaubwürdiger die Bibel wird, um so mehr ist die Macht gesunken. Heute gelten Kreationisten als Spinner. Früher stützte sich auf der Autorität im Prinzip genau ihrer Aussagen ein Großteil der Macht der Kirche. Weil die Bibel wahr ist konnte man auf ihr Macht aufbauen. Um so mehr die Leute meinen, dass sie nicht verbindlich ist um so weniger sind darauf aufbauende Argumente überzeugend.

      • Steht das eine nicht mit dem anderen in Verbindung? Wenn ich den Leuten die Fakten an die Hand gebe, aus denen sich ergibt, dass eine bestimmte Meinung falsch ist, dann sinkt auch ihre Akzeptanz, man kann deren Meinungen leichter etwas entgegen halten, man schneidet das Argument, dass sie es schon besser wissen werden, ab.

        Dem würde ich zu 100 % zustimmen, wenn wir es mit falsifizierbaren Behauptungen zu tun hätten. Wir bewegen uns aber, wenn wir radikalkonstruktivistische Deutungen naturwissenschaftlich widerlegen wollen, auf dem Holzweg.

        Voss darf als Vertreter jener Gilde Radikaler Konstruktivisten gelten, welche mittels Sprache/Kommunikation Konsensualität erreichen oder besser erzwingen wollen und damit ihre subjektive Wirklichkeit allgemeingültig etablieren wollen. In dieser Ausprägung ist nur die Macht, die eigene Anschauung als verbindlich zu etablieren, die Diskurshoheit zu erlangen von Bedeutung. Wer (Diskurs-) Macht hat, der hat recht. Deshalb darf der Typus Voss faschistoid genannt werden.

        Ohne hier ausufernd auf die erkenntnistheoretischen Implikationen einzugehen ist offensichtlich, dass der radikalkonstruktivistische Ansatz als Freikarte für völlige Beliebigkeit verstanden werden kann und von Leuten des Typus Voss auch genau so gehandhabt wird. Naturwissenschaftlich begründete Kritik, ja die Naturwissenschaft selbst wird lediglich als soziale Konvention verstanden. Daher ist es zielführender, den anmassenden, totalitären Gestaltungsanspruch der Gendervossies auf politischer Ebene zurückzuweisen, als sich mit den erkenntnistheoretischen Lücken abzumühen, welche die RKs zu ihren Gunsten argumentativ nutzen.

      • @Peter

        „Ziel ist es daher nicht, die Dogmen der Gendersekte wissenschaftlich zu widerlegen, sondern ihren faschistoiden Allmachtsanspruch zurückzuweisen. Dieser urdemokratische Anspruch bedarf keiner wissenschaftlichen Begründung.“

        Das sehe ich insofern anders, als dass der Machtanspruch der Anhänger der Gender-Theorie ja gerade durch ihr einseitiges Menschenbild eine scheinbare moralische Legitimation erlangt. Wenn der Mensch durch äußere Einflüsse unendlich formbar ist, es eine Natur des Menschen nicht gibt, Identitäten absolut frei fließend, Geschlecht und sexuelle Orientierung rein sozial konstruiert sind, was spricht denn dann dagegen den Menschen zu erziehen und zu formen? Er wird es doch sowieso. „Besser er ist dann unseren wohlmeinenden Einflüssen ausgesetzt“, denkt da der Gender-Theoretiker, „als irgendwelchen anderen.“ Wenn angeborene Anlagen und Neigungen nicht existieren, dann gibt es auch keinen Grund sie im soziokulturellen Sozialisationsprozess zu berücksichtigen, dann ist es naheliegend alles daran zu setzen, den Menschen von klein auf so zu erziehen und zu formen, wie es den Anliegen mächtiger gesellschaftlicher Interessengruppen entspricht.

        Der Neoliberalismus benötigt möglichst fließende Identitäten, den flexiblen Menschen, also werden die entsprechenden Ideologien gefördert, die darauf abzielen, solches als wünschenswertes Ziel hinzustellen.
        Der Kapitalismus braucht vielfältige Konsumentengruppen, also wird die postmoderne Pluralität gefeiert.
        Die männliche Aggressivität ist für die herrschende Klasse potentiell bedrohlicher, wenn es im Rahmen zunehmenden neoliberalen Sozialabbaus zu Unruhen und Aufständen kommen sollte, daher ist es höchst wünschenswert Männer vorsorglich psychologisch zu kastrieren.

        Postmodernisten und Gender-Theoretiker sind die nützlichen Idioten des Kapitals.

        Da die moralische Legitimierung des Formungs- und Erziehungsanspruchs der Verfechter der postmodernistischen Weltsicht auf ihrem Menschenbild beruht, kann nur eine wissenschaftliche Widerlegung dieses Menschenbildes auch ihre Ansprüche delegitimieren.

        Noam Chmosky:
        „Die Theorie, wonach der menschliche Geist, anfänglich unstrukturiert und beliebig formbar ist, und wonach die menschliche Natur ganz und gar ein gesellschaftliches Produkt darstellt, wurde oft mit progressiven, ja sogar revolutionären Vorstellungen in Verbindung gebracht, während Spekulationen über den Instinkt des Menschen, oft einen konservativen und pessimistischen Beigeschmack hatten. Man kann leicht sehen, warum Reformer und Revolutionäre radikale Verfechter der Umwelttheorie werden, und es besteht kein Zweifel daran, dass die Auffassung von einer unveränderbaren menschlichen Natur zur Errichtung von Barrieren gegenüber jeglicher gesellschaftlicher Veränderung wie auch zur Verteidigung etablierter Privilegien dienen kann und auch tatsächlich gedient hat.
        Bei näherer Betrachtung werden wir jedoch sehen, dass der Begriff eines „leeren Organismus“, eines Organismus, der beliebig formbar ist und noch keine Struktur besitzt, nicht nur falsch ist, sondern naturgemäß auch als Stütze für die reaktionärsten Gesellschaftsdoktrinen fungiert. Wenn der Mensch tatsächlich beliebig formbar ist und keine wesentliche psychologische Natur besitzt, warum sollte er dann nicht von denen kontrolliert und unterdrückt werden, die Autorität, spezielles Wissen, sowie ein unvergleichlich gutes „Augenmaß“ für das in Anspruch nehmen, was für die weniger Aufgeklärten angeblich am besten ist? Die empirische Lehre lässt sich ohne weiteres in eine Ideologie für eine elitäre Partei umformen, die sich die Autorität anmaßt, die Massen in eine Gesellschaft zu führen, in der die „rote Bürokratie“ am Ruder ist, (…) – genauso leicht aber auch in eine Ideologie, für die liberalen Technokraten oder die Verwaltungsmanager, die die wichtigsten Entscheidungen in den Institutionen der kapitalistischen Demokratie monopolisieren (…).
        Das Prinzip, dass die menschliche Natur in ihren psychologischen Aspekten nichts weiter ist, als das Produkt der Geschichte und gegebener gesellschaftlicher Verhältnisse, dieses Prinzip öffnet einer jeden Anwendung von Gewalt sowie einer jeden Manipulation von Seiten der Mächtigen Tür und Tor. Auch dies dürfte m.E. ein Grund dafür sein, dass dieses Prinzip für intellektuelle Ideologen, welcher politischen Couleur auch immer, eine derartige Anziehungskraft besitzt.“ (Noam Chomsky)

        Es ist sicherlich nicht „alles Evolution“, wie Du, Peter, ja irgendwann mal richtig betont hast, aber es ist sicherlich auch nicht „alles Gesellschaft“, (ich denke in diesem Punkt stimmen wir beide vermutlich weitgehend überein).
        Ich bin der Ansicht, dass die Verabsolutierung von beidem – sowohl ein extremer Biologismus, als auch ein extremer Soziologismus – mit dem Forschungsstand über die menschliche Natur nicht vereinbar ist, dass beide in letzter Instanz zu reaktionären politischen Ideologien führen und für eine freie Gesellschaft potentiell schädlich sind. Es ist nicht verwunderlich, dass die Nazis auf das eine, die Stalinisten auf das andere rekurrierten.
        Daher finde ich es wichtig, den Extremformen beider Richtungen – sowohl extremem Biologismus, als auch extremem Soziologismus – auch wissenschaftlich zu Leibe zu rücken, denn für beide gilt: An ihrem Menschenbild hängt ihre vermeintliche moralische Legitimierung.

      • @Leszek: Das ist eine überzeugende Analyse der postmodernen Indoktrination. Und Chomsky sollten hier ruhig mehr Leute lesen. Für lucia z.B. ein paar Gedanken zum Anarchismus: Notes on Anarchism

      • Zum zweiten hat es mir ein wunderbares Zitat aus den Genderwissenschaften gebracht, in dem bestätigt wird, dass die hormonellen Theorien gegenwärtig den Diskurs in der Wissenschaft beherrschen. Eine bessere Quelle als einen der ihren, abgesegnet von Sigrid Schmitz als die deutsche Genderwissenschaftlerin, die sich am meisten mit Biologie beschäftigt hat (wenn auch vollkommen falsch) kann es ja eigentlich nicht geben.

        Kannst du dieses Zitat mal bringen?

        Und mir noch sagen, warum du letztens einen Kommentar von mir ganz gelöscht hast? Das fand ich sehr unfair. Du hättest doch einzelne Passagen editieren können.

        • @James T.Kirk

          “Kannst du dieses Zitat mal bringen?”

          Ist hier zitiert
          http://allesevolution.wordpress.com/2011/07/02/heinz-jurgen-vos-zu-pranatalen-hormonen/

          “Und mir noch sagen, warum du letztens einen Kommentar von mir ganz gelöscht hast? Das fand ich sehr unfair. Du hättest doch einzelne Passagen editieren können.”

          Ich schaue ab und zu in die Kommentare, für eine grobe Überprüfung. Wenn ich einen Kommentar sehe, der verändert oder gelöscht werden muss, dann markiere ich ihn als Spam und kümmere mich dann darum, wenn ich mehr Zeit habe. Bei dir ging es darum, dass du Worte verwendet hast, die einen Nazivergleich nahelegen. Das ist, wie dir bekannt ist, hier nicht erwünscht, weil ich meine, dass das immer zu weit geht. Es muss meinetwegen kein Nazivergleich gewesen sein, aber er lag nahe. Also ab in den Spamfilter. Dann hatte ich aber erst am Samstag (meine ich) Zeit ihn zu bearbeiten, er ist also seit dann freigeschaltet. Wer nur darauf vertraut, dass ich seinen Kommentar nur editieren werde, der muss eben mit längeren Wartezeiten rechnen. Oder eben einfach die Nazivergleiche weglassen.

    • @ Peter
      Wer ist eigentlich dieser Voss, ich kenne nur einen Fozzie-Bär aus der Muppet Show, ein Spaßmacher :)

      “Du mochtest also meinen letzten Witz nicht? Doch, wenn du uns versprichst, dass es der letzte bleibt!”

      In diesem Sinne.

      • @ Terminator

        Die beiden Alten in der Loge, um die Analogie mal weiterzuführen, das sind dann Terminator und Meister Roslin? :)

      • @ Bruder Peter

        *Die beiden Alten in der Loge, um die Analogie mal weiterzuführen, das sind dann Terminator und Meister Roslin? *

        Neidest Du uns etwa unseren hervorragenden Einblick in Miss Piggys Ausschnitt?

        Miss Piggy sehnt sich nach einem echten Mann!

        Wir stehen bereit!!

        Das mit dem Frosch wird doch nichts.

        Wie der sich schon anstellt, wenn dieses Vollweib ihn sich zur Brust nimmt.

        Kermit = der erste Grünuch.

        Eines Tages, Du wirst sehen, wird sie in unserer Loge auftauchen, bebend vor ungestilltem Verlangen, mit wogendem Busen, geblähten Nüstern, mit den Hufen scharrend vor Ungeduld, …ach nein, sie ist ja ein Schwein, also ein Schweinchen, Miss Piggy halt.

        Und danach wird abgeblendet.

        Weil der jugendfreie Teil endet.

        “Aua!”

        “Tippse!…Ich hab’ Dich doch gar nicht mit Miss Piggy verglichen, mit keinem Wort. Natürlich bist Du viel schlanker, Du meine Schöne, meine Edeltanne, meine Libanonzeder!”

  2. @Christian

    Deine Arroganz ein Buch sowie eine Doktorarbeit zu kritisieren, obwohl du null Ahnung von der Thematik hast, ist eine gelungene Fortsetzung eines Doxosophen, der ja bekannterweise nur Wissen vertritt, ohne Fachwissen zu haben.

    Folglich kannst du dich freuen, dass du Voss nicht persönlich getroffen hast, denn das wäre für dich eine Katastrophe gewesen.

    • Geht es vielleicht auch mal ohne ad hominem? Vielleicht auch einfach mal Sachlich?

      • @keppla

        Wenn ständig nur defizitäre Gründe dafür geliefert werden, anstatt wissenschaftlicher Fakten ist das schlecht möglich.

      • Doch: du könntest sagen, WAS defizität ist, anstatt einfach nur zu behautpten, dass JEMAND IMMER defizitäre Gründe liefert. WAS ist eine Sachfrage, WER ist, ad hominem.

    • @ lucia, die da geschrieben hat:

      > Deine Arroganz ein Buch sowie
      > eine Doktorarbeit zu kritisieren,
      > obwohl du null Ahnung von der
      > Thematik hast,[...]

      Ist das nicht ein bisschen die klassische Diskurs-Immunisierungsstrategie der Fachfrau/des Fachmannes?

      “Sie kritisieren mich? Wo haben dissertiert? Sind sie überhaupt Akademiker/in? Sie können das Buch ja gar nicht gelesen haben (sonst würden sie sich mir nämlich nur auf dem Bauch kriechend nähern…)!”

      • @Tanja Werdenberg

        Ist das nicht ein bisschen die klassische Diskurs-Immunisierungsstrategie der Fachfrau/des Fachmannes?

        Oder die Reaktion darauf, dass es hier 1. nicht möglich und 2. auch nicht erwünscht ist. Denn dann könnten die anderen Pseudowissenschaftler nicht mehr ihr hochwissenschaftliches Gesülze loswerden. Die Annahme, dass dasselbige dadurch verhindert würde, entbehrt hier jeglichen Beweises.

      • @lucia:
        1. Es ist möglich.
        2. Es ist erwünscht.

        Bring endlich deine Argumente zur Verteidigung von Voss’ Thesen und hör auf, Ad-Hominem-Angriffe zu fahren. Falls du glaubst, dass die bösen Maskulisten deine Argumente löschen, dann schreib sie doch auf deinem Blog. Aber da kam noch nie was, da kommt nichts und da wird nie was kommen.

  3. Es ist doch logisch, dass diese Art von Fantasten jeder kritischen Diskussion ihrer Thesen ausweicht, denn sie wissen ganz genau, auf welch schwachen Füßen sie stehen. Deswegen bewegen sie sich bevorzugt nur unter ihresgleichen, wo es mehr auf den ideologischen Gehalt ankommt, als auf empirische Nachweise und stringente Argumentation.

    Nicht ein einzige der feministischen Diskutanten hier hat irgendwas dazu gesagt, wie sich die Grundnannahmen des Sozialkonstruktivismus begründen lassen, ohne in einen unendlichen Regress zu verfallen, oder wie die Existenz von Diskursen erklärt werden kann, wenn Diskurse ihrerseits erst die Realität schaffen.

    • @El Mocho

      Ja, das Grundgerüst ist sehr wackelig. Selbst wenn gegenwärtige biologische Theorien Fehler haben sollten sprechen die Fakten ja noch wesentlich deutlicher gegen alle feministischen Theorien (abgesehen von Equity Feminismus).
      CAH, CAIS, Claocal exstrophy, David Reimers, schwächere Testosteronrezeptoren bei Transsexuellen und Transsexualität an sich, Kibbuzerfahrungen, Turner Syndrom, biologische Faktoren bei der Homosexualität, angefangen bei niedrigeren Testosteronspiegel bis hin zur fraternal birth order und der hohen Übereinstimmung bei eineiigen Zwillingen, all das läßt sich ja nicht stimmig in ein rein gesellschaftliches Konzept bringen. Es erfordert zwingend einen biologischen Anteil, wie auch immer dieser begründet ist. Ganz zu schweigen von der Einordnung in das Tierreich und den evolutionären Betrachtungen, die einer gesellschaftlichen Begründung auch entgegen stehen

  4. „Direkte Diskussion“, LOL! Und sowas will Wissenschaftler sein. Wissenschaftliche Diskussion läuft übers Netz, in Blogs, auf Konferenzen und in wissenschaftlichen Zeitschriften. Was würde das bringen, in einem Café zu diskutieren unter Ausschluss der Öffentlichkeit? Eine billige Ausflucht eines billigen „Wissenschaftlers“. So sind sie die Queerdogmatiker. Nicht umsonst bedeutet „queer“ verrückt.

    • @Zhen

      Was würde das bringen, in einem Café zu diskutieren unter Ausschluss der Öffentlichkeit?

      Ein logischer Beweis deiner billigen saft und kraftlosen hochwissenschaftlichen Logik.

      Wow, ich sag’s ja; Männer sind Gottgesaaaahndte.

      • Ich will auch was von den Drogen!!!

      • @ Lucia

        Mal was Grundsätzliches:

        Ich finde es toll, dass es Weiber gibt, finde es toll, dass sie anders sind als Männer.

        Mann muss sie in ihrer Andersartigkeit ernst nehmen, achten, wertschätzen, würdigen.

        Mäße ich Frauen nach männlichen Maßtäben, ich käme zu oft zu einem vernichtenden Urteil.

        Bemisst man Männer nach weiblichen Maßstäben, ist das Urteil auch oft vernichtend, zu Recht.

        ABER: Männer sind keine Frauen und Frauen keine Männer.

        Das Messen der Männer mit weiblichen Maßstäben ist selbstverständlich gworden in unserer femizentrischen Gegenwarts(un)kultur, die die inhärente Andersartigkeit der Gechlechter nicht anerkennen will.

        So ist die pervasive Männerdiffamierung und -verachtung nur folgerichtig.

        Weil allzuviele Frauen Männer in ihrer Anderartigkeit nicht mehr akzeptieren, anerkennen und achten.

        Zum Schaden aller.

        Das führt in den Untergang, weil es die Fundamente zerstört, die eine Hochkultur ertragen können.

        Sie zerbröseln aller Orten, der Riesenbau westlicher Zivilisation zerfällt zur erbärmlichen Ruine.

        Viele werden erst in der Rückerinnerung, in der neuen Barbarei, die heraufzieht, erkennen, was sie an ihr hatten.

        Gerade Frauen.

      • @ Kommutator

        *Ich will auch was von den Drogen!!!*

        Du willst Östrogen?

      • @Roslin

        Viele werden erst in der Rückerinnerung, in der neuen Barbarei, die heraufzieht, erkennen, was sie an ihr hatten.

        Gerade Frauen.

        Dass ich dir mal zu stimmen könnte, habe ich ehrlich gesagt nicht für möglich gehalten.

      • Edit.

        Allerdings nicht wegen der femizentrischen Gegenwarts(un)kultur, die gibt’s nämlich nicht, weil der Feminismus u.a. keine politische Macht hat. Die Entscheidungen, die dazu geführt haben, sind nämlich von der männlichen Mehrheit in Politik und Wirtschaft abgesegnet worden.

  5. Wie gut sehe ich mein gegenwärtiges auch persönliches Problem in Deinem Blog gespiegelt Christian. Ich habe in meiner soziologischen Diplomarbeit auch das Auftreten auf der Bühne thematisiert, die hier bei Dir so entzückend aufgebaut ist. Gauner treten gerne in die Mitte und ernten Applaus. – Na ja, es könnte auch sein, dass faule Tomaten auf Deinem Kopf landen. Wen kümmert es aber.

    Wenn das Geld vorhanden ist, kannst Du Dir es leisten, die Bühne nach dem Tomaten-Anlauf durch Putzkräfte in Ordnung bringen zu lassen. Nicht gespart? Dumm gelaufen! Verpiß Dich!! http://natribu.org/de/

    Eine Situation für Dich Christian als Doktor-Vater:

    Eine Ehe-Frau schreibt auf einer patriarchalischen Bühne, in einem patriarchalisch organisierten Land wie unser, einen Brief an ihren Ehe-Mann. Du Christian findest auf Deiner Bühne dazu eine Lösung:

    Lieber …

    Ich schreibe diesen Brief mit vielem Bangen und Befürchten. Ich habe Angst vor Deinen Reaktionen. Mir geht es schlecht. Ich bin unzufrieden und geduckt. Mein Verstand sagt mir: Du kannst schon gar nichts erwarten. Es ist aus! Ich weine deswegen. Es ist nicht leicht für mich, mir den Zustand unserer Beziehung anzusehen. Mein Kopf hat auch klare Gedanken und das Kind in mir ist verzweifelt. Ich lebe nicht aus meiner Mitte heraus, d. h. es gibt viel Streit und Unverständnis in mir selbst. Ich habe keine Ahnung, wie ich mit meinem Leben weiter vorgehen soll. Es ist so viel, was ich nicht auseinanderhalten kann, was mich bedroht und was mir nur noch aufeinander folgende Katastrophen prophezeit. Angst regiert mein Leben.

    Das passt alles nicht zu dem Leben der erwachsenen gebildeten …, die in ihrem Leben schon so viel erlebt und gelernt hat. Nein, das passt nicht dazu. Und trotzdem ist es alles wahr. Was mache ich damit? Wie gehe ich damit um? Wenn eine therapeutische Einrichtung einen Sinn haben soll, dann eben den dem Menschen darin zu helfen, den Weg aus der Verzweiflung zu finden. Den Ausweg zu finden, erhoffe ich mir dadurch, dass ich den Zugang zu meiner Mitte finde, wo die Ansätze für die Lösung meiner Probleme zu finden sind. In mir selbst will ich mir klarer werden über meine Situation, meine Gedanken, Gefühle, Vorhaben, Ärgernisse u.s.w. Ich habe viel vor. Das werde ich auch nach Möglichkeit durchziehen. Ja, ich werde es in erster Linie für mich selbst tun. Alles womit ich persönlich zu tun habe, wozu ich eine Beziehung habe, wird dadurch auch zwangläufig verändert. Und… Das ist das Wichtigste (!), meine Tochter wird an mir ein Beispiel erleben, wie Menschen mit Schwierigkeiten umgehen können. Ihre Mutter wird ihr vorleben, wie sie Sorge für sich selbst tragen kann, wie sie nach vorne gucken kann – ohne ständig Angst im Hinterkopf zu haben.

    Ich trage noch viel Angst in mir, die größtenteils eigentlich meine Eltern oder ihre Vorfahren erlebt haben, womit ich eigentlich gar nichts zu tun habe, das ich als Kind gespürt aber nicht verstanden habe. Ich habe nicht Krieg und dies und jenes erlebt, wovon ich weiß, dass sie es erlebt haben. Als Kind schon wollte ich meinen Eltern helfen. Ich habe sie geliebt und gebraucht. Sie haben mir gegeben, was sie konnten. Sie haben für mich nach ihrem Besten gesorgt. Ich bin auch das Ergebnis ihrer Erziehung. Ich habe ihnen für Vieles zu danken. Aber nicht alles war gut und friedlich für mich! Mit meiner Vergangenheit will ich aufräumen, damit ich frei und hoffnungsvoll in die Zukunft schauen kann. Ich kann nichts von anderen Menschen erwarten, was ich nicht selbst bereit bin zu tun. Ich habe Vieles vor und nur beschränkte Möglichkeiten etwas zu erreichen. Ich brauche Hilfe. Auf Krankheit werde ich mich nicht verlassen. Die Opfer-Rolle ist mir auch nicht willkommen. Ich werde alles unternehmen, um dies zu vermeiden!

    Und jetzt habe ich ein konkretes Problem, das ich mit Dir lösen muss. Die Kranken-Kasse entscheidet, dass ich nicht therapierbar bin, d. h. sie entscheidet nach ihren Richtlinien, dass ich kein Geld von der Kasse für meine Genesung bekomme. Die Therapeutin teilt meine Meinung, dass an sich jedem Menschen geholfen werden kann, nur dazu ist je nach dem einzelnen Menschen mehr oder weiniger Zeit nötig. Und Zeit kostet Geld, d. h. insofern ich Geld habe, wird es von mir verlangt, dies für den Weg der Genesung auszugeben. Ich habe keine gute Beziehung zu Geld. Es ist mir eigentlich verhasst, weil es Menschen-Leben ruiniert! Aber was sollst. Wenn ich Geld habe, wird es von mir verlangt, dass ich es ausgebe. Hätte ich mittlerweile kein Geld, würde die Therapeutin mich nicht vor die Tür setzen und mir sagen: Sie haben kein Geld, also kann ich Ihnen nicht helfen. Nein, so ist es nicht. Da ich aber Geld habe, muss ich entscheiden, was ich damit mache. Das Problem ist nur, dass mein Geld mit Deinem Geld zusammenhängt. Ich sehe es so: Wenn wir keine gemeinsame Vorstellung haben, was wir mit unserem Geld machen wollen, können wir es schlecht in gegenseitiger Einvernehmnis ausgeben. Wovon es mir graust, ist ein Krieg wegen Geld zwischen uns zu erleben, den die … (unsere Tochter) so oder so – mindestens intuitiv – mitkriegt. Das möchte ich vermeiden. Ich kann nur für mich selbst sprechen und kann Dich zu gar nichts zwingen. Ich bin der Meinung, dass wir in unserer Beziehung massive Probleme haben und Hilfe brauchen. Das ist aber meine Wahrnehmung unserer Beziehung. Ich muss mit meiner Wahrnehmung umgehen und Wege in erster Linie für mich selbst suchen. Ja, in erster Linie für mich selbst, weil ich meine Entscheidungen selbst tragen muss.

    Ich habe Dir mal gesagt, Du darfst über unser Geld selbstständig entscheiden. Ich bin Dir mittlerweile dankbar dafür, dass Du lange Zeit damit behutsam umgegangen bist. Jetzt ist ein neuer Stand-Punkt angekommen. Ich brauche jetzt Geld für einen Weg, mit dem Du (ich sehe es so), nicht einverstanden bist. Das heißt für mich: Wir müssen uns neu darüber unterhalten, wie wir das Problem lösen.

    • @Staro

      Du schreibst einen wesentlichen Faktor nicht: Verheiratet oder nicht verheiratet?

      Wenn nicht verheiratet:

      Es ist gut, dass du es sagst, wenn du scheinst in der Tat nicht zu mir zu passen und ich frage mich, warum wir überhaupt zusammen gekommen sind und eine Tochter gemeinsam haben. Wir waren nicht verheiratet und ich habe dir immer gesagt, dass jeder für sich selbst sorgt. Ich bin für dich nicht verantwortlich, habe nie erklärt, dass mein Geld dein Geld ist. Ein zweites Problem für dich wird sein, dass ich dir unsere Tochter nicht lassen kann. Wie du selbst sagst, bist du unheilbar krank. Ich kann meine Tochter nicht bei dir lassen, wenn du zu viele eigene Probleme hast um ihre Betreuung sicherzustellen. Natürlich bekommst du Umgang, vielleicht zunächst nur betreuten Umgang, ich muss mehr über deine Krankheit erfahren.

      Ich wünsche dir alles Gute und gute Besserung.

      Wenn verheiratet:

      Es ist gut, dass du es sagst, wenn du scheinst in der Tat nicht zu mir zu passen und ich frage mich, warum wir überhaupt zusammen gekommen sind, heiraten konnten und eine Tochter gemeinsam haben. Wir sind verheiratet. Die Frage, wie wir unser Vermögen auseinandersetzen ist im Zugewinnausgleichsrecht gemäß §§ 1378 BGB ff geregelt. Der Unterhalt ist in den §§ 1569 BGB geregelt. Weitere Fragen müssen nicht wir klären, sondern besser unsere Anwälte. Ein zweites Problem für dich wird sein, dass ich dir unsere Tochter nicht lassen kann. Wie du selbst sagst, bist du unheilbar krank. Ich kann meine Tochter nicht bei dir lassen, wenn du zu viele eigene Probleme hast um ihre Betreuung sicherzustellen. Natürlich bekommst du Umgang, vielleicht zunächst nur betreuten Umgang, ich muss mehr über deine Krankheit erfahren.

      Ich wünsche dir alles Gute und gute Besserung.

      • Christian

        „Es ist gut, dass du es sagst, wenn du scheinst in der Tat nicht zu mir zu passen und ich frage mich, warum wir überhaupt zusammen gekommen sind, heiraten konnten und eine Tochter gemeinsam haben. Wir sind verheiratet. Die Frage, wie wir unser Vermögen auseinandersetzen ist im Zugewinnausgleichsrecht gemäß §§ 1378 BGB ff geregelt. Der Unterhalt ist in den §§ 1569 BGB geregelt. Weitere Fragen müssen nicht wir klären, sondern besser unsere Anwälte. Ein zweites Problem für dich wird sein, dass ich dir unsere Tochter nicht lassen kann. Wie du selbst sagst, bist du unheilbar krank. Ich kann meine Tochter nicht bei dir lassen, wenn du zu viele eigene Probleme hast um ihre Betreuung sicherzustellen. Natürlich bekommst du Umgang, vielleicht zunächst nur betreuten Umgang, ich muss mehr über deine Krankheit erfahren. „

        Wie guuuuuuuuuuuuut, dass es gesetzlich geregelt ist. Du merkst, ich bin verheiratet. Und mit der Tochter wird es gegebenenfalls auch nicht Dein Szenario geben, weil 16-jährige Jugendliche in Trennungs-Fällen gefragt werden, bei wem sie denn leben wollen…

      • Ps.: In matriarchal organisierten Gruppen müssen die Kinder nicht irgendwelche Trennungs-Streitigkeiten der Eltern schlucken, weil sie unabhängig von den Gesundheits-Zustand der biologischen Eltern-Teile in die Familie hineingeboren sind, die automatisch ihre ist.

      • und dort Tanten und Onkels die verfehlten Rollen der kranken Zeugenden ersetzten…

  6. Ist der Troll-Artikel in der Süddeutschen eigentlich auf lucia gemünzt? :D
    Artikel hier: http://bit.ly/qPlV6D

  7. @Lucia:
    Das Problem ist, dass du die Studien ebenfalls nicht verstehst und meine Kritik an ihnen genausowenig.

    • Ergo: dein Rundumschlag gegen Christian, kleine lucia, und dein Glaube, dass das, was du so gerne glaubst, wahrer wird, ist unbegründet und falsch.

      • Ich habe dir hier keinerlei Beweise dafür geliefert, dass ich verstehe, noch nicht verstehe. Tatsachen sind aber zweifellos leichter zu verstehen, als deine Art von Wahrsagerei.

        Dass du Christian für fähig hältst, sei dir unbenommen, konnotiert aber auch, dass er es momentan nicht ist. Und nichts anderes als sein so tun als wäre er es schon moniere ich.

      • “Tatsachen sind aber zweifellos leichter zu verstehen, als deine Art von Wahrsagerei.”
        Du bist nur verwirrt, weil ich nach Prinzipien handle. Das ist dir fremd. Du teilst die Menschen lieber in gut und böse. Und böse ist jeder, der dir nicht zustimmt. Und da ich manchmal deine Meinung teile, wenn sie mit meinen Prinzipien übereinstimmt, manchmal aber nicht, wenn z.B. irgendetwas “dekonstruiert” wird, verstehst du meine “Wahrsagerei” nicht.

        “Ich habe dir hier keinerlei Beweise dafür geliefert, dass ich verstehe, noch nicht verstehe.”
        Doch, hast du. ;)

  8. @Christian

    Mal abgesehen davon, dass dein geniales wissenschaftliches Supergehirn noch nicht mal in den Startlöchern steht, dürfte die Männerwelt deine pränatalen Testosteron Mythen einen Scheißdreck interessieren, weil sich ihre Spermienzahl in den letzten 50 Jahren um etwa die Hälfte verringert hat.

    Schlechtes Sperma vermasselt ihnen nun ihren Weiterverbreitungstrieb. Verdammte Evolution aber auch, auf nichts mehr ist verlass.

    Folglich wird dein sich eventuell entwickelndes wissenschaftliches Supergehirn eher ein mit pränatalem Testosteronmüll gefülltes Mausoleum gleichen, als einem Gehirn das die Fakten von hier und heute verarbeiten kann.

    Ach ja, diese Analysen haben sowohl amerikanische als auch europäische Wissenschaftler gemacht, deren Gehirne schon seit Jahrzehnten den Wissensstand haben, den du in deinem Mausoleum wohl nie erreichen wirst.

    Apropos Gott: „Als Gott den Mann erschuf, versprach er den Frauen, dass perfekte Männer an jeder Ecke zu finden sein würden. Dann machte er die Erde rund.“ – Zitat von einer Postkarte.

    PS. Quellennachweise sind schon dem Vampirismus zum Opfer gefallen. Aber eurer Freund Google findet bestimmt noch irgendwo irgendwelche Reste.

    http://www.gidf.de/

    • „Als Gott den Mann erschuf, versprach er den Frauen, dass perfekte Männer an jeder Ecke zu finden sein würden. Dann machte er die Esrde rund.“

      Womit bewiesen wäre, auch Gott mag keine Frauen.

      • Welch ein Wunder, er wurde ja auch von Männern erfunden. Erst denken dann schreiben. ;)

      • @ Lucia

        *Welch ein Wunder, er wurde ja auch von Männern erfunden. Erst denken dann schreiben. *

        Diese Männer aber auch.

        Erfinden einfach einen Gott und setzen den dann weltweit durch.

        Was können Frauen da bloß machen?

        Eine Göttin erfinden, die keine Männer mag?

        Die geht aber doch pleite, Lucia, die geht pleite.

        Es sei denn, MÄnner setzten sie durch.

        Dann jedoch kann sie nicht männerfeindlich sein.

        Welche Lösung schwebt Dir denn da vor?

        Ich würde sagen, es gibt kein Entrinnen.

        PS:

        Ich konnte mich auf meine Schwester, meine große Schwester immer verlassen.

        Wenn sie mich im Sandkasten des Spielplatzes im nahegelegenen Stadtpark beaufsichtigte, konnte ich unbesorgt den ekelhaften, kleinen Petzen, die mir zu hahe rücken wollten, das Plastikschippchen über den Scheitel ziehen.

        Immer wieder gab’s da unangenehmes Aufsehen.

        Ich persönlich hätte die Angelegenheit ja gerne in aller Stille auf sich beruhen lassen, nachdem geklärt war, welche Förmchen mir gehören.

        Aber diese Petzen schalteten immer ihre Mütter ein.

        Da war auf meine Schwester unbedingt Verlass.

        Ich konnte sicher sein: Sie haut mich heraus, entweder mit diplimatischem Geschick oder sanftem Nachdruck.

        Ja, ich fühlte mich sicher an der Hand meiner Schwester, konnte enntsprechend unbefangen-selbstbewusst gegenüber den kleinen Petzen, die mir meine Förmchen rauben wollten, agieren.

        Das Ergebnis sieht man ja.

        Nimm Dir also mal ein Beispiel an meiner Schwester, Schwester Lucia,

        bittet Dich Dein Bruder Alexander.

    • @ Lucia

      *weil sich ihre Spermienzahl in den letzten 50 Jahren um etwa die Hälfte verringert hat.*

      Ich muss Deine Hoffnungen, Deinen Alphamädchenoptimismus au f ein baldiges Überflüssigwerden der Männer leider ein wenig dämpfen:

      http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/die_krise_die_es_nicht_gibt_1.7031474.html

      Zitat:

      *«An der Spermienkrise ist nichts dran», sagt Eberhard Nieschlag vom Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie in Münster. Er stellt sogar fest: «Wir haben klare Hinweise, dass sich die Spermienqualität der Männer nicht geändert hat.»

      Die bisher erschienenen Studien analysierte kürzlich der Androloge Nieschlag gemeinsam mit Forschern aus den Niederlanden. «Nach der dänischen gab es 27 weitere, die die Zusammenhänge untersuchten», fasst er zusammen. «Von diesen zeigen die meisten, dass sich die Spermienqualität in den vergangenen Jahrzehnten entweder gebessert hat oder unverändert geblieben ist.»

      Dass man die Alarmmeldungen sehr kritisch sehen muss, bestätigen inzwischen Studien von Statistikern der Uni Mainz und des Reproduktionsmediziners Harry Fisch von der Cornell University in New York. «Auch die dänischen Forscher haben mittlerweile ihre eigenen Ergebnisse widerlegt», sagt Nieschlag. «Sie untersuchen seit 1996 jedes Jahr das Sperma von 350 jungen Männern kurz vor der Aushebung. Seitdem hat sich die Samenzahl im Durchschnitt nicht geändert.»*

      • Jeder Studie folgt eine Studie, die die andere widerlegt, nicht wahr? Oder ist dir das etwa unbekannt?

        Dass das hier kein Thema ist, bedeutet ja nicht, dass es nicht so ist. Das beste Beispiel ist dieses Blog. Christian bloggt nur das, was ihm für sein Maskulistengeschwätz passt. Gegendarstellungen sind hier nicht zu finden. Folglich kann hier nicht von Wissenschaft die Rede sein, sondern von Aberglauben, der ja bekanntlich zu allem taugt. Und dass Maskulisten Christians primitivem Biologismus wie Offenbarungen huldigen, zeigt welches Geistes Kind sie sind. Ein Maskulistensystem braucht schließlich genauso seine Helden, wie das herrschend System, nicht wahr?

        Und dass alles was nicht mit dem herrschenden System konform geht, niedergemacht wird, zeigen ja auch bspw. die Verharmlosungen der AKWs sowie Lagerung des Atommülls. Dabei geht es immer nur um den Profit, ob Menschen dadurch geschadet werden interessiert keine Sau. Und hier geht es immer nur um Material, das sich für die hier eingefunden Brüllaffen zum feminism bashing eignet. Primitiver geht’s ja wohl nicht mehr.

        Schönen Tag noch im hochwissenschaftlichen Zoo.

        • @lucia

          “Das beste Beispiel ist dieses Blog. Christian bloggt nur das, was ihm für sein Maskulistengeschwätz passt. Gegendarstellungen sind hier nicht zu finden. Folglich kann hier nicht von Wissenschaft die Rede sein, sondern von Aberglauben, der ja bekanntlich zu allem taugt. ”

          Ich habe es ja schon mehrmals gesagt: Du kannst selbst gerne die Gegenstudien bringen. Das meine Studien in eine bestimmte Richtung gehen, könnte daran liegen, dass diese in der Wissenschaft eben die anerkannteste und verbreiteste ist.
          Das bestätigt ja auch Voss, um mal zum eigentlichen Thema zurückzukehren, sogar an zwei Stellen in seinem Buch.
          Eine hatte ich hier zitiert:

          Die konkurierenden Theorien vertraten die Auffassung, dass ein neugeborenes Kind nicht geschlechtlich neutral sei. Androgene (als männlich betrachtete Geschlechtshormone) sollen bereits pränatal, zumindest sehr früh postnatal, vor allem im Gehirn wirksam sein, so dass eine geschlechtsspezifische (männliche) Konstituierung erfolgt. (…) Nun standen vermeintlich pränatal bzw. früh postnatal, insbesondere auf das Gehirn des Embryos wirkende Hormone im Mittelfeld der Betrachtungen. Heute (Ende des 20., Anfang des 21 Jhd.) dominieren in Diskursiven Postulaten binärer geschlechtsspezifischer Konstituierung des Gehirns.

          Und die andere hier:

          Für die Geschlechtsentwicklung wurden Interaktionen zwischen Embryo und maternalen Einflüssen bereits zu Beginn dieses Kapitels angedeutet. So erfolgte die als geschlechtlich bedeutsam angenommene Testosteron-Produktion zunächst angeregt durch das maternale Hormon Choriongonadotropin (hGG) (vgl. S. 243) solche Interaktionen gehören zu den Bedingungen, die die Embryonalentwicklung erst ermöglichen, und sie sind auch für die Geschlechtsentwicklung bedeutsam.

          Aber ich nehme an Voss ist in deinen Augen dann auch nur jemand, der maskulistengeschätz von sich gibt

          Wenn in der Wissenschaft hauptsächlich die These widergegeben wird, dass der Mond eine Felskugel ist und nicht der Hintern einer dicken Frau, dann muss das nicht daran liegen, dass es Aberglaube ist, sondern gerade im Gegenteil, dass es keiner ist.

          Zumal du wenn du die Studien liest eigentlich auch vieles “nichtmaskulistische” finden könntest. Bei den Artikeln zu den Vätern kürzlich konnte man gut sehen, dass wir eine Spezies sind, bei der Vaterschaft nicht absolut geregelt ist und verpflichtend stattfindet. Es ist also in gewisser Weise eine Abwertung der Vaterschaft (wenn man von einer absoluten Position kommt). Ich habe Artikel, die sich für Abtreibung aussprechen, auch eine Position, bei der ich bei traditionellen Maskulisten eher anecken werde. Ich hatte einen Artikel zum Hass auf Frauen auch im Maskulismus (aber eben auch den umgekehrten Fall des Hass auf Männer im Feminismus), ich hatte einen Artikel, dass biologisch keines der Geschlechter das bessere sein kann, weil beide aufeinander angewiesen sind um die Gene weiterzugeben. Aber ich kann verstehen, dass dir dein Feindbild wichtig ist.

      • Edit:

        Wahrscheinlich kein erhöhtes Kinderkrebsrisiko in AKW-Nähe

        http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/07/12/Schweiz/Energiepolitik/Wahrscheinlich-kein-erhoehtes-Kinderkrebsrisiko-in-AKW-Naehe

        Höheres Leukämie-Risiko an AKW: Kritik an Schweizer Studie

        http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/08/08/Schweiz/Energiepolitik/Hoeheres-Leukaemie-Risiko-an-AKW-Kritik-an-Schweizer-Studie

        Die Schweizer können das auch. :)

      • Leukämien treten oftmals in regionalen Häufungen (sog. Clustern) auf, manche in der Nähe von Atomkraftwerken, manche auch an Standorten, wo Kernkraftwerke geplant, aber nie gebaut wurden. Die EUROCLUS-Studie fand von 1980 bis 1989 in 17 Ländern insgesamt 240 solcher Cluster, nur 4 davon in der Nähe kerntechnischer Anlagen. Ursachen dieses Phänomens sind noch unklar, könnten aber mit der immunologischen Isolation der Kinder zusammen hängen (Greaves-Hypothese). Die Fixierung mancher Leute auf die Atomkraftwerke als Ursache zeigt, dass ihnen das Schicksal der Kinder im Grunde total am Arsch vorbei geht und sie nur solange interessiert, wie sie es für ihren Anti-AKW-Kreuzzug ausschlachten können. Hier noch ein informativer Text zu Krümmel: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/406152/

    • @lucia

      “Schlechtes Sperma vermasselt ihnen nun ihren Weiterverbreitungstrieb. Verdammte Evolution aber auch, auf nichts mehr ist verlass.”

      Roslin hat da ja schon das passende gesagt. Aber nehmen wir mal an, dass du recht hast und die Spermienanzahl sinkt:

      1. Einen Weiterverbreitungstrieb gibt es so gesehen nicht, nur einen Sextrieb. Dem ist die Anzahl der Spermien aber vergleichsweise egal.
      2. Evolution hat damit nichts zu tun, die Evolution macht ja nicht die Spermien schlechter, sondern wenn dann eher Umwelteinflüsse.
      3. Frauen wären davon genauso betroffen wie Männer. Eine Verknappung männlicher Spermien stellt für Frauen keinen Vorteil dar, weil auch sie dadurch schlechter eine Kind bekommen, wenn sie es wollen. Warum genau freut es dich dann so? Weil du das Gefühl hast, dass Frauen dann besser sind als Männer?

      • Weit verheerender halte ich da schon, die Aussagen von Ärzten, dass seit 30 Jahren vermehrt Fehlbildungen an Penissen von Neugeborenen vorgefunden werden. Manche meinen es hätte etwas mit der Pille, andere mit Ablagerungen im Trinkwasser zu tun. Wer weiß?

      • @ Terminator

        Ich nehme an, Du meinst Hypospadien (Fehlausmündungen der Harnröhre)?

        Da ist das Bild nicht eindeutig. Die Zunahme könnte auch ganz einfach an der häufigeren Diagnose liegen, denn viele Hypospadien sind so geringfügig (Harnröhrenmündung nur leicht “verrutscht”), dass weder Funktionsbeeinträchtigungen noch Korrekturbedarf bestehen.

        Es mag sein, dass die Diskussion um “östrogene Umweltverschmutzungen” hier zu schärferem Hinsehen und damit zu häufigerer Diagnosestellung geführt hat, d.h., was man früher einfach als noch normal angesehen hätte, wird heute als Missbildung eingeordnet und taucht in der Statistik auf.

  9. @Christian

    Einen Weiterverbreitungstrieb gibt es so gesehen nicht, nur einen Sextrieb. Dem ist die Anzahl der Spermien aber vergleichsweise egal.

    Nee, aber deiner postulierten exorbitanten Wichtigkeit für denn Mann seine Gene zu verbreiten, und das funzt nicht mit zu wenigen Spermien sowie missgebildeten Spermien. Dazu kommen noch andere Einflüsse wie bspw.

    Zu dicke und zu dünne Männer sind einer Studie zufolge weniger zeugungsfähig als Normalgewichtige. Demnach verringert Übergewicht und extremes Untergewicht die Zahl der funktionsfähigen Samenzellen.

    “Der Body-Mass-Index (BMI) spielt eine entscheidende Rolle für die Anzahl gesunder, normal gestalteter Spermien pro Samenerguss”, sagte Prof. Uwe Paasch, Leiter der Andrologischen Abteilung an der Universitätsklinik Leipzig.

    Übergewicht und extremes Untergewicht reduziert die Zahl der funktionsfähigen Samenzellen. Paaschs Abteilung bietet Sprechstunden für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch an. Zwischen 1999 und 2005 haben die Mediziner die Samenergüsse von mehr als 2000 Männern mikroskopisch untersucht und dabei den Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Fruchtbarkeit festgestellt.

    Evolution hat damit nichts zu tun, die Evolution macht ja nicht die Spermien schlechter, sondern wenn dann eher Umwelteinflüsse.

    Genau, und sich damit zu befassen, macht mehr Sinn als das was du machst, denn das interessiert keinen beim Vögeln.

    Frauen wären davon genauso betroffen wie Männer. Eine Verknappung männlicher Spermien stellt für Frauen keinen Vorteil dar, weil auch sie dadurch schlechter eine Kind bekommen, wenn sie es wollen. Warum genau freut es dich dann so? Weil du das Gefühl hast, dass Frauen dann besser sind als Männer?

    Da wir nicht wissen ob Umwelteinflüsse nicht auch evolutionäre Reaktionen auslösen können, könnte auch eine These lauten, dass sich Frauen deswegen irgendwann selbst befruchten können. Zumal Männer nicht gebärfähig werden können. Folglich werden sie aus evolutionärer Sicht überflüssig.

    Mich freut gar nichts, mir gehen nur deine ewigen defizitären biologistischen Versuche auf den Senkel, dass der Mann der Frau überlegen ist.

    • Edit:

      Und komm mal wieder runter von deinem hohen Ross, denn mit dem, was du hier ablieferst, kannst du weder Heinz Voss, P.Z. Myers noch anderen Biologen das Wasser reichen. Und ganz zu schweigen von Evolutionspsychologen.

      Hast du überhaupt was studiert?

      Wenn ja, dann sag mal was.

      • @Lucia

        “Und komm mal wieder runter von deinem hohen Ross, denn mit dem, was du hier ablieferst, kannst du weder Heinz Voss, P.Z. Myers noch anderen Biologen das Wasser reichen”

        Du hast schon wieder die Gegenargumente vergessen.
        Zumal du vergisst, dass ich ja nicht der einzige bin, der ihnen das Wasser reicht. Ich hatte ja schon Voss selbst zitiert, der darlegt, dass die hier vertretenen Theorien den DIskurs beherrschen. Für jeden Voss kann ich dir genug andere WIssenschaftler nennen, für jeden PZ Myers einen Richard Dawkins, Steven Pinker, Buss, David Geary, Matt Ridley oder Geoffrey Miller.

      • Ach nee:

        Richard Dawkins, Steven Pinker, Buss, David Geary, Matt Ridley oder Geoffrey Miller.

        Und denen kannst du das Wasser reichen?

        (editiert, bitte keine Beleidigungen)
        LOL

        Träum weiter.

        • @Lucia

          Es geht nicht darum, wer wem das Wasser reichen kann, sondern darum, dass die im Wesentlichen die gleichen Thesen vertreten wie ich. Schließlich habe ich die Ideen ja von Ihnen. Wenn du also etwas namedropping betreiben willst, da kann ich denke ich locker mithalten

      • Und warum beantwortest du mir nicht meine Fragen?

        Hast du überhaupt was studiert?

        Wenn ja, dann sag mal was.

        Wahrscheinlich weil die Gegenargumente fehlen.

        MUHARHAR

      • @christian

        Es geht nicht darum, wer wem das Wasser reichen kann, sondern darum, dass die im Wesentlichen die gleichen Thesen vertreten wie ich. Schließlich habe ich die Ideen ja von Ihnen. Wenn du also etwas namedropping betreiben willst, da kann ich denke ich locker mithalten

        Du verarbeitest NUR Erkenntnisse von anderen, denn ansonsten würdest du ja deine eigenen Studien etc. bloggen. Richtig?
        Aber da du nicht mal welche auswerten kannst, ist das sowieso nicht möglich.

        Und trotzdem hast du die Arroganz zu behaupten, dass du mit den genannten Wissenschaftlern locker mithalten kannst. Mann mann, wie kann jemand so unglaublich absurd realitätsfern die eigene Wahrnehmung verdrehen?

        Mann hey, deine Bühne ist NUR ein Blog, auf dem Maskulisten mit ihrer Unwissenheit glänzen und keine internationale Bühne vor der anerkannte Wissenschaftler sitzen.

        Hallo? Geht’s noch wahnsinniger?

        Und da du mir immer noch nicht meine Fragen beantwortest, hast, kann ich wohl davon ausgehen, dass du Metzger bist, Fleisch ist zumindest Biologie.

        • @Lucia

          “Du verarbeitest NUR Erkenntnisse von anderen, denn ansonsten würdest du ja deine eigenen Studien etc. bloggen. Richtig?”

          War nicht deine Theorie, dass ich keine Ahnung habe und blödes Zeug, das sonst keiner vertritt, erzähle? Und jetzt verarbeite ich plötzlich nur noch Erkenntnisse von anderen (was mich weit weniger stören würde als dich anscheinend, ich habe gar nichts dagegen, interessante Ideen anderer darzustellen)? Vielleicht kannst du dich mal entscheiden.

          “Aber da du nicht mal welche auswerten kannst, ist das sowieso nicht möglich.”

          Ich denke ich verstehe die Studien besser als du.

          “Und trotzdem hast du die Arroganz zu behaupten, dass du mit den genannten Wissenschaftlern locker mithalten kannst. ”

          Ich behaupte nicht, die gleichen Entdeckungen oder Erkenntnisse entwickeln zu können. Ich behaupte aber durchaus ihre Gedanken wiedergeben zu können.

          “Und da du mir immer noch nicht meine Fragen beantwortest, hast, kann ich wohl davon ausgehen, dass du Metzger bist, Fleisch ist zumindest Biologie.”

          Und was würde das ändern? Aber wenn es dich beruhigt, dann geh ruhig davon aus, dass ich Metzger bin.

      • Zum tausendsten Mal, Lutschia: Es ist für die Wahrheit einer Aussage belanglos, wer ihr Autor ist. Falls du dafür noch einen Autor als Autorität brauchst: Das sagen Poststrukturalisten wie du, allen voran Barthes („Death of the author“).
        Verrate doch endlich, was du an den hier diskutierten Thesen kritisierst. Wir warten darauf seit Monaten. Merkst du denn nicht, wie lächerlich du dich machst, wie sehr du alle nervst? Dein Getöse über Fakten, die du jeden Tag liefern willst, steht in keinem Verhältnis zu den Fakten, die du tatsächlich lieferst.

    • @Lucia

      “Nee, aber deiner postulierten exorbitanten Wichtigkeit für denn Mann seine Gene zu verbreiten, und das funzt nicht mit zu wenigen Spermien sowie missgebildeten Spermien. ”

      Für den Mann? Für beide Geschlechter ist es exorbitant wichtig ihre Gene zu verbreiten. Oder besser gesagt nicht für die Geschlechter, sondern eigentlich für die Gene. Die, die sich besser verbreiteten sind eben im Genpool geblieben, so dass Gene auf Verbreitung hin optimiert sind.
      Aber es sind Perlen vor die Säue.
      Du begreifst einfach nicht, dass evolutionäre Vorteile zu einer Selektion in eine bestimmten Richtung führen und deren Folgen nicht verschwinden, auch wenn moderne Zeiten diese Selektion vielleicht nicht mehr begünstigen würden, sondern in eine andere Richtung führen würden.
      Natürlich kann man ein Blech, dass in eine bestimmte Form gehämmert wurde auch wieder in eine neue hauen, aber es dauert eben, insbesondere, wenn man mit einem sehr, sehr kleinen Hammer arbeiten muss (der sogar so gesehen immer kleiner wird, weil sich Mutationen schwerer durchsetzen können, wenn die Bevölkerung mobiler und größer ist). Das diese Blechform dann nicht mehr diejenige ist, die ideal ist ist egal, wenn man die Presse nicht ändern kann und nur diese Bleche hat.

      • Naja, das alte Lied, der andere begreift nichts.

        Dass du dich auch irren kannst, auf die Idee kommst du wohl bis zum Jüngsten Gericht nicht.

        Weißt du was?

        Du arroganter Maskulisten-Biologe tust mir nicht mal leid.

      • @lucia: “Dass du dich auch irren kannst, auf die Idee kommst du wohl bis zum Jüngsten Gericht nicht.” Doch, diese Idee kommt jedem (ok, einigen in diesem Forum vielleicht nicht), nur beweist das eben einfach nichts, bis der Irrtum nicht aufgezeigt wird.

        Wenn du meinst er irrt, zeige doch einfach, wie es in einer Zweigeschlechtlichen Spezies zum Vorteil der Weibchen sein kann, wenn die Fortpflanzung durch schlechte Spermien gestört werden kann. Oder, dass Evolution sich von heute auf morgen an gesellschaftliche Verhältnisse anpasst, und nicht nur über viele, viele Generationen an die Umwelt.

      • @keppla

        Natürlich könnte ich das machen, aber es wäre reine Zeitverschwendung, weil seine Panzerung undurchlässig ist.

        Lese bspw. den Diskurs zwischen Ketcar und Christian im Artikel “Digit Ratio und pränatales Testosteron”, dann weißt du, was ich mit Panzerung meine.

        http://allesevolution.wordpress.com/2011/09/21/digit-ratio-und-pranatales-testosteron/

    • Edit:

      Mit Umwelteinflüsse, meine ich die die vom Menschen verursacht werden.

  10. Anbei nun eine kurze Erwiderung auf deinen Beitrag (so nehme ich ihn wahr; er zeigt sich eher als Beitrag, denn als Rezension). Auch bei als geschlechtlich betrachteten Hormonen zeigt sich eine individuelle, vielfältige Biochemie, Physiologie und Wirkungsweise:

    http://dasendedessex.blogsport.de/2011/10/15/die-individuelle-und-vielfaeltige-physiologie-und-wirkung-der-geschlechtshormone/

    • @Heinz Voss

      “Anbei nun eine kurze Erwiderung auf deinen Beitrag (so nehme ich ihn wahr; er zeigt sich eher als Beitrag, denn als Rezension). ”

      Was ist daran denn bitte keine Besprechung?
      http://allesevolution.wordpress.com/2011/08/04/besprechung-heinz-jurgen-voss-making-gender-revisited/

      Ich gehe das Buch einmal komplett durch.
      Allerdings eben kritisch.
      Die Kritikpunkte der Besprechung fasse ich dir aber gerne noch mal zusammen:

      1. Eine Diskursanalyse kann nicht ergeben, wie sich Geschlechter entwickeln. Ebensowenig wie man ermitteln kann was der Mond ist, wenn man nur den Diskurs dazu darstellt.

      2. deine Diskursanalyse stellt wesentliche Theorien, insbesondere die heute vertretenen Theorien absolut unzureichend dar.

      3. Obwohl du erkannt hast, dass die moderne biologische und medizinische WIssenschaft davon ausgeht, dass es einen Zusammenhang mit pränatalen Hormonen gibt, gehst du im folgenden nicht auf diese Theorien ein und blendest sie aus. Die heute vertretenen Theorien nicht zu behandeln und sich nicht mit ihnen auseinanderzusetzen ist extrem unwissenschaftlich. Schließlich geben diese den höchsten Wissenstand der Forschung wieder.

      4. Gleichzeitig stellst du Zusammenhänge dar, wenn sie dir in den ideologischen Kontext passen, wie bei den durch die Mutter angeregten pränatalen Hormonständen, dann aber nur soweit, wie sie deinen ideologischen Theorien nicht entgegenstehen

      5. Du widersprichst dir zudem selbst, wenn du zum einen biologische Vorgänge darstellst und zum anderen anführst, dass alles gesellschaftlich bedingt ist. Wieder zeigt sich eine ideologische Auswahl der Punkte, die du ansprichst.

      6. Du stellst Zusammenhänge etwa bei der Entwicklung der Geschlechter falsch dar um den Eindruck der Beliebigkeit dieser Entwicklung zu zeigen.

      “Auch bei als geschlechtlich betrachteten Hormonen zeigt sich eine individuelle, vielfältige Biochemie, Physiologie und Wirkungsweise:”

      Dazu morgen in einem eigenen Beitrag mehr.

  11. @Heinz Voss

    Direkt beim ersten Satz Deiner Erwiderung muss natürlich sofort mit Nazi-Analogien gearbeitet werden, nicht wahr. Wer anderer Meinung ist als Du, steht selbstverständlich in der Tradition der Nazis. Politisch korrekte Diskursstrategien dieser Art erwecken bei mir schnell den Verdacht, dass hier die Dürftigkeit der eigenen Argumentation kaschiert werden soll.

    Aber immerhin, es ist ja schon erstaunlich, dass von einem Gender-Theoretiker überhaupt mal der Versuch einer Argumentation kommt.

    Ich warte dann mal gespannt auf Christians Erwiderung.

    • @Leszek

      “Direkt beim ersten Satz Deiner Erwiderung muss natürlich sofort mit Nazi-Analogien gearbeitet werden, nicht wahr.”

      ja, die Nazi-Analogie ist vollkommen unnötig. Es ist auch bezeichnend, dass Gendertheoretiker die neuste Forschung lieber nur sehr sehr kurz behandeln. Eigentlich wäre ja gerade eine Auseinandersetzung mit dem neusten Forschungsstand angebracht, statt dessen werden die Anfänge betont und dort der Eindruck erweckt, dass man damals bereits falsch abgebogen wäre und nun nichts mehr richtig sein könnte.

      Das ist eine sehr arrogante Position der biologischen und medizinischen Wissenschaft gegenüber.

      Voss geht absolut selektiv vor. Wenn ihm pränatale Hormone passen, weil er meint einen Einfluss der Mutter mit ihnen belegen zu können, dann zitiert er sie, wenn nicht, dann nicht. Aber daraus wird meiner Meinung nach deutlich, dass er versucht zu manipulieren.
      Er nutzt die Unwissenheit seiner Leser aus, hält sie anscheinend für zu dumm um ihnen die vollständigen Theorien zuzumuten.
      Es ist ärgerlich, dass so etwas als Doktorarbeit durchgegangen ist.

      Es sei denn man sieht es als Kampfmittel im Diskurs, wo die ideologisch richtige Meinung wichtiger ist als der Forschungsstand. Dann ist sein Buch durchaus brauchbar.

  12. Lustig finde ich ja, dass hierbei ausgeblendet wird dass die beiden überzeugten Nazis Adolf und Erika Butenandt ihre Forschung zu Geschlechtshormonen größtenteils gemeinsam betrieben haben.

    Ich verstehe nicht so ganz, was Heinz Voss zu beweisen sucht. Die Tatsache, dass Geschlechtshormone auch beim anderen Geschlecht vorkommen und vielerlei Gemeinsamkeiten z.B. bei ihrer Synthese aufweisen ist ja allgemein bekannt. Das widerlegt aber nicht, dass es Merkmalshäufungen (Geschlechter) gibt. Es beweist auch kein gleichverteiltes Kontinuum bezüglich Geschlecht, keine “eigentliche” Geschlechtslosigkeit.

    Mag sein, dass Geschlechterbrillen gerade die Ergebnisse der frühen Hormonforschung beeinträchtigt haben, aber auch das beweist oder widerlegt nichts.

    Man hat doch gerade diese starren Vorstellungen von Geschlechtshormonen (“Testosteron findet man nur beim Mann”) aufgegeben, und das lange bevor solche Begriffe wie “Diskursanalyse” und “Androzentrismus” auftauchten. Was eher gegen eine nachhaltige Geschlechterbrille spricht.

    Wie sollte denn eine im “Diskurs” gefangene Wissenschaft dazu in der Lage sein?

    • @Nick

      “Die Tatsache, dass Geschlechtshormone auch beim anderen Geschlecht vorkommen und vielerlei Gemeinsamkeiten z.B. bei ihrer Synthese aufweisen ist ja allgemein bekannt.”

      Es ist sogar zu erwarten. Schließlich arbeitet Evolution nur in kleinen Schritten. Mir ist es auch schleierhaft, ich habe schon damals bei Fausto-Sterling, die dieses Argument auch gebraucht, nicht verstanden, was es eigentlich beweisen soll. Aber dazu habe ich ja schon was in dem Artikel geschrieben

      “Das widerlegt aber nicht, dass es Merkmalshäufungen (Geschlechter) gibt. Es beweist auch kein gleichverteiltes Kontinuum bezüglich Geschlecht, keine „eigentliche“ Geschlechtslosigkeit.”

      Voss versteht nicht, dass ein komplexes System mit fein justierten Unterschieden aufgrund seiner Komplexität nicht beliebig wird. Das zeigt sich in seinem Buch, wo er aus der Komplexität herzuleiten versucht, dass es kein gesteuerter Vorgang sein kann.

      Alle modernen Theorien bauen im Endeffekt genau auf dem auf, was er in dem Artikel darstellt. Wenn Frauen kein Testosteron hätten, wie sollen dann die Theorien, nach denen Testosteron bei CAH, Lesben etc genau diese Unterschiede bewirkt funktionieren.

      Es ist wie so häufig im Poststrukturalismus eine überbewertung der Bezeichnungen, der Gedanken, dass Sprache die beobachteten Effekte hervorrufen muss

      • Die Denkweise ist im Grunde die gleiche wie bei den Intelligent-Design-Kreationisten: Was hochkomplex ist, kann nur Ergebnis bewusster Eingriffe sein und nicht durch natürliche Auslese entstanden sein, ob es nun das Leben als solches ist, oder die Geschlechtertrennung.

        Beides zutiefst ideologische Theorien, die nicht an Erkenntnis interessiert sind, sondern eine politische Agenda durchsetzen sollen.

  13. [...] Besprechung seines Buches „Making Sex revisited“  immerhin mit einem Kommentar in dem Artikel dazu, dass er zu der Besprechung keine Stellung nimmt , [...]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: